
von YuraFawkes
„Wir müssen eingreifen, jetzt oder nie…!“ schrie Aldao Fletcher hysterisch und das kristallerne Glas mit Feuerwhiskey in seiner Hand zerbarst mit einem Knirschen. Der Zaubereiminister war ein stämmiger Mann, mittleren Alters und einem waalroßartigen Schnäuzer inmitten des zerknitterten Gesichts.
In den letzten Wochen säumten immer mehr Fältchen seine hohe Stirn, denn die Ereignisse überschlugen sich in jenen dunklen Tagen. „Kingston hat berichtet das er übergelaufen ist, er konnte gerade noch disapparieren bevor er auch Ihn erwischt hätte…“ grunzte der Minister und schlürfte aufgebracht an das offene Fenster, durch das kühle Nachtluft in das muffige Büro strömte. „ Und er hat alle sieben Auroren ALLEINE bezwungen?“ fragte der hoch gewachsene, schlaksig aussehende Mann, der am Schreibtisch des Ministers saß. Nachdenklich beäugte er die nachlassende Glut im offenen Kamin hinter dem Tisch.
„Meinen Sie denn wirklich Dumbledore ist übergelaufen? Trotz all seiner Bemühungen?
Das wäre ja….“ „…das Ende Abraham, das Ende“ beendete der Minister seinen Satz.
„Wir müssen handeln“ fuhr er fort „wir haben keine Wahl… Wen haben wir noch zur Verfügung Abraham?“ „Nun ja Sir da wäre Daxer, Galaham, Kingston…“ murmelte Abraham , schwieg jedoch wieder. Das Feuer knackte. Fletcher drehte sich von dem kleinen Fenster ab und musterte Abraham. „Sie glauben nicht daran Abraham, dass wir noch eine Chance gegen Grindelwalds mordende Scharen haben oder?“ Abrahams Miene verfinsterte sich..„Nein Sir nicht nachdem Dumbledore übergelaufen ist und Ihm nun zur Seite steht…“
Aldao Fletcher sackte in dem kleinen Stuhl auf der anderen Seite des Tisches zusammen.
„Wir könnten…“ „Nein, nein Abraham“ unterbrach ihn der Minister „es ist vorbei. In nicht allzu ferner Zeit werden seine Spione auch unser neues Versteck gefunden haben und wir können dem nichts entgegensetzen. Die kleine Zahl unserer Auroren, welche überhaupt noch lebt sind als Doppelagenten unterwegs. Das Ende des Ministeriums scheint gekommen. Er wird die Welt seinem grausigen Joch unterwerfen und alle die nicht getötet werden, sind dazu verdammt hinter den schwarzen Mauern Nurmengards Ihr Dasein zu fristen.“
Der Minister griff nach der großen Karaffe mit bersteinfarbigem Feuerwhisky und goss ein neues kristallernes Glas damit randvoll. An der kleinen Bürotür, an der kaum noch Farbe haftete, klopfte es. „Herein, Herein“ murmelte Fletcher mit rauer Stimme und ein dicklicher Mann betrat den Raum. „Kingston Was wollen Sie? Sehen Sie nicht das wir beschäftigt sind?“ raunzte der Minister. Kingston machte einen Schritt auf den Tisch zu und überging die Worte des Ministers. Er blickte auf Abraham. „Hast du ihn?“ Abraham der sich von seinem Stuhl erhoben hatte nickte kurz. Auch der Minister war aufgestanden. „ Kingston was fällt ihnen ein hier so herein zu platzen ohne ein Wort der Erklärung, sind Sie wah…“ schrie Fletcher und stoppte mitten im Satz, als er sah was Kingston gemeint hatte. Abraham stand nun hinter dem Erschienen und hielt den Zauberstab des Ministers in die Höhe. „Er lag auf dem Tisch als ich hineinkam. Er hat nichts bemerkt.“ sagte er mit zitternder Stimme. „Sehr gut Abraham“ lachte Kingston „ Ich brauche dich jetzt nicht mehr. Wenn wir das Zaubereiministerium in wenigen Stunden übernommen haben, wird Grindelwald erfahren wer Ihm zur Seite stand in der entscheidenen Schlacht.. Geh jetzt..“ Abraham warf noch einen kurzen Blick auf den Zaubereiminister der sich nun leichenblass an den Kaminsims klammerte, immer noch das Glas Feuerwhisky umklammernd. Als die Tür zuschlug zuckten seine fahlen Augenlieder merklich. „I-I-Ich glaube e-e-s n-nicht, Abraham i-ist…“ stotterte er nur. „Ja mein lieber Fletcher genau. Abraham ist ein Doppelagent aber leider nicht auf Seiten des Ministeriums. Wie hätten Sie das auch wissen können Fletcher. Es wäre ja zu zynisch zu behaupten, dass Sie törichter alter Mann nicht die Intelligenz hatten zuerst ihre eigenen Reihen zu kontrollieren… Seis drum… Seis drum“ lachte Kingston munter.
„Und D-Dumbledore i-ist nicht…“ stotterte der immer blasser werdende Minister und glitt langsam mit dem Rücken am Kamin herunter. Wieder lachte Kingston. „Natürlich nicht Fletcher, natürlich nicht… Sie müssten besser wissen das Dumbledore niemals den Mut hätte überzulaufen.“
Der Zaubereiminister gab einen stummen Schrei ab. „Wahrlich viel für einen Abend Kingston wahrlich viel..“ säuselte er gedankenverloren und erhob sich von dem morschen Dielenboden.
Langsam ging er an seinen Schreibtisch und zog mit einer fließenden Bewegung sein rotes Jarkett aus Samt glatt. Dann nahm er einen tiefen Schluck Feuerwhisky und fing mit festerer Stimme an zu reden : „ Ich habe der Gemeinschaft der Zauberer immer mit treuster Ergebenheit gedient und sah mich dazu berufen Sie vor der drohenden Finsternis zu beschützen. Dies ist mir misslungen. Mögen andere den Weg mit größerer Vorsicht bestreiten
und nicht den falschen Freunden Glauben schenken wie ich es tat.“
Kingston musterte den Minister und lächelte entzückt. „Selbst auf dem Totenbett ganz der Minister, was Fletcher?“ „Kingston…“ entgegnete dieser mit fester Stimme.
Der Verräter erhob den gestohlenen Zauberstab des Ministers, den er von Abraham überreicht bekommen hatte, lächelte wiederum und sagte schließlich nach einigem Zögern im Plauderton: „Minister, es war mir ein Vergnügen. Immer wieder gerne. AVADA KEDAVRA!“ Der smaragdgrüne Lichtblitz donnerte durch den Raum und traf Fletscher mitten in die Brust. Der Kamin hinter dem Minister zerbarst unter der Wucht des Fluches und begrub den bereits toten Mann unter seinen Trümmern.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel