Daniel-Radcliffe-Interview/Jo über Dumbledore

Juli 2007:
Hier wird der fünfte Harry-Potter-Film veröffentlicht und das siebte und letzte Harry-Potter-Buch erscheint.

"Fühlst Du eine Entlastung, wenn Du weißt, dass sich diesen Sommer das Kapitel der Serie schließen wird?"

"Es war vor einiger Zeit eine Erleichterung für mich, als ich dachte, 'Ohje, es werden am Ende neun Jahre meines Lebens sein'. Ich habe so viele Menschen getroffen, die Menschen kamen in mein Leben und gingen wieder, ich habe so enge Freundschaften geknüpft. Es waren auch Freundschaften dabei - er lacht und hustet - die jetzt keine Freunde mehr sind."

Als Freunde bezeichnet der junge Harry-Potter-Star nicht unbedingt Schulkameraden, sondern eher Erwachsene wie Gary Oldman, Imelda Staunton und Kenneth Branagh, mit denen er gearbeitet hat. (Es war übrigens Kenneth, der den Gilderoy Lockhart im zweiten Film verkörpert, der Daniel dazu ermutigte Equus zu machen.

"Teenagerjahre sind die Jahre, wo einfach alles passiert - du verliebst dich das erste Mal und dieses ganze Zeug. Das einzige, was bei mir während dieser Phase war, war Harry Potter. Es ist aber auch aufregend, weil man vor all den anderen Sachen geschützt wird. Da war also die Geschichte, die meine Jugend ausklingen ließ. Es wird also sehr traurig, wenn dies einmal zu Ende geht."

Spricht man Radcliffe darauf an, was wäre, wenn er die Filme nicht gedreht hätte, so entgegnet er, dass es ein Mist-Leben gewesen wäre. Nicht nur, dass er weniger Geld hätte, nicht berühmt wäre und nicht so viel Spaß hätte, er müsste auch regulär zur Schule gehen. Er ging im Alter von 9 Jahren zu dem Casting für Harry Potter. Er hatte als Erfahrung nur seinen TV-Auftritt des jungen David Copperfields vorzuweisen, aber er gewann. Er gibt heute zu, dass er bei dem Casting auch mitmachte, weil er in der Schule nicht gut war.

"Den ersten Film zu drehen machte einfach nur Spaß", meinte der heute 17-Jährige. "Ich war ein Kind am Set und das war super." Er musste sich eine Grundlage schaffen und im dritten Film, dem Gefangenen von Askaban, musste er das erste Mal einen Zahn zulegen. Die Filme entwickelten sich und so musste sich auch Radcliffe weiterentwickeln. "Ich musste diese Entwicklung ebenso mitmachen. Und dieses Vergnügen wuchs, je mehr die Filme voranschritten."

Er genoss die Zeit, als er Einzelunterricht am Set hatte und auch die Tatsache, dass der Sportunterricht weggefallen ist. Er war nach eigenen Angaben nämlich nie besonders gut in Sport. Seinen Englischlehrer beeindruckte er damit, dass er selbst Gedichte schreibt. "Das meiste dreht sich um meine Gefühle oder um Ereignisse in meinem Leben. Es macht mir mehr Spaß als ein Tagebuch zu schreiben."

Das fünfte Buch ist bisher das längste Harry-Potter-Buch, aber die Produktion des Films war dieses Mal vergleichsweise kurz. Daniel konnte mehr Zeit dafür investieren, als er im Sommer die Schule verlassen hatte. Er war verblüfft über seine guten Noten in seinen AS-Levels in den Fächern "Religion und Philosophie", "Geschichte" und "Englischer Literatur", aber er möchte nicht studieren, das steht für ihn fest. Er weiß noch nicht einmal, ob er seine A-Levels nachholen wird, die mit dem deutschen Fachabitur verglichen werden können. "Ich bin eher daran interessiert mich selbst zu lehren, indem ich einfach viel lese, was ich auch sehr gerne tue", sagt er grinsend. Im Moment liest er "Nabokov's Laughter in the Dark".

Für den jungen Star ist der "Orden des Phönix" der dunkelste, intensivste und verflochtenste Film bisher. "Es war aber auch der Film, der am meisten Spaß machte", so Radcliffe. Nicht nur weil er die ersten Kussszenen hatte, "auch wenn sie super waren" (Daniel), sondern die ganze Arbeit mit Gary Oldman (Sirius Black) und Imelda Staunton (Dolores Umbridge) machten im riesigen Spaß. Weiterhin ist er ein großer Fan von Regisseur David Yates, was die Arbeit noch mal erleichtert hat.

David Heyman, der Produzent der Harry-Potter-Filme, teilte mit, dass der siebte Harry-Potter-Film wahrscheinlich 2010 gedreht wird. Daniel Radcliffe wird dann 20 Jahre alt sein, demnach stellt sich die Frage, ob er auch noch im siebten Harry-Potter-Abenteuer zu sehen sein wird. "Ich bin mir noch nicht hundertprozentig sicher. Aber wenn ich den sechsten Film drehe, den ich eigentlich machen möchte, dann wäre es ja verrückt, wenn ich den siebten nicht mehr mache."

Denkst Du, dass Harry im letzten Buch sterben wird?

"Ich denke schon. Ich hoffe sogar, muss ich zugeben. Es ist meiner Meinung nach der einzige Weg, den Jo gehen kann, um das alles zu beenden, wenn Harry und Voldemort... Vielleicht kann nur einer sterben, wenn der andere stirbt. Ich bin mir aber nicht sicher. Aber ich freue mich schon darauf, eine Todesszene zu spielen, wenn man mir die Gelegenheit dazu gibt."

"Aber, um ehrlich zu sein, weiß ich nicht wie die Serie enden wird", gibt Daniel zu. Er ist Potter-Fan so wie jeder andere auch. "Jo kam eines Tages an den Drehort und ich fragte sie 'Oh hallo, warum bist du heute hier?' und sie sagte: 'Och, ich brauche einfach nur einmal eine Pause vom Buch – Dumbledore macht mir im Moment ziemliche Schwierigkeiten.' Ich fragte: 'Ist er nicht tot?' Und sie entgegnete: 'Ja, das ist er, aber es ist viel komplizierter.' Daraufhin meinte ich: 'Okay, ich werde nicht weiter fragen.'"

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