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Fanfiction

Wer ist Severus Snape - "Flirten sie etwa mit mir...?"

von bad_Monkey

Sooo und hier kommt auch schon das nächste Kapitel. Ich hoffe ihr habt Spaß damit!
Lg
bad_Monkey

@miss kim johonson: Danke für deinen Kommentar, freut mich sehr dass dir die Geschichte gefällt!

-_-_-_-


Der Herbst war ins Land gezogen und Severus Snape verbrachte seine freie Zeit vor allem damit, allen Anderen aus dem Weg zu gehen.
Es war schon gegen Mitternacht als er seine erste Runde durch das nächtliche Schloss antrat. Etwa alle zwei Wochen hatte er das Vergnügen nächtliche Aufsicht zu führen. Er machte sich als erstes auf den Weg zum Astronomieturm. Hier waren am häufigsten Schüler anzutreffen und da es allgemein als romantische galt sich hier nachts zu treffen konnte man auch beinahe immer gleich zwei Schüler zum Bettpfannen putzen verdonnern.

Als er endlich oben angekommen war sah er auch schon jemandem am Geländer stehen und ihn die Sterne sehen. Er konnte die Person nicht erkennen, trotzdem tippte er ihr etwas unsanft auf die Schulter und fragte barsch: „zu so später Stunde noch unterwegs?“

Als sich die Person um wandte und nun niemand anderes als Julia Johnson ihn anblickte, wollte Snape sich am liebste ohrfeigen.
„Ja, Professor.“ sagte sie lächelnd „haben sie etwas dagegen?“
Severus Snape dachte eine Weile lang über eine passende Antwort nach. Überraschenderweise fiel ihm keine ein. Stattdessen wandte er sich ab.

„Man kann heute den großen Bär sehen“ murmelte er. Julia musste lachen. Severus fragte sich langsam, was er bei dieser Frau falsch machte. Tendenziell weinten die meisten Menschen öfters als dass sie lachten.
„Sagen sie mal, Professor Snape, flirten sie etwa mit mir?“
Snape blickte sie irritiert an. Man hatte ihm wahrlich schon vieles an den Kopf geworfen, aber das er mit jemanden flirten würde, das hatte ihm noch nie jemand unterstellt. Er musste definitiv etwas falsch machen. Er überlegte einen Moment lang ernsthaft, ehe er antwortete.
„Ich denke nicht“ kam schließlich als Antwort. Julia schien nicht sonderlich zufrieden.

„So etwas muss man doch wissen“ meinte sie sachlich. Snape blickte sie an und wunderte sich darüber, dass ihm auffiel wie der Wind ihre Haare durcheinander brachte.

„Ich bin nun mal ein bisschen Eigen“ sagte er und fragte sich noch im selben Moment warum er das getan hatte.
„Ja, das hab ich schon gemerkt“ murmelte Julia, lächelte ihn Severus einen Augenblick an und ging dann. Es dauerte noch eine Weile, bis Snape sich wieder gefasst hatte und zu seiner nächtlichen Runde zurückkehren konnte.

oooOOOoooOOOoooOOOooo


Als Severus Snape am nächsten Morgen aufstand, hatte er schreckliche Kopfschmerzen. Er schob dies auf die Tatsache, dass er gestern zu viel Wein getrunken hatte und nahm ein Fläschchen mit violette Flüssigkeit aus seinem Küchenschrank und trank es in einem Zug leer. Er wusste, es würde nur noch wenige Minuten dauern bis die Wirkung einsetzte und seine Schmerzen verschwunden waren.

Er machte sich auf den Weg ins Bad und plötzlich kam ihm sein gestriges Gespräch mit Julia in den Sinn. Sie erinnerte ihn an Lilly, was seltsam war, denn Lilly war ein absolut anderer Mensch gewesen. Sie war ruhig und sachlich, hatte meist ein Buch in der Hand gehabt und liebend gerne mit ihm diskutiert. Wenn er an sie dachte, hatte er stets ein Bild von ihr im Kopf auf dem sie über einem Buch saß, die Augenbrauen vor Konzentration leicht zusammen gezogen.
Julia konnte sich so nicht vorstellen, sie war ständig in Bewegung, niemals ruhig und schien einfach immer dass zu sagen, was sie dachte, ohne groß darüber nachzudenken.
Severus schüttelte den Kopf und verscheuchte die Gedanken an die junge Hexe und die Begegnung mit ihr am vorigen Abend.

oooOOOoooOOOoooOOOoooOOOoooOOOooo

Als Severus an diesem Abend in der Bibliothek saß und erfolgreich alle Schüler von dort vertrieben hatte, versuchte er erfolglos sich auf das Buch, das vor ihm lag, zu konzentrieren. Er saß im hintersten Eck der verbotenen Abteilung und studierte ein Journal über Zaubertränke, das Minerva auf seinen Wunsch hin abonniert hatte. Er blätterte es bis zum Ende durch, fand aber nichts was ihn wirklich interessierte. Er entschied sich es für heute sein zu lassen und stattdessen in seine Wohnung zu gehen. Bereits an der Tür angekommen machte er noch einmal kehrt, da er sich an einen Artikel erinnerte den er ein paar Tage zuvor gelesen hatte. Der Autor – ein Schwachkopf, wie Snape ihn gerne nannte – hatte sich auf eine bestimmte chemische Reaktion verwiesen, die Severus etwas seltsam vorkam. Er wollte sich ein Buch ausleihen, Die Chemie der Malignenteilchen. Es war ein schreckliches Buch. Der Autor war besessen von Tränken, er hatte vermutlich in seinem Leben nie etwas anderes getan als sich mit ihnen zu beschäftigen. Vermutlich war er durch einen Zaubertrank entstanden.
Kein Mensch, der sich nicht auf krankhafte Weise mit dem Gebiet beschäftigte, konnte irgendeinen Schluss aus dem über sechshundert Seiten zählenden Werk ziehen. Severus Snape hatte nie eine große Sache daraus gemacht, dass er einer von den Menschen waren, die das Buch verstanden.

Er sah also in das Regal in dem das Buch sein sollte – doch es war nicht da. Snape war wirklich verwundert. Seit dem Jahr in dem er es das erste Mal gelesen hatte, das musste etwa in seinem fünften Schuljahr gewesen sein, wurde es kein einziges Mal von jemand anderem außer ihm ausgeliehen.

Er machte sich zu Madam Pince' Pult auf, doch sie war nicht da. Er blickte rasch nach links und rechts und schnappte sich dann kurzerhand das dicke, lederne Buch dass die Bibliothekarin hütete wie einen Schatz und blätterte die letzte Seite auf. Als er den Namen las, der hinter dem begehrten Buch stand, staunte er nicht schlecht. Julia Johnson.
Er hätte sich nie gedacht, dass sich die junge Lehrerin für Zaubertränke interessierte. Severus legte das Buch zurück und machte sich mit einem ungewöhnlich nachdenklichen Blick auf den Weg in die Kerker. Wenn er in diesem Moment gewusst hätte, warum sich besagtes Buch zu dieser Zeit in Julias Zimmer befand, hätte er vermutlich ganz etwas anderes getan als ins Bett zu gehen.


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