
von YuraFawkes
Dichte Nebelschwaden schlichen über den matschigen Waldboden der Hochlandschaften Irlands. Die düstere Wolkendecke kündigte ein baldiges Unwetter an. Ein hell violetter Lichtblitz züngelte kurz durch die undurchdrichglichen schwarzen Riesen am Himmelsgestirn.
Die ersten winzigen Regentropfen ergossen sich auf die Wipfel des riesigen Fichtenwaldes.
Der alte Peeves Fletcher stöhnte, als einige Wassertropfen, die ihren Weg durch das schützende Nadeldach des Waldes gefunden hatten, auf sein kahles Haupt platschten.
„Was für ein Pech“, grummelte er, als er den splitternden Holz-Griff seiner schäbigen Schubkarre anfasste, die Knie tief im braunen Schlamm versunken war, während er Brennholz geschlagen hatte. „Es wird wirklich Zeit nach Hause zu gehen.“ Mühsam schob er die voll beladene Sackkarre durch den aufgeweichten Waldboden. Ein lautes Grollen ertönte. Fletcher lugte empor. Zwischen den Baumwipfeln leuchtete der Himmel scharlachrot. Ohne weiteres Zögern wandte er seinen Blick wieder ab und wattete weiter durch die anbrechende Nacht. Der Blitz musste wieder einmal den Telefonmast getroffen haben. Was für ein Ärger. So dachte der Muggel.
Das kleine Stadium war ein Hexenkessel. Das Donnern von hunderten Füßen auf den Zuschauerrängen erfüllte die nach Ruß duftende Abendluft und kündigte einen erwartungsvollen Beginn des Tuniers an. Ein dröhnender Donnerschlag übertönte die kreischende Menge. Der riesige Feuerwerkskörper, der von mehreren Besenfliegern in den Nachthimmel geschossen worden war, explodierte. Ein scharlachroter Lichtblitz erhellte grellend das finstere Himmelsgestirn. Er züngelte kurz durch die Luft, wirbelte wie ein Sturm umher und verwandelte sich in einen silbrig anmutenden Drachenkopf, der schließlich brüllend in goldenen Funkenschauern zerbarst. Sie regneten auf die kleine, kreisrunde Stadiumfläche, auf der ein riesiges Quaderförmiges Podest errichtet worden war, an die fünfzig Meter lang und gut fünf Meter breit. Über den blank gewienerten, pechschwarzen
Ebenholzdielen der Duellierfläche, breitete sich ein Indigo-blauer Samtteppich aus. Goldene Halbmondsicheln zierten sein Anlitz und in der Mitte des langen Stegs schwebte ein geflochtener Sitzkorb in der Luft, mit der Aufschrift „Schiedsrichter“.
Die Zuschauerränge lagen kreisrund und engstirnig um die Kampffläche herum. Zehnstöckig ragten Sie in den finsteren Abendhimmel empor und an ihrer obersten Spitze schob sich ein kleines Podest hervor, scheinbar frei schwebend in der kühlen Luft. Dies war die Ministerriege des Ministeriums. Die Loge mit der besten und uneingeschränktesten Sicht auf das kommende Schauspiel, nur den ansehnlichsten Mitgliedern der Zauberergemeinschaft
vorbehalten. Aus dem Schatten genau dieser Loge trat nun der Stadiumsprecher und erhob seine raue Stimme über das Tosen von klatschenden Händen hinweg.
„ Meine verehrten Damen und Herren, Mitglieder der gar erwürdigen Gemeinschaft der geheimen Welt der Zauberei, Ich darf Sie alle hier zur Vorrunde der Liga der Duellanten recht herzlich begrüßen!“ donnerte seine Stimme durch das Stadium und die Menge begleitete seine Worte mit tosendem Beifall. „ Ein paar zauberhafte Worte an Sie, bevor das Tunier beginnt. Um die Sicherheit des Publikums zu gewährleisten wurden die Zuschauerränge mit unsichtbaren Schutzzaubern belegt. Deshalb bitte ich Sie möglichst auf Ihren Plätzen während der Kämpfe zu verweilen um nicht in Berührung mit dieser mächtigen Magie zu gelangen. Desweiteren bat mich der Zaubereiminister, Cornelius Fudge, welcher selber am Tunier teilnimmt dieses Geschehen in keinster Weise nachzuahmen, da alle hier Teilnehmenden mächtige Zauberer sind und die Gefahren, welche Sie hier erwarten gut abschätzen können. Das hoffe ich zumindest. Das Wort hat Schiedsrichter Ulban Zigelwutz.“
Der kleine Bast-Korb, der über der Stadionmitte schwebte war nun besetzt. Ulban Zigelwutz thronte über der Menge und fing laut an zu sprechen.
„ Meine Damen und Herren Willkommen. Folgende Regeln sind bekannt zu geben:
Der Zauberer/in, welcher zu erst kampfunfähig gemacht wird, den Duelliersteg verlässt oder aus freien Stücken das Duell beendet scheidet aus! Zauberstäbe dürfen nur innerhalb der Duellfläche nach Entwaffnung aufgehoben werden! Unverzeiliche Flüche sind bis zum Finale verboten! Liebes Publikum einen donnernden Applaus für die Teilnehmer des ersten Duells…
Das Tunier ist eröffnet!!“
Grollender Applaus schalte krachend gegen die Wände des Stadions und die Zuschauerränge erbebten. Ein tiefer, dröhnender Basston erklang. Das Jahrhunderttunier hatte begonnen.
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