
von YuraFawkes
Kaltes Mondlicht tauchte die weiße Schneedecke auf der einsamen Waldlichtung in einen schaurigen Schein.
Makellos und unberührt lag sie unter dem von Sternen bestickten schwarzen Nachthimmel.
Etwas bewegte sich hinter einer alten Fichte, am Rande der Lichtung, und reckte nervös seine langen Löffelohren in die Nachtluft.
Der Hase verharrte noch einen kurzen Moment angespannt unter dem schützenden Nadeldach des uralten Baumes, bevor er schließlich mit kräftigen Stößen seiner Läufe ins Freie sprang.
In der Mitte der Lichtung angekommen, verweilte er wieder. Die schwarzen Knopfaugen des Geschöpfes musterten aufmerksam seine Umgebung, während die Lauscher abwechselnd in verschiedene Himmelsrichtungen zuckten. Der Atem des kleinen Wesens verpuffte in nebligen Wölkchen, als sie auf die schneidende Kälte der Nacht trafen. Wiederum hoppelte es einen Sprung und blieb abrupt stehen. Die Stille der Nacht schien Es zu beunruhigen. Selbst das Rauschen des Windes war verschollen, von der bitteren Kälte bezwungen, gar eingefroren, scheinbar erlahmt. Kein Zweig knackte, nur die leichte Schneedecke ächzte flüsternd unter seinem Gewicht. Jäh wurde der Schlaf der Dunkelheit durchbrochen. Sanft und doch bestimmend. Das leichte Rauschen schon verflogen bevor es wirklich wahrgenommen. Ein Lichtblitz, smaragdgrün und leuchtend, so hell und klar als ob er dem Mond sein eigenes streitig machen wolle. Und dann wieder Stille. Der kleine Hase lag tot im sanften Schnee als würde er schlafen. In den schwarzen Knopfaugen noch den Spiegel des Mondes, klar und doch verblassend. Es begann zu schneien. Kleine Flocken fielen schimmernd vom Himmel und bedeckten das Fell des Tieres sanft unter Ihnen.
Unbeeindruckt von diesem merkwürdigen Schauspiel der Nacht warf der Mond wieder sein fahles Licht vom schwarzen Himmel herab. Aus der Dunkelheit des Waldes löste sich eine hoch gewachsene Gestalt und trat mit sanften Schritten auf die Waldlichtung. Sie war in einen schwarzen Umhang verhüllt, lieblich verziert mit kleinen goldenen Sicheln. Winzige Schneeflocken verfingen sich in dem
weiß-blonden Haar des hageren Mannes, der mehr nun mit gleitender Eleganz, fast lautlos, in die Richtung des leblosen Körpers ging und vor Ihm verharrte. Interessiert musterten seine wachsam
grünen Augen den Körper vor ihm im Schnee und huschten ab und zu über die Lichtung.
Leise und bedacht viel der Schnee und die Kälte der Nacht ummantelte den Wald umher wie eine Festung
Wiederum wanderte der Blick des Mannes ruhig über die Lichtung, die kleinste Regung erfassend und blieb schließlich in der Nähe eines kleinen Felsens, der einsam aus dem Schnee empor stach, stehen. Die Stelle war leer und doch schien für Ihn dort etwas sichtbar. Kleine Fältchen bildeten sich auf der hohen Stirn und mit derselben Eleganz seines Schrittes zog seine langfingrige Hand unter dem seidenen Umhang einen länglichen Stab hervor. Plötzlich erhob sich eine reißende Böhe und ein tosendes
Rauschen erfüllte die Bäume. Der Wind schien geweckt und zornig über sein Erwachen. Grollend ächzten die alten Bäume des Waldes unter seiner Wut. Unberührt von diesem Lärm stand der Mann
mit flatterndem Umhang im aufgewirbelten Schnee und betrachtete weiter unentwegt die Stelle neben dem verlorenen wirkenden Fels. Doch nun geschah etwas. Zuerst nur klein, dann immer größer werdend, bildete sich ein Zylinder aus aufgewirbeltem Schnee, der schließlich fast zwei Meter groß
war. Und plötzlich hatte sich der Wind beruhigt, war wieder versunken in seinen Träumen.
Der wirbelnde Zylinder aus Schnee zerfiel und krieselte zurück auf den gefrorenen Boden.
Dort wo er getobt hatte stand nun ein Mann. Sein Erscheinungsbild war jedoch dies eines Bettlers verglichen mit dem prachtvollen Gewand des Beobachtenden. Er trug einen zerlumpten schwarzen Filsmantel und sein nasses, schulterlanges Haar fiel ihm wild in die scharfen Gesichtszüge. Über einer hackenförmigen Nase, blickten zwei stahlblaue Augen in die Nacht. Eine freundliche Stimme erhob sich.
Guten Abend Gellert. Was für eine bezaubernde Nacht um alte Freundschaften zu pflegen.sagte der Erschienene im Plauderton während er langsam auf den Mann in der Mitte der Lichtung
zuschlenderte. Dieser ließ den Zauberstab sinken und musterte verblüfft den Ankömmling.
Albus. entgegnete er verblüfft, machte einen Schritt in seine Richtung, blieb jedoch wieder stehen.
In der Tat, in der Tat mein alter Freund.
Nun blieb auch Dumbledore stehen und musterte Grindelwald.
Schweigen trat ein, bis schließlich Grindelwald das Wort ergriff.
Ich nehme an Albus du hast mich nicht aufgesucht in dieser lausigen Nacht um einen Plausch der alten Zeiten Willen zu halten?
Dumbledore lächelte. Nein, Gellert, nein.
Nun dann darf ich annehmen, dass das Ministerium dich endlich dazu überredet hat mich zu stellen?flüsterte Grindelwald nun mehr zu sich selbst als zu Dumbledore.
Das entspricht nicht ganz den Tatsachen Gellert. und jetzt wurde die Stimme des zerzausten Dumbledores ernster, blieb jedoch im freundlichen Plauderton
Leider ließen meine Überlegungen nur den Schluss zu, dass das Ministerium dich nicht stellen kann,
trotz meines anfänglichen Irrglaubens. Du weißt sicher auch, dass Ich dich nicht weiterhin wehrlose Muggle und Zauberer ermorden lassen kann, Gellert. Damit würde Ihr Blut genauso an meinen Händen kleben wie an deinen. Wie ich sehe ist die Zahl deiner Opfer um einen weiteren
Auror reicher? , und Dumbledore deutete mit seinem langen Zeigefinger auf den leblosen
Hasenkörper.
Grindelwald lachte.
Ja Albus es amüsiert mich, dass das Ministerium mich jetzt von Animagi beschatten lässt.
Er folgte mir schon seit vier Tagen aber erst heute Nacht hatte ich die Zeit mich seiner anzunehmen.
Darf ich fragen wie er hieß?Grindelwalds Blick wanderte für einen kurzen Moment auf den leblosen Körper zu seinen Füßen hinunter.
Es war Collen MC Gregor, der Chef der Abteilung für magische Strafverfolgung.
Wirst du seinem Sohn erklären, dass er nun als Waise aufwachsen muss, Gellert? entgegnete Dumbledore immer noch freundlich, jedoch mit kaltem Blick.
Albus, Albus dies sind die Opfer die nötig sind für ein größeres Wohl, dass du trotz deines Intellekts nie verstanden hast. Nun Ich denke, dass du die Aufgabe des Überbringers bestimmt für mich übernimmst nicht war? Grindelwald lächelte süffisant und fuhr fort:
Was mich jedoch nun interessiert Albus ist folgendes: Was genau stellst du dir unter „Mich stellen“
genau vor? Sicher hast du davon Kenntnis, dass Ich im Besitz des Elderstabs bin? Selbst du wärest
nicht so töricht DAS zu missachten. Er kann nicht besiegt werden und verleiht seinem Träger berauschende Magie .
Dumbledore grinste.
Also immer noch der kleine hochmütige Junge, Albus?Jetzt grinste auch Grindelwald und entblößte dabei seine spitzen Zähne.
Wie du weißt,und Albus Dumbledore trat einen Schritt auf Grindelwald zu,
ist jeder Zauberstab nur so mächtig in seiner Magie wie sein Träger.
Und Ich denke selbst der Elderstab erlaubt in diesem Punkt keine Ausnahme.
Auch Grindelwald war einen Schritt näher gekommen, erstarrte jedoch plötzlich mitten in der Bewegung.
Es sind noch weitere Leute des Ministeriums hierher unterwegs Dumbledore? Ich spüre Sie. Es dauert keine Minute mehr dann werden Sie dort am Rande der Lichtung erscheinen. Hast du auf Hilfe spekuliert? Ist das deine Strategie? Und nun lachte er laut und heiser.
Dumbledore lächelte.
Gewiss nicht Gellert. Aber dir scheint entgangen zu sein das auf Collen MC Gregor der Pervestigo
Zauber liegt. Nachdem immer mehr Auroren verschwanden, riet Ich dem Minister, alle Spione
mit diesem Aufspürzauber zu belegen. Zugegebenermaßen einer meiner brillanteren Einfälle der letzten Wochen, mein alter Freund.
Grindelwald musterte nun interressiert den toten MC Gregor.
Jaja tatsächlich… Albus…sehr gut… sehr gut…
In diesem Moment ertönte ein leises „Plopp“ hinter Grindelwald und die Szenerie verschwamm in der Folge der Geschehnisse. Ein Ministeriumsbeamter -ein bulliger Mann mittleren Alters - war aus dem Nichts erschienen, doch bevor er auch nur registriert hatte was sich auf der kleinen Lichtung abspielte, zückte Dumbledore mit solcher Leichtigkeit seinen Zauberstab, dass die Bewegung kaum wahrzunehmen war. Es folgte ein kaum merklicher Schlenker und der Zauberstab des Aurors wirbelte durch die Luft und verschwand in der Finsternis des angrenzenden Waldes.
Grindelwald war mit derselben blitzartigen Reaktion wie Dumbledore zehn Meter hinter den Ministeriumsbeamten apparriert. Mit erhobenem Zauberstab standen sich nun die zwei Magier gegenüber, den plump wirkenden Auror in Ihrer Mitte. Dumbledore ergriff augenblicklich das Wort, nun mit ernster Miene, den Zauberstab mit anmutiger Eleganz hoch erhoben.
Guten Abend Kingston.
Dumbledore warum… ,stotterte dieser abrupt los, wurde jedoch wiederum zeitgleich von dem in Lumpen gekleideten Magier unterbrochen:
Ich musste Sie leider mit sofortiger Wirkung entwaffnen, um Sie vor dem gleichen Schicksal wie MC Gregor zu beschützen. Verzeihen Sie Bitte. Ich nehme an, Ihre Kollegen werden uns auch bald Gesellschaft leisten?
Vorzüglich mein Lieber. Gute Arbeit. Zu meinem Bedauern muss ich Ihnen jedoch mitteilen, dass Ihre Arbeit hier an Ort und Stelle nun beendet ist, da ich mich dem Fall persönlich annehme.
Ich bitte sie inständig darum zu disapparrieren und Ihre Kollegen zu informieren.
Kingston blickte geschockt auf MC Gregors Leiche, dann von Dumbledore zu Grindelwald.
Am Ende der Lichtung ertönten weitere „Plopps“. Grindelwald, der immer noch mit erhobenem
Zauberstab Dumbledore gegenüberstand, erhob nun die Stimme:
Albus, wenn du dich diesem Problem nicht annimmst werde ich dazu gezwungen sein.
Dumbledores Miene verhärtete sich.
Sicher Gellert, das verstehe ich natürlich. Gebe mir bitte einige Sekunden.
Auf der Lichtung waren sieben vermummte Personen erschienen, näher rückend, mit erhobenen Zauberstäben. Eine eisige Böhe wehte über das Feld. Als der plumpe Ministeriumsbeamte die Auroren gesehen hatte schrie er Dumbledore ist ein Verräter! Die Geschehnisse verschwammen. Rote Lichtblitze jagten ziellos über die Lichtung. Der Mann mit den stahlblauen Augen wirbelte herum und fegte wie ein Sturm fast schemenhaft über die dünne Schneedecke an den Auroren vorbei, während sein Zauberstab durch die Luft peitschte.
Es dauerte keine fünf Sekunden als nur noch Kingston -immer noch entwaffnet- an derselben Stelle stand, an der er appariert war. Die Auroren jedoch lagen starr auf dem frostigen Boden in der Nachtluft.
Dumbledore mit diesem Verrat werden Sie nicht durchkommen…stotterte Kingston
Nun mein lieber Kingston vielleicht haben Sie Recht
und Dumbledore lächelte Ihn traurig an.
Vielleicht habe ich jedoch Ihnen und Ihren Freunden heute Nacht den Tod erspart..
Verzeihen Sie alter Freund … OFENSIO!Kingston flog augenblicklich durch die eisige Nachtluft und landete bewusstlos in einem Heckenstrauch am Waldrand.
Sehr gut Albus… Sehr gut ! Deine Fähigkeiten haben trotz deiner zunehmenden Häuslichkeit nichts von Ihrer Magie eingebüßt, im Gegenteil mein Lieber, Im Gegenteil! Brillant!Grindelwald hatte den Kampf aus einiger Entfernung beobachtet und saß nun klatschend auf dem kleinen Felsen, der so verloren inmitten der weitreichenden Lichtung wirkte.
Zu dumm, dass ich dich nicht dazu bewegen kann deinen gebührenden Platz neben mir einzunehmen alter Freund!
Dumbledore lächelte. Gewiss nicht Gellert, gewiss nicht. Aber ich bitte dich inständig mit mir zu kommen. Es wäre zu deinem Besten. Ich könnte dir helfen.
Grindelwald schaute eine Weile unbewegt in die Finsternis der Nacht und erhob sich schließlich.
Er schritt auf Dumbledore zu. Mit unergründlicher Miene. Es war nun bitter kalt. Der Schnee fiel in großen Kristallen vom Himmelszelt. Der hagere Zauberer mit seinem durchnässten und mottenzerfressenen schwarzen Mantel wirkte nun zum ersten Mal in dem schaurig, fahlen Mondlicht verloren, umgeben von eisigem Schneegestöber. In seinem schnell gealterten Gesicht stand die Trauer, die diese Züge so oft gezeichnet hatten, es faltig und blass hatten werden lassen.
Albus… Denkst du eigentlich oft darüber nach das du Ariana getötet hast?Flüsterte Grindelwald und erhob den Elderstab:
AVADA KEDAVRA!
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