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Fanfiction

Wer ist Severus Snape - "Wollen sie etwas mit mir trinken?"

von bad_Monkey

Sooo und wieder kommt ein neues Kapitel, Viel SpaĂź damit!
Lg Bad_monkey

@miss kim johonson: Danke fĂĽr deine Kommi, die muntern mich immer wieder auf! Naja, wer auch immer diese Briefe schreibt... du wirst noch ein ganzes Weilchen warten mĂĽssen um es zu erfahren.


Der Herbst verging rasch und es dauerte nicht lange da waren alle Blätter von den Bäumen geweht und alle warteten auf die ersten Schneeflocken. Severus Snape war gerade dabei die Aufsätze der Siebtklässler zu korrigieren, als die Standuhr neben seinem Schreibtisch schlug und er unsanft aus seiner Arbeit gerissen wurde. Es war Zeit für das Abendessen, also machte er sich auf dem Weg in die große Halle.

Dort setzte er sich schweigend zwischen Julia und Minerva und schenkte sich ein Glas Wasser ein. Er hatte seit der Begegnung auf dem Astronomieturm nicht mehr mit Julia gesprochen und er verspürte auch kein Verlangen danach. Auch wenn ihn wirklich interessierte, weshalb sie dieses Zaubertränkebuch ausgeliehen hatte. Er hatte sie schon danach fragen wollen, aber dann hätte er zugeben müssen herum geschnüffelt zu haben und diese Blöße gab sich ein Severus Snape nicht.

Stattdessen ignorierte er sie wohlweislich und stellte zufrieden fest, dass sie es offenbar aufgegeben hatte mit ihm reden zu wollen.
Nachdem er zu Abend gegessen hatte machte sich Snape rasch auf den Weg in die Kerker. Er stand bereits vor der TĂĽr zu seinen Zimmern, als er sich daran erinnerte, noch zu Minerva gehen zu mĂĽssen. Er hatte sie den ganzen Tag ĂĽber nicht gesehen und musste dringend etwas wegen der Hauslehrersitzung in Erfahrung bringen.

Er machte sich auf den Weg zu ihrem Büro, doch als er dort angekommen war konnte er sie durch die angelehnte Tür mit jemand anderem reden hören. Er wollte gerade wieder kehrt machen, als er Julias Stimme hörte. Er entschloss sich, zu warten bis sie gegangen war um dann mit Minerva zu sprechen. Er wusste natürlich, dass er nur aus Neugierde über das Gespräch blieb, doch er erlaubte sich nicht es sich einzugestehen. Er trat etwas näher.

„... weshalb interessieren sie sich den dafür?“ hörte er Minerva sagen. Severus ging noch einen weiteren Schritt nach vorne. Er wusste, wenn Minerva ihren Kopf nur ein wenig nach rechts drehen würde, würde sie ihn sehen können. Doch seine Aufmerksamkeit war völlig auf den Tisch zwischen den beiden gerichtet. Ein dickes, in Leder gebundenes Buch lag zwischen den beiden, dass Snape nur allzu gut kannte. Beinahe alles, was er über Tränke wusste, stammte daraus.
„Ich interessiere mich nicht dafür. Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich überhaupt nichts“ hörte er Julia erwidern. Sie schlug das Buch auf einer beliebigen Seite auf – sie war voll mit Anmerkungen, in Bleistift hin gekritzelte Formeln und Notizen. Manche waren schon beinahe wieder verblasst, andere schienen neu zu sein.
„Ich interessiere mich für das hier“ sie zeigte auf die Notizen.

Minerva blickte sie ĂĽber den Rand ihrer Brillen hinweg zweifelnd an.
„Wenn sie den Rest nicht verstehen – was hilft ihnen dann das Gekritzel eines verbitterten Mannes, der, wenn ich mir das so ansehe, sein gesamtes Leben mit diesem Buch verbracht hat.“ Severus musste sich anstrengen, nicht laut zu schnauben. Er wusste, was Minerva von ihm hielt, sie hatte es ihm ja oft genug gesagt. Trotzdem konnte er sich nur schwer beherrschen, ihr nicht seinerseits zu sagen was er von ihr hielt.
„Ich habe gesehen, wie oft er es ausgeliehen hat.“ antwortete Julia sachlich „Ich möchte wissen, wer Severus Snape ist.“
„Nun“ murmelte Minerva „an dieser Frage sind schon viele gescheitert“ Severus trat einen Schritt zurück und wollte nun wirklich gehen, als er Julia noch etwas erwidern hörte. Er konnte sie nicht mehr sehen, doch irgendetwas sagte ihm, dass sie lächelte. Er wunderte sich ein wenig darüber, den normalerweise achtete er nicht auf solche Dinge.
„Wissen sie, Minerva, ich bin hartnäckig“. Hätte Severus in diesem Moment nicht aufgepasst, wäre ihm vielleicht seit vielen Jahren zum ersten Mal ein Lächeln über die Lippen gehuscht.

oooOOOoooOOOoooOOOoooOOOooo

Am späten Abend saß Severus wieder in seinem Büro. Er hatte vor sich noch heute Nacht durch den Stapel an längst fälligem Papierkram zu arbeiten, doch so langsam zweifelte er an seinem Vorhaben.
Er erhob sich gerade in dem Moment, als es an die Tür klopfte. Seufzend öffnete er sie und blickte in Julia Johnsons Gesicht.
„Ja?“ fragte er weniger schroff, als er es gewohnt war und ärgerte sich auch gleich schon darüber.
„Guten Abend“ sagte Julia und lächelte ihn an. Severus Snape war ein Mann, der nicht sehr oft angelächelt wurde.
„Abend“ murmelte Severus und wunderte sich ein wenig „darf ich fragen, weshalb sie hier sind?“
„Wollen sie mit mir etwas trinken gehen?“ sie lächelte immer noch. Severus Snape konnte die wenigen Situationen in seinem Leben, in denen er sprachlos gewesen war, an einer Hand abzählen. Nun war eine weitere dazu gekommen. Für ihn war es also alles in allem eine sehr ungewöhnliche Situation. Während er noch nachdachte wurde ihm bewusst, dass es wohl angebracht wäre etwas zu sagen. Nun stellte er sich allerdings noch die Frage, was er am besten erwidern sollte. Dann wurde ihm schlagartig bewusst, dass er nicht darüber nachdenken sollte.

„Nein“ sagte er also kurz angebunden. Julia lächelte immer noch. Er schloss die Tür, ohne sich zu verabschieden und ging etwas verwirrt in seine Küche, wo er sich erst mal ein Glas Whiskey einschenkte und in beinahe einem Schluck austrank. Zwanghaft versuchte er, nicht über das eben geschehene nachzudenken.
Er ließ den Papierkram für diesen Abend sein und legte sich gleich darauf ins Bett. Wenn er in diesem Moment gewusst hätte, das ihm eine schlaflose Nacht bevorstand, hätte er vermutlich doch lieber seine Rechnungen erledigt.


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