Dieses Wochenende lief in Chicago eine Testvorführung der vierten Harry-Potter-Verfilmung, "Harry Potter und der Feuerkelch". In Testvorführungen bekommt das Publikum einen noch lange nicht fertiggestellten Film zu sehen, von dem es zumeist nicht weiß, welcher es sein wird. Anhand der Reaktionen der Zuschauer können die Produzenten erkennen, wo im Film noch Änderungen vorgenommen werden müssen.
Eine erste Kritik zur Testvorführung von "Harry Potter und der Feuerkelch" ist jetzt in einem englischsprachigen Forum aufgetaucht. Sie sagt zwar nicht wirklich viel aus, ist aber trotzdem interessant zu lesen. Wenn du die Übersetzung davon lesen möchtest, klicke unten auf "Weiterlesen".
Hier nun die Übersetzung der Kritik:
Ich komme gerade zurück von einer Testvorführung und ich denke, sie war sehr gut! Ich finde den dritten Film noch immer am besten, aber dieser war beinahe genauso gut und definitiv besser als die ersten beiden (die ich aber auch in Ordnung fand). Ich habe außer dem ersten kein Buch gelesen, habe also keine Vorstellung davon, ob der Film dicht am Buch ist oder ob die Fans ihn hassen werden.
Uns wurde nicht gesagt, welchen Film wir sehen würden, als wir die Tickets kauften, auf denen Folgendes stand: Dies ist ein neuer Familienfilm von einem großen Hollywood-Studio und wird vorraussichtlich irgendwann später dieses Jahr in die Kinos kommen.
Die Filmmusik war vorläufig, aber ich finde, sie hat gut gepasst. Ich habe keine Ahnung, wo sie die hergenommen haben, aber es tauchen bestimmt noch Leute auf, die das wissen. Die Spezialeffekte waren noch nicht im Ansatz fertig und ich fand es beeindruckend zu sehen, womit im wesentlichen gedreht wird, mit vielen Szenen vor einem Green-Screen, vielen Effekten im Drahtgittermodell und grünen Punkten auf den Gesichtern der Darsteller und Flugszenen, bei denen die Drähte noch nicht digital entfernt wurden.
Ohne das Buch gelesen zu haben und ohne eine Ahnung von der Handlung, konnte ich dem Film ziemlich gut folgen. Er hat mich dazu gebracht, jetzt das Buch lesen zu wollen, um mehr Details zu erfahren. Die Erzählgeschwindigkeit war gut, die schauspielerischen Leistungen waren gut, und die 14-Jährige in mir ist nun fürchterlich in Ron verknallt, den ich viel süßer finde als Harry. Hermine hatte dieses Mal nicht so viel zu tun, was meine einzige Enttäuschung war. Ich habe nicht auf die Uhr geschaut, habe also auch keine Ahnung, wie lang der Film war, aber es waren definitiv über zwei Stunden. Es hätte ruhig noch viel länger so weitergehen können, denn ich finde diese Welt interessant. Ich schätze, ich sollte wirklich die Bücher lesen.
Neben mir saß ein Mädchen, das nicht bloß keines der Bücher gelesen sondern auch keinen der Filme gesehen hatte und sie schien nicht allzu beeindruckt. Andererseits ist sie nach zwanzig Minuten aus dem ersten Herr-der-Ringe-Film rausgelaufen, weil sie die Bücher gelesen hatte und sich die Charaktere nicht ihren Vorstellungen entsprechend aussahen. Äh, ok, wir brauchten nicht mehr viel zu reden, nachdem sie das gesagt hatte.
Im Folgenden beschreibt sie das Ende des Films. Da sie sich im Harry-Potter-Universum nicht auskennt, weiß sie die meisten Namen nicht. Darum liest sich der letzte Absatz etwas konfus.
Harry, ein großer, Russisch ausschauender Kerl, ein Mädchen von einer anderen Schule und ein anderer aus Hogwarts waren im dritten Teil des Zauberer-Turniers. Das bestand daraus, einen Preis (ein gläsernes Kelch-mäßiges Ding, ich hab vergessen, wie es hieß) in einem Labyrinth zu finden. Harry rettet das Leben des anderen Hogwarts-Schülers und zusammen greifen sie nach dem Kelch, der sich zu einem Friedhof tranportiert. Der rattenähnliche Kerl aus dem letzten Film war da und hielt ein Ding, das aussah, wie ein schrumpeliges Baby. Er schnitt sich seinen eigenen Arm ab und nahm Blut von Harrys Arm und mischte sie zusammen mit ein paar anderen Sachen, ließ das babyähnliche Ding hineinsinken und heraus kam Voldemort (diese Effekte waren noch nicht fertig). Voldemort und Harry geraten in einen Zauberstabkampf. Seine Eltern erscheinen und helfen ihm, zu verschwinden. Er schnappt sich das Kind, das von Voldemort getötet wurde, und berührt den Kelch, dann erscheinen sie wieder vor der Schule, wo allemann auf sie wartet. Harry wird hinfortgenommen von Brendan Gleeson, von dem sich herausstellt, dass er nicht Brendan Gleeson ist sondern eines Kerls Sohn, der Voldemort hilft (Gleeson wird in einer Folge von Koffern gefangen gehalten). Snape und nicht-Richard-Harris und Miss Brodie erscheinen genau rechtzeitig, um nicht-Brendan-Gleeson davon abzuhalten, Harry zu töten. Hermine erzählt Ron, dass er sie einfach nächstes Mal um einen Tanz bitten soll, ok?