Über die Maske des Werwolfes und mehr

Nick Dudman über das Make-Up von Fenrir Greyback (Übersetzung von Dantalion)

"Er ist ein Charakter, der mit einer eine großen Menge feinen Haars bedeckt ist", erklärte Dudman.
"In früheren Zeiten, wenn man einen Werwolf dargestellt hat, hat man einfach loses Haar an einem Schauspieler angebracht. Aber heutzutage würde die Kamera das viel zu genau zeigen. Und außerdem ist das eine derart grobe Technik, dass es jeden Tag anders aussehen würde.

Was wir gemacht haben, ist, feines Ziegenhaar in die Make-up-Teile einzuarbeiten und sie vorher zu kolorieren. Wenn wir dann das Make-up anbringen, dann dauert es nicht so lange. Weil das Haar hineingedrückt ist, brauchen wir keinen Kleber, und deshalb sind dann die Bewegungen freier. Der Grund dafür, dass wir Fell verwenden, ist, weil diese Haare nach oben hin spitz zulaufen / sich verjüngen, und weil die Haare sehr fein sind. Wenn man Menschenhaar verwenden würde, oder Yak-Haar, oder irgendwelches anderes Haar, dann ist es an beiden Enden gleich lang, weil es ja abgeschnitten wurde, und es wirkt auch rauer. Fell dagegen liegt angenehm nahe an der Haut an.

Der Grund dafür, warum wir das Make-up (einschließlich der Ohren) in sieben Teilen angelegt haben, ist, dass es sehr schwierig wäre, das Silikon an den richtigen Stellen zu fixieren und exakt festzukleben, wenn es nur zwei Teile wären. Deshalb wählt man [für das jeweilige Make-up-Stück] die Größe so aus, dass man es gut anpassen kann, und dies in einem Zeitrahmen, durch den das Make-up wirklich sehr praktisch zu verarbeiten ist."

Weil derart viel Arbeit in Greyback gesteckt wird, ist Dudman zu Recht sehr zufrieden darüber, wie der Charakter [Greyback] geworden ist.

"Ich denke, er ist in diesem Film das Vorzeige-Objekt in Sachen Prosthetik-Make-Up", sagte er.
"Und er bietet uns außerdem noch viel Gelegenheit, gleich für den nächsten [Film] zu üben!"


Das Team von 'Industrial Light & Magic' spricht über den "Halbblutprinz" im "Post Magazine" (Übersetzung von reewa)

Tim Alexander, Leiter der Abteilung für Visuelle Effekte bei diesem Film, erörtert, wie sie das Feuer entwarfen:

"Wenn man sich das Feuer ansieht, so ist es in der Tat ziemlich schwer zu sagen, wie tief es ist. Wenn man eine Anzahl Teile aufstapelt, bekommt man schon Dimensionalität hinein, aber man investiert seine Zeit und Energie in die Effekte [den Screen Space], wenn es nötig ist, wie bei den Flammenenden, wo man diese kleinen Zungen sehen will."

Er spricht des Weiteren darüber, wie sie mit Regisseur David Yates zusammenarbeiteten, um dessen Vorstellung von den Inferi zum Leben zu erwecken:

Yates betonte, dass die Inferi nicht wie groteske Zombies aussehen sollten - sondern eher sehr dürr und kränklich und man dagegen Gollum aussehen lassen sollte, als wäre er auf Steroide. Yates hob hervor, dass einem diese Sequenz nicht wie in einem Horrorfilm vorkommen sollte – er wollte, dass die Zuschauer Mitleid mit diesen ausgezehrten, ins Wasser gezwungenen Menschen haben. "Wir erforschten wirklich, wie wir es anstellen sollten, damit sie nicht wie Zombies aussehen", sagt Alexander.

Für diese Figuren musste ILM Gollum und Wesen seiner Art vermeiden, inklusive Zombies der letzten Zeit, wie etwa die in "I Am Legend".
"Man berücksichtigt alle diese Filme, so dass sich jeder bewusst ist, was da draußen ist und was man nicht machen will", sagt Alexander, "und man versucht, sie nicht zu kopieren."

Yates nahm ein paar reale Schauspieler und ließ sie einige der Inferi-Bewegungen darstellen – wie etwa in der Szene, wo sie Harry überwältigen und ihn unter Wasser ziehen – und die ILM–Animatoren ließen dann die untoten Wesen sich in einer sehr methodischen, kriechenden Art fortbewegen. Die Schauspieler kämpften mit Harry und zogen an ihm, aber ILM malte sie anschließend aus und ersetzte sie durch Computergrafik-Inferi.

Marc Chu, Leiter für Animationen bei ILM, wollte so viel Animation wie möglich hinein nehmen – die Aufnahmen mit bis zu 100 Inferi sind tatsächlich alle mit Schlüsselbildanimation [Anm.Ü.: Keyframes: Anfertigung der groben Bewegungssequenzen] erstellt und von den Animatoren ausgeführt. "Sobald wir unter Wasser waren und es mit Tausenden von ihnen zu tun bekamen, griffen wir zur Methode der Teil-Sprüh-Behandlung", sagt Alexander.

Tatsächlich ist alles in der Höhlenszene computeranimiert – sogar die Flüssigkeit, die Dumbledore trinken muss, um an den Horkrux zu gelangen.

ILM hat eine komplette Computergrafik–Umgebung geschaffen, in der die Kamera überall hinfahren kann und es immer noch wie in einer Quarz-Höhle aussieht. Nur allein für die Szenerie mit dem kristallenen Hintergrund brauchte man sieben bis acht Wochen. Die kristallene Oberfläche reflektiert Dumbledores Feuer genauso wie die Figuren in Aktion und ihre Durchsichtigkeit erlaubt uns, einen Blick auf das Geschehen durch die Kristalle zu erhaschen.

Robert Weaver ist ein Veteran bei ILM. Er ist technischer Direktor und Leiter für die Ablauffolge und wurde kürzlich dem Projektmanager im Bereich Visuelle Effekte angegliedert. Er spricht darüber, wie sie das Wasser in die Handlungsszene hineinmischten:

"Der See beginnt zu kochen", sagt Weaver. "Wir mussten das Aussehen von kochendem Wasser erschaffen und die Inferi erschienen nur gebrochen durch die Blasen hindurch. Auch das Feuer bricht durch die Wasseroberfläche und erzeugt eine Menge Blasen."

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