
von tini-wini84
Gerade als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten, kam Rosmertha auf sie zugeeilt: „Bei Merlins Bart, wo kommt ihr denn her? Über dem Schloss prangt seit wenigen Minuten das Dunkle Mal!“ Der geschwächte Magier nahm all seine Kräfte zusammen und flog zusammen mit Harry auf von der Wirtin ausgeliehenen Besen zurück zur Schule. Als sie auf dem Astronomieturm ankamen, war dort niemand. Dumbledore hielt sich geschwächt an der Mauer fest und schickte Harry unter seinem Tarnumhang zur Tür, um Snape zu holen. Dieser kam jedoch nicht weit, denn plötzlich wurde die Tür aufgerissen und jemand brüllte „Expelliarmus!“. Harry konnte nicht reagieren, er hielt versteckt unter dem Tarnumhang immer noch seinen Zauberstab in der Hand, war jedoch außer Stande irgendetwas zu tun. Nun erkannte er Draco Malfoy, der mit erhobenem Zauberstab und einem hämischen Grinsen auf den Lippen auf den wehrlosen Schulleiter zusteuerte. Harry dämmerte aufgrund seiner Symptome, dass Dumbledore ihm mit einem Körperklammerfluch gelähmt haben musste, anstatt sich selbst zu verteidigen. Von den Schlossgängen aus konnte er Kampfgeschrei wahrnehmen, mehrere Flüche wurden durch die Gegend geschleudert, es blitzte überall grün und rot. „Hah! Es ist vorbei alter Mann. Ich habe es geschafft Deatheater nach Hogwarts zu schleusen. Sie liefern sich unten einen Kampf mit ihren Phönixleuten. Und ich habe vom Dunklen Lord persönlich den Auftrag Sie zu töten.“ Mit einem irren Leuchten in den Augen trat er immer näher an den wehrlosen alten Zauberer heran, welcher wiederum kein bisschen verängstigt zu sein schien. Er sprach mit fester Stimme: „Draco, ich weiß, dass Sie das hier eigentlich nicht wollen. Noch ist nichts passiert. Sie sind kein Mörder. Ich weiß, Sie haben es schon ein paar Mal versucht und sind gescheitert, haben dabei fast zwei Mitschüler getötet. Sie stehen unter Druck und wollen Ihren Auftrag um jeden Preis erfüllen.“ Draco Malfoy lachte verbittert auf und verkündete stolz, wie es ihm gelungen war, die beiden Verschwindekabinette miteinander zu verbinden, wie er Rosmertha unter den Imperius gesetzt und mit ihrer Hilfe den Deatheatern einen Weg nach Hogwarts beschafft hatte. „Trotzdem sind Sie kein Mörder. Ich kann Ihnen und Ihrer Familie helfen, sie in Sicherheit bringen.“ Dumbledore war mittlerweile einer Ohnmacht näher als dem Bewusstsein und seine Worte nur noch ein Flüstern. Man konnte erkennen, dass Draco mit sich haderte. Er war kurz davor Dumbledores Angebot anzunehmen, als Harry Geräusche von der Treppe her vernehmen konnte, die immer näher kamen. Die Tür schwang auf und vier Deatheater betraten den Turm. Zwei untersetzt und etwas plump wirkende Gestalten feuerten Draco an, den alten Zauberer endlich zu erledigen. Hinter Amicus und Alecto Carrow tauchte ein übel riechender Werwolf auf, der sich nun dem alten Magier mit vor Speichel triefendem Mund näherte. „Ahh, Dumbedore“, raunte Fenrir Greyback in gierigem Ton, „ich würde zu gerne noch etwas Menschenfleisch zu mir nehmen.“
Harry lief es eiskalt den Rücken hinunter. So hilflos hatte er sich noch nie in seinem Leben gefühlt, auch nicht bei den Dursleys. Er wollte Dumbledore helfen, doch alle Anstrengungen waren um sonst. Nun musste er hilflos zusehen, wie Greyback magisch aufgehalten wurde und ein weiterer Deatheater Draco dazu anhielt seinen Auftrag zu vollenden. Als könnte die Lage nicht noch schlimmer werden, betrat plötzlich Severus Snape die Plattform. „Severus, Draco ist zu schwach!“ Ohne auf Alecto zu hören, schob der Professor sie beiseite und schritt auf den am Boden kauernden Schulleiter zu. „Severus, bitte!“, flehte dieser seinen Schützling an. Snape schoss mit hassverzerrter Miene den Todesfluch auf Dumbledores Brust. Harry wollte seinen Augen nicht trauen, als die grünen Lichtblitze Dumbledore trafen, dieser noch einen Augenblick lang in der Luft schwebte und dann über die Turmmauern in die Tiefe stürzte.
Einen Atemzug später war alle Starre aus Harrys Körper verschwunden, doch er wagte es nicht sich zu bewegen. Die anderen Deatheater verschwanden aus dem Turm, wohl auf dem Weg, um noch ein paar mehr Opfer einzufordern. Voller Entsetzen, aber trotzdem durch seinen Kampfgeist angefacht, nahm Harry die Verfolgung auf. Sie würden nicht ungeschoren davon kommen, schließlich hatten sie Dumbledore auf dem Gewissen. Harry stürmte aus dem Astronomieturm auf den Gang hinaus, entging dabei nur knapp einigen Flüchen und schoss selbst etliche Verteidigungszauber auf seine Angreifer. Trotz des chaotischen Umherfliegens mehrere Flüche konnte Harry zu seiner Verblüffung erkennen, dass auch Snape den Deatheatern nun Flüche auf den Hals hetzte. Harry kümmerte sich nicht weiter darum und feuerte wild um sich.
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