
von tini-wini84
Nach Dumbledores Beerdigung waren alle Schüler abgereist und auch ich war mit den Weasleys zum Fuchsbau gekommen. Für unsere Hochzeit war noch einiges vorzubereiten. Die Gäste waren bereits eingeladen, es sollte jedoch eher eine kleine gemütliche Feier im Kreise der Familie und engster Freunde werden. Da wir nicht die einzigen waren, die heiraten wollten, hatte Dora mich an ihren einst als Scherz gemeinten Vorschlag einer Doppelhochzeit erinnert. Auch Remus und Charlie waren einverstanden. Es würde sicher ein rauschendes Fest werden.
Dora und Remus waren gekommen, um mit uns die Menükarte durchzugehen. „Hey Leute, ihr müsst aber dran denken, dass es schön viel blutiges Fleisch für Remus und mich gibt!“, scherzte Bill, der sich mittlerweile mit seinem Schicksal abgefunden hatte. „Das sollte nun wirklich unser geringstes Problem sein“, erwiderte Dora mit einem Grinsen, wurde dann jedoch sehr ernst: „Wir müssen alles absichern, immerhin stehen die Zeiten momentan nicht gerade günstig für ein ruhiges besinnliches Hochzeitsfest.“ Sie hatte recht. „Einen Fideliuszauber hat Dad sowieso schon längere Zeit über den Fuchsbau gelegt“, warf Charlie ein. „Gut. Außerdem werden ja auch Moody und ein paar andere Kollegen zur Hochzeit kommen. Die werden sicher gerne ein Auge darauf haben, dass alles reibungslos abläuft“, ergänzte Dora. „Zum Glück ist das Ministerium noch nicht in Voldemorts Hand. Denn das würde eine ruhige schöne Hochzeit um einiges erschweren. Hoffen wir einfach, das alles glatt läuft“, versuchte Remus uns zu beruhigen.
Die Tür ging auf und zwei rote Haarschöpfe erschienen im Türrahmen: „Na, ich hoffe doch mal, dass ihr scharf aufn richtig fettes Feuerwerk seid, Leute!“ Das war ja klar, dass sich Fred und George bei so einem Ereignis nicht lumpen lassen würden. Da kam Molly ins Wohnzimmer: „Grade kam Errol mit einem Brief von Großtante Muriel. Sie ist krank und kann leider nicht zur Hochzeit kommen.“ Besonders traurig war ich nicht darüber, da ich schon einige Geschichten über die gute Frau gehört hatte. „Was ein Glück, dann wird's ja ne richtig tolle Feier!“, rief Ron, der gerade mit seiner winzigen Eule Pigwidgeon auf der Schulter die Treppe heruntergelaufen kam. „Schade nur, dass Harry nicht mitfeiern kann“, sagte er etwas wehmütig. Harry hatte vom Orden die dringende Anweisung erhalten, bis zu seinem 17. Geburtstag im Haus seiner Verwandten zu bleiben, da er nur dort durch den Fideliuszauber seiner Mutter geschützt wurde. Ich war zugegebenermaßen erleichtert darüber, denn die Anwesenheit von Harry Potter auf unserer Hochzeit war ein erhöhter Risikofaktor für Angriffe von Todessern oder gar ihrem Anführer selbst.
Nachdem wir fast eine Woche lang mit den Vorbereitungen für die Hochzeit beschäftigt gewesen waren, sollte es heute nachmittag so weit sein. Am gestrigen Abend waren meine Großeltern und Eltern mit Lara im Fuchsbau angekommen. Es war sehr schön sie nach so langer Zeit endlich wieder zu sehen. Mr und Mrs Tonks waren heute morgen angereist und die Frauen halfen Molly mit dem Essen, während die Männer draußen noch Stühle stellten. Dora und ich hatten uns mit Ginny und Fleur nach oben zurück gezogen und zwängten uns nun in die Brautkleider. „Oh, Mann, wenn ich gewusst hätte, dass das so unbequem ist, dann hätt ich lieber in meinem Umhang geheiratet!“, stöhnte Dora. Sie trug ein wunderhübsches knielange Kleid in rose. „Ach komm schon, so schlimm ist es doch nicht. Ich finde du siehst toll aus“, versuchte ich sie aufzuheitern. „Gleichfalls. Aber meinst du nicht, ich sollte vielleicht lieber ne etwas unauffälligere Haarfarbe für die Trauung haben?“, fragte sie. Ihre Haare hatten ein hell leuchtendes Pink angenommen, was ihr sehr gut stand und außerdem perfekt zu ihrem Kleid passte. „Ach was, das ist doch deine Lieblingshaarfarbe und die solltest du auch an deiner Hochzeit tragen. Lara, macht dir noch ein paar Perlen rein, dann siehts noch ein bisschen festlicher aus“, schlug ich ihr vor. Meine Schwester, die mir gerade die Haare hochgesteckt hatte und mich schminkte, hatte dafür ein echtes Talent und sehr viel Spaß dabei. „Ihr müsst die 'ier noch anzien“, erinnerte uns Fleur mit den Schleiern in der Hand, „isch freue misch schon auf meine 'ochseit“ sagte sie mit verträumter Stimme. „Dann bleibt uns wenigstens noch ein Fest, an dem nicht wir im Mittelpunkt stehn und zu dem ich dann anziehn kann was ich will“, entgegnete Dora lachend und alle anderen stimmten mit ein.
Ich war so aufgeregt, als mich mein Vater gefolgt von Dora und Ted Tonks zum Altar führte. Wir schritten an unseren Verwandten und Freunden vorbei, die uns zulächelten. Besonders freute es mich auch, dass Minerva, Pomona, Hagrid, Filius und Horace anwesend waren, außerdem einige meiner engsten Freunde von der Uni und sogar Charlies Freund Romir aus Rumänien. Nur einer fehlte, Dumbledore. Ihm hätte unsere Hochzeit sicher gefallen, vor allem auch, dass sich Lupin und Dora endlich gefunden hatten. Er hatte auch die beiden sehr gerne gemocht, wie mir Remus erzählt hatte. Dieser Tag sollte aber unser Tag sein, an dem wir glücklich waren und uns freuen sollten. Ich verbannte die schmerzlichen Gedanken an Dumbledores Tod in die hinterste Ecke meines Kopfes und konzentrierte mich auf das hier und jetzt. Mein Vater schien etwas nervös zu sein, da seine Hand zitterte. Ich genoss die Aufmerksamkeit, die mir an diesem Tag zuteil wurde. Der Weg kam mir endlos lange vor und ich konnte es kaum erwarten, bis Charlie mich in die Arme nehmen würde. Wir waren vorne angekommen, ich blickte mich um und sah Dora mir lächelnd zuzwinkern, was so viel wie 'nun mach schon' heißen sollte. Mein Dad gab mir einen Kuss auf die Backe und übergab mich dann an Charlie. Der nahm sanft meine Hand in die seine und führte mich die letzten Schritte bis vor den Ministeriumsbeamten, der unsere Trauung vornehmen würde. „Du bist wunderschön!“, flüsterte er mir zu und ich merkte, wie meine Wangen rot anliefen. Uns folgten Dora und Remus, der an diesem besonderen Tag jünger wirkte als ich ihn jemals gesehen hatte. Er hatte einen schönen dunkelbraunen Anzug aus Seide an und es war nichts mehr von dem schäbigen Auftreten aus seinen Tagen bei den Werwölfen zu sehn. Sie sahen beide fröhlich lächelnd zu uns herüber.
„Ich darf Sie alle recht herzlich zu der heutigen Vermählung von Sinead Kyne mit Charlie Weasley und Nymphadora Tonks mit Remus Lupin begrüßen.“ begann der Ministeriumsbeamte und die Menge klatschte erfreut. „Wir sind heute hier zusammen gekommen, um ihre Hochzeit zu feiern. Ich bin sehr erfreut darüber, dass ihr euch trotz der widrigen Umstände, die heutzutage in der Zaubererwelt herrschen, dazu entschlossen habt, den Bund fürs Leben zu schließen. Möget ihr auf ewig vom Unheil verschont und glücklich sein. So frage ich nun dich, Sinead, willst du den hier anwesenden Charlie Weasley zu deinem rechtmäßig angetrauten Ehemann nehmen, dann antworte jetzt mit Ja.“ Ich war so aufgeregt, dass ich das Wort nur mühsam über meine zitternden Lippen brachte. „Ja“, dabei sah ich Charlie tief in seine großen braunen Augen. Er lächelte mich verliebt an. „Und sie, Charlie, wollen Sie die hier anwesende Sinead Kyne zu ihrer Ehefrau nehmen, so antworten sie ebenfalls mit Ja.“ - „Ja, ich will!“ Nun tauschten wir die Ringe und der Beamte vollführte einen Zauber, der unsere Hände magisch miteinander verband. „Dann erkläre ich sie hiermit Kraft meines Amtes zu Mann und Frau. Sie dürfen die Braut jetzt küssen.“ Charlie nahm mich glücklich in seine Arme und wir küssten uns leidenschaftlich, wobei wir alles um uns herum vergaßen. Es war der schönste und glücklichste Moment meines Lebens und ich hatte das Gefühl, dass es Charlie genauso ging.
Plötzlich wurden wir durch ein lautes Knallen aus unserem innigen Moment gerissen. 'Mist, was war das? Warum habe ich nur meinen Zauberstab oben gelassen?', fragte ich mich voller Angst. Auch Charlie war etwas verwirrt, woher der Krach wohl kam. Als ich jedoch zu Remus und Dora blickte, die beide vor lachen kaum noch stehen konnte, hatte ich den Verdacht, dass die Zwillinge uns den Schrecken eingejagt hatten. Wir drehten uns um und sahen ein gigantisches Feuerwerk über dem Fuchsbau aufsteigen. „Diese Trottel, sie sollten doch warten, bis auch Remus und Dora Ja gesagt haben!“, schimpfte Charlie. „Ach komm, das war doch klar.“ Remus klopfte ihm mit Lachtränen in den Augen auf die Schulter. „Heirate du jetzt mal schön und dann wollen wir sehn, wie lange du noch was zu lachen hast“, erwiderte Charlie mit gespieltem Ernst und einen Augenzwinkern zu Dora. Nachdem auch Dora und Remus sich das Ja-Wort gegeben hatten, beglückwünschten uns alle. Meine Mum, Mrs. Tonks und Molly versorgten sich gegenseitig unentwegt mit Taschentüchern. „Dass die Frauen immer heulen müssen“, warf Ron grinsend ein und schüttelte uns die Hand.
Nachdem alle gratuliert hatten, zauberten Bill und Arthur eine schöne Festtafel in den Garten und wir eröffneten das Festmahl. Es gab alles was das Herz begehrte und ich war schon nach einem Teller so satt, dass ich glaubte, Charlie bräuchte nachher einen Kran, um mich in unser Zimmer zu bringen. Rechts neben uns hatte sich Fred gerade mit zwei Gläsern Kürbisbowle zu meiner Schwester gesellt. Ich schubste Charlie leicht am Arm an und deutete zu ihnen hinüber. Er grinste nur: „Ach, lass ihnen doch den Spaß. Heute ist unser Tag und da brauchen wir uns um nichts zu sorgen.“ Er zog mich zu sich und küsste mich innig, wobei er mir durchs Haar strich. Ich hatte tausende von Schmetterlingen im Bauch und mahlte mir unsere gemeinsame Zukunft aus.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.