
von tini-wini84
„Und wie wars bei Snape?“, wollte Ian am nächsten Morgen beim Frühstück von seinem Freund wissen. „Naja, ging so. Er hat mich sämtliche Reagenzgläser und Fläschchen polieren lassen. Und bei euch so?“ - „Och, es war ein ganz netter Abend, aber bestimmt nicht so nett wie der von Ron“, neckte Ian. Ron wurde sogleich knallrot, doch der Ton verdunkelte sich sogar noch um ein paar Nuancen als sie eine süße Mädchenstimme hinter ihnen „Won-Won“ rufen hörten. Lavender Brown kam auf Ron zugestürmt und bedeckte sein Gesicht mit Küssen. Harry, Neville und Ian wären beinahe vor Lachen von der Bank gefallen und auch von den anderen Haustischen her waren neugierige Blicke und Gelächter zu vernehmen. Sogar die Lehrer reckten die Hälse, um nichts zu verpassen. Hermine zog die Augenbraue hoch und prustete dann los. Auch Ginny hielt sich den Bauch: „Schade, dass Fred und George nicht hier sind!“ Harry fand das ganze äußerst amüsant, wie sein bester Kumpel von dieser Ziege geradezu abgeschleckt wurde. 'Sah so ein glücklich verliebtes Pärchen aus? Sicher nicht!' Aber wenigstens lenkte das ein bisschen von seiner Person ab, was ihm eigentlich ganz recht war.
Auch in den nächsten Wochen waren Won-Won und Lav-Lav, wie sie Ginny getauft hatte, unzertrennlich und gleich nach Harry das Gesprächsthema Nummer Eins in den Gängen von Hogwarts. Gerade eben hatte Lavender Ron am Eingang zur großen Halle abgepasst, da sie etwas wichtiges mit ihm zu „besprechen“ hätte. Harry wurde von Dumbledore zur Seite gewunken und erst jetzt bemerkte Harry, dass der Schulleiter seit langem wieder einmal am Essen teilgenommen hatte. „Harry, ich wünsche, dass du heute am späten Nachmittag in mein Büro kommst, ich habe etwas wichtiges mit dir zu besprechen“, sprach der Schulleiter geheimnisvoll. Harry nickte und überlegte auf dem Weg zu Zaubertränke, wo sich Dumbledore wohl die ganze Zeit aufgehalten hatte, denn der Schulleiter war in letzter Zeit relativ häufig und lange weg gewesen. Natürlich interessierte ihn auch brennend, was es wieder so wichtiges zu besprechen gäbe. Wahrscheinlich neue Informationen.
Harry hatte sich schon neben Hermine und Ian gesetzt, die auch verhältnismäßig oft zusammen saßen, und beobachtete nun belustigt, wie Ron zur Tür herein gehetzt kam. „Oh Mann, bin ich froh, dass ich die mal für zwei Stunden los bin!“ Er lies sich mit einem erschöpften Stöhnen auf den Stuhl plumpsen. „Ich dachte, du wärst so verliebt, Ron?“, fragte Hermine mit leicht spöttischem Unterton. Ron grummelte nur vor sich hin und schaute in die andere Richtung. In diesem Moment kam der dicke Professor mit dem Walrossbart zur Tür herein gewackelt: „Guten Morgen, meine Herrschaften! Heute hab ich mir für sie was ganz besondres überlegt“, er unterbrach den Satz, um die Spannung zu steigern, „einen ganz besonderen Zaubertrank“, wieder machte er eine dramatische Pause, „den Trank der lebenden Toten!“ Slughorns Vorgehen hatte seine Wirkung nicht verfehlt, denn man konnte verschiedene „Ohhs“ und „Ahhs“ im Raum vernehmen. „Wer den Trank am besten und schnellsten herstellen kann, gewinnt ein Fläschchen Felix Felicis. Also, Herrschaften, an die Arbeit!“
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