
von tini-wini84
Wie schon die letzten Jahre, so sollte es am 1. Weihnachtsfeiertag mittags mit der ganzen Familie ein Festessen, bestehend aus Truthahn gefüllt mit Maronen, Kartoffeln, Rotkohl und einer Kürbistarte, geben. Deshalb liefen schon am 23. die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren, als Marla und Ian aus dem Kamin in Annes Wohnzimmer stiegen. „Schön, dass ihr kommt“, begrüßte sie die grauhaarige Hexe mit einem Lächeln, „ich habe euch sehr vermisst!“ Nach einer kurzen aber herzlichen Begrüßung eilte sie wieder zurück in die Küche, um alles zu überwachen, was sie da gehext hatte.
In der Zwischenzeit bezogen Ian und Marla das Gästezimmer und machten sich dann daran den Baum zu schmücken. Da Ian nun mit seiner Mum alleine war, packte er die Gelegenheit beim Schopf: „Du, Mum, ich finde eigentlich, dass ich alt genug bin, um zu erfahren, wer mein Vater ist.“ Marla tat so, als hätte sie es nicht gehört und befestigte weiter kleine Kugeln am Baum. „Mum!“ Ian wurde allmählich sauer, er wusste genau, dass sie ihn gehört hatte. „War es dieser Fabian Reg Lewis?“, fragte er auf gut Glück. Marla sah ihn verdutzt an: „Wie kommst du denn da drauf? Lewis war total ätzend, den hab ich gehasst. Der war immer mit Lucius Malfoy unterwegs, einer totaler Streber und nur auf seinen Vorteil bedacht.“ Ian grinste. Er war sich sicher, dass sie die Wahrheit sagte, warum wusste er nicht, er hatte es einfach im Gefühl. Marla war verunsichert darüber, was ihr Sohn alles zu wissen schien, und gleichzeitig ärgerte sie sich über sich selbst, da sie nun doch darauf eingegangen war. „Wie kommst du überhaupt darauf?“, wollte sie wissen. „Naja, nachdem du mir nicht sagen wolltest, wer mein Vater war, habe ich selbst nach ihm gesucht.“ Sie sah ihn fragend an und versuchte dabei seine Gedanken zu erforschen. „Mum, ich merke es, wenn du das machst und es klappt bei mir nicht.“ Ein weiteres Grinsen huschte über sein Gesicht. Er hatte recht, bei Familienangehörigen hatte es seltsamerweise noch nie geklappt, musste wohl an den Genen liegen. Momentan gab es keine Chance für Marla etwas herauszufinden und da Ian nicht weiter nachbohrte, drängte sich der Gedanke auf, er wusste bereits wer es war.
Am 24. machten die drei es sich alleine gemütlich, wie jedes Jahr auf dem Sofa mit einem warmen Butterbier und Annes selbst gebackenen Kürbismuffins. „Das Essen ist soweit vorbereitet, wir müssen Morgen früh nur noch den Tisch decken und dann kanns losgehn.“ Anne streckte sich müde und nippte an ihrem Getränk. Sie fand es schön ihren Enkel und ihre Tochter um sich zu haben. Seit dem sie in England lebten, war es hier ganz schön einsam. Beide sahen jedoch sehr bedrückt aus, sicher hatte dies etwas mit Ians Vater zu tun. Sie nahm sich vor mit Marla zu sprechen, wenn Ian ins Bett gegangen war. Dieser Umstand trat wenige Minuten später ein, da Ian schon fast auf dem Sofa eingeschlafen wäre und sich nun mit einem Gähnen ins Bett verabschiedete. Marla wirkte äußerst angespannt, und zwar schon seitdem sie hier war. Anne vergewisserte sich, dass Ian auch wirklich nichts mitbekam, indem sie den Muffliato anwandte. „Sag mal Marla, was ist los mit dir?“, wollte sie wissen. Marla blickte traurig ins Leere: „Er hat mich gerade gefragt, wer sein Vater ist und ich bin mir sicher, dass er es schon weiß.“ - „Es war doch klar, dass er es auf eigene Faust herausfinden würde.“ - „Naja, er hat wohl eine Vermutung. Er fragte mich, ob Fabian Reg Lewis sein Vater ist und ich habe abgelehnt. Danach hat er aufgehört zu fragen, deshalb gehe ich davon aus, dass er die Wahrheit schon kennt.“ - „Was hast du erwartet? Er ist alt genug und ich habe dir schon die ganze Zeit geraten, ihm endlich alles zu sagen.“ - „Du hast ja auch recht, aber ich habe Angst, dass sich Du-weißt-schon-wer an ihm rächen wird, für alles was sein Vater ihm angetan hat.“ - „Und du glaubst, es genügt seine Herkunft zu verheimlichen? Voldemort kennt andere Mittel und Wege um an Informationen zu kommen.“ Marla nickte zustimmend: „Sicher. Aber Dumbledore hat mir vor ein paar Wochen nochmal ins Gewissen geredet, Ian unter keinen Umständen die Wahrheit zu sagen, es sei zu gefährlich. Ich weiß ja auch nicht genau, was Reg Voldemort so wichtiges gestohlen hat und ob dieser den Verlust überhaupt schon bemerkt hat. Sicher ist nur, dass er tot ist und nie wieder zurück kommen wird.“ Ihr liefen ein paar Tränen über die Wangen, woraufhin ihre Mutter sie tröstend in die Arme nahm. Obwohl es schon 17 Jahre her war, machte sie der Gedanke an den Verlust ihres Geliebten immer noch fertig. Sie waren wie Seelenverwandte gewesen, auch wenn sie nur kurz zusammen gewesen waren. Ian hatte gewisse Wesenszüge von ihm, das stellte sie immer wieder fest. Marla hatte seitdem nicht die Kraft gehabt eine neue Beziehung einzugehen, so groß war der Schmerz noch immer. Ihr tat es in der Seele weh, ihren Sohn so hinzuhalten, da sie spürte wie er darunter litt. Dennoch wusste sie, dass es richtig war ihn so lange wie möglich aus der Gefahrenzone herauszuhalten.
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