
von Ginny7
Hey, Dieses Kapitel widme ich meiner Beta, weil sie echt super ist!!! Danke <3
An alle die die FF abboniert haben: Bitte schreibt doch Kommis!!! Ich freu mich immer riesig über Lob und Kritik!!!
Es kam mir vor als wäre ich schon seit Ewigkeiten in Askaban. Ich hatte mein Zeitgefühl verloren. Es könnten zwei Jahre sein, es könnten 20 Jahre sein. Ich konnte im Moment nicht einmal sagen ob es Tag oder Nacht war. Draußen war ein Gewitter und der Himmel war wolkenverhangen. Ich hatte schon ewig kein Sonnenlicht mehr gesehen, weil hier immer Wolken im Himmel waren. Tag und Nacht konnte man, wenn man Glück hatte, an halbdunkel und ganzdunkel unterscheiden. Es herrschte eine kaum beschreibbare Stille hier. Zwar heulte der Wind schrecklich laut und die Wellen klatschten geräuschvoll gegen die Klippen, aber es war kein ein menschliches Wort zu hören. Hin und wieder unterhielt ich mich mit meinem Zellennachbar, aber Len hatte mir immer noch nicht geglaubt. Ich hatte ihm zwar meine Animagusgestalt gezeigt, aber das hatte ihn nicht überzeugt. Es sei nichts besonderes, ein nicht registrierter Animagus zu sein, hatte er gesagt.
Ich lag jetzt als Hund zusammengerollt auf meinem Bett und hing meinen Gedanken nach. Als Hund konnten mir die Dementoren fast nichts anhaben, wie als wäre ich mein eigener Patronus. Alle anderen Insassen in Askaban wurden mit der Zeit verrückt und starben schließlich. Kaum einer hielt länger als 15 Jahre durch. Viele hörten irgendwann auf zu essen und verhungerten. Len ist genau wie ich immer noch recht normal im Kopf. Das finde ich es erstaunlich. An seiner Stelle hätte ich keine Hoffnung mehr.
Er ist lebenslänglich verurteilt, weil er bei Borgin und Burkes eingebrochen hat und einen der unverzeihlichen Flüche angewendet hat. Seiner Meinung nach hat der Besitzer von Borgin und Burkes ihn mit dem Imperiusfluch dazu gebracht -vielleicht war er auch nur betrunken- ein einzigartiges, wertvolles und schwarzmagisches Familienerbstück für 2 Galleonen zu verkaufen. Len ist 2 Tage später bei ihm eingebrochen und hat sein Erbstück gesucht, aber es war schon weiterverkauft worden. Er hat mit dem Crucio-Fluch versucht, Mr. Borgin dazu zu bringen den neuen Besitzer des Erbstücks zu verraten.
Ich konnte Len zwar relativ gut leiden, aber meiner Meinung nach war er zu recht in Askaban. Ich hatte den Cruciatusfluch oft genug gespürt und würde meinen Vater gerne nach Askaban stecken.
`Abendessen´ der vertraute Ruf wurde heute fast von dem Gewitter übertönt. Schnell verwandelte ich mich. Niemand außer Len wusste von meiner Animagusgestalt und das sollte sich auch nicht ändern. `Hallo, Mr. Black, habe ich sie geweckt? Wenn ja tut mir Leid.´ fragte Mr. Leech. Er war relativ freundlich zu mir. Ich war wohl so was wie sein Lieblingsgefangener. Ich wusste nicht recht, ob ich ihn leiden konnte oder nicht. Er hatte jeden Tag eine andere Laune. `Nein, Mr. Leech.´ antwortete ich. `Gut, hier hast du deine Suppe. Heute gibt es sogar Brot dabei.´ Er sperrte die Zelle auf und reichte mir einen Teller mit Suppe und ein Stück Brot herein. Ich schnappte mir es und blickte missmutig auf die Suppe. Es gab ständig Suppen und Eintöpfe. Sie schmeckten immer sehr gut, aber ich hatte erst einmal ein Stück Fleisch zu Essen bekommen. Trotzdem war das Essen das abwechslungsreichste in Askaban. Als ich fertig war mit dem Essen verwandelte ich mich wieder und starrte aus dem Fenster. Ich mochte das Meer und die Formen die, die Wellen annahmen, wenn sie gegen die Felsen klatschten. Das war alles was ich hier mochte. Ich trottete zu meinem Bett zurück und versuchte zu schlafen. Am Anfang, als ich hier war, hatte ich mich immer zurückverwandelt, um zu schlafen, damit niemand mich als Animagus sah. Inzwischen war mir das egal. Ich hatte die Hoffnung aufgegeben, dass sie Peter irgendwann finden würden. Mit den Gedanken an Peter, der immer noch als Ratte irgendwo herumkroch, schlief ich ein.
Harry sah so ähnlich aus wie James, aber er hatte Lilys Augen. Er saß mit einigen anderen Schülern im Hogwartsexpress und lachte fröhlich. Diese Szene zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. Aber dann wurde es dunkel. Die Abteiltür öffnete sich und Lord Voldemort ging ins Abteil. `Du hast mir meine Macht geraubt.´ Er richtete seinen Zaubertab auf Harry. Ich war gezwungen alles vom Fenster des Zuges mit anzusehen. `Avada Kedavra´ Harry kippte tot vom Sitz.
Ich wachte schweißgebadet auf. Diesen Alptraum träumte ich immer, wenn ich schlief. Die Angst, die von den Dementoren ausging war schrecklich. Ich bekam Kopfweh davon und musste mir immer vor meinem inneren Auge die schrecklichsten Momente in meinem Leben ansehen. Aber ich hatte mich daran gewöhnt. Alles was ich sah war schon passiert. Das wirklich schlimme waren die Alpträume wenn ich schlief.
Harry bedeutete mir viel, sehr viel. Ich würde alles dafür geben ihn zu sehen und kennen zu lernen. Ich war mir sicher, dass er viel von James hatte. Kurz vor Voldemorts Angriff hatte ich ihm einen kleinen Besen geschenkt und er war wirklich gern damit herum geflogen. Es würde mich wundern, wenn er nicht auch in Hogwarts Quidditch spielen würde.
`Sirius? Bist du wach? Da kommt jemand.´ Ich schreckte auf. Len lugte durch die Gitterstäbe. Er weckte mich auf, wenn ich schlief und jemand kam. So hatte noch nie jemand etwas von meiner Animagusgestalt erfahren. Ich verwandelte mich und schaute auf den Gang. Ein neuer Gefangener kam zusammen mit Mr. Leech und einem Zauberer, den ich nicht kannte. Sie gingen an mir vorbei. `Da vorne in die Zelle kommt er, Minister.´ gab Mr. Leech Auskunft. Dieser Mann war also der neue Zaubereiminister. Ich wunderte mich warum nicht Crouch Minister geworden ist. Er war sehr beliebt. Auch ich hatte ihn und sein Vorgehen gegenüber den Todessern gut gefunden - bis er mich eingesperrt hat. Jetzt war ich froh, dass er nicht Minister war, er hätte das echt nicht verdient, aber wer war der Neue?
Sie kamen gerade den Gang zurück und ihre Patroni brachten ein wenig Wärme mit. Ich beschloss ihn einfach an zu sprechen. Vielleicht konnte er mir etwas über Harry erzählen. `Guten Tag, Sind sie der neue Minister?´ Er blieb überrascht stehen.
`Ja, ich bin Cornelius Fudge. Und sie sind?´
`Ich bin Sirius Black. Ähm, kennen sie Harry Potter?´ Dumme Frage, jeder kannte ihn seit er den Fluch überlebt hat.
`Ja, natürlich. Sie sind sein Pate, oder?´
Sofort sprudelten alle möglichen Fragen aus mir heraus `Geht es ihm gut? Wo lebt er? Ist er in Hogwarts? Wie alt ist er jetzt eigentlich?´ Fudge schaute mich etwas verwirrt an.
`Er lebt bei seiner Tante und er ist 13 und beginnt bald sein 3. Schuljahr in Hogwarts. Es geht ihm gut.´
Er war also 13. Das heißt ich war schon seit 10 Jahren in Askaban. Ich war überrascht, erleichtert und erschrocken zugleich. Ich hatte so viel verpasst. Und ich würde noch so viel verpassen.
`Ist Dumbledore noch Schulleiter? Geht es ihm gut? Kennen sie Remus Lupin? Wie geht es ihm?´ ich wollte alles wissen.
`Dumbledore ist Schulleiter und Professor Lupin wird dieses Jahr Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste. Er war auch einer ihrer Freunde, nicht wahr?´ Ich schluckte. Ich wollte nicht daran denken, dass er mich für einen Mörder hielt. Ich nickte und mein Blick fiel auf den Tagespropheten, der aus Fudges Tasche ragte. Ein wenid Zeitvertreib könnte ich gut gebrauchen.
`Haben sie den Tagespropheten ausgelesen? Ich würde gern das Kreuzworträtsel lösen.´
`Natürlich.´ Er gab mir den Tagespropheten und blickte mich noch einmal prüfend an, bevor er verschwand.
Eine Welle von Kälte überschwemmte mich wieder, als er ging, aber ich trotzte ihr mit dem Gedanken daran, dass ich jetzt wusste, dass es Harry gut ging.
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