In den letzten zwei Tagen konntest du bereits die ersten beiden Teile der Übersetzung zur Pressekonferenz lesen. (siehe Teil 1 und Teil 2). Auch heute stellen wir dir wieder einen Teil der Übersetzung zum Lesen zur Verfügung. J.K. Rowling spricht diesmal u.a. über die Harry-Potter-Filme, über verschiedene Figuren (Sirius, Umbridge und Petunia Dursley) und über sich selbst. Wenn du den dritten Teil der Übersetzung lesen willst, dann klicke auf "Weiterlesen". Beachte aber, dass es sich hierbei um Spoiler handeln könnte.
Ross Cowan (Scotland Today): Was war Ihr Lieblingsbuch als Sie ein Kind waren?
JK Rowling: Mein Lieblingsbuch? Das variiert sehr schnell. Da gibt es so viele. Ein Buch, dass ich wirklich mochte und meine Tochter sehr genoss, war "Manx Mouse" von Paul Callico. Es ist ein Buch für jüngere Kinder. Ich denke immer noch, dass es ein sehr gutes und faszinierendes Buch ist. Schaut es euch an, wenn ihr ganz nach Lust und Laune etwas anderes lesen wollt.
Karis Ronaldson (Historic Scotland Magazine): Treffen die Harry-Potter-Filme Ihre Erwartungen?
JK Rowling: Ja, das tun sie. Es gibt natürlich Dinge, die anders sind als im Buch. Aber das ist so, weil wenn man nicht jede einzelne Szene in den Film übernimmt, sonst wäre jeder Film 24 Stunden lang. Sie müssen gekürzt werden und manche Dinge müssen geändert werden. Aber sie treffen meine Erwartungen.
Ich habe darüber gesprochen, wie ich in die Große Halle laufen würde, ich arbeitete mit Chris Columbus, dem Regisseur der ersten beiden Harry-Potter-Filme. Er fragte mich oft wie die Dinge aussehen. Es war wie ein Gang in meinen eigenen Kopf. Es war ein eigenartiges Erlebnis.
Helen Carron (ITV) Meine Lieblingsfiguren sind Fred und George, weil sie wirklich lustig sind. Ich mochte ihre Erfindungen, mein Favorit war die "Langziehohren". Welchen Artikel
von ihrem Scherzartikelladen mögen Sie am meisten und warum?
JK Rowling: Vom Scherzartikelladen, gut. Mein Favorit ist der Tagtraumzauber. Sie wissen, diese Art sich selbst in einen Tagtraum zu versetzen und von den Unterrichtstunden zu fliehen. Dies könnte ich auch ohne magisches Produkt tun und ich bin mir sicher, dass es viele von euch könnten. Es funktioniert so, dass sie in eine Fantasie geboxt werden und das kann man in einer langweiligen Unterrichtstunde gebrauchen. Ich mochte diese am meisten.
Lizzy Atkinson (The Guardian): Harry Potters Eltern starben, allerdings erschienen Sie im Spiegel Nerhergeb. Sirius ist nun gegangen, aber es gibt keine Hoffnung ihn jemals wieder zu sehen? Werden die Bücher dunkler und werden sie näher am realen Leben gehalten?
JK Rowling: Gut, vom Gefühl her, tun sie dies. Aber ich denke, dass sie reales Leben reflektieren. Harry ist nun älter. Er hat ein Verstehen dafür, was es heißt Verlust hinzunehmen. Es gibt viele jungen Menschen, die betäubt sind. Das soll nicht heißen, dass es nicht sehr schmerzvoll ist, aber sie erhalten mehr Trost, weil sie so jung sind. Harry ist im Moment sehr alleine.
Ich habe es schon gesagt, aber ich bin manchmal sehr überrascht, dass Leute sagen, die Bücher werden dunkler. Der "Stein der Weisen" hat mit einem Doppelmord angefangen und ich denke, dass es eine grauenvolles Bild war, dass auf Quirrels Hinterkopf zu sehen war. Ich denke, dass es das gruseligste war, was ich je schrieb. Ich kann nicht sagen, dass die ersten fünf Bücher weniger dunkel waren.
Sorley Richardson (Publishing News): Warum haben Sie Sirius umgebracht, wenn es das Beste war, was Harry seit Jahren zugestoßen ist?
JK Rowling: Wir sind zurück, mich als Mörderin zu bezeichnen, oder? Viele Leute haben mich das gefragt. Mir wurde immer wieder erzählt, dass Sirius ihre liebste Figur war und man fragte mich, warum er sterben musste. Ihr könnt euch vorstellen, wie schlecht ich mich fühlte, als ich Sirius umgebracht habe. Ich ging, nachdem ich Sirius umgebracht hatte, ins Internet und stolperte über Seiten, die Sirius gewidmet waren und ich habe ihn 48 Stunden zuvor umgebracht. Das war nicht gut. Ich glaube, dass sie es verstehen werden, warum er gehen musste, wenn sie das siebte Buch lesen. Es war nicht eigenwillig, obwohl ich einen Teil der Antwort schon zuvor gegeben habe. Es ist für die Leser befriedigender, wenn der Held seinen Weg alleine geht. Zu viel Unterstützung macht die Sache zu einfach, tut mir leid.
Harry Malinson (Red House): Wenn Sie Harry Potter schreiben, wie oft denken Sie, dass Sie die Geschichte irgendwohin abdriften, wo sie es niemals erwartet hätten?
JK Rowling: Es passierte. Es passierte in den ersten Büchern mehr als heute, weil diese Tage immer enger und enger werden. Ich habe die Bücher über eine so lange Zeit geschrieben, sodass ich nicht mehr wirklich viel von der Handlung abdrifte. Und wenn ich einmal Band 7 erreiche, dort gibt es keine Begrenzung mehr, weil ich genau weiß, was ich jetzt tun muss und ich werde es auch tun. Aber in den Anfängen sind Dinge abgedriftet und auch heute noch wollen Figuren ihren eigenen Weg gehen und ich möchte ihnen einen anderen Weg geben. Das Beste ist dann diesen Weg aus dem System hinaus zu schreiben und es dann zu einer Seite zulegen und einfach weitermachen. Hermine wandert sehr oft.
Ani Morison (Sunday Star Times, Neuseeland): Meine Frage lautet, warum muss Harry immer wieder zu den Dursleys zurück, wenn er näher zu den Weasleys steht?
JK Rowling: Dies wird in den Büchern in einem hohen Maß erklärt. Vielleicht haben Sie das Buch noch nicht zuende gelesen, es macht es klarer. Harry bekam magischen Schutz durch seine Mutter, die sich für ihn opferte, es bleibt durch ihr Blut bestehen. In anderen Worten: Tante Petunia. Dieser Schutz wird nicht mehr bestehen, wenn er ein Mann wird, wenn er einmal 17 wird. Er bekommt dann nicht mehr diesen Schutz seiner Mutter. Dumbledore möchte, dass er noch ein einziges Mal zurückgeht und der Schutz dann bis zu seinem 17. Geburtstag anhält. Danach ist er alleine.
Owen Jones (ITV): Was passierte mit Umbridge?
JK Rowling: Offensichtlich möchten sie hören, dass sie einen schrecklichen Unfall hatte, aber sie lebt. Sie arbeitet im Ministerium.
Warum wird sie nicht verhalftet, weil sie einen Unverzeihlichen Fluch versucht hat?
JK Rowling: Sie hat gute Kontakte im Ministerium. Sie ist eine dieser Menschen, die es auch im echten Leben gibt, die Partei für die alten Ordnung ergreifen. Solang sie die Behörden beruhigt, was nicht falsch sein kann, stellt sie dies nicht in Frage. Und ich würde sogar so weit gehen, um zu sagen, dass egal was passiert und wer das Ministerium übernimmt, Umbridge dort bleibt. Sie mag Macht. Sie ergreift für diejenigen Partei, die ihr die Aufträge erteilen.
Sarah Wallace (Irish Independent): Wie denken sie über den Bund zwischen Harry und Voldemort?
JK Rowling: Dies ist auch wieder so eine Frage, die direkt ins Herz der Serie geht. Ich kann es nicht beantworten. Es geht zu nah an Buch 7. Tut mir leid. Aber gute Frage.
Harriet Falshaw (Tescos): Wie kamen sie auf Harry Potter?
JK Rowling: Die Grundidee war ein Junge, der nicht weiß, dass er ein Zauberer ist. Dieser bekommt dann einen Brief aus dem Nichts. Das war die Idee, die zu mir kam. Harry war für mich von Beginn an eine sehr reale Figur. Und als die Figur so imaginär war, kam er als Erstes. Harry kam zuerst und danach kam alles um Harry. Ich dachte: Seine Eltern sind tot, wie starben sie? Wer brachte sie um? Und das kam von Harry.
David Moulds (News of the World): Woher weiß Petunia von Dementoren und anderen magischen Fakten?
JK Rowling: Eine andere gute Frage. Sie hörte eine Unterhaltung. Das ist alles, was ich sage. Die Antwort befindet sich am Anfang des "Phönix". Sie sagt, sie hörte Lily grundsätzlich über sie sprechen.
Ist das wahr?
JK Rowling: Ja. Der Grund, warum ich zögere ist, weil es noch mehr ist. Ich glaube ihr vermutet es. Korrekt, aber ich möchte nicht mehr sagen, weil es zum siebten Buch gehört.