Nachdem am letzten Wochenende Emerson Spartz von MuggleNet und Melissa Anelli von The Leaky Cauldron die Chance hatten, Joanne K. Rowling zu interviewen (wir berichteten), wurde nun der dritte und letzte Teil dieses Interviews veröffentlicht. Wie auch den ersten und den zweiten Teil haben wir natürlich auch den dritten Teil, der gleichzeitig der längste ist, schnellstmöglich für dich übersetzt.
Wenn du den dritten Teil des Interviews mit JKR auf deutsch lesen möchtest, dann klicke unten auf "Weiterlesen". Natürlich ist auch dieser Teil des Interviews voll von Spoilern, da es nach dem Erscheinen von "Harry Potter and the Half-Blood Prince" geführt wurde. Wenn du das sechste Harry-Potter-Buch also erst auf Deutsch lesen und nicht vorab wissen möchtest, was darin passiert, solltest du nicht weiterlesen.
Emerson Spartz (ES): Ich denke, diese Frage wird in Buch sechs beantwortet: Spiegeln die Erinnerungen, die in einem Denkarium aufbewahrt werden, die Realität wider oder die Sichtweise der Personen, zu der sie gehören?
Joanne K. Rowling (JKR): Es ist die Realität. Es ist wichtig, dass dies so ist, denn Slughorn gab Dumbledore diese pathetische Ausschneiden-und-Einfügen-Erinnerung. Er wollte die reale nicht hergeben und hat sie sehr offensichtlich ausgeflickt und zusammengeschustert. Das, woran man sich erinnert, ist also korrekt im Denkarium.
ES: Damit lag ich vollkommen falsch.
JKR: Ehrlich?
ES: Ich war mir sicher, dass es die eigene Interpretation wäre. Es ergab für mich keinen Sinn, in der Lage zu sein, die eigenen Gedanken aus unabhängiger Perspektive begutachten zu können. Es fühlt sich beinahe so an, als würde man betrügen, denn man wäre immer in der Lage, sich Sachen aus einer anderen Perspektive anzusehen.
Melissa Anelli (MA): Es gibt also Dinge im Denkarium, die man selbst nicht bemerkt hat, sie dann aber nachsehen gehen kann?
JKR: Ja, und das ist die Magie des Denkariums, das ist es, was es zum Leben erweckt.
ES: Ich will so eins!
JKR: Ja. Anstonsten wäre es wirklich bloß wie ein Tagebuch, oder? Beschränkt auf das, woran du dich erinnerst. Aber das Denkarium bildet den Moment für dich nach. Also kannst du in deine eigene Erinnerung gehen und Dinge wieder erleben, die dir damals nicht aufgefallen waren. Es ist irgendwo in deinem Kopf, da bin ich mir sicher, in allen unseren Gehirnen. Ich bin sicher, wenn du darauf zugreifen könntest, wären Dinge darin, von denen du gar nicht wusstest, dass du dich noch daran erinnerst.
ES: Dann zu der Frage über Grindelwald, auf die Sie sicherlich gewartet haben, dass wir sie stellen.
JKR: Mm-hmm.
ES: Offensichtlich –
JKR: Komm schon, erinner mich: Ist er tot?
ES: Ja, ist er tot?
JKR: Ja, das ist er.
ES: Ist er wichtig?
JKR: [bedauernd] Ohhh…
ES: Sie müssen nicht antworten, aber können Sie uns ein paar Hintergrundinformationen über ihn geben?
JKR: Ich werde euch so viel erzählen, wie ich demjenigen erzählt habe, der mich das vorhin schon gefragt hat. Kennt ihr Owen, der den Wettbewerb gewonnen hat, mich interviewen zu dürfen? Er hat mich nach Grindelwald gefragt. Er sagte: Ist es Zufall, dass er 1945 gestorben ist?, und ich sagte: Nein. Es macht mir Spaß, Anspielungen auf Dinge zu machen, die in der Muggelwelt passiert sind, also hatte ich das Gefühl, dass während eines globalen Muggelkrieges auch ein globaler Zaubererkrieg stattfindet.
ES: Gibt es eine Verbindung von ihm zu –
JKR: Zu dem Thema gebe ich keinen Kommentar.
[Gelächter]
MA: Fördern sie sich gegenseitig, die Muggel- und die Zaubererkriege?
JKR: Ja, ich denke schon. Ja. Mm.
MA: Sie sind sehr still geworden.
[Alle lachen, JKR am verrücktesten.]
MA: Wir mögen es, wenn Sie sehr still werden, es bedeutet –
ES: Sie verbergen offensichtlich etwas.
MA: Sollte es eine geben, woraus besteht die Bedeutung der Kaugummi-Einwickelpapiere, die Mrs Longbottom Neville gibt?
ES: Schnell, sag was du denkst, bevor sie antwortet –
MA: Ich denke, sie sind das traurige Zeichen einer verrückten Frau.
JKR: Das wurde ich auch heute morgen auch schon gefragt. Die Idee ist eine der wenigen, die von realen Ereignissen inspiriert sind. Mir wurde von jemandem, den ich kenne, eine, wie ich finde sehr traurige, Geschichte erzählt über seine gealterte Mutter, die an Alzheimer litt und in einer geschlossenen Station war. Sie war sehr ernsthaft dement und erkannte ihren Sohn nicht mehr, aber er ging sie treu zweimal wöchentlich besuchen und brachte ihr Süßigkeiten mit. Das war ihre Verbindung; sie hatte eine Schwäche für Süßigkeiten, sie erkannte ihn als den Süßigkeiten-Bringer. Das war für mich sehr ergreifend. Also habe ich die Geschichte ausgeschmückt. Neville gibt seiner Mutter, was sie möchte, und (es macht mich traurig, daran zu denken) sie möchte ihm etwas zurückgeben. Aber was sie ihm zurückgibt, ist im Wesentlichen wertlos. Aber er nimmt es trotzdem als etwas Wertvolles an, weil sie versucht zu geben. Also bedeuetet es etwas auf emotionaler Ebene.
Aber die Theorien über die Einwickelpapiere sind wirklich weit weg.
ES: Können Sie ihnen nicht vorwerfen.
JKR: Ich meine, sie versucht nicht, ihm geheime Nachrichten zu geben.
MA: Sie ist nicht wirklich bei Verstand –
JKR: Nein. Du hast Recht. Aber das ist ein klassisches Beispiel von: Lasst uns die Gedanken einfach stilllegen, denn sie führen wirklich nirgendwo Interessantes hin, selbst wenn sie falsch sind.
MA: Es ist vermutlich einer der bewegendsten Momente in den Büchern.
JKR: Ich denke, er ist wichtig als ein Charakter-Moment.
MA: Wie und wann wurde der Schleier geschaffen?
JKR: Der Schleier war solange da, wie das Zaubereiministerium da war, und das Zaubereiminsterium war nicht so lange da wie Hogwarts, aber eine lange Zeit. Wir reden über hunderte von Jahren. Es ist nicht besonders wichtig, zu wissen, wann genau, es sind aber definitiv Jahrhunderte.
MA: Wurde er als Exekutions-Kammer benutzt oder nur zum Studieren?
JKR: Nein, nur zum Studieren. In der Mysteriumsabteilung geht es nur ums Studieren. Sie studieren das Gehirn, das Universum, Tod …
MA: Werden wir zu dem Raum zurückkehren, dem verschlossenen Raum?
JKR: Kein Kommentar.
ES: Dumbledore ist unerreicht in seinem Wissen von Magie –
JKR: Mm-hmm.
ES: Wo hat er das alles gelernt?
JKR: Ich sehe ihn hauptsächlich als jemanden, der sich Sachen selbst beibringt. Wie auch immer, er hatte in Hogwarts Zugriff auf hervorragende Lehrer, also wurde er auf dieselbe Art ausgebildet wie jeder andere. Dumbledores Familie wäre ein rentables Thema zur Nachforschung. Rentabler als Einwickelpapiere.
MA: Seine Familie?
JKR: Famile, ja.
MA: Sollten wir über etwas mehr sprechen?
JKR: Nein, aber ihr könnt das. [lacht]
MA: Wie ist es mit Harrys Familie? Seine Großeltern – wurden sie getötet?
JKR: Nein. Dies bringt uns in banaleres Territorium. Als Schriftstellerin war es für mich interessanter, auf die Handlung bezogen, wenn Harry vollkommen allein wäre. Also habe ich ziemlich rücksichtslos seine gesamte Familie, außer Tante Petunia, entfernt. Ich meine, James und Lily sind natürlich äußerst wichtig für die Geschichte, aber seine Großeltern? Nein. Und, weil ich Hintergründe mag: Petunia und Lilys Eltern – normaler Muggel-Tod. James Eltern waren ältlich, nicht mehr die Jüngsten, als er geboren wurde, was das verhätschelte Einzelkind erklärt: Bekamen ihn spät im Leben als einen besonderen Schatz, wie es so oft passiert, denke ich. Sie waren in Zaubererbegriffen alt und starben. Sie erlagen einer Zaubererkrankheit. So weit geht es. Es gibt nichts Ernstes oder Unheimlich bei ihren Toden. Ich musste sie einfach aus dem Weg haben, also habe ich sie umgebracht.
MA: Das beendet die Erbe-von-Gryffindor-Theorie dann auch.
JKR: [Pause] Ja. Nun … ja.
MA: Eine andere Theorie beißt ins Gras.
[Gelächter]
JKR: Nun, bitteschön. Schaut, ich weiß dass Half-Blood Prince nicht jeden entzücken wird, denn es beendet einige Theorien. Ich meine, wenn es das nicht täte, hätte ich meinen Job nicht richtig gemacht. Ein paar Leute werden es nicht besonders mögen und einige Leute werden den Tod nicht sehr mögen, aber es war immer so geplant.
Wir wissen noch immer nicht, ob es dort eine echte undichte Stelle gab oder ob es Spekulation war, die zufällig treffend war.
ES: Bei diesem Buch?
MA: Erinnerst du dich an die Wetten?
ES: Oh, ja –
JKR: Ja, der Wahlbetrug. Nun, wir liegen jetzt bei Fünfzig-Fünfzig. Falls ihr euch erinnert, bei Phönix wurde auf Cho Chang gewettet und es war genau dieselbe Sache. Plötzlich bot jemand 10.000 Pfund darauf, dass Cho Chang stirbt, und man würde nicht denken, dass jemand so viel Geld verschwenden würde. Also denken wir, dass sie dachten, sie hätten Insider-Informationen. Bei Dumbledore wissen wir es immer noch nicht. Gab es eine undichte Stelle oder hat jemand einfach richtig geraten?
ES: Ich erinnere mich, eine Umfrage auf MuggleNet erstellt zu haben, in der ich gefragt habe, ob man denke, dass er sterben wird.
JKR: Und was war das Ergebnis? Das ist wirklich interessant.
ES: Die Mehrheit dachte, dass er in Buch sechs sterben würde – Buch sechs oder sieben. Die meisten dachten, es würde in Buch sieben passieren.
JKR: Wirklich. Ja.
ES: Es war vermutlich 65 zu 35, aber definitiv dachten die meisten, dass er sterben würde.
JKR: Ja, nun, ich denke, wenn ihr einen Schritt zurückgeht … in dem Genre, in dem ich schreibe, muss der Held es beinahe immer alleine schaffen. So ist es, das wissen wir alle, also ist die Frage, wie und wann, nicht wahr, wenn man etwas über die Konstruktion dieser Art von Geschichten weiß.
ES: Der weise alte Zauberer mit dem Bart stirbt immer.
JKR: Nun, das ist im Grunde, was ich sage, ja.
[Gelächter]
MA: Das ist interessant, denn der Moment … ich denke, wir haben alle irgendwie gefühlt, dass er sterben würde, sowie er begonnen hat, diese großen Brocken Weisheit weiterzugeben.
JKR: Mm.
MA: Und in dem Moment, als Harry sagte: Ich erkenne es und meine Eltern haben es erkannt und hier geht es um diese Wahl, haben wir angehalten und gesagt: In Ordnung, lasst uns den Anschluss nicht verlieren und darüber sprechen, denn a) stirbt Dumbledore und b) ist dies das Kennzeichen dafür, dass wir dem Ende entgegen jagen. Ich habe das Gefühl, das war ein ausschlaggebender Moment für die gesamte Reihe. Würden Sie da zustimmen?
JKR: Ja, definitiv, denn ich denke, es gibt einen Unterschied zwischen dem Moment in Kammer des Schreckens, als Dumbledore so berüchtigt sagt: Viel mehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, Harry, die zeigen, wer wir wirklich sind, und dem, als Dumbledore in seinem Büro sitzt und zu Harry sagt: Die Prophezeiung ist nur bedeutsam, weil du und Voldemort euch entschieden habt, sie dazu zu machen. Wenn ihr beide entschieden hättet, voreinander wegzugehen, könntet ihr beide leben! Das ist die Aussage. Wenn sie beide entschieden hätten: Wir spielen da nicht mit!, und weggegangen wären … aber das wird nicht passieren, denn soweit es Voldemort betrifft, ist Harry eine Bedrohung. Sie müssen einander treffen.
ES: Ich erinnere mich beim Lesen von Orden des Phönix gedacht zu haben, was passieren würde, wenn Harry und Voldemort sich entscheiden würden –
JKR: Hände zu schütteln und wegzugehen? Wir werden darin übereinkomen, dass wir darin nicht übereinkommen.
[Gelächter]
ES: Was, wenn er die Prophezeiung nie gehört hätte?
JKR: Und das ist es, nicht wahr? Wie ich sagte, dass ist, was ich auf meiner Site geschrieben habe –
ES: Ich bin froh, dass sie das getan haben.
JKR: Es ist die Macbeth-Idee. Ich vergöttere Macbeth. Es ist vielleicht mein liebstes Shakespeare-Stück. Und das ist die Frage, nicht wahr? Hätte Macbeth die Hexen nicht getroffen, hätte sie Duncan dann umgebracht? Wäre irgendetwas davon passiert? War es Schicksal oder hat er es geschehen gemacht? Ich glaube, er hat es geschehen gemacht.
MA: Wenn alle einfach Hände schütteln und eine Runde Golf spielen würden, wäre alles in Ordnung.
[Gelächter]
MA: Es gibt viele starke Loyalitäts- und Tapferkeits-Angelegenheiten, die wirklich mit der Selbstopferung verbunden sind. Insbesondere in Buch drei: Du hättest sterben sollen, anstatt deine Freunde zu betrügen. Und dann gibt es durchweg Tonnen davon. Das ist eine ziemlich heftige Botschaft an einen 8- oder 10-Jährigen, der das Buch liest, zu sagen, dass wir für unsere Freunde sterben sollten.
JKR: Offensichtlich stelle ich mir das im Zusammenhang mit einer sehr stark geladenen Situation vor. Gott bewahre – ich hoffe, im Allgemeinen Lauf der Dinge wird ein 8-Jähriger nicht für irgendjemanden sterben müssen, aber wir reden hier von einem ausgewachsenen Mann, der sich, wie ich es betrachte, in einer Kriegssituation befand. Dies war eine vollkommene Kriegssituation. Ich denke, die wahre Frage an euch Leser ist: Denkt ihr, dass Sirius gestorben wäre? Denn Sirius sagt das.
ES: Oh, absolut.
MA: Ja.
JKR: Richtig, nun, das habe ich auch geglaubt. Sirius hätte es getan. Er, mit all seinen Fehlern und Makeln, er hat schließlich diesen tiefgründigen Sinn für Ehre und er wäre eher ehrenvoll gestorben, wie er es gesehen hätte, als mit der Schmach und der Schande leben zu müssen, zu wissen, dass er diese drei Leute in den Tod geschickt hat, diese drei Leute, die er mehr als alle andern geliebt hat, denn wie Harry ist er eine verdrängte Person ohne Familie.
Ihr habt Recht, es ist eine heftige Botschaft, aber schließlich schreibe ich über das Böse und ich habe es zuvor gesagt, denke ich, dass ich überrascht bin, wenn Leute manchmal zu mir sagen: Oh, wissen Sie, die Bücher werden so finster. Ich denke: Nun, welcher Teil von Stein der Weisen, denken Sie, war leicht und flauschig? Wisst ihr, da gibt es diese Unschuld. Harry ist sehr jung, als er zur Schule kommt, aber das Buch beginnt mit einem Doppelmord. Die Möglichkeit des Todes, denke ich, ist durchgehend präsent in Stein der Weisen und ich finde, dass es einige grausige Bilder in Stein der Weisen gibt. Ich denke, das erste Buch beinhaltet mehr grausige Bilder als das zweite, abgesehen von der Riesenschlange, denn die verhüllte Gestalt, die Einhornblut trinkt, ist verdammt gruselig. Es war für mich damals, als ich daran gedacht habe, und wirklich jetzt noch, all die Jahre später, wenn ich an den Hinterkopf denke, dass ich denke, dass das eines der aufwühlendsten Bilder im ganzen Buch ist. Das ganze Buch – ich nenne es ein großes Buch, die gesamte Reihe.
Also ja, es ist heftig, da stimme ich euch zu, aber ich würde sagen, es war die ganze Zeit schon ziemlich heftig. Es gibt viele Dinge darin, die aufwühlend sind, und das absichtlich, aber ich denke wirklich nicht, dass ich jemals die Grenze zum Schockieren um des Schockierens Willen überschritten habe. Ich habe das Gefühl, dass ich jedes kleine Stück morbider Symbolik in diesen Büchern rechtfertigen könnte. Das eine, bei dem ich mich gefragt habe, ob ich es damit an den Editoren vorbei schaffen würde, war der physische Zustand Voldemorts, bevor er in den Kessel stieg, erinnert ihr euch? Er war gewissermaßen fötal. Ich spürte einen beinahe abgrundtiefen Ekel für das, was ich erschaffen hatte, aber es gibt einen Grund, wieso es da drin war, und das werdet ihr sehen. Und ich habe das mit meiner Editorin besprochen und sie war damit einverstanden. Sie war sogar aufgewühlter von der Idee des aufreißenden Grabes. Ich denke, das ist der Gedanke der Schändigung, nicht wahr? Es gibt dort wirklich nichts zu sehen, aber trotzdem ist es der Bruch eines Tabus.
MA: Welche Farbe haben Rons Augen?
JKR: Rons Augen sind blau. Hab ich das nie gesagt? [bedeckt ihre Augen]
MA: Da waren einige verrückt nach, das zu erfahren.
JKR: Blau. Harrys grün, Rons blau, Hermines sind braun.
MA: Was ist Rons Patronus?
JKR: Rons Patronus? Hab ich das auch nie gesagt? Oh nein, das ist schockierend! [Gelächter] Rons Patronus ist ein kleiner Hund, wie ein Jack Russell, und das ist eine wirklich sentimentale Wahl, denn wir haben einen Jack Russell. Er ist verrückt.
MA: Das ist keine kurze Frage, aber ich möchtete sie Ihnen wirklich stellen. Bei all dem Ruhm und Reichtum, den sie angesammelt haben, wie behalten Sie ihre Kinder auf dem Boden und normal und in der realen Welt verwurzelt?
JKR: Das ist die höchste Priorität im Leben. Ich denke und ich hoffe, dass wir ein ziemlich normales Leben führen, glaubt es oder nicht. Surreale Dinge passieren, wenn ich aus meinem Haus gehe und in ein beleuchtetes Schloss und so weiter, aber das beeinflusst sie wirklich nur sehr wenig. Ich denke, so sehr man es kann, führen wir ein normales Leben. Wir gehen einkaufen wie alle andern, wie spazieren durch die Stadt wie alle andern. So fühle ich das jedenfalls. Ich denke auch, dass es wichtig ist, dass alle drei Kinder aufwachsen und sowohl Neil als auch mich arbeiten sehen. Es gibt keine Pläne, dass einer von uns zu arbeiten aufhört, wir unsere Füße hochlegen und um die Welt segeln oder sowas, so angenehm das manchmal sein würde und erscheint. Wir arbeiten weiter und ich denke, dass ist ein ziemlich gutes Beispiel für jedermanns Kinder, dass, egal wie viel Geld man hat, Selbstwert in Wahrheit darin liegt, herauszufinden, was man am besten kann. Das ist es, wenn man seinen passenden Job macht, nicht wahr?
MA: Ja. Haben sie die beiden fehlenden Gryffindor-Schüler gefunden?
JKR: [bedeckt ihre Augen] Ohh! [Frustriert] Ich wollte das für euch raussuchen, tut mir leid, dass ich es nicht gemacht habe. Ich werde es auf meiner Site bringen.
MA: Hat Ginny Harry die Valentintagskarte geschicht?
JKR: Ja.
MA: War es eine Tom-Riddle-Sache oder Ginny Weasley?
JKR: Nein, Ginny Weasley.
MA: Nun, sie ist dafür zurückbezahlt worden.
JKR: [lacht] Endlich.
MA: Ich denke, Sie haben das aufgebaut seit der Zugabteilsszene im ersten Buch, wo er sie beobachtet – all die Beziehungen, die diese Szene vermutlich aufgebaut hat.
JKR: Ich denke schon. Ich hoffe es. Also mochtet ihr Harry/Ginny, als es passierte?
ES: Wir haben seit Jahren darauf gewartet!
JKR: Oh, ich bin so glücklich!
MA: Oh mein Gott, dieser Kuss!
JKR: Ja.
ES: Es ist wirklich passiert!
JKR: Es ist wirklich passiert, ich weiß! So habe ich mich ein wenig gefühlt.
MA: Haben sie versucht, sie zu –
JKR: Nun, ich wusste immer, dass das passieren würde, dass sie zusammenkommen und sich dann trennen würden.
ES: Haben sie es immer [unverständliches Wort]?
JKR: Nun, nein, nicht wirklich, denn der Plan war, den ich wirklich hoffe erfüllt zu haben, dass der Leser, wie Harry, Schritt für Schritt erkennen würde, dass Ginny so ziemlich das ideale Mädchen für Harry ist. Sie ist rau, aber nicht auf eine unangenehme Weise, aber sie ist mutig. Er muss mit einer zusammen sein, die den Anforderungen, mit Harry Potter zusammen zu sein, gewachsen ist, denn er ist auf viele Weisen ein Furcht erregender Freund. Er ist ein gezeichneter Mann. Ich denke, sie ist lustig, und ich denke, sie ist sehr warm und mitfühlend. Dies sind alles Dinge, die Harry bei seiner idealen Frau benötigt. Aber, ich fand – und ich meine vor Jahren, als das alles geplant wurde -, anfangs ist sie von seinem Bild verängstigt. Ich meine, er ist für sie etwas wie ein Rock-Star, als sie ihn zum ersten Mal trifft mit zehn oder elf, und er ist ein berühmter Junge. Also musste Ginny diese Reise ebenso machen. Und im Gegensatz zu Ron wollte ich nicht, dass Ginny das erste Mädchen ist, das Harry jemals küsst. Das ist etwas, das ich sagen wollte, und es ist gewissermaßen verknüpft.
Eine der Weisen, auf die ich zu zeigen versuchte, dass Harry stark herangewachsen ist … in Phönix, erinnert ihr euch daran, als Cho in das Zugabteil kommt und er etwas denkt wie: Ich wünschte, ich wäre von ihr entdeckt worden, während ich mit besseren Leuten zusammen bin? Er ist dort mit Luna und Neville. Buchstäblich das Gleiche passiert in Prince und er ist wieder mir Luna und Neville im Abteil, aber dieses Mal ist er erwachsener und soweit es ihn betrifft, ist er bei den coolsten Leuten des Zuges. Sie mögen nicht allzu cool aussehen. Harry ist wirklich erwachsen geworden. Und ich finde, dass Ginny und Harry in diesem Buch einander vollkommen ebenbürtig sind. Sie sind einander würdig. Sie haben beide eine große emotionale Reise hinter sich und haben einige Wahnvorstellungen, um euer Wort zu benutzen, gemeinsam hinter sich gelassen. Also, ich habe es genossen, das zu schreiben. Ich mag Ginny als Charakter sehr gern.
MA: Kommt ihr eine größere Wichtigkeit zu – das Tom-Riddle-Zeug, das siebte Mädchen –
JKR: Der Hintergrund bei Ginny war, dass sie seit Generationen das erste Mädchen ist, das in die Weasley-Familie geboren wird, aber es gibt eine Überlieferung von der siebten Tochter der siebten Tochter und dem siebten Sohn des siebten Sohns und deswegen ist sie die siebte, weil sie eine begabte Hexe ist. Ich denke ihr habt davon Eindrücke bekommen, denn sie tut einige ziemlich beeindruckende Sachen hie und da und das werdet ihr noch mal sehen.
ES: Warum ist das Slytherin-Haus –
JKR: Noch erlaubt!
[Alle lachen]
ES: Ja! Ich meine, es ist so ein Schandmal.
JKR: Aber sie sind nicht alle böse. Sie sind wörtlich nicht alle böse. [Pause] Nun, die tiefere Antwort, die nicht-oberflächige Antwort wäre, dass du alles von einer Person annehmen musst. Du musst sie mit ihren Makeln annehmen und davon hat jeder welche. Es ist dasselbe mit der Schülerschaft. Wenn sie nur die perfekte Einheit erreichen könnten, hättet ihr eine nicht aufhaltbare Kraft, und ich vermute, es ist das Verlangen nach Einheit und Ganzheit, das bedeutet, dass sie dieses Viertel der Schule behalten, das vielleicht nicht die selbstlosesten und nobelsten Qualitäten einkapselt, in der Hoffnung, in der sehr Dumbledore-typischen Hoffnung, dass sie vielleicht Einigkeit erzielen und dadurch Harmonie. Harmonie ist das Wort.
ES: Könnten –
JKR: Könnten sie sie nicht einfach alle erschießen? Nein, Emerson, das könnten sie wirklich nicht!
[Alle lachen]
ES: Könnten sie sie nicht einfach alle in die anderen drei Häuser packen und vielleicht würde es nicht für alle perfekt passen, aber noch gut genug, als dass sie miteinander klar kämen und nicht in einer so negativen Umgebung wären?
JKR: Könnten sie. Aber du musst bedenken, ich habe darüber nachgedacht –
ES: Selbst ihr Gemeinschaftsraum ist ein bedrückend finsterer Raum –
JKR: Nun, ich weiß nicht, denn ich denke, der Slytherin-Gemeinschaftsraum hat eine gespenstische Schönheit.
ES: Es muss eine schlechte Idee sein, alle Kinder von Todessern zusammen an einen Ort zu packen.
[Alle lachen]
JKR: Aber sie sind nicht alle … denk nicht, dass ich deinen Punkt nicht annehme, aber - wir, die Leser, und ich als der Autor, denn ich führe euch alle dahin – ihr seht das Haus Slytherin immer aus der Perspektive der Kinder von Todessern. Sie sind ein kleiner Teil der gesamten Slytherin-Bevölkerung. Ich sage nicht, dass alle anderen Slytherins bezaubernd sind, aber sie sind zweifellos nicht Draco, sie sind zweifellos nicht, ihr wisst schon, Crabbe und Goyle. Sie sind nicht alle so, das wäre brutaler, als man sagen kann, nicht wahr?
ES: Aber es gibt nicht viele Kinder von Todessern in den andern Häusern, oder?
JKR: Es wird Leute in anderen Häusern geben, die mit Todessern in Verbindung stehen, doch, absolut.
ES: Bloß in geringeren Zahlen.
JKR: Vermutlich, ich höre dich. Es ist die Tradition, vier Häuser zu haben, aber in diesem Fall wollte ich sie grob auf die vier Elemente beziehen. Gryffindor ist Feuer, Ravenclaw ist Luft, Hufflepuff ist Erde und Slytherin ist Wasser, daher die Tatsache, dass ihr Gemeinschaftsraum unter dem See ist. Also nochmal, es war diese Idee der Harmonie und Balance, dass es vier notwendige Komponenten gibt, und mit ihrem Zusammenschluss würde es einen sehr starken Platz geben. Aber sie bleiben aufgeteilt, wie wir wissen.
ES: War James der einzige, der romantische Gefühle für Lily hegte?
JKR: Nein. [Pause] Sie war wie Ginny, sie war ein beliebtes Mädchen.
MA: Snape?
JKR: Das ist eine Theorie, die mir immer wieder vorgetragen wird.
ES: Wie sieht es mit Lupin aus?
JKR: Das kann ich auch nicht beantworten.
ES: Wie wäre es mit beiden auf einmal?
JKR: Das kann ich wirklich nicht beantworten, nicht wahr?
ES: Können Sie uns einen Hinweis geben, ohne uns in die falsche Richtung zu führen [Emerson hat sich versprochen, er meinte ohne zu viel zu verraten]?
JKR: Ich habe meines Wissens nie gelogen, wenn mir eine Frage über die Bücher gestellt wurde. Meines Wissens. Ihr könnt euch vorstellen, ich habe mittlerweile hunderte Fragen beantwortet, es ist absolut möglich, dass ich mich mal versprochen habe oder eine Antwort gegeben habe, die ungewollt in die falsche Richtung führte, oder ich mag damals wahrheitsgemäß geantwortet, meine Meinung aber in einem nachfolgenden Buch geändert haben. Darum bin ich ausweichend, wenn es darum geht, Fragen zu detailliert zu beantworten, denn ich muss etwas Spielraum haben, um dorthin zu gelangen und es auf meine Art zu tun, aber niemals bei einem Punkt der Hauptgeschichte.
Lupin mochte Lily sehr gerne, sagen wir es so, aber ich würde nicht wollen, dass jemand herumläuft und denkt, dass er mit James um sie konkurrierte. Sie war ein beliebtes Mädchen und das ist relevant. Aber ich denke, das habt ihr schon gesehen.
MA: Wie sind sie zusammengekommen? Sie hasste James demzufolge, was wir gesehen haben.
JKR: Hat sie das wirklich? Du bist eine Frau, du weißt, was ich sage. [Gelächter]
ES: Wie in aller Welt konnten Fred und George wissen, dass Irland gewinnen, aber Bulgarien den Schnatz fangen würde?
JKR: Nun, ich denke, wenn man sich wirklich mit Quidditch auskennt, konnte man das auch vorhersagen. Was sie hatten –
ES: Aber wie kann man das vorhersagen? Denn man weiß ja nicht, wann der Schnatz auftaucht.
JKR: Es war riskant. Sie haben alles riskiert. So sind Fred und George, nicht wahr? Sie sind die Risikoträger in der Familie. Ihr habt Percy an einem Ende der Familie – anpassen, tu alles korrekt – und ihr habt Fred und George, die einfach einen vollkommen anderen Lebensweg nehmen und darauf vorbereitet sind, alles zu riskieren. Sie haben alles riskiert, was sie hatten, was so viel ist, wie man nur tun kann.
MA: Wie haben sie herausgefunden, wie die Karte funktioniert?
JKR: Wisst ihr nicht … nun. Dies ist, wie ich es mir damals selbst erklärt habe und es hört sich schlagfertig an. Denkt ihr nicht, es wäre ziemlich Fred-und-George-ig, es einfach Spaßes halber zu sagen und dann zu sehen, wie sich das Ding verändert?
MA: Ja.
JKR: Hat man sie nicht gleich vor Augen?
ES: Aber die genaue Wortkombination? Ist das einfach nur viel Glück oder Felix Felicis –
JKR: Oder die Karte hat geholfen.
MA: Jupp, ja. Man kann sie sich vorstellen, miteinander zu reden und lachen –
JKR: Und die Karte flimmert ins Leben hie und da, wenn sie näher und näher kommen, und letztlich treffen sie die genaue Wortkombination und sie bricht einfach aus.
ES: Was in aller Welt hat Aberforth Dumbledore mit diesen Ziegen gemacht?
[Gelächter von allen]
JKR: Euer Tipp ist so gut wie meiner! [lacht böse]
MA: Ausgezeichnet. Und Dumbledore macht einen kleinen Witz über ihn in diesem Buch, darüber, dass er Leute in Bars kenne.
JKR: Ja, absolut. Ja, das stimmt. Und natürlich hat man Aberforth sehr kurz gesehen.
MA: Wird der Schimmer von Triumph noch vorkommen?
JKR: Das ist noch immer enorm wichtig. Und lasst es uns betrachten, ich habe euch nicht allzu viel erzählt, das enorm wichtig ist, also könnt ihr eurer Vorstellungskraft hier freien Lauf lassen.
ES: Ich denke, jeder hat bemerkt, dass es wichtig war, als er es gelesen hat, aber es hat sich in fünf oder sechs nicht verwirklicht.
JKR: Nun, das ist es noch immer.
ES: Wir haben auf die große Offenbarung gewartet.
JKR: Absolut, die ist für sieben. Die ist für sieben.
MA: Hier am Ende bekommt man das Gefühl, dass man weiß, was Harry nun machen wird, aber kann das wirklich der gesamte rote Faden des Rests der Geschichte sein?
JKR: Es ist nicht alles davon. Offensichtlich ist es nicht alles davon, aber trotzdem ist es der Weg, Voldemort zu töten. Das bedeutet nicht, dass es nicht eine extrem gewundene und kurvige Reise wird, aber das ist, was er tun muss. Harry weiß nun – nun, er glaubt zu wissen -, was ihm begegnen wird. Dumbledores Vermutungen sind nie weit vom Kern entfernt. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, aber Dumbledore sagt: Es sind vier da draußen, du musst dich von vieren befreien, und dann gehst du auf Voldemort los. Das ist, wo er steht, und das ist, was er tun muss.
ES: Es ist ein großer Auftrag.
JKR: Es ist ein riesiger Auftrag. Aber Dumbledore hat ihm ein paar ziemlich wertvoller Hinweise gegeben und auch Harry hat im Laufe der vorangegangenen sechs Bücher mehr Wissen angesammelt, als er erkennt. Das ist alles, was ich sagen werde.
ES: Es erscheint unmöglich. Wenn Harry zu der Höhle gegangen wäre, hätte er es niemals alleine geschafft, so scheint es.
JKR: Nun, ich bin vorbereitet mit euch zu wetten, dass mindestens vor dem Ende dieser Woche zumindest ein Horcrux korrekt identifiziert worden sein wird von sorgfältigen noch-mal-Lesern der Bücher.
MA: Jemand hat mir vergangene Nacht gesteckt, dass, wenn Ginny mit dem Tagebuch –
JKR: Harry hat das Stück der Seele definitiv zerstört. Ihr habt gesehen, wie es Form annahm und zerstört wurde, es ist fort. Und Ginny ist definitiv in keinster Weise von Voldemort besessen.
MA: Ist sie noch immer ein Parselmund?
JKR: Nein.
MA: Hat sie eine Lebensschuld in Bezug auf Harry durch Buch zwei?
JKR: Nein, nicht wirklich. Wurmschwanz ist was Anderes. Wisst ihr, ein Teil von mir würde es einfach lieben, euch die ganze Story von Buch sieben zu erklären, wisst ihr, wirklich.
ES: Wir würden es nicht hören wollen.
JKR:Ja, sag es, wir hören nicht hin.
[Gelächter]
ES: Wer ist Harrys Patin?
JKR: Hatte keine.
ES: Wirklich nicht?
JKR: Nun, Sirius hatte nie Zeit, eine Freundin zu bekommen, geschweige denn zu heiraten.
ES: Sie hätten einfach eine enge Freundin der Familie nehmen können.
JKR: In der Zeit, als Harry getauft wurde, haben sie sich versteckt. Dies wurde keine weithin besuchte Taufe, denn sie waren bereits in Gefahr. Also ist dies etwas, dass sie sehr still taten mit so wenigen Leuten, wie möglich. Sie wollten diese Bindung mit Sirius machen. Und … ja. Mehr kann ich nicht sagen.
MA und ES: [erkennen, wie spät es schon ist]
MA: Können wir das hier noch einmal machen?
[Gelächter]
JKR: Das ist eine Möglichkeit.
MA: Ich meine, ernsthaft, für eine Woche.
[Alle lachen]
JKR: Sperrt mich einfach in einen unterirdischen Raum ein.
MA: Nun, meine Familie kommt aus Sizilien, Jo –
[Gelächter]
MA: Moment, ich muss Ihnen eine weitere Frage stellen! [Setzt eine grüne Brille auf und holt die grüne Feder raus, die ihr zwei User der LeakyLounge als Scherz vorbereitet haben]
[Alle lachen lauthals]
JKR:Rita, ich habe dich vermisst!
JKR: Ich sag es euch, es gibt nur eine Art, mit Ritas Artikeln fertig zu werden, und das ist Lachen, ansonsten wirst du leicht verrückt. Und natürlich habe ich nun meinen Mülleimer [auf meiner Website]. Es ist wirklich verblüffend, wie befreiend das ist, denjenigen, die die Bücher lesen, direkt zu sagen: Das war Unsinn! Es ist nie wichtiges Zeugs, aber als Ganzes gesehen, kann es jemanden wirklich in die Irre führen, denke ich. Wie auch immer, Rita, ich mag das sehr gern.
MA: Ist es nicht lustig. Das haben sie für mich gemacht.
JKR: Das ist phantastisch. Ihr wisst, Miranda Richardson spielt sie in Feuerkelch. Ich freue mich so sehr darauf.
MA: Wir haben es gesehen, wir waren auf dem Set an einem Tag, an dem sie gearbeitet hat.
JKR: Wirklich?
ES: Sie sieht phantastisch aus für die Rolle.
JKR: Sie ist so eine großartige Schauspielerin.
ES: Oh, ich habe eine Frage dazu. Wenn sie die Bücher nun schreiben, sehen sie die Schauspieler aus den Filmen oder sehen sie ihre eigenen Charaktere?
JKR: Meine eigenen Charaktere. Jedes Mal.
ES: Sie infiltrieren Ihren Kopf überhaupt nicht?
JKR: Gar nicht. Ich sehe noch immer meinen Ron, ich sehe noch immer meinen Harry, ich sehe noch immer meine Hermine. Ich habe sie zu lange vor den Filmen geschrieben, als dass die Bilder aus dem Film die in meinem Kopf ersetzen könnten. In dem Sinn hatte ich Glück. Ich habe so lange mit meinen Charakteren gelebt, dass es einfach keinen Effekt haben konnte. Gelegentlich werde ich … Ron/Lavender, da hab ich irgendwie an Rupert gedacht. Ich meine, es war offensichtlich schon immer so geplant, aber während einer Kaffepause mag ich krumm lächeln wegen Rupert.
MA: Wie er das tut?
JKR: Nicht so sehr, wie er das tut, er wäre mehr als geeignet, das zu tun, aber der Gedanke an ihn, während er die Castings für Lavender besucht, solche Sachen halt. Es lässt dich einfach lächeln, wenn du die Leute kennst, die es spielen. Aber ich meine wirklich, was ich zuvor gesagt habe. Man müsste einen weiten Weg gehen, um drei besser passende Leute zu finden. Wenn man bedenkt, wo sie überall durch mussten, Rupert, Dan und Emma. Sie sind unglaublich.
[Pause, während wir auf die Uhr schauen]
JKR: Ich weiß.
MA: 66 Seiten voller Fragen, Jo.
JKR: Ach du meine Güte!
ES: Lass uns einfach weiter Fragen stellen, bis sie uns rauswirft.
[Alle lachen]
ES: Hagrids Hüter-der-Schlüssel-Titel – bedeutet der etwas?
JKR: Einfach bloß, dass er dich hinein nach und heraus aus Hogwarts bringen wird. Also, es ist leicht interessanter als das, aber nicht viel mehr. Also, noch einmal, das ist etwas, worüber man nicht allzu aufgeregt sein sollte.
MA: Werden Harry und Ron jemals Geschichte von Hogwarts lesen?
JKR:Niemals. [lacht] Es ist ein Geschenk für mich, denn all meine Ausführungen können als Wann werdet ihr es endlich lesen verpackt werden. Also informiert Hermine auch den Leser, somit könnte ich es die beiden niemals lesen lassen.
MA: Wusste Dobby von der Prophezeiung?
JKR: Nein.
MA: Wusste er von den Potters –
JKR: Er kannte ihre Geschichte, aber offensichtlich war sein Wissen darauf begrenzt, was im Malfoy-Haushalt bekannt war.
MA: Oh, hier ist eine, die ich Ihnen wirklich stellen muss: Wurde Snape jemals von jemandem geliebt?
JKR: Ja, wurde er, was ihn auf manche Weisen selbst schuldiger macht als Voldemort, der es nie wurde. Okay, noch eine Frage jeweils.
ES: Warum disapparieren Hexen und Zauberer nicht, wenn sie in Gefahr sind?
JKR: Nun. Dies ist wie all diese Dinge. Es ist mühsam, anzuhalten und es dem Leser zu sagen, wenn man eine Action-Szene schreibt, aber es gibt Möglichkeiten, das zu verhindern. Manchmal disapparieren sie, aber sehr oft, wenn ihr so eine Szene betrachtet, ist es in einem Ort, vom dem man nicht disapparieren kann – wie Hogwarts. Das ist also keine Option, wenn Harry in der Schule ist. Es gibt noch andere Gründe, wieso du nicht dissapparierst. Du magst deine Stellung behaupten wollen und kämpfen. Aber sie disapparieren manchmal. Es muss eine ebenbürtige beidseitige Aktion sein.
JKR: [zu Melissa] Dann los, stell sie mir.
MA: War irgendjemand anders anwesend in Godric’s Hollow in der Nacht, als Harrys Eltern ermordet wurden?