Harry Melling - Es gibt auch ein Leben nach "Big D"

Die britische Zeitung "The Telegraph" sprach mit dem Schauspieler Harry Melling über die Zeit nach den Harry-Potter-Filmen. Im Moment ist der Dudley-Dursley-Darsteller mit Fiona Shaw, die seine Mutter Petunia in den Harry-Potter-Streifen spielt, im Theater zu sehen (wir berichteten).

Der 20-Jährige spricht im Interview über seine Karriere, über die Harry-Potter-Filme und über seine Hoffnungen für die Zukunft. Wir haben Dir die wichtigsten Teile des Interviews übersetzt. Du findest sie unter
"Dudley spielte im sechsten "Harry Potter" Film nicht mit, deshalb gab es eine große Pause zwischen seinem Auftreten im fünften Film im Alter von 16 als tyrannisierender Fettsack und dem Dreh des siebten Films dieses Jahr. In der Zwischenzeit hatte er sich dermaßen verändert, dass er kaum noch zu erkennen war und die Produzenten schlugen Alarm. "Sie mussten zweimal hinschauen. 'Oh Gott, wir müssen etwas tun' und ich fühlte mich sehr schuldig. Sie hätten mich ersetzen können, aber statt dessen stopften sie mich aus."

Dass die Karriere bei ihm im Mittelpunkt steht, liegt ohne Zweifel daran, dass er aus einer Familie kommt, in der es von Schauspielern nur so wimmelt.
Sein Großvater, Patrick Troughton, war für viele der beste "Dr Who". Seine Onkel, Michael und David Troughton und sein Cousin Sam sind ebenfalls Schauspieler. Seine Mutter, Illustratorin Joanna Troughton, war sehr daran interessiert, ihn bei "Harry" unterzubringen.
"Sie schickte Fotos von mir an die Produzenten der 'Potter Filme', als ich zehn war und dachte, ich könnte eine Statistenrolle bekommen. Ein Jahr später wurde ich gefragt, ob ich für Dudley vorsprechen wolle. Als ich die Rolle bekam, dachte ich: 'Oh, ich bin in einem Film' und nicht, dass ich besetzt worden war als dick und hässlich."

War es nicht ein Fluch, mit dem verhassten Dudley in Zusammenhang gebracht zu werden? "Ich habe darüber geschwiegen. Niemand hat mich je erkannt."

Es machte ihm mehr aus, keines der Hogwarts-Kinder zu sein. Wenn ihn jemand nach den Filmen fragte und wissen wollte, wie Michael Gambon oder Julie Walters so wären, dann musste er sagen: "Ich weiß es nicht. Ich habe sie nie getroffen."
Da er im Ligusterweg festsaß, konnte er aber mit Richard Griffiths und Fiona Shaw arbeiten, die Onkel Vernon und Tante Petunia spielen, Dudleys Eltern.
"Allein schon ihnen zuzuschauen war eine Ausbildung. Fiona brachte mir eine Rede des Caliban bei [Erg. Ü: Figur aus Shakespeares "Der Sturm"], die ich später benutzte, um in die Schauspielschule aufgenommen zu werden."

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"Ich glaubte schon immer, dass er einen fabelhaften Charakterschauspieler abgeben würde", sagt Shaw, "aber er wurde zu einem fabelhaften Hauptdarsteller. Plötzlich habe ich das Gefühl, ich habe Hamlet vor mir."

Verglichen mit Daniel Radcliffe, den er einst beneidete, hat Melling nun erkannt, dass es ein Glück war, keine der Hogwarts-Hauptrollen zu spielen. Seine Karriere begann recht früh, aber ohne die lästigen Begleiterscheinungen des Ruhms oder die Gefahr, in eine Schublade gesteckt zu werden.
"Ich kann nun diesen Kinderschauspieler ebenso loswerden wie das Fett und eine neue Karriere beginnen, weil niemand in mir Dudley sieht."

Den Originalbericht findest Du hier bei "The Telegraph".

Vielen Dank an reewa für die Übersetzung!

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