
von safranblüte
Nachdem Hermine das Esszimmer verlassen hatte, war sie eine Zeit lang wie eine Schlafwandlerin auf dem langen Gang umhergeirrt. Fast alle Türen waren verschlossen, ausser diejenigen zum Esszimmer, der Bibliothek und dem Schlafgemach Voldemorts. Irgendwann zitterten Hermines Knie so stark dass sie sich einfach auf den Boden fallen liess.
Wahrscheinlich würde Voldemort wütend werden, wenn sie nicht im Schlafzimmer war, doch das war ihr im Moment egal.
Müde schloss sie die Augen. Eigentlich hätte sie irgend eine Emotion empfinden sollen, Wut, Trauer, Verzweiflung, Hass.
Doch sie fühlte nichts. Ein bisschen Angst vielleicht, doch nichts sonst.
Ihr kam der Gedanke, dass sie sich vielleicht aufgegeben hatte.
Vielleicht hatte ihre Seele ihren Körper schon verlassen, und nur noch eine leere Hülle befand sich in den Fängen Voldemorts.
Wenn es doch nur so wäre..
Sie hörte wie eine Tür aufging und jemand mit grossen, schwungvollen Schritten auf sie zukam.
Anstatt die Augen zu öffnen lauschte sie dem regelmässigen Stakkato der Schritte.
Klapp, klapp, klapp..näher, näher, näher.
Voldemort blieb direkt vor ihr stehen.
Langsam öffnete Hermine die Augen, sah ihn jedoch nicht an.
Ob er wütend war?
"Steh auf."
Seine Stimme klang so emotionslos wie immer.
Hermine erhob sich. Widerstand war sowieso zwecklos, soviel hatte dieser Mistkerl ihr immerhin schon eingebläut.
Er fasste sie am Arm und zog sie in Richtung Schlafzimmer.
Jetzt wurde Hermines Angst grösser. Mit seiner Berührung waren die Erinnerungen an die letzte Nacht zurückgekehrt.
Ob es diesmal genauso wehtun würde?
Das konnte sie nicht. Sie würde das nicht noch einmal aushalten, dieses Gefühl, in zwei Teile gerissen zu werden. Dieser Schmerz war unvergleichlich, seelisch wie körperlich, das konnte sie nicht noch einmal überstehen.
"Gegrüsst seist du Maria voll der Gnade.." in ihren Gedanken leierte Hermine das Gebet wieder und wieder herunter. Sie glaubte noch nicht einmal an Gott, doch das monotone Geleier in ihrem Kopf liess keinen Platz für grausame Vorahnungen und Erinnerungen. Es war beruhigend. Es lenkte sie ab.
"Heilige Maria, Mutter Gottes.."
Voldemort öffnete die Tür, schob Hermine ins Zimmer.
"Bitte für uns Sünder..."
Das Geräusch der zuschlagenden Tür kam Hermine vor wie der Hammerschlag bei Gericht.
Verurteilt.
Verloren.
"Jetzt und in der Stunde unseres Todes."
Sie spürte seine Lippen auf ihrem Hals.
"Amen."
Langsam liess er seine Hände an ihrem Oberkörper entlang bis zu ihren Hüften wandern, dann glitten seine Hände wieder nach oben.
Er hielt sie dicht an sich gepresst, Hermine fühlte seinen warmen Körper, verglühte innerlich.
Seine Finger streiften ihre Brustwarzen, die unweigerlich hart wurden.
Ihr Körper reagierte auf ihn.
Der dunkle Lord lachte leise hinter ihr.
Hermine wurde abrupt aus ihrer Trägheit gerissen.
Wie verrücktgeworden wand sie sich in seiner Umarmung. Doch er liess sie nicht los, und sie kam gegen ihn nicht an.
Als er sie dennoch plötzlich freiliess, fiel sie zu Boden.
Mit einem undefinierbaren Grinsen auf dem Gesicht kniete er sich neben sie.
"Siehst du..du willst doch dasselbe wie ich. Lass es einfach zu."
Wutenbrannt schrie sie: "Ich will gar nichts von dir. Ich will, dass du mich tötest, sonst gar nichts."
Er schüttelte den Kopf, schien beinahe belustigt. In seinen Augen jedoch erkannte Hermine pure Gier, und sie erschauderte.
"Du lernst wohl doch nicht so schnell, wie ich gedacht hatte."
Er legte eine Hand auf ihre Wange und zwang sie, ihn anzusehen.
"Gestern Nacht hast du gelitten, nicht wahr?"
Unwillkürlich traten Tränen in ihre Augen.
Eine einzelne Träne, die über Hermines Wange lief, wischte Voldemort mit seinem Daumen weg.
"So muss es nicht sein."
Er schwieg einen Moment, dann flüsterte er:
"Hör auf deinen Körper. Geniess es einfach, ich verspreche dir, wenn du es zulässt, wirst du es geniessen."
Hermine hörte seine Worte nur undeutlich. Die Gedanken und Bilder die ihr wie wild durch den Kopf schossen, beanspruchten einen grossen Teil ihrer Aufmerksamkeit.
Alles schien zusammenzukommen. Schon wieder.
Die ganze Angst und Verzweiflung der letzten Stunden, der Schmerz, die Trauer um ihre Freunde.
Hermines Herz fühlte sich an wie eine einzige blutende Wunde.
Es war Zeit für sie, zu sterben, doch Voldemort liess sie nicht.
Sie wollte in den Tod gehen, zu ihren Freunden.
Sie konnte nicht mehr allein sein.
Seine Hand lag noch immer warm auf ihrer Wange. Mit seinem Daumen wischte er fortwährend ihre Tränen weg.
"Lass es zu."
Amen.
Sie lehnte sich zu ihm hinüber und küsste ihn.
Es war ein kurzer, flüchtiger Kuss.
Er verzog die Lippen wieder zu jenem undefinierbarem Lächeln.
Mit einer einzigen fliessenden Bewegung stand er auf, hob Hermine auf das Bett und setzte sich neben sie.
"Tu das noch einmal."
Und sie tat es.
TBC
soo..was meint ihr, hat voldi jetzt gewonnen?..beziehungsweise seine dubiosen ziele erreicht?
keks für alle^^
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