
von safranblüte
Zuerst war er vollkommen überrumpelt, doch schon bald lenkte er in den Kuss ein.
Hermine wusste nicht, wie um sie geschah. Sie küsste und küsste den dunklen Lord, bis sie sich schwer atmend von ihm löste.
Nach ein paar tiefen Atemzügen konnte sie wieder klar denken, und sagte:
"Das ist es was du willst, oder?"
Voldemort grinste nur und antwortete:
"Das ist ein Anfang."
Hermine ihrerseits konnte ein Grinsen nur schwer unterdrücken. Sie hatte ihn durchschaut.
Sie beschloss, noch einen draufzusetzen und fragte:
"Und was ist mein Nutzen wenn ich mitspiele?"
Anscheinend war das nicht die richtige Frage gewesen, denn der Ausdruck auf Voldemorts Gesicht wechselte sekundenschnell von siegessicher grinsend zu fuchsteufelswild.
"Das ist kein gottverdammtes Spiel, und du bist schon gar nicht diejenige, die nach irgendetwas zu verlangen hat! Sei dankbar, dass du noch lebst!!"
Zuerst zuckte Hermine verschüchtert zurück, doch dann wurde sie ihrerseits wütend.
"Dankbar dass ich lebe, hah! Wie oft muss ich es noch sagen, ich würde lieber sterben als nur eine Sekunde mehr mit dir zu verbringen!"
Voldemorts Augen blitzten in teuflischem Rot auf und er schmiss sie blitzschnell zu Boden.
Mit auf sie gerichtetem Zauberstab stand er vor ihr und zischte:
"Na dann."
Hermine sah ihn mit weit aufgerissenen Augen an. Sie wartete darauf, dass das Gefühl der absoluten Gleichgültigeit sie wieder einholte.
Doch es kam nicht.
Jetzt, da sie hautnah mit ihrem Tod konfrontiert war, merkte sie, dass sie leben wollte.
Doch sie besann sich. Das "ich will nicht sterben", das unaufhörlich durch ihren Kopf zuckte, wurde durch ein "gönne ihm diesen Triumph nicht" ersetzt.
"Avada.."
Eine einzelne Träne rollte ihre Wange hinunter.
Sie erwartete, dass die ungnädige Dunkelheit sie umhüllte, doch es geschah nichts.
Als sie die Augen öffnete, sah sie, dass Voldemort vor ihr kniete, sein Gesicht nur Millimeter von dem ihren entfernt.
"Sag mir, dass du es nicht willst."
"Was?" , hauchte sie.
"Sag mir, dass du nicht sterben willst. Sag, dass du hier bei mir bleiben willst."
Mittlerweile liefen ihr die Tränen in Strömen über die Wangen.
Voldemort nahm ihren Kopf in die Hände, seine Augen waren unendliche Abgründe.
"Sag es."
Sie konnte nicht denken.
"Sag es."
Sie wollte nicht sterben. Wollte sie lieber bei ihm sein?
"Ja."
"Was ja?"
"Ich will nicht sterben."
"Willst du lieber bei mir bleiben?"
Sie schwieg, schloss die Augen, nickte.
Sie war sich sicher, dass er wieder sein aufgesetztes Lächeln auf dem Gesicht hatte.
Er war in ihrem Kopf, in diesem Augenblick.
"Du lügst."
Entsetzt sah sie ihn an.
"Nein, ich lüge nicht. Ich will nicht sterben."
"Aber bei mir sein willst du auch nicht."
Was sollte sie nur dazu sagen?
Kraftlos richtete sie sich auf und ging zu einem der grossen Fenster.
Sie lehnte sich an den Rahmen und blickte ins Freie hinaus.
Er war ihr gefolgt, sie konnte seine Anwesenheit in ihrem Rücken spüren.
Verzweifelt sagte sie:
"Wie kannst von mir verlangen, bei dir sein zu wollen."
Wie brutal diese Worte klangen, war ihr in diesem Moment nicht bewusst.
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