
von tini-wini84
Ein paar Minuten nachdem der Schulleiter die Krankenstation verlassen hatte, um den Phönixorden über die Ereignisse in Kenntnis zu setzen, waren auch schon Ron, Harry, Hermine und Ginny erschienen und hatten sich um mein Bett herum gruppiert. Tonks erzählte ihnen gerade was passiert war. Ginny saß neben ihr und hatte rote, verweinte Augen, war ansonsten aber gefasst. Ron hatte seinen Arm um Hermine gelegt, die leise schluchzte. Harry ging mit geballten Fäusten im Zimmer auf und ab.
Mir ging es gut, ich dachte an Charlie und versuchte ihm alle meine Liebe und Kraft zu schicken, damit er so schnell es geht zurück kommen würde. Für die anderen mochte ich wohl etwas abwesend gewirkt haben. Hermine war an die andere Seite meines Bettes gekommen, hatte mit einem lockeren Schwung ihres Zauberstabs die Scherben verschwinden lassen und sich auf die Bettkante gesetzt. Sie drückte mitfühlend meine Hand und flüsterte: „Es wird alles wieder gut!“ In dem Moment flog die Tür auf und Molly, Arthur, Bill und Fleur stürmten herein und umarmten nacheinander zuerst Ginny und dann Ron. Fleur kam zu mir und umarmte mich. „Sinead, ich 'offe, bei dir ist alles ok? Sum Glück ist Charlie am Leben. Ich wüsste nicht, wazz ich tun würde, wenn Bill etwaz passiert.“ - „Danke Fleur, mir geht es soweit gut.“ Trotzdem kullerten mir nach wie vor Tränen über die Wangen. Es war noch ungewiss, ob Charlie bleibende Schäden davontragen würde. So ein Drachenangriff ist nicht ohne. Ich war jedoch sehr erleichtert, dass er am Leben war und sich hier alle so lieb um mich kümmerten.
„Ich werde morgen früh selbst nach Rumänien fliegen und Charlie nach Hause holen. Wozu bin ich denn sonst im Zaubereiministerium! Ich werde gleich das Büro für den Rücktransport verletzter Hexen und Zauberer aus dem Ausland kontaktieren.“ versprach Arthur. „Ich will mitkommen!“, meldete sich Ron zum ersten Mal zu Wort. „Oh nein, ich werde nicht zulassen, dass ein weiteres meiner Kinder verletzt wird!“, rief Molly entrüstet. Hermine ging auf Ron zu und versuchte ihn zu beruhigen: „Deine Mum hat recht, Ron. Es ist zu gefährlich. Was ist, wenn die Todesser noch dort sind? Ich will auch nicht dass du gehst!“ Ron sah sie entgeistert an, nickte aber. Harry war immer noch außer sich: „So leicht gibst du auf, Ron! Das ist doch nicht euer Ernst! Charlie wäre fast gestorben. Ich hätte große Lust ein paar Todesser platt zu machen und Voldemort gleich dazu!“ Ginny blickte sehr ängstlich drein, sagte aber nichts, obwohl ihr etwas auf der Seele zu brennen schien.
Von meinem Bett aus, ließ sich alles gut beobachten. Ich war Harry dankbar, dass er sich so entschlossen für den Bruder seines Freundes einsetzen wollte. Immerhin waren die Weasleys auch so etwas wie seine Familie. Plötzlich ging die Tür auf und der Schulleiter trat wieder ein. Obwohl er Harry Gefühlsausbruch eigentlich nicht mitbekommen haben konnte, wandte er sich direkt besänftigend an ihn: „Harry, mein Junge, zügle deinen Zorn. In Rumänien ist alles unter Kontrolle. Auroren sind auf dem Weg, wie mir Halbor eben berichtet hat. Du kannst nichts tun. Komm mit mir.“ Er sah ihn eindringlich an und Harry folgte ihm immer noch wütend aus dem Zimmer.
Die anderen schienen nichts gemerkt zu haben, doch ich machte mir meine Gedanken: 'War es nun an der Zeit, dass Dumbledore Harry einweihen würde?' Es war offensichtlich, dass Du-weißt-schon-wer immer mehr Macht erlangte und an der Zeit, dass ihm jemand die Stirn bot. Möglicherweise war es aber noch nicht der richtige Zeitpunkt dafür, Harry von den Heiligtümern zu erzählen.
Tags darauf konnte ich den Krankenflügel wieder verlassen, war aber aufgrund der Ereignisse vom Schulleiter bis auf weiteres beurlaubt worden. Bill, Fleur und Molly waren wieder in den Fuchsbau zurückgekehrt, Arthur war bereits in Rumänien und hatte versprochen bescheid zu geben, wann sie im Fuchsbau eintreffen würden. Ron, Hermine, Ginny, Harry und ich würden dann nachkommen. Tonks war bei mir geblieben, was ich sehr schön fand. Es war wichtig jemanden zum Reden zu haben und ihr schien es auch gut zu tun nicht alleine in Hogsmead herumzusitzen.
Ich hatte jedoch keine Ruhe, bis ich wusste, dass Charlie sicher im Fuchsbau angekommen war. Die Tage vergingen. Endlich, fünf Tage nach dem schrecklichen Vorfall, kam eine Nachricht. Das silberne Wiesel kam einfach durch die Wand und verkündete mit Arthurs Stimme: „Sind soeben im Fuchsbau eingetroffen. Kommt so schnell ihr könnt per Flohnetzwerk aus Dumbledores Büro.“ Erleichtert umarmte ich Dora. „Da bin ich aber froh! Pack schnell ein paar Sachen. Ich sag den anderen Bescheid. Wir treffen uns in Dumbledores Büro!“ Mit diesen Worten eilte sie aus meinem Zimmer.
Eine viertel Stunde später stieg ich die Wendeltreppe zum Büro des Schulleiters empor. Ron, Harry, Hermine und Ginny warteten bereits vor dem Kamin, der grün leuchtete. „Ich erwarte euch am Sonntag zum Abendessen zurück“, sagte Dumbledore an die Schüler gewandt, „Sinead, sie haben frei, solange sie wollen. Pflegen sie erst einmal Charlie gesund. Die Zaubereigeschichte ist schon so alt und kann durchaus noch ein bisschen warten“, ergänzte er lächelnd. Ich bedankte mich. Aus den Augenwinkeln sah ich Hermine mit offenem Mund und ausnahmsweise einmal sprachlos da stehen. Ron tätschelte ihr die Schulter und flüsterte erfreut: „Du wirst es überleben!“
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