
von tini-wini84
Das war jetzt schon Ians zweiter Brief innerhalb von 10 Tagen. Sie machte sich ständig Gedanken, ob ihre Entscheidung richtig gewesen war und öffnete besorgt den Umschlag.
Liebe Mum,
hier in Hogwarts gefällt es mir sehr gut. Ich habe schnell neue Freunde in Gryffindor gefunden und der Unterricht macht eigentlich auch Spaß. Es ist ein bisschen anders als in Westwood, aber ich komme gut klar. Die Teilnahme am Duellierclub hat sich echt ausgezahlt. Professor Snape hat mich sogar gelobt und ich habe 15 Punkte für mein Haus abgesahnt.
Was ich dich fragen wollte, kannst du mir nicht endlich mehr über Dad erzählen? Ich will wissen, was damals passiert ist, schließlich bin ich alt genug dafür.
Und warum hast du mir nie etwas über Harry Potter oder Voldemort erzählt? Ich komme mir hier schon fast vor, als hätte ich auf dem Mond gelebt.
Bitte Mum!
Melde dich schnell.
Ich habe dich sehr lieb!
Dein Ian
P.S.: Du kannst Pig auch gleich einen Antwortbrief mitgeben, er wartet so lange, wenn du ihm einen Eulenkeks gibst.
'Oh je, er war kurz davor alles zu erfahren!' Aber dann würde die Situation noch komplizierter und vor allem gefährlicher werden. Hoffentlich konnte sie ihn noch etwas hinhalten. Sie schrieb schnell eine kleine Nachricht und band sie dem winzigen Vogel ans Bein, nachdem sie ihm einen Keks in den Schnabel gesteckt hatte.
Es war schon 20 Uhr und die Freunde saßen im Gemeinschaftsraum, als Pigwidgeon aufgeregt ans Fenster pickte und dann zu Ian geflattert kam. Ian strich der kleinen Eule liebevoll über das leicht nasse Gefieder und gab ihr zum Dank für den schnellen Postservice einen Keks. Dann lies er sich neben Hermine auf der Couch nieder und entrollte das Pergament.
Mein lieber Ian,
ich habe meine Gründe es dir zu verschweigen. Zu gegebenem Zeitpunkt werde ich dir die ganze Wahrheit über deinen Dad erzählen, aber momentan ist es einfach noch zu gefährlich.
Vielleicht kann ich dir schon einiges in den Weihnachtsferien sagen. Wir werden dann übrigens Gradma besuchen.
Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg in der Schule und Spaß mit deinen neuen Freunden. Und nimm dich vor den Slytherins in Acht!
Bis bald, mein Großer.
Es drückt dich deine Mum.
Ian machte ein enttäuschtes Gesicht. Er hatte so gehofft, dass er die Wahrheit erfahren würde. 'Was meinte sie mit es wäre zu gefährlich? „Und wer schreibt dir?“, wollte Ron, neugierig wie immer, wissen, wobei er sich gleich einen tadelnden Blick von Hermine einfing. „Ach, meine Mum“, sagte er enttäuscht und gab den Brief an seine Freunde weiter, die ihn gespannt durchlasen. „Das hört sich ja spannend an“, sagte Ron. Auch Harry hatte den Brief eben fertig gelesen: „Deine Mum is mir sympathisch, sie warnt dich vor den Slytherins.“ Hermine machte ein nachdenkliches Gesicht: „Es müsste doch irgendwie herauszufinden sein, wer dein Dad war und was mit ihm passiert ist. Wir werden uns am besten mal am Wochenende alte Jahrbücher in der Bibliothek angucken. Da finden wir bestimmt etwas raus.“
'Das war wirklich eine tolle Idee von Hermine, die Frau war einfach Klasse!' Ian konnte es kaum erwarten, endlich mehr zu erfahren und bis zu den Weihnachtsferien wollte er auf keinen Fall warten.
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