
von KitKat2006
Am Sonntagnachmittag war Katie in der Bibliothek und suchte in einem der hinteren Regale nach einem Zaubereigeschichtelexikon. Auf Oliver war sie immer noch sauer, da er sein Versprechen nicht gehalten hatte, an diesem Wochenende nur für sie da zu sein. Als er sie heute gefragt hat, ob sie Lust auf einen Spaziergang um den See hätte, hat sie ihn schließlich abgewiesen und einen Berg an Hausaufgaben vorgeschoben. Oliver sah leicht enttäuscht aus, meinte dann aber, dass sie dann ja wenigstens die Hausaufgaben zusammen machen könnten. Und da Katie nicht wirklich wußte, wie sie ihm die Idee wieder ausreden sollte, saßen sie jetzt zusammen hier in der Bibliothek und machten ihre Hausaufgaben. Oliver schwitzte über seinem Horrorfach Zaubertränke, während Katie sich an ihren Aufsatz für Zaubereigeschichte gemacht hatte.
„Verdammt nochmal.“, murmelte sie halblaut vor sich hin. „Das muß doch hier irgendwo sein. Wo ist dieses blöde Zaubereigeschichtelexikon?“
„Vielleicht solltest du es mit dem da vorne rechts versuchen.“, raunte ihr plötzlich jemand von hinten ins Ohr, was dazu führte, dass Katie zu Tode erschrocken herumwirbelte und in zwei amüsiert funkelnde, tiefblaue Augen blickte.
„Pucey.“, stieß sie ärgerlich hervor und holte aus, um ihm zur Strafe für diesen hinterhältigen Überfall einen Hieb gegen die Schulter zu verpassen. „Sag mal, spinnst du? Was soll denn das?“
„Na, na, na, Bell.“, tadelte er sie, fing ihre Hände ein und stemmte sie neben ihrem Kopf gegen das Regal, wobei er gleichzeitig auch dafür sorgte, dass Katie mit dem Rücken komplett am Regal stand. „Wir wollen doch wohl nicht handgreiflich werden, oder? Immerhin brauchst du mich noch, um Wood wieder in die Spur zu kriegen.“
„Das heißt noch lange nicht, dass du mich so erschrecken darfst, du Troll.“, fauchte sie ihn an und versuchte gleichzeitig, ihm ihre Hände zu entwinden. „Und jetzt laß mich gefälligst los.“, knurrte sie, als der gewünschte Erfolg ausblieb.
„Wieso?“, fragte er sie und sah ihr dabei deutlich amüsiert in die Augen. Er war ihr so nahe, dass sie seinen warmen Atem auf ihrem Gesicht spüren konnte. „Schaffst du das etwa nicht allein? Ich dachte dein Käpt'n trainiert euch darin, mehr Kraft in die Arme zu bekommen, damit ihr den anderen Jägern und Hütern den Quaffle um die Ohren hauen könnt? Und so oft, wie ihr draußen auf dem Feld seid, dürfte es doch für dich kein Problem sein, die Hände wieder frei zu bekommen. Oder klappt es mit dem Training nicht so? Lenkt Woody-Boy dich vielleicht doch zu sehr ab?“
„Mit dem Training klappt es bestens. Danke der Nachfrage.“, zischte Katie und versuchte weiterhin erfolglos, ihre Hände frei zu bekommen. „Ich bin durchaus in der Lage, dir mit dem Quaffle dein blödes Grinsen dauerhaft aus dem Gesicht zu schießen. Das kann ich dir garantieren. Aber das hier ist eine ganz andere Sache. Und jetzt laß mich los.“
„Es scheint mir glatt so, dass du mir im direkten Vergleich nicht gewachsen bist, Bell, hm?“, schmunzelte Adrian und ließ ihre Hände nur minimal los, um ihr nicht unnötig weh zu tun. „Das ist wirklich interessant. Und ich muß ehrlich zugeben, dass mir diese ganze Situation hier außerordentlich gut gefällt.“
„Mir nicht.“, knurrte Katie und funkelte ihn wütend an.
„Ach komm schon.“, widersprach er ihr mit leiser Stimme, die ihr ungewollt einen kleinen Schauer über den Rücken jagte. „Das nehme ich dir nicht ab. Du genießt das hier doch genauso wie ich.“
„Tue ich nicht.“
„Oh doch, das tust du. Das sehe ich dir an der Nasenspitze an.“, widersprach Adrian ihr und wechselte dann das Thema. „Also, Bell, wie hast du dir die ganze Sache eigentlich vorgestellt?“
„Ich?“, fragte Katie ihn empört und hörte auf, ihre Hände aus seinem Griff zu befreien. „Was weiß denn ich? Das hier ist schließlich nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern auf dem von Matt und David. Ich habe absolut keine Ahnung, wie das hier laufen soll. Frag doch die beiden, wenn du nicht weißt, wie du einem Mädchen nur zum Schein den Kopf verdrehen sollst.“
„Also habe ich absolut freie Hand?“, fragte Adrian sie lauernd.
„Du hast nur soweit freie Hand, wie es niemanden verletzt oder mein Team ernsthaft durcheinander bringt.“, antwortete Katie ihm schließlich, nachdem sie einen Moment darüber nachgedacht hatte.
„Also kein Schuss unterhalb von Woody-Boys Gürtellinie.“, meinte Adrian nachdenklich. „Schade eigentlich.“
„Pucey!“, knurrte Katie ihn an. „Wage es ja nicht, unfair zu werden. Ich will Oliver nur im übertragenden Sinne einen kleinen Arschtritt verpassen. Nicht mehr und nicht weniger. Ist das klar?“
„Yep, vollkommen klar.“, nickte Adrian.
„Gut, und jetzt laß mich endlich los, bevor Oliver sich wundert, wo ich bleibe.“
„Ach, der schwitzt noch immer über seinen Hausaufgaben und bekommt kaum was mit, was um ihn herum passiert. Das sehe ich sogar von hier aus.“, meinte Adrian gelassen und sah kurz an Katie vorbei durch das Regal. „Mach dir um den mal keine Sorgen. Wir haben noch alle Zeit der Welt, um unsere kleine Unterhaltung fortzuführen.“
„Tja, dann wirst du dich wohl mit dir alleine weiter unterhalten müssen, denn ich habe keine Lust mehr dazu.“, schaltete Katie auf stur und starrte ihm finster in die Augen.
„Nun, wenn dir nicht nach unterhalten ist, können wir auch was anderes machen. Wonach steht dir denn so der Sinn?“
„Danach, dass du mich endlich losläßt und ich von hier verschwinden kann.“
„Wieso? Hast du Angst mit mir alleine zu sein?“
„Angst? Mach dich nicht lächerlich.“
„Oder hast du Angst davor, was ich mit dir anstellen könnte, wenn ich es drauf anlege?“, flüsterte er jetzt leise und recht anzüglich. „Denn dass du mir im Moment ziemlich ausgeliefert bist, ist kaum zu übersehen.“
„Das ist ja auch kein Wunder, denn erstens bist du ein Kerl und hast somit von Natur aus mehr Kraft als ich und zweitens bist du fast zwei Jahre älter als ich, was diese ganze Sache noch deutlicher zu deinen Gunsten ausfallen läßt. Und drittens bin ich dir nur körperlich unterlegen, denn was meinst du, was hier los ist, wenn ich anfange, laut zu schreien?“
„Okay, der Punkt geht an dich.“, erwiderte Adrian und brachte ihre Gesichter ein wenig mehr auf Abstand, was Katie ein triumphierendes Lächeln entlockte. „Aber dir ist andererseits schon klar, dass das auch nur ein kurzfristiger Vorteil ist, oder? Ich könnte dich nämlich ohne Probleme ruckzuck zum schweigen bringen.“
Katie riss die Augen auf und starrte Adrian erschrocken an. Was sollte das denn heißen? Wollte er ihr etwa drohen?
„Und außerdem hättest du schon längst geschrien, wenn du es wirklich gewollt hättest.“, sprach er nun vollkommen gelassen weiter. „Was wiederum beweist, dass du dich nicht wirklich unwohl in dieser Situation fühlst. Du genießt es eben doch.“
„Hnnngh!“, knurrte Katie ihn an. „Du bist so ein ... ein ...“
„... verflucht attraktiver Kerl, der dein Blut zum kochen bringt und deine Knie in Wackelpudding verwandelt?“, beendete Adrian ihr Gestammel, als sie nicht mehr wußte, was sie noch sagen sollte.
„Aber eingebildet bist du gar nicht, oder?“, fragte Katie ihn schließlich spöttisch, nachdem sie ihn daraufhin ein paar Sekunden lang sprachlos angestarrt hatte.
„Nein, denn ich weiß, was du jetzt wirklich willst.“, antwortete er ihr leise und sah ihr dabei die ganze Zeit über so tief in die Augen, dass es Katie schon ein wenig mulmig wurde. „Und das hat ganz und gar nichts mit loslassen zu tun.“
„Ach nein? Und womit dann, du großer Frauenversteher?“, provozierte sie ihn und wartete, was er darauf wohl antworten würde.
Doch statt ihr eine Antwort zu geben, sah Adrian ihr nur weiter in die Augen und kam ihr dabei unaufhaltsam näher. Katie kam sich vor, wie das sprichwörtliche Kaninchen vor der Schlange und sie wußte beim besten Willen nicht, was sie sagen sollte. Ihr Blick hing wie gebannt an Adrians tiefblauen Augen und wanderte dann zu seinen Lippen hinunter, die den ihren unaufhaltsam näher kamen.
Oh Gott, er wollte sie doch nicht etwa wirklich küssen, oder? Das konnte nicht sein Ernst sein. Das konnte er nicht tun. Das wollte sie doch gar nicht. Doch warum tat sie dann nichts dagegen? Warum hielt sie ihn nicht auf? Es wäre so leicht. Ein einziger kurzer Schrei würde reichen. Und selbst wenn er sie dann mit einem Kuß abwürgen würde, würde Oliver im handumdrehen hier sein und ihr helfen. Schließlich saß er nicht wirklich weit weg.
Doch statt zu schreien, sah sie Adrian nur weiterhin wie gebannt an. Völlig unbewußt neigte sie ebenfalls ihren Kopf. Ihre Lippen öffneten sich leicht und sie schloss die Augen, ohne es überhaupt zu bemerken. Alles, was sie in diesem Moment wollte, war, mal wieder so richtig geküßt zu werden. Oliver hatte sie lange nicht mehr richtig geküßt und diese ganze Situation mit Adrian, auch wenn er nur mit ihr spielte und nichts wirklich ernst meinte, war einfach zu faszinierend, um ihr ernsthaft widerstehen zu können. Sie sehnte sich danach, begehrt zu werden, und Adrian Pucey gab ihr in diesem Moment genau dieses Gefühl.
Sie spürte, dass nur noch wenige Millimeter zwischen seinen und ihren Lippen lagen und dass sie jeden Moment Adrians Lippen auf ihren spüren würde. Lippen, die schon so viele Mädchen um den Verstand gebracht hatten und die angeblich ganz genau wußten, was sie taten, wenn sie den Gerüchten Glauben schenken konnte, die über Adrian Pucey in ganz Hogwarts kursierten.
Doch sie wartete vergeblich. Verwirrt öffnete sie die Augen und sah in seine, die sie jetzt nicht spöttisch, amüsiert oder provozierend ansahen, sondern ernst und absolut ehrlich.
„Weißt du, Katie.“, meinte er jetzt halblaut und brachte wieder ein wenig Abstand zwischen sie beide, während er gleichzeitig ihre Hände freigab. „Ich hätte wirklich nichts dagegen, dich zu küssen. Aber ich tue es nur, wenn du es auch willst. Wirklich willst, und es nicht nur deshalb tust, weil du frustriert bist. Ich habe nämlich ein Problem damit, wenn ich ein Mädchen küsse und sie dabei an einen anderen denkt.“
Katie sah ihn verwirrt an und senkte dann den Blick. Sie konnte Adrian jetzt einfach nicht ansehen. Ihr ging zuviel durch den Kopf, was sie völlig aus der Bahn warf.
Langsam trat Adrian ein paar Schritte zurück und gab ihr somit wieder den Weg frei.
„Du kannst dich auf mich verlassen.“, meinte er dann. „Matt hatte noch was gut bei mir und diesen Gefallen löse ich ihm bei deinem Problem ein. Auch wenn ich persönlich denke, dass Wood ein Idiot ist und er so einen Aufwand gar nicht wert ist. Wir sehen uns.“
Katie hörte, wie er davon ging und sie sah auf.
„Adrian.“, rief sie ihm leise nach und er drehte sich neugierig um. Hatte sie bemerkt, dass sie gerade seinen Vornamen benutzt hatte oder tat sie es unbewußt? „Ich habe nicht an ihn gedacht.“
„Aber auch nicht an mich.“, antwortete er genauso leise.
„Nein.“, gab Katie ihm recht, auch wenn es nicht ganz der Wahrheit entsprach. Aber so sehr wollte sie sich dann auch nicht vor ihm bloß stellen. „Auch nicht an dich.“
„Dachte ich mir.“, meinte er und lächelte sie an. Ein Lächeln, dass sie sichtlich verwirrte, da es weder spöttisch noch herausfordernd war, wie sie es sonst von den Slytherins gewohnt war. Dann drehte er sich wieder um und ging ohne ein weiteres Wort davon.
Katie stand noch einen Moment reglos da und starrte nachdenklich auf die Stelle, wo Adrian gerade noch gestanden hatte. Dann schüttelte sie kurz den Kopf und griff nach dem Zaubereigeschichtelexikon.
„Was hat dich denn so lange aufgehalten?“, fragte Oliver sie, als sie wieder an ihrem Tisch ankam. „Du warst ja ewig hinter den Regalen verschwunden.“
„Ich konnte dieses blöde Lexikon nicht gleich finden.“, antwortete Katie abwesend. „Es stand nicht da, wo es eigentlich stehen sollte.“
„Dann hat sicherlich mal wieder jemand Strafdienst gehabt und mußte die zurückgebrachten Bücher einsortieren.“, war Olivers Vermutung. „Und dieser Jemand hat sich dabei nicht wirklich Mühe gegeben.“
„Wahrscheinlich.“, meinte Katie und vertiefte sich wieder in ihre Hausaufgaben. Aber ihre Gedanken schweiften ständig ab. Zu einem Slytherin mit schwarzen Haaren und tiefblauen Augen, der so gar nicht dem Bild des typischen Slytherins entsprach, wie sie es bisher kannte.
***
Am Montag in Verwandlung starrte Katie völlig abwesend an die Tafel, wo gerade die genaue Anweisung stand, wie man einen Topflappen in eine Kuckucksuhr verwandelte. Eigentlich war sie eine gute Verwandlungsschülerin, doch heute war sie nicht ganz bei der Sache. Ihre Kuckucksuhr bestand aus gehäckeltem babyblauen Stoff und der Kuckuck selber war gar nicht vorhanden. Professor McGonagall warf ihr einen irritierten Blick zu, den sie schuldbewußt erwiderte und sich hastig daran machte, es noch einmal zu versuchen.
Als es klingelte stieß sie einen erleichterten Seufzer aus und packte hastig ihre Sachen zusammen, um zum Mittagessen zu kommen. In der großen Halle setzten sich Leanne und Caroline zu ihr und sahen sie fragend an.
„Was?“, fragte Katie lahm und sah Leanne aus den Augenwinkeln an, während sie die Eingangstür nicht aus den Augen ließ.
„Ich frage mich, was heute bloß mit dir los ist.“, antwortete Leanne. „Ich habe seit gestern Abend das Gefühl, als wäre meine beste Freundin ein Roboter, der nur die absolut simpelsten Dinge kann. Was ist eigentlich los? Seit du und Oliver gestern zusammen in der Bibliothek wart, läufst du völlig neben der Spur.“
„Ach was. Das bildest du dir nur ein.“, winkte Katie ab. „Mit mir ist alles in Ordnung.“
Leanne sah Caroline an, die jetzt erst Katie und dann Leanne mit hochgezogener Augenbraue ansah. Diese verdrehte die Augen und wandte sich wieder Katie zu.
„Ich glaube dir kein Wort, Katie Bell.“, erwiderte sie. „Irgendwas ist in der Bibliothek vorgefallen, wovon du uns nichts erzählst. Haben du und Oliver euch gestritten? Habt ihr ...“ Leanne bekam plötzlich kugelrunde Augen und sah Caroline alarmiert an, die ihre Freundin verwirrt anblinzelte. „Er hat nicht Schluß gemacht, oder? Ihr seid noch zusammen. Er hat dich nicht abserviert, oder? Bitte sag mir, dass er das nicht getan hat.“
Jetzt bekam auch Caroline große Augen und sah Katie fragend an. Katie fuhr jetzt herum und sah die beiden an.
„Was?“, fragte sie völlig perplex. „Wie kommt ihr denn auf so einen Quatsch? Natürlich sind wir noch zusammen. Ich habe ... einfach nur einen schlechten Tag. Das ist alles.“
Ihre Freundinnen sahen Katie zweifelnd an, doch Katies Blick war schon wieder zur Tür gewandert, wo Oliver jetzt hereinkam, sich kurz umsah und dann zu ihr rüberkam.
„Hi Schatz.“, murmelte er, setzte sich neben sie, gab ihr einen schnellen Kuß und griff nach der Kartoffelschüssel. „Ich kann dir sagen, wenn ich noch einmal was von Barnabas dem Schrecklichen oder dem kauzigen Karl höre, fange ich an zu schreien. Wozu um alles in der Welt braucht ein Mensch so tiefe Einblicke in die Koboldaufstände? Binns soll uns lieber was über Merlin oder die Gründer oder die Hexenverbrennung im Mittelalter beibringen. Damit können wir wenigstens was anfangen. Aber Koboldaufstände?“
„Sieh' es positiv, du mußt ihn nur noch ein paar Monate ertragen. Ich dagegen noch über drei Jahre.“, seufzte Katie und machte sich jetzt ebenfalls über ihr Essen her.
„Aber ich bin im UTZ-Jahr. Ich brauche einen ...“
„... UTZ in Zaubereigeschichte?“ Katie sah Oliver mit skeptisch hochgezogener Augenbraue an. „Wozu bitte braucht man als angehender Profispieler einen UTZ in Zaubereigeschichte?“
„Ich brauche keinen UTZ in Zaubereigeschichte. Aber ich darf auch nicht schlechter als A sein, da es Grundvoraussetzungen gibt, wenn man Profi werden will. Jemand mit einer jämmerlichen Allgemeinbildung ist kein gutes Aushängeschild für ein Profiteam.“
„Na, dann kann Flint schonmal kein Profi werden.“, erwiderte Katie schulterzuckend und griff nach ihrem Kürbissaftglas. „Wenigstens das bleibt uns erspart. Dem Himmel sei dank.“
„Also das würde ich nicht zu laut sagen, wenn ich du wäre, Bell.“, meinte eine Stimme direkt vor ihr. „Marcus läßt auf dem Gebiet wirklich nicht mit sich spaßen.“
Katie verschluckte sich so heftig an ihrem Kürbissaft, dass sie gar nicht so schnell husten konnte, wie sie es gemusst hätte. Mit weit aufgerissenen Augen sah sie auf und sah in ein paar tiefblaue Augen, die sie spöttisch anfunkelten. Es war schließlich Oliver, der die Sprache zuerst wiederfand.
„Pucey!“, knurrte er. „Was willst du hier?“
„Mit deiner Freundin reden, Wood.“, entgegnete Adrian vollkommen ungerührt und sah Oliver dabei nicht mal an. Er hielt stattdessen Katies Blick gefangen, die ihn völlig irritiert und unterdrückt panisch anstarrte. Wollte er wirklich so direkt vorgehen? War das nicht ein wenig zu sehr mit dem Holzhammer zugeschlagen?
„Es gibt nichts, worüber du mit Katie zu reden hättest, Pucey. Also verschwinde.“
„Oh, ich glaube schon, dass es da etwas gibt, Wood.“, erwiderte Adrian und sah jetzt doch zu Oliver hinüber. „Immerhin gebe ich ihr seit heute Nachhilfe in Zaubertränke.“
„Du tust was?“ Katie hatte jetzt doch die Sprache wiedergefunden und blinzelte Adrian verwirrt an.
„Ich gebe dir Nachhilfe in Zaubertränke, Bell.“
„Wer sagt das?“
„Professor Snape. Er hat wohl keinen Nerv mehr darauf, dass ihm so eine nervige, kleine Gryffindor-Göre wie du dauernd den halben Kerker wegsprengt.“
Ein Grinsen breitete sich auf Adrians Gesicht aus, während Katie knallrot anlief und was von „völlig aus Versehen“ murmelte. Oliver sah verblüfft zwischen Katie, Adrian und Katies Freundinnen hin und her, die schwer damit kämpften, nicht laut loszuprusten. Doch schließlich wandte er sich wieder Adrian zu, der ihn inzwischen spöttisch angrinste.
„Was, Wood?“
„Wieso mußt ausgerechnet du Katie Nachhilfe geben? Es gibt genug andere, die das auch könnten. Es muß nicht unbedingt einer von eurer Brut sein.“
„Nun, weil wir Slytherins nunmal die besten Noten in Zaubertränke haben, Wood.“, antwortete Adrian und sah dann Katie wieder an, die immer noch ziemlich rot angelaufen war. „Heute Abend, acht Uhr im Zaubertränkekerker.“, wies er sie laut genug an, damit es alle im Umkreis von knapp 5 Metern mitbekamen. „Und ich würde an deiner Stelle nicht zu spät oder sogar gar nicht kommen, denn es wäre wirklich zu schade, wenn du nicht dabei sein könntest, wenn wir euer Team in Grund und Boden spielen, weil du eine unnötige Strafarbeit absitzen mußt.“
Aufstöhnend ließ Katie den Kopf auf die Tischplatte fallen. Als wenn es nicht schon reichen würde, dass sie selber seit dem Vorfall gestern in der Bibliothek völlig durcheinander war und Leanne und Caroline sie merkwürdig ansahen. Jetzt wäre es nur noch eine Sache von ein paar Stunden, bis die komplette Schule wußte, dass sie Zaubertränke-Nachhilfe von Adrian Pucey bekam. Wunderbar. Das sich die ganze Sache so schnell entwickeln würde, hätte sie nicht gedacht. Aber jetzt gab es kein Zurück mehr. Adrian hatte öffentlich den ersten Zug gemacht und das Spiel begonnen. Und das sogar mit einem brillanten Schachzug, wie sie neidlos anerkennen mußte. Er war eben doch nicht umsonst ein Slytherin. Von Manipulation und dem Ausnutzen von Gelegenheiten verstand er scheinbar eine ganze Menge.
***
„Ich verstehe gar nicht, wie du es schaffst, mit einem Heiltrank gegen Schürfwunden den halben Kerker in die Luft zu sprengen. Das geht doch gar nicht.“, meinte Adrian am Abend kopfschüttelnd, als er und Katie im Zaubertränkekerker den Trank nochmal brauten, der Katie und dem Klassenraum am Morgen noch zum Verhängnis geworden war. „Was hast du denn gemacht, um da eine Explosion hinzukriegen? Selbst wenn du die Zutaten nicht sorgfältig zerkleinerst oder in der falschen Reihenfolge reintust, hätte es nicht explodieren dürfen.“
Katie zuckte nur mit den Schultern und schnippelte verdrossen weiter an einer der Wurzeln, von der sie schon wieder vergessen hatte, wie sie hieß. Adrian sah sie eine Weile mit skeptisch geneigtem Kopf an und fing schließlich an zu grinsen. Nach ein paar Minuten riß Katie der Geduldsfaden. Sie stieß ihr Messer mit Wucht in das Schneidebrett und sah ihn giftig an.
„Was?“, knurrte sie und kniff die Augen noch enger zusammen, um gefährlicher zu wirken. Allerdings misslang der Versuch gründlich, denn Adrians Grinsen wurde noch breiter.
„Du hast die Ringelblumenstengel mit den Rauschminzestengeln verwechselt, oder?“
Katies Gesichtsfarbe nahm einen gefährlichen Rotton an und mit Adrians Beherrschung war es jetzt vollkommen vorbei. Heftig lachend sank er auf den kleinen Holzhocker zusammen, der neben dem steinernen Tisch stand, auf dem Katies Kessel munter vor sich hinbrodelte.
„Wie schön, dass ich dich so amüsieren konnte.“, brummte Katie grummelnd und warf eine handvoll getrocknete Glühwürmchen in den Trank, der sich daraufhin schlagartig lila färbte und somit dem näher kam, was er einmal werden sollte. Heute Morgen war ihr Trank an dieser Stelle noch giftgrün geworden und als sie dann die Stengel, von denen sie sicher war, dass es die richtigen waren, hineingeworfen hatte, hatte es plötzlich einen gewaltigen Knall gegeben und alles im Umkreis von etwas drei Meter war glatte dreißig Zentimeter in die Luft gehüpft, um dann in einer pechschwarzen Rauchwolke scheppernd zu Boden zu fallen.
„Da bist du selber Schuld.“, prustete Adrian und wischte sich Lachtränen aus den Augen. „Herrgott Kitty, das ist ein glatter Anfängerfehler. Ich kann wirklich verstehen, warum Snape stinkig ist, wenn ihm eine Viertklässlerin den Kerker mit Fehlern in die Luft sprengt, die sie schon im zweiten Trimester des ersten Schuljahrs nicht mehr machen sollte. Kein Wunder, dass er dir Nachhilfe aufgebrummt hat. Es wundert mich ehrlich gesagt, dass er das nicht schon Jahre früher getan hat.“, fügte er murmelnd hinzu und schüttelte verblüfft über soviel Unvermögen in Sachen Zaubertränke den Kopf.
Katie schnaubte und wandte sich wieder der Wurzel zu, die sie laut Adrian in exakt fünf mal fünf Millimeter große Würfel zerkleinern sollte. Sie selber fand ja, dass die Wurzel es nicht mal merken würde, wenn es vier oder sechs Millimeter waren, aber Adrian war da gänzlich anderer Meinung. Also tat sie ihm den Gefallen. Schließlich hatte sie nicht vor, ewig mit ihm hier festzusitzen.
„Und wieso hat er ausgerechnet dich zu meinem Nachhilfelehrer ernannt? Hast du dich bei ihm eingeschleimt, um deine Noten zu verbessern?“
„Reiner Zufall. Meine Noten sind gut genug, dass ich es nicht nötig habe, mich einzuschleimen. Ich war gerade auf dem Weg in unseren Gemeinschaftsraum, weil ich was für Zauberkunst vergessen hatte und da habe ich Snape hier vor sich hin schimpfen gehört.“ Adrian zuckte mit den Schultern und schmunzelte wieder. „Eigentlich wäre es mir ja egal gewesen, was ihm schon wieder die Laune verhagelt hat, aber dann fielen die Worte „Bell“ und „nichtsnutzige Gryffindors“ und ich wurde neugierig. Also bin ich zu ihm rein und wollte fragen, ob ich ihm irgendwie helfen könnte und bin in einen völlig chaotischen, verrußten Klassenraum getreten. Snape hat mich erst etwas überrascht angesehen und meinte dann, dass es ganz gut wäre, dass ich gerade da bin, denn er hat da etwas, was einer von seinen guten Schülern erledigen soll, damit sein Kerker nicht mehr ständig in die Luft fliegt und am Ende wie ein Schlachtfeld aussieht. Was glaubst du, wie überrascht ich war, als er mich daraufhin darum gebeten hat, ausgerechnet dir Nachhilfe zu geben?“
Katie seufzte resigniert und verdrehte die Augen, schnitt jedoch stumm die Wurzel weiter in exakt fünf mal fünf Millimeter große Würfel. Adrian hatte jetzt den Ellenbogen auf die Tischplatte und seinen Kopf in die Hand gestützt und sah ihr beim schneiden zu.
„Dir scheint öfter mal der Kessel zu explodieren, oder?“, fragte er schließlich im Plauderton. Er hätte genauso gut über das Wetter reden können.
Katie zuckte mit den Schultern und schnippelte weiter. Dabei war sie sich durchaus bewußt, dass Adrian ihr direkt auf die Finger sah und sie konnte es nicht leiden, wenn jemand das tat. Das machte sie nervös und meistens ging dabei etwas schief. Und genau das tat es in diesem Moment auch. Erschrocken aufschreiend hüpfte sie einen halben Meter zurück. Das Messer fiel klirrend zu Boden und reflexartig hatte sie den linken Zeigefinger fest mit der rechten Hand umfaßt. Innerhalb von Sekunden waren der Finger und die Hand blutverschmiert und Katie kniff wimmernd die Augen zusammen.
„Scheiße, scheiße, scheiße, scheiße, SCHEIßE VERDAMMT NOCHMAL!!!“
Adrian war im selben Moment aufgesprungen und versuchte Katie zu beruhigen und ihren Finger genauer unter die Lupe zu nehmen. Das war jedoch gar nicht so einfach, denn Katie hatte sich vornüber gebeugt und die Hand fest an den Bauch gedrückt, um den Schmerz besser unterdrücken zu können.
„Komm schon Katie, beruhig dich. Das ist nur ein kleiner Schnitt. Der wird dich schon nicht umbringen. Du bist schließlich Quidditchspielerin. Du hast schon schlimmeres erlebt. Jetzt zeig mal her. Katie? KATIE!!!“
Adrian hatte sie jetzt an die Schultern gefaßt und zwang sie somit, sich aufzurichten. Katie hatte die Augen immer noch fest zusammen gekniffen und sog scharf die Luft ein.
„Sieh mich an, Katie.“, forderte Adrian sie auf und schüttelte sie leicht. „Katie! Sieh. Mich. An.“ Katie öffnete die Augen und sah Adrian an. Er konnte ihr deutlich ansehen, dass sie ziemlich große Schmerzen hatte. „Und jetzt zeig mal her. So schlimm kann das schließlich nicht sein.“
Ganz langsam, wie in Zeitlupe, öffnete Katie den Klammergriff um ihren linken Zeigefinger. Die Augen hatte sie jedoch weiterhin auf Adrians Gesicht gerichtet und deshalb entging ihr auch nicht, wie dieser plötzlich das Gesicht verzog und jetzt ebenfalls scharf die Luft einsog.
„Krankenflügel. Sofort.“, war alles was Adrian sagte und jetzt wagte Katie doch einen Blick auf ihren Finger. Im selben Moment wußte sie allerdings, dass sie das besser nicht getan hätte, denn es war nicht nur ein kleiner Schnitt. Das Messer war bis auf die Knochen runtergerutscht und hatte ihr praktisch den halben Finger abgesäbelt, während das Blut nur so in Sturzbächen heraus floß. Ihr Magen drehte sich um, in ihren Ohren rauschte es und vor ihren Augen tanzten plötzlich Sternchen. Im nächsten Moment verweigerten ihre Beine ihr den Dienst. Sie sackte zusammen und nur Adrians gut trainierten Jägerreflexen war es zu verdanken, dass sie nicht auf dem harten Kerkerboden aufschlug und sich noch weitere Verletzungen zuzog.
***
Als Katie die Augen wieder aufschlug sah sie auf einen nur allzu bekannten Riss an der Decke. Frustriert stöhnte sie auf und schloß die Augen gleich wieder. Auf diesen Riss hatte sie schon viel zu oft gesehen. Meist nach einem Quidditchspiel und oft genug auch nach einer der verrückten Trainingseinheiten. Sie war mit diesem Riss schon per du und hatte eigentlich nicht vorgehabt, nach ihrem letzten „Date“ mit dem Riss diese Beziehung so schnell zu vertiefen.
„Ich hatte nicht gesagt, dass du dich so sehr in die Sache reinsteigern sollst, dass du Adrian ohnmächtig in die Arme sinkst, Katie.“, meinte eine belustigte Stimme neben ihr. „Zumindest nicht dann, wenn Oliver nicht mal dabei ist und es mitbekommen könnte.“
Langsam drehte Katie den Kopf nach rechts und schlug die Augen auf. Neben ihrem Bett stand Matt und sah sie unterdrückt grinsend mit hochgezogener Augenbraue an. Matt half seit einigen Wochen dreimal pro Woche im Krankenflügel aus, da er Heiler werden wollte. Madame Pomfrey freute sich über diese Hilfe, vor allem da Matt ein ziemliches Talent zu haben schien. Deshalb wunderte es sie nicht, dass er statt der Schulkrankenschwester neben ihr stand. Er hatte in der Vergangenheit ebenfalls schon viel zu oft unwissentlich Anstandsdame bei einem Date zwischen ihr und dem Riss gespielt.
„Das war auch nicht wirklich geplant. Aber dein dämlicher Cousin hat mich nervös gemacht und dadurch bin ich mit dem Messer abgerutscht.“, murmelte Katie und setzte sich jetzt auf. Scheinbar hatte sie dies aber doch ein wenig zu schnell getan, denn wieder tanzten Sterne vor ihren Augen und sie geriet ins schwanken.
Schnell griff Matt nach ihr, stützte sie bis sie sich gefangen hatte und sah sie dann vorsichtig an. „Alles okay?“
Katie atmete noch ein paar mal mit geschlossenen Augen tief durch und sah Matt dann nickend an. „Ja ... ja, ich denke schon.“
Matt sah sie leicht zweifelnd an und setzte sich dann neben ihr auf die Bettkante.
„OK, Madame Pomfrey läßt dir ausrichten, dass du beim nächsten Mal besser aufpassen sollst und dass du nochmal Glück gehabt hast.“, fing er an zu erklären und Katies Blick fiel bei diesen Worten auf ihren linken Zeigefinger, der in einem dicken, schneeweißen Verband eingewickelt war und nur noch leicht dumpf pochte, statt zu schmerzen. „Wundersamerweise hast du dir nichts wirklich wichtiges durchgesäbelt. Alle Sehnen sind in Ordnung und du hast nur eine ganze Menge kleiner Adern und das Fleisch an sich eingeschnitten. Außerdem hast du jetzt eine kleine Kerbe im Knochen des obersten Fingerglieds, aber außer auf Muggelröntgenbildern sieht man das sowieso nie und sollte dich nicht weiter stören.“ Katie schnaubte und verdrehte die Augen. Eine Kerbe in einem Knochen, die man sowieso unter normalen Umständen nie wieder sehen würde, war gerade wirklich ihre geringste Sorge. „Wir haben dir da jetzt eine Heilpaste drauf getan, die gleichzeitig auch etwas betäubt, aber du solltest trotzdem den Trank hier mitnehmen, denn es könnte später noch schmerzen und dann hast du was dagegen. Und du sollst morgen früh zum Verbandswechsel kommen.“
Katie sah Matt an, nickte und griff nach dem kleinen Fläschchen, dass er ihr hinhielt. „Heißt das, ich darf gehen?“, vergewisserte sie sich, da sie sich irgendwie nicht wirklich vorstellen konnte, dass Madame Pomfrey sie mit einem halb abgesäbelten Finger gehen ließ, wenn sie sonst jeden über Nacht hier behielt, der es wagte, in ihrer Gegenwart nur einmal leicht zu husten.
„Wenn es nach Poppy geht, müßtest du hierbleiben, aber ich konnte sie mit dem Argument überreden, dass du als Quidditchspielerin doch schon sehr viel schlimmeres gewohnt bist, als nur einen abgesäbelten Finger.“
„Und das hat sie überzeugt?“
„Nein.“
„Und wieso darf ich dann trotzdem gehen?“
„Weil ich gesagt habe 'Madame Pomfrey, dieses Mädchen ist seit drei Jahren im Team von Oliver Wood. Sie ist hart im nehmen.' Und das hat sie schließlich überzeugt.“ Matt grinste Katie zwinkernd an und Katie konnte nicht anders, als ebenfalls zu grinsen. „Komm nur bitte morgen früh gleich zum Verbandswechsel. Sonst reißt Poppy mir den Kopf ab.“
„Mach ich.“, nickte Katie. „Danke Matt. Ich bin wirklich nicht wild darauf, meine Beziehung mit dem Riss zu vertiefen.“
„Du bist was?“, fragte Matt irritiert, doch grinste gleich darauf wissend, als Katie nur stumm an die Decke wies. „Ach so. Mach das du wegkommst.“
Katie hüpfte vom Bett und ging rückwärts auf den Ausgang zu. „Weiß du, Matt, als ich den ... Arrrrgggh“
Wild mit den Armen rudernd versuchte Katie das Gleichgewicht zu halten, da sie über irgendetwas gestolpert war und wurde nur von ein paar blitzschnell zugreifenden Armen daran gehindert.
„Also, wenn du mir heute Abend nochmal in die Arme fällst, schuldest du mir als Dank einen Kuß, Kitty.“, raunte ein Stimme ihr ins Ohr und Katie entwich ein genervtes Schnauben. Ihr Blick fiel auf Matt, der immer noch auf dem Bett saß und schwer mit sich zu kämpfen hatte, nicht zu lachen. Katie warf ihm einen finsteren Blick zu und er breitete kapitulierend die Arme aus, konnte aber dennoch das Grinsen nicht verhindern. Doch Katie bekam das nur halb mit, denn sie hatte sich schon umgedreht und funkelte jetzt Adrian an, der mit einer Gelassenheit dastand, die schon fast an Unverschämtheit grenzte.
„Adrian!“, knurrte sie warnend.
„Kitty!“, erwiderte er gelassen und hob fragend eine Augenbraue.
„Nenn. Mich. Nicht. Kitty!“, brummte sie gefährlich leise, doch Adrian lachte nur und drehte sich zum Ausgang um.
„Wie du willst ... Kitty.“, antwortete er und stieß die Tür auf.
„Hnnnngh!“, kam es gereizt von Katie und sie stürzte hinter Adrian her aus dem Krankenflügel hinaus.
Spätestens jetzt war es mit Matts Beherrschung vorbei und er ließ sich laut lachend rückwärts auf's Bett fallen.
„Oh Merlin, wenn ich nicht wüßte, dass das alles nur gespielt ist, würde ich glatt behaupten, dass die zwei bis über beide Ohren ineinander verknallt sind, so überzeugend wirkt das. Oliver, du tust mir jetzt schon leid. Du hast ja keine Ahnung, was da noch auf dich zu kommt.“
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