
von Dracodormiens
Eigentlich habt ihr ein neues Kapitel ja noch gar nicht verdient... Also, ich bin ja selber keine fleißige Kommentarschreiberin, aber diesmal bin ich doch echt enttäuscht! Nur EIN EINZIGER Kommentar zum letzten Kapitel?! (Danke an Harry Weasley!) Dabei war es doch das mit dem ersten Kuss... Und mit noch zwei anderen meiner Lieblingsszenen... :-(
11. Aufbruch nach Stratford-upon-Avon
Am nächsten Morgen erwachte Hermine ziemlich früh von Lunas gequältem Stöhnen. „Au, mein Kopf!“ jammerte sie. Hermine seufzte nicht besonders mitleidig. „Frag Draco, ob er da was gegen tun kann, der ist ziemlich gut in Medizaubern.“ schlug sie vor, und rollte sich wieder auf die andere Seite. Sie wollte noch nicht aufstehen. Einerseits sehnte sie sich zwar nach Draco, aber andererseits hatte sie Angst, wie die anderen darauf reagieren würden. Sie zog sich die Decke über den Kopf und beschloss, noch eine Weile liegenzubleiben, während Luna aus dem Zimmer stolperte und sich den Kopf hielt.
Das nächste Mal erwachte sie aus dem Halbschlaf, weil sich jemand auf ihre Bettkante setzte. „Luna, nein, ich will noch nicht aufstehen!“ murmelte sie. Der Jemand zog ihr vorsichtig die Bettdecke vom Gesicht. „Was für eine Enttäuschung.“ sagte Draco belustigt. „Da hatte ich doch insgeheim tatsächlich gehofft, heute morgen von dir mit einem Kuss geweckt zu werden, und was tust du? Schickst mir Loony!“ Hermine hatte die Augen immer noch geschlossen, aber sie lächelte. „Ich schlafe noch ganz fest.“ murmelte sie. „Wie wäre es denn, wenn du mich weckst?“ Draco beugte sich zu ihr herunter und berührte sanft und spielerisch ganz kurz ihre Lippen. Empört riss sie die Augen auf. „Was war das denn?!“ Sie zog energisch seinen Kopf zu sich herab.
„Äh, hm.“ An der Tür räusperte sich jemand. Hermine fuhr erschrocken hoch. Draco drehte sich gelassen um „Kommt ihr mit frühstücken?“ fragte Luna. „Ich will ja nicht stören oder so, aber ihr seid sicher auch hungrig.“ Sie drehte sich um und verschwand. Hermine sah Draco an. „Was werden die anderen sagen? Ron wird durchdrehen...“ Sie ließ sich zurückfallen und starrte an die Decke. „Luna hat es doch auch nicht gestört.“ meinte Draco. „Luna lebt ja auch in so einer Art Paralleluniversum.“ grummelte Hermine. „Blaise habe ich es schon vorgestern abend gebeichtet.“ grinste Draco. „Ach, deshalb habt ihr noch so lange geredet.“ lächelte Hermine. Sie seufzte. „Na gut, da muss ich jetzt wohl durch....“ „Ich bin ja bei dir, um dich zu beschützen.“ grinste Draco. Sie knuffte ihn in die Seite, musste aber lachen. Wahrscheinlich würde sie eher Draco vor Ron und Harry beschützen müssen...
Die anderen saßen schon alle am Tisch unter dem Apfelbaum und frühstückten. Doch als Draco und Hermine aus dem Zelt traten, Draco mit dem Arm um Hermines Schultern, verstummten schlagartig alle Gespräche. Hermine lächelte ihre Freunde ein wenig schuldbewusst an. Draco ließ sich nicht das geringste anmerken und zog sie mit sich zu Blaise, neben dem noch zwei Plätze auf der Bank frei waren. „Guten Morgen. Sorry, dass wir zu spät sind.“ Gelassen nahm er sich ein Brötchen. Hermine versuchte den Blicken ihrer Freunde auszuweichen, bis ihr klar wurde, dass sie sich gerade alles andere als gryffindor-like verhielt. Sie straffte den Rücken und begann mit Draco und Blaise ein Gespräch über Ravenglass. Ron warf sein Messer hin und verschwand im Haus. Zögernd begannen alle anderen wieder zu essen, warfen aber zwischendurch verstohlene Blicke zu Draco und Hermine hinüber. Ihr war klar, dass die Konfrontation nur aufgeschoben war...
Nach dem Frühstück kam Harry zu ihr herüber. „Kann ich dich kurz sprechen?“ fragte er. Hermine seufzte. „Natürlich.“ Draco drückte aufmunternd noch einmal kurz ihre Hand, dann zog Harry sie mit sich fort. „Also... ihr seid jetzt zusammen?“ fragte er zögernd. Hermine nickte nur. Harry seufzte. „Ich kann nicht sagen, dass ich das nicht schon habe kommen sehen. Begeistert bin ich davon nicht, das kannst du dir wohl vorstellen. Naja, ich wollte nur sagen...“ Er holte tief Luft. „Hauptsache, du bist glücklich!“ Hermine sah ihn ein wenig ungläubig an, dann fiel sie ihm strahlend um den Hals. „Vielleicht sollte ich dich schon mal darauf vorbereiten, dass Ron es dir nicht so leicht machen wird.“ warnte Harry. „Und du kannst Draco sagen, wenn er dir wehtut, werde ich ihn auf eine Weise umbringen, die den Cruciatus harmlos erscheinen lässt...“
Hermine grinste. „Ich werd´s ihm ausrichten. Und wahrscheinlich sollte ich jetzt mal mit Ron reden...“ Harry nickte ernst. „Viel Glück.“
Hermine machte sich auf die Suche nach Ron. In seinem Zimmer war er nicht. Sie durchkämmte das ganze Haus, bis sie schließlich auf den Dachboden stieg. Ein Fenster war offen. Sie steckte den Kopf hinaus und sah Ron einige Meter weiter auf dem Dach sitzen. „Hey“, meinte sie vorsichtig. „Kann ich mit dir reden?“ Ron erwiderte nichts. Hermine nahm es als gutes Zeichen, dass er sie nicht anbrüllte, und kletterte ebenfalls aus dem Fenster. Sie ließ sich ein Stück von ihm entfernt auf den Dachziegeln nieder und sah sich um. „Warum Malfoy?“ brach es plötzlich aus Ron heraus. „Warum nur ausgerechnet Malfoy?!“ Er stützte den Kopf in die Hände. „Ich könnte es ertragen, wenn es Neville wäre, oder Seamus. Oder irgendein schlauer Ravenclaw. Aber dass du ausgerechnet Malfoy mir vorziehst...“ Seine Stimme versagte. Hermine sah ihn überrascht und geschockt an. „Dir vorziehen? Ron... Ich wusste nicht...“ Sie hatte es tatsächlich nicht bemerkt, was Ron für sie empfand, und sie hatte auf einmal ein sehr schlechtes Gewissen. Was war sie für eine Freundin, wenn sie nicht einmal mitbekam, was ihr bester Freund für sie fühlte?! Hilflos legte sie Ron eine Hand auf die Schulter. „Es tut mir leid.“ murmelte sie. „Draco ist mir sehr wichtig. Aber du bist mir auch sehr wichtig, deshalb würde es mir viel bedeuten, wenn du es akzeptieren könntest. Irgendwann.“ Sie stand auf und kletterte langsam zum Dachfenster zurück. Ron blieb sitzen und starrte vor sich hin.
Als Hermine zurück in den Garten kam, herrschte allgemeine Aufbruchsstimmung. Neville, Seamus und Dean hatten ihr Zelt abgebaut und packten gerade ihre Rucksäcke. Draco, Blaise und Luna waren ebenfalls dabei, das Zelt zu verstauen. Harry kam, begleitet von Ginny, auf Hermine zu. Ginny fiel ihr um den Hals und strahlte: „Ich freu mich für dich!“ Harry lächelte ein wenig gequält und fragte: „Hast du Ron gefunden? Wir wollen bald aufbrechen.“ „Er sitzt auf dem Dach.“ „Ich hol ihn schnell“, meinte Ginny.
Als sie im Haus verschwunden war, fragte Hermine Harry: „Du hast es gewusst, oder?“ „Dass Ron in dich verliebt ist? Ich finde, das war ziemlich offensichtlich.“ Er konnte nicht verhindern, dass seine Stimme ein wenig vorwurfsvoll klang. Hermine starrte zu Boden. „Ich glaube, ich habe euch in letzter Zeit ein bisschen vernachlässigt, oder?“ Harry zögerte einen Moment, dann legte er ihr den Arm um die Schultern. „Ach, schon ok. Vergiss es. Du hattest genug anderes im Kopf.“ Er drückte sie kurz an sich. Hermine umarmte ihn heftig. „Du bist mein bester Freund!“
Dann wanderte sie hinüber zu Draco und dem Rest des Ravenclaw-Teams. Die drei waren fast fertig mit Packen. Draco kam ihr entgegen und nahm sie in den Arm. „Alles ok?“ fragte er leise. Sie nickte. „Ich erzähl´s dir später. Komm, es geht los.“ Die DA versammelte sich jetzt auf dem Rasen. Ginny war mit Ron aus dem Haus gekommen, der Hermines Blick auswich. Molly und Arthur Weasley umarmten ihre Kinder und verabschiedeten sich auch von den anderen. Molly zerdrückte ein paar Tränen und bat ihre Söhne noch einmal, gut auf Ginny aufzupassen. Dann ergriffen Neville und Dean Seamus´ Arme, und die drei disapparierten nach Godric´s Hollow. Die nächsten waren Draco, Blaise, Hermine und Luna. Hermine nahm Luna an der Hand und konzentrierte sich auf Stratford-upon-Avon. Blaise folgte mit Draco. Schließlich verschwanden auch George, Ginny, Ron und Harry in Richtung Grimmauld Place.
Sie waren in einer kleinen Seitenstraße gelandet. „So, wollen wir uns zuerst eine Unterkunft suchen, damit wir die Rucksäcke loswerden, und dann ein bisschen auf Entdeckungsreise gehen?“ schlug Hermine vor. Die anderen waren einverstanden, und sie folgten Hermine zur Touristinformation. Da Hermine die einzige war, die sich in der Welt der Muggel auskannte, hatte sie wie selbstverständlich die Führung übernommen. Mit gerunzelter Stirn wühlte sie sich nun durch die Prospekte. Dann sah sie auf. „Die Campingplätze hier im Ort nehmen alle keine Zelte, nur Wohnwagen. Der nächste Campingplatz für Zelte ist ein paar Meilen entfernt. Wollen wir den nehmen und dann apparieren oder uns hier im Ort ein Zimmer suchen? Es gibt auch ein Traveller´s Rest Guest House, das klingt ganz nett und nicht zu teuer.“ Ihre Mitreisenden stimmten für das Quartier im Ort, und so mieteten sie sich dort in einem Viererzimmer ein.
Dann stiegen sie die Treppe hinauf, um ihre Rucksäcke loszuwerden. Blaise schaute sich um. „Jetzt weiß ich auch, warum das Zimmer als Family Room vermietet wurde.“ Es gab nämlich ein Doppel- und zwei Einzelbetten. Zufällig hatten Hermine und Draco ihre Rucksäcke auf das Doppelbett geworfen. Blaise grinste und trug seine Sachen kommentarlos zu einem der Einzelbetten. Luna rief erfreut: „Oh, darf ich am Fenster schlafen?“ und beschlagnahmte das andere Einzelbett.
Hermine sah ihre Freunde an. „Vielleicht solltet ihr euch umziehen, bevor wir uns in der Stadt blicken lassen.“ schlug sie vor. Draco sah an sich herab. „Wieso? Gefall ich dir nicht?“ Hermine seufzte ungeduldig. „Sagen wir mal so, ihr seht ein bisschen... ungewöhnlich aus. Habt ihr keine Muggelklamotten?“ Die drei schüttelten entsetzt den Kopf. Hermine stöhnte auf und ließ sich aufs Bett fallen. „Das ist nicht euer Ernst. Ihr wusstet doch, dass wir uns zwei Monate lang in Muggelstädten aufhalten werden. Ist euch nie der Gedanke gekommen, dass ihr da ein bisschen auffallen könntet?! Dann müssen wir wohl erstmal einkaufen gehen. Naja, dann können wir diesen Abstecher wenigstens rechtfertigen. Ist wohl besser, wenn wir das Einkaufen nicht erst in Ravenglass erledigen.“ Hermine hatte nämlich ein wenig ein schlechtes Gewissen gehabt, dass sie ihre Reise gleich mit einem Ausflug zum Vergnügen begannen, statt sich sofort in die Nachforschungen zu stürzen.
Luna musste ihre Kronkorkenkette abnehmen, und Hermine lieh ihr ein T-Shirt, bevor sich die vier auf den Weg in die Stadt machten. „Also, am besten ziehen wir uns an wie normale, jugendliche Rucksacktouristen.“ schlug Hermine vor. „Gibt´s hier irgendwo einen Second-Hand-Laden? Aber vielleicht sollten wir auch noch ein paar schickere Sachen besorgen, ich habe nämlich vor, heute abend ins Theater zu gehen, wenn wir schon mal in der Shakespeare-Stadt sind.“
Anderthalb Stunden später steckten Blaise, Draco und Luna in verwaschenen Jeans und Turnschuhen und hatten sich einige T-Shirts angeschafft, Draco langärmelige Hemden, um sein Dunkles Mal zu verdecken, und Hermine war mit ihren Nerven am Ende. „Wie konnte ich mich nur darauf einlassen, mit drei Reinblütern loszuziehen?!“ rief sie verzweifelt aus, als sie aus dem letzten Geschäft traten, in dem Draco und Blaise sich weiße Hemden und Krawatten besorgt hatten. Das war der leichteste Teil des Einkaufs gewesen. Aber im Second-Hand-Shop war Luna nur schwer davon zu überzeugen gewesen, sich nicht die verrücktesten 70er-Jahre-Teile zu schnappen, und Draco und Blaise zu überreden, Jeans zu tragen, war auch nicht einfach gewesen. Sie waren ihnen einfach nicht schick genug, und es war ein schweres Stück Arbeit gewesen, ihnen zu erklären, dass Muggel nun mal nicht mit Jackett und Krawatte loszogen, um mit dem Rucksack Ferien zu machen.
„Jetzt brauche ich eine Pause. Lasst uns was essen gehen.“ stöhnte Hermine. Nachdem sie überlegt hatte, wo die drei lebensunfähigen Zauberer am wenigsten Schaden anrichten konnten, führte sie sie zu einem McDonalds. Neugierig sahen die drei sich um, aber Hermine ordnete an: „Ihr sucht euch jetzt einen Tisch und rührt euch nicht vom Fleck. Ich bring euch etwas zu essen mit.“ Sie verschwand in Richtung Tresen. Nach dem Essen hatte Hermine sich wieder ein wenig erholt, und sie zogen endlich los, um ein wenig auf Shakespeares Spuren zu wandeln.
Nachdem sie sein Geburtshaus in der Henley Street besichtigt und sich die Schule angeschaut hatten in der Shakespeare angeblich Schüler gewesen war („Natürlich nur, bis er elf war!“ meinte Draco), besorgten sie sich noch Karten fürs Royal Shakespeare Theatre, wo täglich mehrere verschiedene Stücke aufgeführt wurden. Nach einigen Meinungsverschiedenheiten konnten sie sich dann doch noch auf die 17-Uhr-Vorstellung vom „Sommernachtstraum“, Hermines Lieblingsstück, einigen, obwohl Draco mehr für „Der Widerspenstigen Zähmung“ war. Aber er wurde auch von Blaise und Luna überstimmt.
Es war inzwischen schon kurz vor vier, und sie machten sich auf den Weg zurück ins Hostel, um sich umzuziehen. Hermine musterte ihre Begleiter. Doch, so konnten sie sich sehen lassen. Draco und Blaise trugen ihre schlichtesten schwarzen Zaubererhosen und weiße Hemden, sie selbst und Luna hatten sich einfach lange Röcke und Blusen angezogen. Draco legte Hermine den Arm um die Schultern. „Du siehst toll aus!“ Ihre braunen Augen versanken in seinen grauen, bis Blaise sich räusperte. „Ich glaube, wir müssen los!“ Hermine riss ihren Blick von Draco los und nickte ein wenig verwirrt. Draco nahm sie an der Hand, und Luna hakte sich bei Blaise ein. Dann machten die vier sich auf den Weg zum Theater.
Blaise und Luna, die das Stück noch nicht kannten, waren begeistert. Hermine sah es jetzt bereits zum dritten Mal, und es gefiel ihr jedesmal besser. Auch Draco musste zugeben, dass er Spaß hatte, auch wenn er noch ein bisschen beleidigt war, dass er überstimmt worden war. Es war ja nicht so, dass er den „Sommernachtstraum“ nicht mochte, aber „Der Widerspenstigen Zähmung“ war nun mal sein Lieblingsstück. „Vielleicht können wir ja auf dem Rückweg nochmal hier vorbeikommen.“ meinte er hoffnungsvoll. „Oder sonst irgendwann, ich möchte auch noch mal hierher“, stimmte Hermine zu.
Die Sommernacht war warm, und eigentlich hatten sie noch keine Lust, in ihr Zimmer zurückzukehren. Sie beschlossen, noch einen Spaziergang durch den Park zu machen. Eine Gruppe Jugendlicher hatte ein Lagerfeuer angezündet und sang zur Gitarre. Die vier setzten sich ein Stück entfernt ins Gras und hörten zu. Hermine lehnte sich an Dracos Schulter und seufzte glücklich. „Was für ein schöner Ferientag! Eine Zeitlang konnte ich fast unsere Aufgabe vergessen.“ Luna legte sich platt auf den Rücken und sah verträumt in den klaren Sternenhimmel. Draco legte den Arm um Hermine. „Schön, endlich wieder draußen sein zu können“, meinte er nachdenklich. „Das weiß man erst zu schätzen, wenn man es eine Weile nicht konnte.“ Blaise sah ihn an. „Meinst du wirklich, es ist nötig, dass du dich in Hogwarts noch versteckst, nächstes Schuljahr? Mit Crabbe, Goyle und Parkinson werden wir doch fertig! Und wenn du sie nicht gerade reinlässt, kommen normalerweise ja auch keine Todesser in die Schule...“ Draco verzog das Gesicht, dann fragte er: „Sag mal, wie haben die Slytherins eigentlich reagiert, du hast noch gar nichts erzählt?“
Hermine sah interessiert zu Blaise hinüber, und auch Luna richtete sich auf. Sie hatten von den Slytherin-internen Reaktionen ja nicht viel mitbekommen, nach außen hin waren sie naturgemäß diskret gewesen. Blaise grinste breit. „Crabbe und Goyle sind nicht weiter erwähnenswert, die haben wie immer nur gegrunzt. Aber Parkinson hat im Gemeinschaftsraum eine bühnenreife Szene hingelegt. Hat geschrien und geheult, wie sie nur auf so einen Verräter wie dich hereinfallen konnte.“ Draco schnaubte. „Hereinfallen, ja, genau. Als ob ihr jemals wirklich was an mir lag.“ „Naja, sie war ja schon ganz schön anhänglich...“ begann Blaise, verstummte aber, als Draco ihm einen finsteren Blick zuwarf und unauffällig auf Hermine deutete. Er wechselte schnell das Thema. „Jedenfalls glaube ich nicht, dass du in Hogwarts in unmittelbarer Gefahr bist. Außerdem ist es langweilig ohne dich im Unterricht.“ „Ja, keiner kann die Gryffindors so gut beleidigen wie ich“, grinste Draco, was ihm einen Rippenstoß seiner Freundin eintrug.
Nach einiger Zeit begannen die Mädchen in ihren dünnen Röcken trotz der warmen Sommernacht ein wenig zu frösteln, so dass die vier sich auf den Weg in ihr Quartier machten. Müde stolperten sie die Treppen hinauf und fielen in die Betten. Mit einem Wink seines Zauberstabes löschte Blaise das Licht. „Gute Nacht!“ gähnte er. Draco betrachtete seine Freundin im Licht der Straßenlaterne, das zwischen den Vorhängen ins Zimmer fiel. „Ich wäre jetzt viel lieber mit dir allein!“ flüsterte er zärtlich und zog sie näher heran. Seine Hand glitt unter ihr T-Shirt und streichelte sanft ihren Rücken. Hermine bekam eine Gänsehaut. Nie hätte sie früher gedacht, dass der kalte, immer beherrschte Draco Malfoy so liebevoll sein könnte. Sie blickte in seine grauen Augen, die im Halbdunkel fast schwarz wirkten. Seine Lippen näherten sich ihren, und sie schloss sehnsüchtig die Augen, als sie in einem langen Kuss versanken. Sie konnte ein leises Aufseufzen nicht verhindern.
Prompt kam ein Kommentar aus dem Bett neben der Tür. „Ihr denkt schon dran, dass ihr hier nicht alleine seid, oder?“ meinte Blaise verschlafen. Draco schnaubte halb belustigt, halb verärgert. Aber dann rollte er sich auf die Seite und zog Hermine mit dem Rücken an seinen Bauch. Eng umschlungen schliefen sie schließlich ein.
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