
von tini-wini84
Nachdem sie es tatsächlich geschafft hatten in das Verlies in Gringotts zu kommen und Hufflepuffs Kelch zu entwenden, war ihr Eindringen aufgeflogen. Bei ihrer Flucht mit einem Drachen hatten sich die vier einige Brand- und Schnittwunden zugezogen und zu allem Übel auch noch Gryffindors Schwert an Griphook verloren, der sie gegen Ende doch verraten hatte. Dies alles hatte zur Folge gehabt, dass Voldemort nun wusste, dass sie den Kelch gestohlen hatten und wohlmöglich auf der Suche nach seinen Horkruxen waren. Eine Vision zeigte Harry, dass Voldemort sich fassungslos und mit zunehmender Panik fragte, warum Harry hinter einem seiner Horkruxe her war, und ob dieser Junge womöglich auch von seinen anderen Horkruxen wußte. Er beschloss nachzusehen, ob sie noch dort waren, wo er glaubte, sie sicher verborgen zu haben. Dabei ging er alle Verstecke in Gedanken durch und verriet Harry auf diese Weise, dass sein 5. Horkrux in Hogwarts versteckt war. Dieses Versteck erschien Voldemort als das sicherste von allen, das er als Letztes überprüfen wollte. Wo es sich im Schlossgebäude befand, konnte Harry in Voldemorts Gedanken leider nicht sehen. Aufgrund dieser Neuigkeit wollten Harry, Hermine, Ian und Ron keine Zeit verlieren und vor Voldemort in Hogwarts sein, um auch dieses Horkrux an sich zu nehmen. Deshalb apparierten sie nach Hogsmead.
Dort angekommen tauchten sofort einige Deatheater auf, da das Dorf mit einer Disappariersperre belegt worden war. Die vier Freunde konnten unbemerkt in eine kleine Seitenstraße fliehen, wo sie jedoch wenig später trotz Tarnumhang von Dementoren aufgespürt und angegriffen wurden. Da Harry seinen Patronus zu ihrer Verteidigung heraufbeschwor, verriet dies den Deatheatern ihre Position. Als Retter tauchte der Wirt des Eberkopfes auf, der sie schnell ins Haus holte und den Deatheatern dann erklärte er habe seine Katze rausgelassen und sich dann gegen die Dementoren verteidigen müssen.
Im dunklen Wohnraum des Wirtes versteckt, warteten die vier Freunde bis er zurück kam. An der Wand hing ein großes Portrait eines blonden hübschen Mädchens, das sie verträumt anlächelte. Harry erkannte sie als Ariana Dumbledore und schlussfolgerte, dass der Wirt wohl Albus Bruder Aberforth sein müsste. Unter dem Bild von Ariana lag das Gegenstück zu seinem Zweiwegespiegel von Sirius. Also hatte er sich nicht geirrt, als er geglaubt hatte ein blaues Auge im Spiegel gesehen zu haben. Aberforth hatte ihnen Dobby zu Hilfe geschickt.
In diesem Moment betrat der jüngere Dumbledorebruder den Raum: „Da habt ihr ja nochmal Glück gehabt. Warum bei Merlins Bart appariert ihr mitten in der Nacht in Hogsmead? Wo doch die Deatheater nur darauf warten dich zu schnappen, Harry Potter.“ Er schüttelte dabei den Kopf. Seine Ähnlichkeit mit Albus war verblüffend, vor allem die strahlend blauen Augen. „Wir müssen nach Hogwarts um etwas wichtiges zu erledigen, was uns ihr Bruder aufgetragen hat.“ Aberforth lachte bitter: „Ach ja? Mein Bruder, na der wusste schon immer die Fäden zu ziehen. Ich halte nichts davon. Verschwindet am besten von hier, so lange ihr noch könnt, anstatt euer Leben für ihn aufs Spiel zu setzen.“ Harry hatte sich schon gedacht, dass Aberforth nicht gut auf seinen Bruder zu sprechen war, bestimmt wegen der Sache mit Ariana damals. „Mr. Dumbledore, es ist wirklich sehr wichtig. Können sie uns nicht helfen nach Hogwarts hinein zu kommen?“, fragte Hermine sanft. Er zuckte mit den Schultern, ging zu Arianas Portrait hinüber und sagte: „Du weißt was zu tun ist.“ Sie nickte und ging den Gang hinter ihrem Portrait entlang. „Sagt mal, wo ist eigentlich Dobby abgeblieben, nachdem ich ihn zu euerer Rettung geschickt habe?“ Die vier machten betretene Gesichter. „Bellatrix Lestrange hat ihn bei unserer Flucht mit einem Messer tödlich getroffen“, entgegnete Ian. Dumbledores Gesicht verfinsterte sich.
Soeben tauchte Ariana wieder auf, gefolgt von einer ihnen nur zu bekannten Person: Neville Longbottom. Der freute sich sichtlich seine alten Hauskameraden wieder zu sehen und begrüßte sie freudig. „Ich hab gewusst, dass ihr kommt. Lasst uns gleich los gehen.“ Gemeinsam machten sie sich durch den geheimen Tunnel auf den Weg ins Schloss. Er führte direkt zum Raum der Wünsche. Unterwegs berichtete Neville, was sich seit Schuljahresbeginn alles auf Hogwarts ereignet hatte, von den Carrows und ihren Strafen und wie sie schließlich im Raum der Wünsche Zuflucht gefunden hatten. Als sie den Raum betraten, war dieser bereits voll von bekannten Gesichtern: die ehemaligen DA-Mitglieder und auch viele andere Schüler hatten sich im Raum versammelt, um die Rückkehrer zu begrüßen. Kurze Zeit später kamen dann noch Fred, George, Lee Jordan, Ginny, Dean, Luna und Cho aus dem Portraitloch geklettert.
Ian freute sich außerordentlich Luna endlich wieder zu sehen. Ihr schien es ähnlich zu gehen und sie fiel ihm um den Hals. „Der alte Ab dreht bald durch, wenn noch mehr Leute durch seinen Pub spazieren“, lachte Fred und lies sich in einen Sessel fallen. „Wir haben die ganze DA mit Hilfe der Münzen verständigt“, verkündete Neville stolz und sah in die Runde. „Wie ist dein Plan, Harry?“, wollte nun George wissen und alle Augen richteten sich erwartungsvoll auf Harry. Dieser geriet in Verlegenheit, weil er ja nicht gekommen war, um ihren Widerstand anzuleiten, sondern um das in Hogwarts versteckte Horkrux zu finden und zu vernichten. Erst auf den Rat von Ron, Ian und Hermine hin akzeptierte er die Hilfe der anderen, ihm bei der Suche eines unbekannten Gegenstands zu helfen, den Rowena Ravenclaw einst besessen hatte.
„Sie hatte ein magisches Diadem, das schon seit Jahrhunderten verschwunden ist“, sagte Luna, „Ich kann es dir zeigen.“ Gemeinsam machten sich Harry und Luna durch einen Geheimgang auf zum Gemeinschaftsraum der Ravenclaws, wo Rowena Ravenclaws Statue stand. Als Harry dort unter dem Tarnumhang hervor schlüpfte, um sich das Diadem genauer anzusehen, wurde er von Alecto Carrow überrascht, die sofort triumphierend auf ihr dunkles Mal drückte.
Er hatte es also tatsächlich gewagt nach Hogwarts zu kommen und dort nach seinem Horkrux zu suchen. Soeben hatte einer seiner Deatheater das dunkle Mal berührt. Er hatte den Carrows den Auftrag gegeben im Ravenclawturm auf das Erscheinen von Harry Potter zu warten und falls er auftauchen sollte, ihn sofort in Gewahrsam zu nehmen. Es hatte also funktioniert, er freute sich geradezu, dass der Junge wirklich so töricht war danach zu suchen. Gewiss hatte da der alte Dumbledore seine Finger im Spiel gehabt und ihn auf die richtige Fährte gebracht. Nur der konnte Harry Potter nun auch nicht mehr helfen, schließlich hatte er dafür gesorgt, dass er schon vor über einem Jahr aus dem Weg geschafft worden war. Und nun würde sein Widersacher keine Gelegenheit mehr haben ein weiteres seiner Horkruxe zu zerstören. Außerdem war das Diadem so gut versteckt, dass es außer ihm sowieso keiner finden würde. Ein kaltes Lächeln spielte um seinen lippenlosen Mund. Vier seiner Horkruxe waren zwar verschwunden, aber alle würde Harry Potter nicht finden und zerstören können. Außerdem würde eines ausreichen, um ihn am Leben zu halten.
Severus Snape war sich sicher, dass in dieser Nacht etwas passieren würde. Soeben hatte er ein Brennen in seinem dunklen Mal verspürt, was bedeutete, dass jemand den Dunklen Lord allarmiert hatte. Vorhin war der Katzenjammerzauber in Hogmead losgegangen, was bedeutete, dass Voldemorts Deatheater Eindringlinge entdeckt hatten. War es möglich, dass Harry Potter hierher unterwegs war? Er trat ans Fenster im Schulleiterbüro und sah hinaus in die rabenschwarze Nacht.
„Es ist soweit, Severus“, hörte er eine nur allzu bekannte Stimme hinter sich sagen. Er nickte dem Portrait von Albus Dumbledore zu und verschwand mit wehendem Umhang aus dem Raum.
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