Die Pressekonferenz mit J.K. Rowling, Teil 1

Anlässlich der Veröffentlichung des sechsten Harry-Potter-Bandes gab die Erfolgsautorin Joanne K. Rowling eine Pressekonferenz. Sie beantwortet verschiedene Fragen über die Bücher, über die Handlung und was sie nach dem Erscheinen des siebten Bandes tun möchte. Die Pressekonferenz ist sehr umfangreich, deshalb wollen wir sie dir in insgesamt fünf Teilen präsentieren, die in den nächsten fünf Tage erscheinen werden. Heute können wir dir den ersten Teil der Übersetzung der Pressekonferenz präsentieren. Klicke bitte auf "Weiterlesen", weil es sich hierbei um einen Spoiler handeln könnte.


Gillian MacKay (BBC Radio Scotland): Gibt es eine potentielle Frage, die Ihnen noch nicht gestellt wurde, die Sie aber erwarten würden? Wie würde die Frage lauten?

JK Rowling: Ich wurde damit konfrontiert, als ich das letzte Mal eine Lesung zum "Phönix" beim Edinburgh Festival machte. Ich sagte, dass ich noch nicht gefragt wurde, warum Voldemort nicht stirbt als er Harry attackierte. Hat jemand den "Half-Blood Prince" fertig? Diejenigen werden die Antwort auf diese Frage kennen. Niemand hat mich dies zuvor gefragt, ich wurde immer nur gefragt, warum Harry überlebt. Ich sagte dann explizit, dass der Todesfluch auf Voldemort zurückprallte, sodass niemand daran dachte, zu fragen, warum er nicht starb.


Alice Cudmore (The Bookseller): Wie viele Stunden am Tag sind sie mit Schreiben beschäftigt?

JK Rowling: Es variiert. Ich denke, dass es gegen Ende des "Half-Blood Prince" etwa acht Stunden täglich waren. Ich hätte normal noch länger gearbeitet, aber ich war hochschwanger und irgendwann kommt dann der Punkt, an dem es enorm wurde. Du musst aufstehen und herumlaufen, weil es unbequem wird.
Ich habe in der Vergangenheit zehn Stunden am Tag gearbeitet, was mit einer jungen Familie einfach nicht mehr geht. Ich gewöhnte mich daran nachts zu arbeiten, was ich wirklich mochte, aber es ist mit einer jungen Familie nicht mehr vereinbar.


Edward Hollet (Repräsentant von W H Smith): Wenn Voldemort jemals einem Irrwicht begegnet, was würde er sehen?

JK Rowling: Das Ding ist, dass Voldemort nichts mehr fürchtet als seinen eigenen Tod. Es ist sein Streben im Leben, den Tod zu umgehen. Er würde sich also selbst sehen, wie er tot auf dem Boden liegt.


Bethan Roberts (The Times Educational Supplement): Im zweiten Buch, wenn man den Basilisken sieht und eine Brille trägt, wird man dadurch geschützt? Und wenn dies so ist, warum starb dann die Maulende Myrte? Und wenn eine Brille nicht schützt, warum nicht?

JK Rowling: Dies ist eine sehr gute Frage. Ich wurde dies schon einmal gefragt. Ich musste mich entscheiden, dass eine Brille einen nicht schützen kann. Ich musste mich dafür entscheiden, weil offenbar einige Leute aus Hogwarts Brillen tragen. Es würde sonst zu Handlungsschwierigkeiten führen, deshalb entschied ich mich dafür, dass Brillen allein einen nicht schützen können.
Aber, wie ihr gesehen habt, habe ich Justin durch eine Kameralinse geschützt. [Anmerkung des Übersetzers: Justin? Seit wann rennt Justin mit einer Kamera umher? Kennt JKR ihre eigenen Figuren nicht mehr oder wurde es falsch notiert? Es handelt sich natürlich nicht um Justin, sondern um Colin Creevey.] Ich bin trotz allem hierbei für Kritik offen. Die Art wie ich es mir selbst erklärte, also, dass er durch verschiedene Linsen schaute und das Ding nicht direkt sah, es waren nicht seine Augen. Wenn man durch eine Kamera schaut, schaut man durch die Linsen, dies ist ein wenig verdreht. Ihr könnt da gegen mich argumentieren und ich würde euch nicht die Schuld geben, aber es ist so, wie ich es mir die ganze Zeit selbst erklärt habe.


Kirsten Weir (The Scotsman): Es gibt viele Spekulationen darüber, ob die Bücher "gut" und "böse" sind. Denken Sie, dass Harry Potter ein gutes Vorbild für die Generation ist?

JK Rowling: Ich sehe Harry als jemanden, der immer versucht das Richtige zu tun. Er ist nicht ohne Fehler und er reagiert heftiger als man es von Teenagern in seinem Alter erwartet.
Er ist aber eine sehr treue Person und zudem sehr sehr mutig. In den meisten seiner Eigenschaften, sehe ich ihn als ein Vorbild. Dies bedeutet nicht, dass er heilig ist, aber offen gesagt, wer ist dies schon? Aber ich glaube, dass ihr viel von Harrys Innenleben gesehen habt. Seine Denkprozesse in den Büchern zeigen, dass er sehr menschlich ist. Er versucht immer das Richtige zu tun, was sehr bewundernswert ist.


Michael Artist (The Australien Sunday Telegraph): Ist es für Sie besorgniserregend, wenn immer mehr Zeit vergeht, um ein Buch zu schreiben und dann einige Ihrer Fans erwachsen werden und sich von Harry Potter abwenden und andere Bücher lesen?

JK Rowling: Ehrlich gesagt, hoffe ich, dass sie das tun. Ich sage nicht, dass ich von meine Fans verlassen werden möchte. Wenn sich Leute aber von den Harry-Potter-Büchern abwenden, dann kann mich nichts stolzer machen. Besonders wenn diese Leute bevor sie mit den Harry-Potter-Büchern in Berührung kamen, keine besonders scharfsinnige Leser waren. Es dauert übrigens nicht länger ein Buch zu schreiben.
Zwischen den letzten drei Büchern, dem Feuerkelch, dem Phönix und dem Half-Blood Prince, vergingen immer zwei Jahre. Dies liegt daran, dass ich an einem gewissen Punkt eine Pause brauchte, weil ich zum einen zuvor acht bis neun Jahre sehr hart gearbeitet habe und zum anderen weil ich nun zwei Kinder mehr habe und mit ihnen Zeit verbringen möchte. Wenn ich Fans verliere, weil sie zu lange warten müssen, dann muss ich dies hinnehmen. Ich bin sehr froh darüber, Fans halten zu können. Das ist meine Wahl. Ich kann es nicht schöner sagen.


Rosa Jenkins (The Observer): Was hat Sie dazu bewegt mit dem Schreiben der Harry-Potter-Bücher anzufangen?

JK Rowling: Ich hatte die Idee im Zug, wie ich schon öfters gesagt habe. Ich mochte die Idee so sehr, dass ich es gar nicht abwarten konnte mit dem Schreiben zu beginnen, was das Beste war. Iris Murdoch sagte, dass Schreiben wie heiraten ist, man soll sich erst dann verpflichten, wenn man sein Glück nicht mehr glauben kann. So fühlte ich mich bei Harry.


Alice Gurney (Daily Herald): In allen Büchern beginnt die Geschichte bei den Dursleys und dann kommt er in die Schule. In diesem Buch ist es allerdings anders. Gibt es dafür einen bestimmten Grund?

JK Rowling: Es gibt noch einen anderen Band, wo ich nicht bei den Dursleys anfing. Es ist der Feuerkelch. Wenn Sie sich daran erinnern, es begann im Riddle-Haus. Ohne jetzt zu viel zu für diejenigen zu verraten, die den Half-Blood Prince noch nicht gelesen haben, versuchte ich bei diesem Buch, in den ersten beiden Kapiteln aufzeigen, dass dieser Konflikt sich in der in der Zauberwelt ausweitet. Es ist nicht mehr Harrys geheimer Kampf jeden davon zu überzeugen, dass Voldemort zurück ist. Jeder weiß dies nun und viele werden angegriffen. Sie wissen wer dahinter steckt. Es war ein brauchbares Hilfsmittel, um dies aufzuzeigen.


George Moore (The Times): Wie alt ist Dumbledore?

JK Rowling: Ich denke, er ist so um die 150. Ich sagte schon einmal, dass Zauberer, außer sie werden von schrecklichen magischen Krankheiten befallen, was passieren mag...[Anmerkung des Übersetzers: Hier scheint ein Bruch im Interview zu sein]
Sie sind nicht zusammen aufgewachsen, falls Sie es nicht gehört haben, obschon sich die Frage um Flamel und Dumbledore dreht, warum waren sie also Freunde, obwohl sie 600 Jahre auseinander sind? Sie sind Freunde geworden, während Dumbledore lebte, sie waren nicht seit ihrer Kindheit befreundet... andererseits wäre Dumbledore eine Seltenheit.

Wie alt ist er nun?

JK Rowling: Um die 150.


Trisha Mittal (Hindustan Times India): Meine Frage ist, warum die Uhr der Weasleys auf "Todesgefahr" steht?

JK Rowling: Mrs Weasley hat Recht. Wenn Sie nicht wissen worüber ich spreche, die Weasley haben eine Uhr, wo es neun Zeiger gibt. Jeder Zeiger repräsentiert ein Familienmitglied. Die Zeiger zeigen auf Dinge wie "bei der Arbeit", "reisen" usw. Zu Beginn dieses Buches sind alle Zeiger auf "Todesgefahr". Mrs. Weasley hat Recht. Sie denkt, dass jedermann in Gefahr ist und sie Recht hat. Wenn die Todesser solche Uhren hätten, würde ihre Zeiger nicht auf "Todesgefahr" stehen. Die Weasleys werden Blutverräter genannt. Anders ausgedrückt, sie sind Reinblüter, handeln aber nicht so. Sie harmonisieren mit Muggel und sie mögen sie. Sie stehen in der Schusslinie, sie werden nicht Voldemorts Lieblingszauberer sein.


Cara McKenzie (Radio Forth): In jedem Jahr, dass Harry in Hogwarts verbracht hat, hat der Lehrer für "Verteidigung gegen die Dunklen Künste" entweder Hogwarts verlassen müssen oder er starb. Bedeutet dies, dass irgendetwas Snape stoppen wird, sodass er nicht VgdDK im siebten Band unterrichtet?

JK Rowling: Ja. Ich kann nicht mehr als das sagen. Diese Frage ist nämlich sehr gut und jeder hätte die Frage gerne beantwortet, aber es gibt zu viel. Es wird offensichtlich einen neuen Lehrer für dieses Fach geben.


Vhari Leishman (Bloomsbury.com): Ich wundere mich, ob wir am Ende von Buch sieben in einem flüchtigen Blick von Harrys und Hermines Position erfahren - Voldemort lebt, in einem Epilog oder im Buch beiliegend (angenommen sie überleben das siebte Buch)?

JK Rowling: Es ist gut, dass angenommen wird, dass irgendjemand überlebt. Ich werde nicht alle umbringen, schreibt mir also keine Briefe. Es gibt bereits ein Kapitel, in dem ihr mehr über die Überlebenden von Hogwarts herausfindet. Vielleicht werde ich es noch umschreiben, wenn ich soweit bin, weil mittlerweile ein paar Jahre vergangen sind und ich nahm nicht an, dass ich es jemals so verwende, wie ich es geschrieben habe. Es ist ein Akt des Vertrauens, ich sagte mir selbst, ich will hier hin und diese Information ist der Endpunkt und da möchte ich hinkommen. Also ja, es wird ein solches Kapitel geben.

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