
von Dracodormiens
12. Ravenglass
Als Hermine aufwachte, stellte sie fest, dass sie sich nicht rühren konnte. Draco lag halb auf ihr, sein rechtes Bein über ihren, sein Kopf auf ihrer Schulter, und schlief noch fest. Sie lächelte und betrachtete ihren schlafenden Freund. Als ob er ihren Blick spürte, begann er sich zu bewegen und öffnete die Augen einen Spalt. Er lächelte sie verschlafen an und gab ihr einen Kuss. „Schön, so mit dir aufzuwachen.“ flüsterte er. Sie kuschelte sich in seine Arme und schloss noch einmal die Augen.
Das nächste Mal erwachten sie ungefähr eine Stunde später, als Blaise geräuschvoll gähnte und seine Decke beiseite warf. Er stand auf, ging zum Fenster hinüber und zog mit einem Ruck die Vorhänge auf. Draco stöhnte gequält auf und zog sich die Bettdecke über den Kopf. Hermine hörte ihn etwas von „zu hell“ und „zu früh“ murmeln. Luna streckte sich gähnend, und Blaise lachte Draco aus. „Wenn ich damit nicht auch Hermine ärgern würde, würde ich dir die Decke wegziehen. Aufstehen, Schlafmütze!“ „Wie kann man am frühen Morgen schon so munter sein!“ grummelte Draco. Aber er kam langsam wieder unter der Decke hervor. Hermine lachte und sprang aus dem Bett. „Soso, mein Freund ist also ein Morgenmuffel?“ Er versuchte sie festzuhalten und wieder ins Bett zu ziehen, aber da er dabei immer noch die Augen geschlossen hatte, waren seine Bemühungen erfolglos. Stöhnend stemmte er sich in eine sitzende Position hoch und blinzelte.
Luna kam aus dem Bad und begann, ihren Rucksack zu packen. Sie trug Jeans und T-Shirt und sah ohne ihre Radieschenohrringe ein wenig ungewohnt aus. Als die anderen drei auch fertig waren, richtete Blaise seinen Zauberstab auf die vier Rucksäcke. „Levista!“ sagte er und beschrieb mit dem Zauberstab einen Kreis um sie herum. „Wir müssen uns ja nicht mehr als unbedingt nötig abschleppen.“ Hermine hob ihren Rucksack prüfend an. Er wog jetzt nicht mehr als ihre Handtasche. Erfreut warf sie ihn sich über die Schulter. „Bevor wir nach Ravenglass apparieren, würde ich hier gerne noch einmal in ein Internet-Café gehen. Es widerstrebt mir zwar, es zuzugeben, aber nicht alle Informationen findet man in Büchern...“ Drei verständnislose Augenpaare richteten sich auf Hermine. „Was ist ein... Inter-Nett-Kaffee?!“ fragte Draco irritiert. „Kommt mit, ich zeig´s euch.“ Hermine öffnete die Tür und ging die Treppe hinunter.
Auf dem Weg in die Innenstadt versuchte sie den drei Zauberern das Internet zu erklären, was gar nicht so einfach war, da sie von der eigentlichen Funktionsweise selbst nicht viel wusste. „Also, vielleicht kann man das mit dem Flohnetzwerk vergleichen.“ meinte sie. „Nur, dass keine Kamine verbunden sind, sondern Computer, und keine Menschen damit reisen, sondern Informationen übertragen werden.“ Draco, Blaise und Luna sahen nicht viel klüger aus als vorher. „Was ist ein Computer?“ In diesem Moment waren sie vor einem Internet-Café angekommen. „Tut mir einen Gefallen und haltet da drin am besten die Klappe, ja?“ bat Hermine halb lachend. Dann öffnete sie die Tür.
Fasziniert und möglichst unauffällig betrachteten die drei die Tische mit den Computern, während Hermine sich beim Tresen anmeldete und einen Platz zugewiesen bekam. Dann setzte sie sich vor den Rechner und begann auf der Tastatur herumzuhacken, während sie leise erklärte, was sie da tat. „Man kann Informationen ins Internet stellen, so dass alle, die daran angeschlossen sind - auf der ganzen Welt - darauf zugreifen können. Zum Beispiel haben viele Städte eine Seite im Internet, auf der sie erzählen, was es in dem Ort Sehenswertes gibt, wo man dort essen und übernachten kann und noch viel mehr. Ich suche jetzt erstmal nach Campingplätzen in Ravenglass, und dann schau ich noch, was es so über die Geschichte des Ortes gibt."
Draco stand hinter ihr und legte die Hände auf ihre Schultern, während er interessiert mitlas. Vieles hatten sie schon in der Bibliothek in Hogwarts herausgefunden, aber die Bücher dort waren größtenteils ziemlich alt. „Die Informationen im Internet werden laufend aktualisiert.“ erklärte Hermine. „Und wenn ich das richtig sehe, gibt es schon wieder keinen Campingplatz... Aber dann zelten wir eben irgendwo im Wald.“ „He, die Bilder bewegen sich ja sogar!“ staunte Luna, als Hermine sich eine Seite über die Eulerei in Muncaster anschaute. Hermine grinste, schob ihren Stuhl zurück und stand auf. „Ich glaube, wir können los. Jetzt haben wir zum Apparieren ja auch eine Vorstellung davon, wo wir hinwollen.“ Die vier suchten sich eine unbeobachtete Ecke in einer Seitenstraße. Draco nahm Hermines Arm, und Luna hielt sich an Blaise fest. Dann verschwanden sie mit einem leisen „Plopp“.
In einem kleinen Waldstück zwischen Ravenglass und Muncaster tauchten sie wieder auf. Blaise nahm seinen Rucksack ab und packte das Zelt aus. Luna half ihm dabei, während Hermine und Draco sich ein wenig in der Gegend umsehen wollten. Es war nicht weit zu einer Hauptstraße. Auf einem Schild stand: Ravenglass 3 Meilen, Muncaster 9 Meilen. „Ob hier ein Bus fährt? Wir könnten zu sehr auffallen, wenn wir apparieren.“ überlegte Hermine. „Außerdem, ganz ehrlich, besonders gern appariere ich nicht.“ Draco nickte. „Ich hab gehört, es ist auch nicht besonders gesund, öfter als dreimal am Tag zu apparieren.“ „Wahrscheinlich sollten wir überhaupt möglichst selten zaubern, sondern uns wie Muggel verhalten.“ Draco grinste ein wenig verschlagen. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, was ein Muggel an meiner Stelle jetzt tun würde...“ Er zog Hermine an sich und küsste sie leidenschaftlich. „Nicht, dass Zauberer etwas anderes tun würden.“ stellte er dann fest und küsste sie noch einmal. Hermine legte den Kopf an seine Schulter. „Schön, mal wieder mit dir allein zu sein.“ sagte sie leise.
Er setzte sich auf einen Baumstumpf und zog sie auf seinen Schoß. „Verrückt, wie sich alles ein ein paar Wochen ändern kann.“ meinte er nachdenklich. „Vor einem Monat hatte ich irrsinnige Angst um meine Familie und um mein Leben, ich hatte keine Freunde, keine Zukunftsperspektive außer zum Mörder zu werden oder selbst zu sterben, und jetzt? Meine Mutter ist in Sicherheit, und ich bin dabei, etwas Sinnvolles zu tun, habe wieder Hoffnung, und außerdem eine wunderbare Freundin...“ Seine grauen Augen leuchteten, als er sie ansah. Sie lehnte ihre Stirn an seine. „Vor ein paar Wochen warst du für mich nichts als ein arrogantes Frettchen mit Vorurteilen, das mich jahrelang beschimpft hat und das wir für einen unverbesserlichen Todesser gehalten haben. Und jetzt? Auf einmal hast du all deine Überzeugungen in Frage gestellt, deine Arroganz abgelegt... und ich habe herausgefunden, dass du eigentlich ganz anders bist als ich immer dachte. Intelligent, humorvoll, liebevoll...“ Hermine wurde ein bisschen rot. Draco zog sie noch ein wenig enger an sich. „Ich glaube, ohne dich wären die letzten Wochen für mich ziemlich hart gewesen. Du hast mir viel Kraft gegeben.“ sagte er leise. Er strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
Schweigend saßen sie eine Weile auf den Baumstamm und genossen einfach das Zusammensein. „Blaise und Luna wundern sich bestimmt schon, wo wir bleiben...“, seufzte Hermine nach einiger Zeit. Eigentlich hatte sie noch keine Lust, sich aus Dracos Armen zu lösen. Aber ihr Pflicht-bewusstsein ließ ihr keine Ruhe mehr. Ein letztes Mal küsste sie Draco zärtlich. „Wer weiß, wann wir wieder mal allein sind...“ meinte er stirnrunzelnd. „Ich glaube kaum, dass wir Blaise und Loony... äh, Luna, überreden können, sich ein Zimmer im Zelt zu teilen...“ „Wohl kaum.“ lachte Hermine, nicht sicher, ob sie das bedauern sollte. Es war zwar schön gewesen, in Stratford-upon-Avon zusammen mit ihm einzuschlafen, aber sie war sich nicht sicher, ob ihr das nicht alles ein wenig zu schnell ging. Er legte den Arm um sie, und die beiden schlenderten langsam zum Lagerplatz zurück.
Blaise und Luna hatten inzwischen das Zelt aufgebaut. Luna kauerte ein paar Meter entfernt vor einem Erdhaufen und betrachtete ihn fasziniert. Blaise rollte amüsiert mit den Augen, als Draco und Hermine ihn fragend ansahen. „Sie wartet drauf, dass die Zarke aus ihrem Bau kommen“, teilte er ihnen mit. Hermine lächelte nachsichtig, dann rief sie: „Hey, Luna!“ Das Mädchen drehte sich um. „Oh, da seid ihr ja wieder. Das ist ein interessanter Lagerplatz. Ich habe einen Zark-Bau entdeckt! Mein Vater wird sich freuen, das wird ein toller Artikel im Quibbler.“ meinte sie mit ihrer verträumten Stimme. Hinter ihrem Rücken warfen Blaise und Draco sich vielsagende Blicke zu. Aber das war nicht böse gemeint. Sie mochten Luna, obwohl sie sie immer noch für ziemlich durchgeknallt hielten. „Wir sollten aber jetzt mal nach Muncaster fahren. Die Zarke kannst du sicher auch später noch beobachten.“ sagte Hermine nachsichtig, für die der Erdhaufen wie ein ganz normaler Kaninchenbau aussah. „Natürlich.“ rief Luna erschrocken. „Tut mir leid, wir haben ja viel wichtigere Dinge zu tun als seltene Tiere zu erforschen. Ich war nur so fasziniert...“
„Was meinst du mit fahren?“ fragte Blaise erstaunt. „Hermine und ich haben uns überlegt, dass es am unauffälligsten ist, wenn wir uns möglichst wie Muggel verhalten.“ antwortete Draco. „Das heißt, wir nehmen den Bus nach Muncaster“, setzte Hermine hinzu. Sie kroch ins Zelt, wo die vier Rucksäcke lagen, und stopfte ein paar Bücher in ihre Umhängetasche, von denen sie glaubte, sie könnten bei ihrem Ausflug nützlich sein. Blaise gab ihr seinen Tarnumhang zum Einstecken, da er selbst keine Tasche hatte. Nachdem Draco einen Desillusionszauber und Hermine einen Muggelabwehrzauber und einen Schutzschild über das Zelt gelegt hatte , marschierten sie durch den Wald zur Hauptstraße und suchten nach einer Bushaltestelle.
Da Hermine die einzige war, die Muggelgeld besaß, bezahlte sie für alle vier die Fahrt. Sie hatten sich vor den Ferien darauf geeinigt, dass die anderen ihr später alles in Sickeln und Galleonen zurückzahlen würden, weil es für Draco ja gar nicht möglich gewesen war, bei Gringotts Muggelgeld einzutauschen und die anderen beiden es auch nicht riskieren wollten, dabei aufzufallen und Fragen gestellt zu bekommen. Die vier setzten sich ziemlich weit nach hinten. „Wie fährt so ein Bus?“ fragte Luna fasziniert. „Das ist zu kompliziert zu erklären.“ seufzte Hermine. „Was machen wir in Muncaster? Erstmal einfach eine Schlossbesichtigung?“ „Das klingt sinnvoll.“ meinte Blaise. „Wir können uns ja mal unauffällig umschauen und herausfinden, wo wir mit dem Tarnumhang noch mal genauer nachforschen müssen.“ „Ich bin total gespannt auf die Eulerei.“ meinte Luna verträumt. „Ob dort Zauberer arbeiten?“ überlegte Draco. „Egal, wir sollten uns auf jeden Fall nicht als Zauberer zu erkennen geben.“ entschied Hermine. „Je unauffälliger, desto besser. Wer weiß, wo Voldemort überall seine Spitzel hat.“
Wenig später hielt der Bus direkt vor Muncaster Castle, und zusammen mit etlichen Touristen stiegen die vier aus und stellten sich am Eingang an. Sie schlossen sich einer Führung an, die gerade begann. Der Touristenführer wusste eine Menge über die Geschichte des Schlosses, aber Rowena Ravenclaw wurde nicht erwähnt. Das hieß natürlich nicht viel, denn wenn er alle Bewohner und Besitzer von Muncaster Castle aus den letzten 1000 Jahren aufgezählt hätte, wäre er wahrscheinlich in einer Woche nicht mit seiner Führung fertig geworden. „Wenn Sie sich für die ausführliche Geschichte von Muncaster Castle interessieren, hat das Museumsarchiv Unterlagen, die nach vorheriger Anmeldung für jedermann einsehbar sind.“ meinte er zum Schluss. „Das machen wir auf jeden Fall!“ sagte Blaise leise. „Ich kümmere mich mal darum.“ Er ging auf den Führer zu und sprach kurz mit ihm, dann verschwand er in Richtung Eingang, wo nicht nur der Museumsshop war, sondern auch die Verwaltungsbüros.
Luna setzte sich auf ein Mäuerchen und baumelte mit den Beinen. „Wollen wir gleich noch zur Eulerei?“ fragte sie. Hermine schüttelte den Kopf. „Lass uns mal abwarten, was Blaise herausgefunden hat, bevor wir weiter planen.“ Ein paar Minuten später kam Blaise mit langem Gesicht zurück. „Da ist ein unglaublicher Andrang. Wir haben zwar einen Termin fürs Archiv bekommen - aber erst am Montag!!“ „Heute ist erst Dienstag!“ rief Hermine entsetzt. Blaise nickte düster. „Ist mir bekannt.“ Luna hüpfte fröhlich von ihrem Mäuerchen. „Nun blast nicht gleich Trübsal! Wir haben doch den Tarnumhang!“ Blaise schlug sich vor die Stirn. „Wir haben doch vorhin noch drüber geredet! Bin ich vergesslich heute!“
„Das passiert auch den besten mal...“ grinste Draco und sah seine Freundin vielsagend an. Hermine streckte ihm die Zunge heraus. Dann meinte sie: „Wollen wir noch in die Eulerei und danach nach Ravenglass, etwas essen?“ Die anderen waren einverstanden. Sie sahen sich eine Flugshow mit den verschiedensten Eulen an und erfuhren Wissenswertes über das Zuchtprogramm, aber keiner der Eulerei-Mitarbeiter ließ sich auf Anhieb als Magier identifizieren. „Weiß irgendjemand, ob die Posteulen aus Muncaster kommen?“ fragte Draco leise. Luna nickte. „Nicht alle, es gibt auch noch eine Eulerei in Wales, aber viele kommen von hier. Es muss hier Zauberer geben!“ „Die wissen bestimmt mehr über Ravenclaw als die Muggel.“ seufzte Hermine. „Ob wir es schaffen, herauszufinden, wer hier magisch ist, und ihn auszuhorchen, ohne dass wir uns zu erkennen geben?“ „Versuchen sollten wir es auf jeden Fall.“ stellte Blaise fest. „Wir sollten uns aufteilen.“ meinte Draco. „Das Archiv wäre wohl etwas für unseren Bücherwurm. Luna, traust du dir zu, die Mitarbeiter der Eulerei auszuhorchen?“ Luna nickte. „Ich geh mit Luna.“ meinte Blaise. „Dann musst du wohl mit mir ins Archiv.“ lächelte Hermine.
„Aber erst morgen.“ meinte Draco. „Jetzt hab ich nämlich Hunger.“ Es war schon später Nachmittag. Die vier machten sich auf den Weg zur Bushaltestelle und nahmen den nächsten Bus nach Ravenglass. Als sie dort ausgestiegen waren, sah Luna sich kurz um und zeigte auf ein Pub am Hafen. Ein Schild hing im Fenster: O´Brians´s Pub. Geöffnet 3 p.m. - 11 p.m. Uhr. Warme Mahlzeiten, kleiner Preis. „Das ist doch genau das richtige.“ stellte Hermine fest, und die drei folgten Luna. Hinter dem Tresen stand ein Mädchen in ihrem Alter und polierte Gläser. „Hallo!“ sagte Blaise. „Wir würden gerne etwas essen.“ Sie lächelte ihn an. „Kein Problem, die Küche hat geöffnet. Ich bring euch gleich die Karte.“ Die vier suchten sich einen Tisch am Fenster. Hermine war ein bisschen müde. Sie legte den Kopf auf Dracos Schulter und schloss für einen Moment die Augen. Luna sah verträumt auf den Hafen.
Blaise dagegen verfolgte das Mädchen hinter dem Tresen interessiert mit den Augen. Sie hatte lange rotbraune Zöpfe und Sommersprossen und kam jetzt mit einem Stapel Speisekarten auf die vier zu. „Bitte schön. Wenn ich etwas empfehlen darf, das Gericht des Tages ist Irish Stew.“ „Irish?“ fragte Blaise erstaunt. „Ja, meine Eltern kommen ursprünglich aus Irland. Ihnen gehört der Pub.“ „Ach, deshalb auch das Guinness-Schild draußen.“ meinte Hermine. Sie warf Blaise schnell einen warnenden Blick zu, damit er nicht fragte, was Guinness wäre. „Kann ich euch schon was zu trinken bringen?“ Hermine warf einen Blick in die Runde. „Wie wär´s dann mit vier Guinness?“ Die anderen, die keine Ahnung hatten, was das war, aber ziemlich sicher waren, dass es weder Butterbier noch Kürbissaft geben würde, stimmten zu. So lange das Mädchen an ihrem Tisch stand, hatten sie ja keine Möglichkeit, sich von Hermine die Karte erklären zu lassen. Die sommersprossige Irin verschwand hinter dem Tresen und zapfte sorgfältig vier Gläser einer dunklen Flüssigkeit mit hellem Schaum oben drauf. „Was ist das?“ zischte Draco leise. „Bier.“ erwiderte Hermine. „Sehr lecker, hat aber mehr Alkohol als Butterbier, trinkt nicht zu viel davon.“ Schon kam das Mädchen zurück. „Lasst es euch schmecken. Guinness zapfen ist meine Spezialität, besteht jeden Penny-Test. Habt ihr euch überlegt, was ihr essen wollt?“ Die vier entschieden sich für das Irish Stew.
„Was meinte sie mit Penny-Test?“ fragte Blaise verwirrt, als sie gegangen war, um die Bestellung an die Küche zu geben. Hermine lachte. „Ein gutes Guinness muss so gezapft sein, dass ein Penny - das ist die kleinste Muggel-Münze - auf dem Schaum liegenbleibt und nicht einsinkt.“ Sie schlürfte von ihrem Bier. Auch die anderen probierten vorsichtig. „Lecker!“ meinte Draco, und die anderen stimmten ihm zu. Das Mädchen war wieder zum Gläserpolieren zurückgekehrt und warf ab und zu verstohlene Blicke in Blaises Richtung. „Sinead!“ rief eine Stimme aus der Küche. Das Mädchen warf das Geschirrtuch hin und verschwand wieder in die Küche, um gleich darauf mit zwei dampfenden Tellern wieder zu erscheinen. Sie setzte sie vor Blaise und Luna ab und kehrte um, um die anderen beiden Teller zu holen. „Guten Appetit!“ meinte sie lächelnd.
Die vier ließen es sich schmecken. Danach bezahlte Hermine wiederum für alle. „Wir kommen bestimmt öfter in den nächsten Tagen, wir machen hier Ferien.“ sagte sie, als sie aufstanden. „Oh, wo übernachtet ihr denn?“ „Wir zelten wild, aber pssst!“ grinste Hermine. „Am Strand? Oder im Wald Richtung Muncaster?“ fragte Sinead interessiert. „Am Strand ist das nämlich riskant, da läuft öfter mal eine Polizeistreife herum.“ „Danke für den Tipp.“ lächelte Blaise. „Ja, bis zum nächsten Mal dann!“ rief Hermine. Draco zog Blaise mit sich aus der Tür. „Bis zum nächsten Mal!“ rief Sinead ihnen hinterher.
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