
von lumos
Huhu!
Hier habe ich auch schon Teil 3 für euch.
Ich wünsche euch Frohe Weihnachten im Kreise eurer Lieben.
Nun viel Spaß mit...
... und seine Folgen ... Teil 3 1678 Wörter
„Wieso? Wieso müsst ... müsst ihr euch immer ... immer wie zu unserer Schulzeit aufführen? Man könnte meinen, dass ihr in eurer Entwicklung hängen geblieben seid, was das angeht. Ich sollte doch nur kommen um ... um Harry zu beruhigen aber ... aber gebraucht hätte er dich, Severus!“, mit den letzten Worten wandte Remus sich direkt an diesen und sah ihn vorwurfsvoll mit verheulten Augen an. „Er hat nach dir gerufen, als er gespürt hat, dass etwas nicht in Ordnung ist und sein ... sein letztes Wort, dass er flüsterte, bevor er durch seinen Kreislaufzusammenbruch und was weiß ich noch bewusstlos wurde, war dein Name. Dein Name, hörst du! Verdammt, wieso nur? Sagt mir, wieso ihr euch nicht vertragen könnt?! Wieso ihr die Vergangenheit immer wieder aufleben lassen müsst?! Nein, sag nichts, Severus. Ich weiß, dass du dich dieses Mal nur verteidigt hast, aber dennoch ist das keine Entschuldigung.“ Remus schniefte herzerweichend auf und klammerte sich an den Mantel seines Schatzes fest.
Severus, der wirklich diesen Einwand machen wollte, schloss seinen Mund abrupt wieder. Er hätte etwas zu seiner Verteidigung sagen können, doch war er dazu nicht wirklich in der Lage. Schon nach den ersten Worten des Werwolfes hatte sich alles in ihm verkrampft und zusammengezogen, nein, eigentlich schon, als er ihn da sitzen sah. Dann auch noch zu hören, wie verzweifelt sein kleiner Löwe nach ihm gerufen hatte, war zuviel gewesen. Er konnte es sich bildlich vorstellen und dies quälte ihn ungemein und seine ohnehin großen Sorgen schienen ins Unermessliche anzuwachsen. Was sollte er nur tun, wenn sie es nicht schafften? Was sollte er tun, wenn Harry ihn allein ließ? Er wusste es nicht, denn auf diese Frage hatte er keine Antwort. Das einzige was er wusste, war, dass Harry sein Ein und Alles war, sein Leben und wenn er ging, würde dies mit ihm gehen. Er würde wie ein Inferi durch die Gegend laufen. Tot, am Leben und auch wieder nicht. Keine Seele, denn die würde Harry mit sich nehmen.
„Und Harry wäre auch beruhigt gewesen zu wissen, dass du, Sirius, seine Beziehung zu Severus akzeptiert hättest“, schilderte Remus weiter, wobei Severus dies nicht registrierte. Zu sehr war er in seinen Ängsten um Harry gefangen. Alles außerhalb sich selbst zog wie in einem dumpfen Nebel an ihm vorbei.
Sirius währenddessen hörte seinem Lebenspartner voller Entsetzen zu und zuckte zusammen, als dieser sich vorwurfsvoll direkt an ihn richtete. Was hatte er nur getan? Wieso hatte er nicht einmal besonnen reagieren können und erst denken und dann handeln? Es war nicht so, dass er nie vorher nachdachte, doch wenn es um seinen kleinen Harry ging und dann noch in Verbindung mit Snape, da waren seine Sicherungen durchgebrannt und er hatte nur noch gehandelt. Jetzt könnte er sich dafür selbst verfluchen oder, wie die Muggel sagten, in den Allerwertesten treten. Er wollte nur das Beste für seinen Sohn und doch hatte er ihm geschadet. Ihm Kummer bereitet, was zu Schlimmerem geführt hatte. Er wusste nicht was er tun sollte, wenn Harry die Geburt nicht überleben würde.
„Siri, du hättest Severus nicht gleich freudestrahlend in den Arm schließen und in der Familie willkommen heißen müssen, aber wenigstens ... wenigstens akzeptieren und freundlich mit ihm umgehen. Harry war nach der Wehe ziemlich erschüttert gewesen, als er realisierte, was sich im Raum zugetragen hatte. Und dann ... dann ist bei der nächsten Wehe auf einmal die Hölle ausgebrochen. Er sagte mir noch, dass ... dass etwas mit den Babys ist und dann fing dieses Überwachungsgerät auch schon zu piepen an, die Schwester rannte erneut aus dem Raum und kam unverzüglich mit zwei Heilern und zwei Medihexen zurück und die haben mich zur Seite gedrängt. Sie haben so ernste Gesichter gemacht und ziemlich besorgt gewirkt. Dann ... dann haben sie ihn schnellstmöglichst auf einer Trage aus dem Raum schweben lassen und in den OP-Raum gebracht. Bis ... bis zur Tür durfte ich folgen, aber nicht weiter. Seitdem warte ich hier und weiß nicht, wie es unseren drei Kleinen geht“, schniefte Remus vor sich hin, während er sich immer noch an Sirius klammerte und dessen ramponierten Umhang mit seinen Tränen benässte.
Betretenes Schweigen machte sich neben Remus leisen Schluchzern auf dem Flur breit. Beide Männer wussten nur zu gut, dass Remus mit seinen Vorwürfen und Anschuldigungen Recht hatte und Angst breitete sich rasant in ihren Herzen aus. Dieses Gefühl schnürte den beiden so grundlegend verschiedenen Männern fast die Luft zum Atmen ab. Während der eine seinen schniefenden Lebensgefährten im Arm hielt und seinen Kummer innerlich verschloss um für Remus stark zu sein, ertrug der andere das Herumsitzen nicht mehr und stand auf, um vor den Stühlen zügig auf und ab zu schreiten. Er brauchte Bewegung, still dazu sitzen, wenn die Heiler um das Leben seines Partners und Kinder rangen, konnte er nicht!
Währendessen war Severus mit seinen Gedanken in eine andere Zeit abgedriftet. Er erinnerte sich an ihre gemeinsame Zeit zurück, die so kurz und doch so schön gewesen war. Er konnte und wollte sich nicht vorstellen, wie seine Zukunft ohne Harry wieder aussehen würde. Er weigerte sich auch nur, diesen Gedanken gänzlich zu Ende zu bringen und sich diesen als Bilder vorzustellen. Schließlich waren sie mit der Hoffnung ins Mungos gekommen, dieses als kleine Familie wieder verlassen zu können, zu der zwei hoffentlich gesunde Kinder gehören würden. Lieber erinnerte er sich an die vielen gemeinsamen Stunden, in denen sie glücklich zusammen gewesen waren, sei es am schwarzen See, in seiner Wohnung oder Labor, auf dem Astronomieturm, im Raum der Wünsche und an noch vielen anderen Orten. Vor allem rief er sich den Augenblick ins Gedächtnis zurück, in dem sie zusammengekommen waren. Zeitgleich hatten sie auch ihren ersten Kuss miteinander geteilt und Sev wusste noch so gut, als wäre es gestern gewesen, wie fantastisch es sich angefühlt hatte, Harrys Lippen auf seinen zu spüren und was für ein Prickeln sie hinterlassen hatten, als sie sich aufgrund von Sauerstoffmangel wieder hatten trennen müssen. Sein kleiner Löwe hatte ihn daraufhin so scheu und dennoch liebevoll angesehen, dass dieser Blick, ihm, den gestandenen Spion, weiche Knie bereitet hatte. Sie hatten wie so oft davor, seitdem Harry direkt nach seiner Schulzeit Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste geworden war, in einem Gang eine hitzige Debatte über die Behandlung der Schüler während und außerhalb des Unterrichts geführt. In einer Kurzschlussreaktion, anders konnte man es einfach nicht nennen, hatte er das Gesicht des Jüngeren ergriffen, um diese süßen Lippen, die aber leider ständig in Bewegung waren, verstummen zu lassen. Vorteilhaft war da natürlich gewesen, dass er schon eine Weile an Harry interessiert war und deshalb oft den direkten Konflikt mit diesem gesucht hatte, damit er Harry wenigstens etwas hatte nahe sein können. Nach Kriegsende, als der junge Mann vor sämtlicher Presse geflüchtet war und Lehrer wurde, fing er an, nicht mehr James, sondern Harry selbst zu sehen. Er hätte sich allerdings nie im Leben träumen lassen, dass es diesem, bis zu dem alles verändernden Zeitpunkt, genauso ergangen war. An diesem besagten Tag war ihm ihre Auseinandersetzung zuviel geworden und so war es zum Kuss gekommen, den sein Kleiner nach kurzem Zögern zaghaft erwidert hatte. Von den Lippen und der Reaktion Harrys berauscht, hatte er diesen sogleich näher an sich herangezogen, um so viel Körperkontakt wie möglich zu bekommen. Nach einem anschließenden klärenden Gespräch in seinen Räumen, hatten sie beschlossen, es miteinander zu versuchen und nun, drei Jahre später, sollte dieser Versuch eigentlich nun mit dem Höhepunkt ihrer Liebe, sprich zwei Kindern, gekrönt werden. Auch wenn diese nicht geplant gewesen waren, sondern es eher zufällig geschehen war und es plötzlich von Harry hieß: „Sev, wie schnell bekommst du ein Kinderzimmer eingerichtet?“ Zuerst hatte er Harry skeptisch auf diese merkwürdige Frage angesehen, doch der nachfolgende Satz seines Liebsten hatte alles erklärt. „Ich bin schwanger!“, war lediglich von diesem noch gekommen. Seitdem freuten sich beide sehr auf ihren Nachwuchs.
Auch ihre erste gemeinsame Nacht war etwas Besonderes gewesen. Vor allem für Harry. Dieser hatte Severus vorher gestanden, dass er noch nie mit einer anderen Person intim geworden war. So hatte er seinem Liebsten einen unvergesslichen Abend mit anschließender Nacht beschert, als dieser soweit war und richtigen Sex mit ihm wollte. Sollte ihre kurze gemeinsame Zeit hier und jetzt wirklich schon beendet sein? *Nein, bitte nicht! Wer auch immer das entscheidet, lass ihn leben!*, flehte Severus innerlich.
Dieses Hin- und Herlaufen von Severus ging Sirius zwar mächtig auf die Nerven und reizte seinen ohnehin knappen Geduldsfaden, doch er riss sich zusammen und verkniff sich jedweden Kommentar. Denn wenn er ehrlich zu sich war, war das alles seine Schuld. Wäre er nicht so in den Raum gestürmt und wäre er nicht sogleich auf Sni ... Severus losgegangen, wären sie bei Harry gewesen und dieser beruhigt. Er kreidete es ... Severus hoch an, das dieser im Moment kein Wort darüber verlauten ließ und ihm keine Vorwürfe machte, die durchaus berechtigt gewesen wären! Wobei er sich vermutlich etwas besser gefühlt hätte, wenn Severus ihm eine verpasst und ihm gesagt hätte, was für ein miserabler Pate und Ersatzvater er doch sei. Innerlich schämte Sirius sich für das, was er dem anderen im Isolationsraum vorgeworfen und als was er ihn bezeichnet hatte.
Sein Harry war doch noch so jung und sollte doch eine glückliche Zukunft haben, in der sein Freund und sein Pate keine Fehde austrugen. Er hatte sich den Frieden nach all den Kämpfen redlich verdient und jetzt lag er auf dem OP-Tisch und rang um sein Leben und das seiner Kinder. Das Leben war so verdammt ungerecht!
Für die drei Männer hatte es den Anschein, als ob unendlich viele Stunden vergangen wären, bis plötzlich die Türen zum OP aufschwangen. Ein etwas älterer und in grün gekleideter, erschöpft und nachdenklich wirkender Heiler trat zu ihnen heraus. Sofort sprangen Remus und Sirius von ihren Stühlen auf und stellten sich neben Severus, der in seinem Versuch, Rillen in den Boden zu laufen unverzüglich stoppte.
Alle drei sah der Heiler für einen Moment abschätzig an, so als ob er überprüfen wollte, ob sie seine Nachricht verkraften würden, ehe er sich an Severus wandte, der ja der Lebensgefährte seines Patienten war.
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Lieben Gruß lumos
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