HBP: "Spielerischer, magischer und emotionaler"

Guardian-Artikel:

"Ich habe den falschen Text gesagt." Sie [Emma Watson] sieht mit gerunzelter Stirn ihr Skript an. "Können wir das klären?" Sie schaut vom Astronomieturm zu Regisseur David Yates hinunter. Er führt sie sanft durch die Szene, in der ihre Figur, Hermine, mit Harry Potter über Voldemorts Seele spricht. Harry schaut sehr ernst aus. "Ich komme nicht zurück, Hermine, … ich muss beenden, was Dumbledore begonnen hat." Die Dreharbeiten werden wieder unterbrochen. Watson konzentriert sich auf das Skript. Yates und Daniel Radcliffe diskutieren Harrys Geistesverfassung […] Yates spricht sie [die Szene] mit ihm durch. "Harry ist im Moment an einem kalten, dunklen Punkt angelangt, aber ich wäre vorsichtig wegen der Melancholie … du musst sicherstellen, dass Harry nicht schwermütig, sondern flüssiger und freier ist."

David Yates spricht über seine jungen Schauspieler, vor allem über Frank Dillane, der den Teenager-Tom Riddle spielt:

"Ich hatte bei James und Anamaria ein merkwürdiges Gefühl und ich hatte das auch bei Frank. Er ist einfach was Besonderes." Yates denkt, dass die besten Performances zustande kommen, wenn sich die Schauspieler sicher fühlen. "Man bekommt keine guten Performances, wenn man die Darsteller wie Puppen behandelt. Und Schauspieler vertrauen mir im Allgemeinen."

"Weil die Kids älter werden, macht es mehr Spaß, in ihrer Nähe zu sein. Sie verwundern uns ständig. Angesichts der Tatsache, dass sie sich im Zentrum dieses außergewöhnlich populär-kulturellen Geschehnisses befinden, sind sie wirklich zentriert, besonnen, klug, lustig. Sie sind wirklich fabelhaft."

Bonnie Wright sagt mit einer "Trag-es-mit-Fassung"-Einstellung wie peinlich es war, Co-Star Dan im sechsten Film zu küssen: "hab einfach weitergemacht". Tom Felton bemerkt, dass die Serie zu Ende geht und schwört "eine Menge Fotos zu machen und sicherzustellen, mit allen in Kontakt zu bleiben …"

Dan, der zu der Zeit Nachtaufnahmen für den "Halbblutprinz" machte, erklärt, wie ihn das ein wenig aus dem Gleichgewicht gebracht habe:
"Um ca. 3 Uhr früh., das ist die verrückte "Lach-über-alles"-Stunde. Da werde ich zu einem Stand-up-Comedian, denn selbst der unlustigste Spaß wird seine Lacher bekommen."

Als er gefragt wird, ob er immer noch von "Harry Potter" träumt, sagt Dan:
"Ich habe wahrscheinlich von ihm geträumt, als ich jünger war, aber jetzt ist mein normalster Traum, von einem Gebäude auf Trampoline zu fallen, was großen Spaß macht. Ich hatte einen immer wiederkehrenden Traum, in dem ich Leute umbrachte und umgebracht wurde. Ich weiß nicht, was mein Unterbewusstsein mir sagen will…"

Dan nimmt den Halbblutprinz heraus und beschreibt, wie er sich von seinen Vorgängern unterscheidet:
"Der Halbblutprinz ist lustiger als die vorigen Bücher, was mir freie Hand gab, etwas dümmer zu sein. Aber eigentlich mache ich lieber die leicht düsterere Seite der Sache. Ich fühle mich nicht ganz so wohl, wenn ich komisch bin. Eine von David Yates' Aufgaben in diesem Film ist es, mich erkennen zu lassen, dass es nicht immer um die Düsterkeit einer Szene geht; ich habe in meinem Kopf, dass die Düsterkeit eines Charakters gleichbedeutend ist mit Glaubwürdigkeit und natürlich ist das nicht der Fall."

David Yates kommentiert das komödiantische Talent seines jungen Hauptdarstellers, das für den auf eine Weise leicht unbeschwerten sechsten Film wichtig ist:
"Dan hat einen sehr trockenen Sinn für Humor, also ist er eigentlich sehr gut in einer leichten Komödie. Der Halbblutprinz ist viel heiterer als der Orden des Phönix; er hat sehr viel mehr von einer romantischen Komödie."

David geht weiterhin darüber ins Detail, wie der Halbblutprinz mehr eine romantische Komödie mit einigen düsteren Elementen sei:
"Ja, absolut! Es ist eine Art romantische Komödie. Es ist wirklich ein entzückender Blick auf die sexuelle Politik von Teenagern. Es mag mir einer apokalyptischen Schlacht der Toten enden, aber es beginnt als eine romantische Komödie. Ich glaube, das Publikum muss fühlen, dass es nicht jedes Mal dieselbe Erfahrung machen wird." Ob er Spaß daran habe, bei den Potters Regie zu führen? "Oh Gott, ja. Ich habe zuviel … ich habe eine Menge Spaß. Und dieser Film wird von der Stimmung her ein anderes Gefühl vermitteln. Er wird spielerischer, magischer und emotionaler sein. Wir sind sehr begeistert von diesem Film. Wir fühlen uns, als ob wir uns wieder vorwärtsbewegen würden."

Jim Broadbent, für den der Halblutprinz sein erster Auftritt in der Potter-Serie war, ist erleichtert darüber, dass seine jungen Co-Stars bodenständig und gutmütig sind:
"Es war eine besondere Sache, ein Teil davon zu sein. Die Hauptsets scheinen so dauerhaft zu sein, weil sie seit Anbeginn dort sind, was bedeutet, dass man sehr leicht in die Welt von Hogwarts hineingezogen wird. Es war ziemlich einschüchternd, auf dem Set mit all diesen jungen Schauspielern aufzutauchen; es hätte so leicht ein Alptraum sein können, wenn man bedenkt, dass die fünf Filme so ein riesiger Erfolg waren. Aber die Kinder stellten sich als fantastisch heraus. Es gab kein görenhaftes Benehmen oder ein Star- oder Fame-Academy-Gehabe; sie machen es einfach."

Yates zufolge gab die Tatsache, dass der Kameramann Bruno Delbonnel für den Halbblutprinzen ausgewählt wurde, der Geschichte ein reiferes und kunstvolles Gefühl.

"Den einzigen größeren Streit, den wir hatten, seit ich an Bord gekommen bin, war der bezüglich des Looks dieses Films. Wir hatten eine relativ große Verhandlung über seinen Look. Bruno Delbonnel, der auch bei "Amelie" Kameramann war, machte, dass er - durch die Verwendung all dieser einfärbigen Tönungen - sehr unterschiedlich und anders aussah als die vorigen Filme. Das studio wollte, dass wir mehr Farbe hinzufügen und wir gehorchten. Und eigentlich ist es nicht weniger künstlerisch mit der neuen Qualität; es schaut schöner aus, einladender. Wenn man 28.000 Kopien um die Welt schickt, zu weiß Gott wie vielen Kulturen, braucht man eine Show, die einen hineinzieht."

ScarPotter Bericht:

Da "Harry Potter und der Halbblut-Prinz" [bald] anläuft, stellt Yates fest: "Es ist eine sehr angespannte Zeit in der Zauberer-Welt, da Lord Voldemort aus seinem Versteck zurückgekehrt ist."

Gestärkt durch die Rückkehr des dunklen Lords attackieren die Todesser offen und nach Belieben und selbst die Muggel-Welt ist nicht sicher vor ihrer Schreckensherrschaft. Als unheilvolle Wolken über London wirbeln, sehen Menschen hinauf und fühlen eine unbekannte Gefahr. Plötzlich schießen drei Todesser aus den Wolken und fliegen durch die Stadt; als Folge hinterlassen sie einen Pfad der Zerstörung. Nicht sichtbar mit bloßem Auge winden sie sich um die Londoner Millenium Bridge, bewirken, dass sie nachgibt, schließlich einbricht und Fußgänger um ihr Leben rennen.

Heyman berichtet: "Die Anarchie, verursacht durch Voldemorts Anhänger, die begonnen hat an der Zauberer-Welt zu zehren, überträgt sich nun auf die Muggel-Welt."

Wir sehen Harry in einem Café in einer Bahnstation: das eine Auge auf den Artikel des Tagespropheten gerichtet, der von dem Anschlag auf die Brücke berichtet, das andere auf der hübschen Kellnerin, die keine Überredungskünste braucht, um ihm zu sagen, wann ihre Schicht endet. Aber bevor Harry seine Verabredung wahr machen kann, erscheint Professor Dumbledore auf dem Bahnsteig und nimmt ihn – im wahrsten Sinne des Wortes – mit auf eine geheimnisvolle Mission.

Barron bemerkt: "Harry hat keine Ahnung, wo sie hingehen oder was Dumbledore von ihm erwartet, wenn sie ankommen. Aber er weiß, wenn Dumbledore ihn bittet etwas zu tun, dass es wichtig sein muss, also stellt Harry keine Fragen, er begleitet ihn einfach."

Michael Gambon, der seine Rolle als ehrwürdiger Professor Dumbledore wieder aufnimmt, merkt an: "In diesem Film geht die Beziehung zwischen Harry und Dumbledore über die eines Schulleiters und Schülers hinaus. So wie Harry von einem Schuljungen zu einem intelligenten jungen Mann herangewachsen ist, so ist auch ihre Beziehung mehr zu einer engen Freundschaft geworden."

Heyman erläutert. "Was wir in diesem Film sehen, ist, dass Dumbledore Harry darauf vorbereitet, die Verantwortung zu übernehmen. Wie wir es bereits in der Vergangenheit gesehen haben, ist er Harry wieder eine Vaterfigur, aber Harry ist nicht mehr das Kind wie am Anfang der Geschichte. Er ist ein junger Mann, also behandelt Dumbledore ihn etwas gleichwertiger. Aber wir sehen immer noch wie Dumbledore ihn leitet und ihm hilft, sich auf die Zukunft vorzubereiten – eine Zukunft, die unausweichlich eine Konfrontation mit Voldemort einschließt."

Angekommen im Dorf Budleigh Babberton bringt Dumbledore Harry zum Haus einer Muggel-Familie, das anscheinend geplündert worden ist. Obwohl das Haus unbewohnt zu sein scheint, dauert es nicht lange, bis Dumbledore einen Eindringling, der sich mitten im Chaos versteckt, entdeckt: Horace Slughorn. Einst ein beliebter Zaubertränkelehrer in Hogwarts, ging Horace Jahre zuvor in Rente und nahm Erinnerungen seiner besten Schüler, unter ihnen ein gewisser Tom Riddle, der ein besonderes Interesse in die Dunklen Künste zeigte, mit sich.

Als Voldemort totgeglaubt war, schienen die Erinnerungen an den Jungen, der er einst war, keine große Bedeutung zu haben. Aber nun, da bewiesen ist, dass Voldemort tatsächlich quicklebendig ist, könnte die Geschichte über die Verwandlung von Tom Riddle zum Dunklen Lord Hinweise zu seiner Macht enthalten. Und Dumbledore ist sich sicher, dass Horace Slughorn sich nur zu gut an Tom Riddle erinnern kann, da Tom einer seiner Ausnahmeschüler war.

Barron erklärt: "Horace ist ein gesellschaftlicher Aufsteiger. Er liebt es, die besten Leute zu kennen und Namen von Berühmtheiten aus ihrer Welt zu erwähnen [die er kennt]. Er hat eine Leidenschaft für seine Arbeit und ist als Zaubertränkemeister unglaublich sachkundig. Er ist erstklassig, aber er ist auch fehlerhaft. Es gibt ein dunkles Geheimnis aus seiner Vergangenheit, das schwer auf ihm lastet. Er hat viel getan, damit dieses Geheimnis niemals enthüllt wird … und so kommt Harry Potter ins Spiel. Harry ist der Köder, damit Slughorn wieder nach Hogwarts zurückkehrt."

Sich im Ruhm badend, der von seinen wertvollsten Schülern abstrahlt, hat Slughorn all ihre Fotos auf einem Regal, auf die er mit Stolz zeigen kann. Und Dumbledore hat keinen Zweifel, dass der berühmte Harry Potter – der Auserwählte – das sogenannte Kronjuwel dieser Sammlung sein würde.
Dennoch gibt Slughorn sein Bestes, um nicht übereifrig zu erscheinen: "Er besteht auf ein größeres Büro und eine erhebliche Gehaltserhöhung," erklärt Broadbent.

Slughorns Ansprüche an ein größeres Büro waren die maßgeblichen Anweisungen für den Produktionsdesigner Stuart Craig und sein Team. "Das war die Anweisung: Gebt ihm ein sehr beachtliches Büro", sagt Craig. "Wir wollten, dass es sehr wohlhabend und dramatisch ist und eine starke architektonische Form hat. Es hat einen großen Kamin und eine herrliche Terrasse mit Blick auf die Berge. Was es am meisten brauchte, war ein Hauch von Theatralik, dem Charakter angemessen."

"Das Set war großartig. Ich bin froh, dass Horace auf ein besseres Büro bestanden hat", lächelt Broadbent. "Es war wundervoll."

Kostümdesigerin Jany Temine hatte Spaß Kleidung für den Charakter, den sie als „einen kleinen Dandy“ bezeichnet, zu kreieren. "Professor Slughorn ist ein ziemlich exzentrischer englischer Gentleman, der guten Wein, gutes Essen, gute Gesellschaft und natürlich gute Kleidung liebt. Wir kleideten ihn in Tweed-Anzüge mit großen Mustern und kleinen Fliegen und er hat außerdem einen reizenden Velour-Anzug, den er bei seiner Weihnachtsparty trägt. Er sieht äußerst erhaben aus. Gleichzeitig hat er eine Weile nicht gearbeitet und seine Kleidung hat schon bessere Tage gesehen, obwohl seine Kleidung also schön ist, hängen trotzdem ein paar Knöpfe usw."

Temine deckt auf, dass sie außerdem etwas hinzugefügt hat, um Broadbent zu helfen, die richten Proportionen zu bekommen. "Wir mussten ihn auspolstern, weil der Charakter rundlicher ist als Jim in der Realität. Als wir ihn bei der ersten Kostümprobe sahen, kam er als Jim Broadbent rein und ging als Professor Slughorn wieder heraus. Es war ein Vergnügen mit ihm zu arbeiten."

"Wir fühlten uns unglaublich privilegiert, dass ein Schauspieler wie Jim Broadbent der Harry Potter Familie beigetreten ist", fügt Heyman hinzu. "Seit dem ersten Film sind wir gesegnet mit einer Besetzung, die unglaubliches Schauspieltalent hat und er ist einer der besten. Er war eine warmherzige und großzügige Persönlichkeit am Set."

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