
von YuraFawkes
Der Pech schwarze Nachthimmel war aufgebrochen und gab die Sicht auf das funkelnde Himmelsgestirn frei. Unter den zahllos schimmernden Sternen, wirkte der volle Mond wie ein uralter Riese, der schon Jahrhunderte lang der Hüter der Nacht war. Sein fahles, silbrig schimmerndes Licht fiel auf eine winzige Waldlichtung und benetzte mit seinen Strahlen die epochalen Umrisse eines gewaltigen Stadiums, das eigentlich viel zu groß war für seinen Bauplatz. Umgeben von den tiefen Nadel-Wäldern Irlands ragten seine Pfeiler in unbestimmte Höhen in das Schwarz der Nacht herauf. Aus dem Schatten einiger Fichten löste sich eine hoch gewachsene Gestalt und trat auf die schummrig beleuchtete Wiese vor der Arena. Der Mann war in einen grauen Reiseumhang verhüllt und unter seinem langen Bart, der bis zur silbrigen Gürtelschnalle herab ragte und zu einem kunstvoll geflochtenen Zopf zusammen geschnürt worden war, schimmerte ein dreieckiges Amulett glitzernd im Mondschein. In die Mitte des Medaillons war ein Kreis aus Edelsteinen eingelassen, den ein schmaler Strich in seiner Mitte teilte. Eine leichte Böe ließ das lange angegraute Haar des Magiers durch seine feinen Gesichtszüge gleiten. Grollender Lärm, das Explodieren von Knallfröschen und Feuerwerkskörpern, drang durch die halb offenen Eichenflügel des Eingangsportals. Grindelwald verweilte kurz und schritt langsam auf den mächtigen Torbogen zu.
Nach wenigen Fußtritten in Richtung Stadion, war Gellert Grindelwald von mehreren Schatten umringt. Er blickte in fünf maskierte Gesichter. Die silbrig schimmernden Fratzen näherten sich langsam seiner Person und blieben schließlich stehen, als Sie den Zauberer in einem engen Kreis umschlossen hatten. Eine der vermummten Personen zückte einen Zauberstab und die eiserne
ausdruckslose Maske die Ihr Gesicht verdeckte löste sich in dunklen Rauch auf, während Sie mit ihm an Ihr vorbei huschte. Die scharfen Gesichtszüge von Bellatrix Lestrange kamen zum Vorschein und Ihre tief schwarzen Augen taxierten Grindelwald mit wachsendem Irrsinn.
„Was wollt Ihr“, erklang die tiefe und ruhige Stimme Grindelwalds. „Das ist doch klar du Spinner!“, lachte Yaxley dröhnend. „ Halt dein vorlautes Maul du Nichtsnutz!“ kreischte Bellatrix Lestrange sofort mit hysterischer Stimme. Sie taxierte Grindelwald. „Sie sind mein erster Gegner in diesem Turnier und um mein Weiterkommen zu garantieren nachdem der dunkle Lord auf Grund dieses lausigen Köters Black ausgeschieden ist, werden wir das Duell mit einiger Unterstützung meinerseits schon hier beenden.“ , brachen die Worte aus Ihren gekräuselten, schwarzen Lippen hervor.
„Ich verstehe.“, sagte Grindelwald immer noch förmlich und fuhr mit sanfter Stimme fort , „ Ich bin an euch lächerlichen Figuren nicht interressiert und es würde mich nur Zeit kosten eure unwichtigen Leben zu nehmen. Aus diesem Grund solltet ihr mir dankbar sein und den Platz mit sofortiger Wirkung räumen, bevor ich es mir anders überlege.“ Lestrange entfuhr ein schrilles Kreischen. „Wie kannst du es wagen so mit einer Todesserin zu reden du alter Mann!! AVADA KEDAVRA!“
Ein Smaragd grüner Lichtblitz brach aus ihrem gekrümmten Zauberstab hervor. Doch die Gestalt von Gellert Grindelwald löste sich in schwarzen Rauch auf bevor Ihn der Fluch traf. Stattdessen sackte Dolohow, der hinter ihm gestanden hatte, tod am Boden zusammen. Avery schrie entsetzt auf:
„Wo ist er ich kann Ihn nicht mehr se-he--…“ Der schwarze Rauch war zwischen seinen Füßen, durch das feuchte Gras geschwebt und hatte sich im Schatten seines Rückens wieder zur anmutigen Gestalt Grindelwalds geformt. Das letzte was Avery sah, war wie Bellatrix Lestrange den Todesser Macnair wie ein lebendiges Schutzschild vor sich schob. Langsam wanderte Averys Blick an seinem Körper hinunter. In seiner Brust klaffte ein Teller großes Loch, dass an den kohligen Rändern immer noch leicht glühte. Stöhnend verlor er das Bewusstsein. Grindelwald stieg über den leblosen Körper des Todessers hinweg. „TÖTET IHN“, schrie die Hexe und Macnair und Yaxley näherten sich mit erhobenen Zauberstäben dem Magier. Yaxley machte einen ausladenden Schlenker mit seinem Zauberstab doch Grindelwald reagierte blitzartig. „ARDURGEO!“ formten seine Lippen lautlos, begleitet von einem kaum merklichen Schlenker seines Zauberstabs. Yaxley schrie entsetzlich als der kühle Windhauch seinen Zauberstabarm streifte und Ihn von der Schulter abtrennte.
Ohne Notiz von dem schrecklichen Ergebnis seines Fluches zu nehmen drehte sich Grindelwald auf der Stelle und war mit einem leisen „Plop“ verschwunden. „BELLATRIX WO IST ER?!“ schrie der letzte überlebende der Gefolgschaft, Macnair, in Todesangst. Lestrange hingegen drehte sich mit wahnsinnigem Gesichtsausdruck auf dem Fußabsatz herum und war verschwunden.
„BELLA-A-A-T-RIX WART……..“ schrie Macnair verzweifelt und sah die drohende Gefahr in der Finsternis nicht auf sich herab rauschen. Zu spät erblickte der Todesser den riesigen, enthaupteten Wipfel einer Tanne, der aus dem Nichts auf Ihn herab stürzte. Mit einem dumpfen Knacken begrub er den letzten Widersacher im matschigen Schlamm des Waldbodens unter sich.
Grindelwald betrachtete den wimmernden Yaxley, der in einer purpurnen Pfütze aus Blut lag.
„Wird Sie zurück kommen und mich noch einmal belästigen?“ fragte er den verstümmelten Zauberer kühl.
„N-N-Nein S-ir I-Ich den-k-k-k-e n-nicht…“, stammelte Yaxley. „Gut“, entgegenete der Magier, drehte sich herum und setzte seinen Weg durch die frische Nachtluft fort. Doch aus dem Schatten des Waldes löste sich eine weitere Gestalt. Grindelwald blieb stehen. Die Person war wie er in einen Reisemantel gehüllt und blieb einige Schritte entfernt von Ihm stehen.
„Es scheint als hättest du dein erstes Duell fern ab aller Augen entschieden Gellert. Wir sollten den Schiedsrichter über den Ausfall unterrichten“, tönte die heisere Stimme von Severus Snape.
„Ja das sollten Wir.“, bemerkte Grindelwald sachlich,
„Ist Dumbledore schon eingetroffen ?“
„Nein“, entgegnete Snape kühl. Die zwei Zauberer schritten nun endlich gemeinsam in Richtung des hölzernen Flügelportals, das in die breite Front des Stadions eingelassen war.
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