
von tini-wini84
Allmählich wurde es immer wärmer und schon bald stand der in Hogwarts sehr beliebte Valentinstag vor der Tür. Harry hatte vor mit Ginny ein Picknick am großen See zu machen. Auch Ian hatte für Hermine und sich etwas schönes geplant. Nur Ron sah dem Tag eher genervt als freudig entgegen. Lavender hatte den Tag bereits vor Weihnachten bis ins letzte Detail durchgeplant und Ron keinerlei Mitbestimmung gelassen. „Ich hab null Bock dadrauf!“, gestand er Harry beim Abendessen am 13. Februar. „Warum hast du nicht schon längst mit ihr Schluss gemacht, wenn sie dir doch so sehr auf die Nerven geht?“ Harry verstand seinen besten Kumpel nicht. Er selbst war sehr glücklich mit Ginny und konnte sich keine bessere Freundin vorstellen. Auch Ian und Hermine waren ein Herz und eine Seele. Nur Ron tanzte mal wieder aus der Reihe. Eigentlich hatte Harry ja schon seit längerem den Verdacht gehabt, dass Ron in Hermine verliebt sei. Aber da er dann nach den Ferien mit Lavender zusammen gekommen war, hatte er diesen Gedanken als Irrtum abgetan. „Keine Ahnung, sie lässt mich ja nie zu Wort kommen. Und ehrlich gesagt traue ich mich auch nicht.“ Daher wehte also der Wind. Harry kannte seinen Freund nun schon so lange. Er konnte es mit lebenden Schachfiguren, Riesenspinnen und Deatheatern aufnehmen, aber wenn es um Mädchen ging, dann verließ ihn der Mut.
Am morgen des 14. Februar wurde Hermine von einem Strauß roter Rosen überrascht, der, als sie aufwachte, bereits mitsamt einer Karte auf ihrem Bett lag. Strahlend roch sie an den wunderbaren Blumen und entfaltete dann die Karte, die ein Muster aus bunten Herzen hatte.
Guten Morgen meine Schöne!
Ich möchte dir auf diesem Wege sagen, dass ich froh darüber bin, dass du immer für mich da bist und wir so viele Gemeinsamkeiten haben. Als Dankeschön würde ich dich gerne heute Abend zu einem Candle-light-Dinner einladen. Ich hole dich um 18 Uhr im Gemeinschaftsraum ab. Wir sehen uns beim Frühstück.
Ich liebe dich von ganzem Herzen!
Dein Ian
Nachdem sie den Brief gelesen hatte, war sie ganz rot geworden. Parvati grinste nur über das Gebaren ihrer Zimmergenossin und wandte sich dann wieder Lavender zu, die gerade ihren Kleiderschrank nach irgendetwas brauchbarem für ihren Won-Won durchsuchte. Hermine machte sich fertig und stieg die Treppe herunter in den Gemeinschaftraum. Dieser war bereits über Nacht von den Hauselfen festlich dekoriert worden, was sie heute jedoch nicht im Geringsten störte. Ron wartete bereits mit Ian am Portraitloch. „Auf deine Freundin wirst du wohl noch ein paar Stunden warten müssen“, berichtete Hermine Ron mit einem Grinsen. Dieser grummelte nur vor sich hin und ließ sich in einen Sessel fallen. Hermine drehte sich nun ihrem Freund zu und umarmte ihn heftig. „Vielen Dank für die tolle Überraschung! Die anderen waren schon ganz neidisch“, sie lächelte ihn verliebt an und küsste ihn stürmisch, „Ich bin ja schon so auf heute Abend gespannt!“ - „Das kannst du auch“, fügte er grinsend hinzu, „Vielen Dank auch für das Parfum. Es riecht sehr gut, aber nicht so gut wie du.“ Hand in Hand verließen sie gut gelaunt mit ihren Schulsachen den Raum und machten sich auf den Weg in die Große Halle.
Da der Valentinstag dieses Jahr auf einen Wochentag viel, hatten die Schüler natürlich Unterricht und konnten sich erst am freien Nachmittag oder abends mit ihren Freunden und Freundinnen treffen. Glücklicherweise hatte der Schulleiter den Nachmittagsunterricht ausfallen lassen, was Severus Snape besonders gelegen kam. Zum einen, weil er keine Lust auf nervige Schüler hatte und zum anderen, weil er noch etwas bestimmtes vor hatte. Gut gelaunt wie schon lange nicht mehr biss er in sein Brötchen und gab zur Feier des Tages sogar ein wenig Zucker in seinen sonst schwarzen Kaffee.
Vergnügt über das Treiben in der Großen Halle trank Albus Dumbledore seinen Kürbissaft. Scheinbar war sogar der sonst so miesepetrige Professor Snape in bester Laune, was wohl, wie er schon seit längerem ahnte, mit einer rotblonden, gut aussehenden Hexe zu tun hatte. Er selbst hatte natürlich wichtigeres zu tun. In den letzten Tagen grübelte er ständig darüber nach, welches wohl die Horkruxe waren, die Tom Riddle gemacht hatte. Ein paar Ideen hatte er schon. Er hoffte außerdem, dass Harry es bald schaffen würde, Slughorn die wichtige Erinnerung zu entlocken. Denn noch waren seine Spekulationen über mögliche Horkruxe nicht bestätigt, er ging lediglich davon aus, dass Voldemort welche gezaubert hatte. Warum sonst hätte er sich bei seinem Lehrer darüber erkundigen sollen? Und dann war da noch etwas, was ihm immer noch Kopfzerbrechen bereitete: Ians Vater. Er wusste, dass Reg sich von Voldemort abgewandt hatte, aber nicht warum. Er war sich sicher, dass auch er etwas über die Horkruxe herausgefunden oder zumindest geahnt hatte und seinem ehemaligen Meister deshalb einen Strich durch die Rechnung machen wollte. Er ahnte auch, dass Marla noch ein wenig mehr wusste, was es damit auf sich hatte. Sicher war sich Albus Dumbledore jedoch nicht. Und eben so lange, musste auch die Identität von Ians Vater vor dem Jungen geheim gehalten werden.
Unterdessen stand Marla O'Connor in ihrer Wohnung in London vor dem Kleiderschrank und hexte bereits zum zweiten Mal an diesem Tag alle Klamotten wieder ordentlich hinein, um danach wieder mit der Auswahl ihres Outfits zu beginnen. Sie hätte nicht gedacht, dass sie das mal sagen würde, aber sie hatte tatsächlich nichts anzuziehen. Für den Nachmittag hatte sie sich mit Severus verabredet. Sie waren sich in den letzten Wochen näher gekommen, hatten sich täglich geschrieben und verstanden sich mittlerweile prächtig. Ja, sie hatte sich in den schwarzhaarigen, fledermaus ähnlichen Zauberer verliebt, dessen war sie sich sicher. Und genau das wollte sie ihm heute auch sagen. Er hatte sie zum Tee in seine Wohnung in Hogwarts eingeladen. Ihm war es unangenehm, wenn sie sich vor den Augen aller Schüler trafen und sie hatte aus Sicherheitsgründen ein Treffen außerhalb Hogwarts abgelehnt, weshalb sie schließlich als Ort seine Wohnung gewählt hatten, da er auch nicht so lange wegbleiben konnte wie sie. Jedenfalls war ihr vor lauter Aufregung schon ganz schlecht. Bevor sie aufbrach, verpackte sie noch schnell die Flasche mit dem edlen Wein, den sie ihm schenken wollte.
Harry und Ginny hatten es sich nach dem Unterricht mit einem Picknickkorb, von Dobby mit allerhand Leckereien gefüllt, auf einer Decke am See so richtig gemütlich gemacht und genossen die Zweisamkeit. „Das war ne tolle Idee von dir“, lobte die rothaarige Hexe ihren Freund und küsste ihn. Harry hatte es geschafft, die Decke so zu verzaubern, dass sie sie von unten her wärmte, denn Mitte Februar war es in England bekanntlich noch sehr kalt. Arm in Arm lagen sie nun auf der Decke, betrachteten den klaren blauen Himmel und träumten von einer Zukunft ohne Angst und Schrecken.
Ron war derweil von Lavender nach Hogsmead entführt worden, wo er lustlos ihre ausschweifenden Erzählungen über sich ergehen ließ. Bei Ian liefen die Vorbereitungen für sein Dinner mit Hermine auf Hochtouren. Er hatte seine Hauslehrerin um einen freien Klassenraum gebeten, was sie ihm auch gerne gewährt hatte, schließlich war auch sie einmal jung gewesen. „Allerdings unter der Bedingung, dass Sie auch wieder alles in dem Zustand hinterlassen, in dem Sie den Raum vorgefunden haben. Und nur bis 21 Uhr, Mr O'Connor“, hatte Minerva McGonaghall mit einem Zwinkern hinzugefügt, als der junge Gryffindor sie um ihre Erlaubnis gefragt hatte.
Als Ian seine Vorbereitungen abgeschlossen hatte, ahnte er nicht, dass sich ein paar Stockwerke unter ihm seine Mutter beim Teetrinken mit dem Verteidigungslehrer befand. Severus hatte Marla gentlemanlike den Umhang abgenommen und sie in Richtung Kamin geleitet, wo sie in einem Sessel Platz genommen hatte. Er hatte an alles gedacht, der Wohnzimmertisch war schön gedeckt, er hatte Plätzchen und Kuchen besorgt und sogar an einen bunten Blumenstrauß für sie gedacht. Sie sah sich im Zimmer um und stellte fest, dass es besonders geschmackvoll in dunklem Braun und hellem Beige eingerichtet war. Der Professor schien etwas nervös zu sein und blickte unsicher in ihre Richtung. „Ich habe dich vermisst, Severus!“, gestand Marla ihm mit leuchtenden Augen, „Ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß mit jemandem wie mit dir, auch wenn wir uns nur geschrieben haben.“ Er lächelte sie scheu an. Sie sprach ihm aus der Seele, auch er genoss das Zusammensein und den Briefkontakt mit ihr. So gut hatte er sich eigentlich noch nie gefühlt. Gerade stand sie auf, lies sich neben ihm auf dem Sofa nieder und ergriff seine Hand. „Severus, ich hoffe, ich überrumple dich jetzt nicht mit meinem Geständnis, aber ich möchte es dir einfach sagen. Ich habe mich in dich verliebt!“ Gespannt wartete sie auf seine Reaktion, wobei sie vor Aufregung leicht zitterte. Die Worte brauchten ein bisschen bis sie in seinem Gehirn angekommen waren, dann legte er den Kopf schief und lächelte. Nach einem kurzen Zögern zog er sie schließlich zu sich und küsste sie vorsichtig. Anfangs etwas irritiert von seiner doch eher unerwarteten Reaktion erwiderte sie seine Küsse immer stürmischer. Eigentlich hatte sie sich vorgenommen es langsam angehen zu lassen, doch das hier fühlte sich so schön, so richtig an, dass sie sich einfach fallen lies. Auch er war von sich selbst überrascht. Ihm war schon vor einigen Tagen klar geworden, dass er sich in die hübsche Hexe mit den grünen Augen verliebt hatte. Die beiden genossen ihre Zweisamkeit. Ein paar Stunden später konnte man die Lichter im Schlafzimmer von Severus Snape erlöschen sehen, doch ihre Sehnsucht nacheinander brannte auch im Dunkeln weiter.
In der Zwischenzeit waren Hermine und Ian im Klassenzimmer angekommen, das Ian vorbereitet hatte. Sie strahlte bis über beide Ohren, als sie sah, wie viel Mühe sich ihr Freund gegeben hatte. Gemeinsam verbrachten sie einen wunderschönen Abend, wobei sie nichts tun würden was seine Mutter nicht auch tat.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel