
von tini-wini84
Luna hatte Alecto Carrow in der Zwischenzeit mit einem Schockzauber betäubt, als Amycus Carrow und Minerva McGonaghall den Raum betraten. Aus Amycus Äußerungen ging hervor, dass seine Schwester Alecto auf Voldemorts Befehl hin im Ravenclawgemeinschaftsraum auf Harry Potter gewartet und vor wenigen Minuten gemeldet hatte, dass dieser tatsächlich aufgetaucht sei. Als Amycus Professor McGonagall verächtlich anspuckte, weil sie sich für die Schüler einsetzte, platzte Harry der Kragen und er richtete einen starken Cruciatusfluch gegen den Deatheater. Es endete damit, dass die beiden Carrows ohne ihre Zauberstäbe festverstaut in einem Netz an der Decke des Gemeinschaftsraumes schwebten.
Während sie den Raum verließen, berichtete Harry seiner Hauslehrerin, dass er dringend in Dumbledores Namen einen Auftrag in Hogwarts erledigen müsste, ehe Voldemort demnächst eintreffen würde. Professor McGonagall versprach ihm, Voldemort zusammen mit den anderen Lehrern einige Zeit aufhalten zu können. Vorher müssten aber mit Hilfe der anderen Hauslehrer die minderjährigen und kampfunwilligen Schüler evakuiert werden.
Auf dem Gang kam ihnen Severus Snape entgegen. „Ah Potter, wir haben sie schon erwartet. Ich habe bereits den Orden informiert, Minerva. Sie werden in Kürze hier sein.“ Hinter ihm erschienen die Professoren Sprout, Slughorn, Flitwick, Trelawney, Hagrid, Firenze, Madame Hooch und Pomfrey, alle in Gefechtsbereitschaft. „Wir müssen zuerst die minderjährigen Schüler evakuieren, am besten kümmern sich die Hauslehrer um ihre jeweiligen Häuser“, verkündete Snape, „die anderen bereiten sich auf den Kampf vor, wir müssen alle mobilisieren, die uns helfen können. Voldemort wird in wenigen Minuten hier sein.“ Die Lehrer folgten seinen Anweisungen und Harry kehrte mit Luna zum Raum der Wünsche zurück.
Dort waren mittlerweile alle Mitglieder der DA eingetroffen, zudem der Phönixorden und Harrys alte Quidditchmannschaft, sogar Percy war eben aus dem Geheimgang vom Eberkopf geklettert, um seiner Familie beizustehen. Die letzten waren Nevilles Großmutter, die ihrem Enkel stolz um den Hals fiel und es sich nicht nehmen lassen wollte, mit ihm zusammen Hogwarts und die Zaubererwelt zu verteidigen, und Tonks, die es nicht ertragen konnte, tatenlos zu Hause herumzusitzen, während ihr Mann und ihre Freunde gegen Voldemort in den Kampf zogen.
Mittlerweile hatte Harry in einer Vision gesehen, dass Voldemort gemerkt hatte, dass auch sein Horkrux in der Höhle verschwunden war, und nun vor den Toren von Hogwarts stand. Sie hatten also keine Zeit zu verlieren. Die Evakuierung der minderjährigen Schüler und derer, die nicht kämpfen wollten, hatte bereits begonnen. Im Raum der Wünsche herrschte ein ständiges Kommen und Gehen. Harry vermisste Ron und Hermine, nahm daher Ian beiseite, um ihn nach deren Verbleib zu fragen. „Sie haben vorhin etwas von einem Badezimmer gesagt und sind dann verschwunden. Hast du denn eine Idee, wo das Horkrux sein könnte“, wollte er flüsternd wissen. Harry nickte: „Folgendes, ich muss alleine in den Raum der Wünsche. Wenn die letzten Schüler evakuiert wurden, möchte ich, dass du mit Luna und Ginny hier draußen wartest, bis ich wieder herauskomme. Verteidigt euch, wenn es sein muss, und passt auf, dass niemand den Raum betritt.“ Ian willigte ein.
In den Katakomben des Schlosses waren Hermine und Ron gerade durch den Eingang zur Behausung des von Harry im zweiten Schuljahr getöteten Basilisken getreten, den Ron mit Hilfe von Parsel geöffnet hatte. „Du bist ein Genie, Ron!“ Hermine umarmte ihn vor Freude und küsste ihn auf die Wange. Ron war so rot angelaufen, so dass sein Gesicht seiner Haarfarbe bereits mächtig Konkurrenz machte. 'Jetzt oder nie', dachte er sich und nahm all seinen Mut zusammen: „Hermine, ich liebe dich! Ich wollte dir das schon seit langem sagen, aber ich hatte mich nicht getraut und dann warst du mit Ian zusammen. Und...“ Hermine unterbrach ihn, indem sie ihm erneut einen Kuss gab, diesmal aber direkt auf den Mund. Als sie sich endlich voneinander gelöst hatten, gingen sie weiter durch die dunklen Gänge, um den Basilisken zu finden. Hermine war diese Idee gekommen, als sie darüber nachgedacht hatten, wie sie die verbleibenden Horkruxe würden zerstören können. Gryffindors Schwert war in Griphooks Händen und unerreichbar, daneben gab es noch zwei weitere magische Dinge, die Horkruxe zerstören konnten: Dämonenfeuer und Basiliskenzähne. „Klar, weil hier auch so viele Basilisken rumschlängeln, da haben wir ja ne große Auswahl“, hatte Ron sarkastisch hinzugefügt. Da war Hermine brennend heiß eingefallen, dass Harry vor nunmehr fünf Jahren einen ebensolchen Basilisken in Hogwarts getötet hatte und dessen Zähne immer noch funktionsfähig sein müssten. Sie hatten sich also in dem ganzen Durcheinander auf den Weg in die Tiefen des Schlosses gemacht, um ihre einzige verbliebene Waffe gegen die Horkruxe zu bergen.
Von draußen schallte die Stimme Voldemorts gespenstisch durch die Schlossmauern: „Wenn ihr Harry Potter ausliefert, wird euch nichts geschehen. Ihr habt bis Mitternacht Zeit. Ansonsten wird mein Kampf gnadenlos sein.“ Ganz Hogwarts war daraufhin damit beschäftigt, das Schloss so gut es ging für die Verteidigung vorzubereiten. Sämtliche Gegenstände waren von Flitwick und McGonaghall zum Leben erweckt worden, um ihr Zuhause zu verteidigen. Firenze hatte die Zentauren um Hilfe gebeten, ebenso wie Aragogs Nachfahren, die sich alle auf dem Weg zum Schloss befanden. Hagrid und Grawp hatten in der Zwischenzeit einen Berg Steine vorbereitet, um sich angemessen in den Kampf einzumischen, auch Seidenschnabel war mit von der Partie. Noch war es verhältnismäßig ruhig. Der Orden des Phönix hatte sich im Schulleiterbüro versammelt, wo sie ihren Einsatz besprachen und die Positionen einteilten. Snape hielt dabei immer wieder Rücksprache mit Dumbledores Portrait, der gute Ratschläge parat hatte: „Versucht auf jeden Fall seine Schlange zu töten, es ist von äußerster Wichtigkeit. Und seht zu, dass Harry nichts geschieht, er hat einen Auftrag.“ Von draußen her konnte man erste Flüche auf die Schlossmauern treffen hören. „Es geht los. Alle Mann auf Gefechtsstation, jeder an seinen Posten“, rief Kingsley. Jeweils ein paar Ordensmitglieder würden Kampfgruppen in den Hof, auf die Türme und die Gründe von Hogwarts begleiten. Allen volljährigen Schülern war es erlaubt worden, sich dem Widerstand anzuschließen. Auch die Bewohner von Hogsmead waren zusammen mit Aberforth zum Schloss gekommen, um sich am Kampf zu beteiligen.
In der Zwischenzeit hatte Harry es geschafft das Diadem im Raum der Wünsche zu finden, war jedoch von Malfoy, Crabbe und Goyle überrascht worden, die ihn mit Dämonenfeuer durch den Raum gejagt hatten. Harry war mit einem dort gefundenen Besen auf die Tür zu gebraust und hatte es noch geschafft Draco zu helfen, bevor der Raum vollends in Flammen aufging. Der Raum der Wünsche war nun unbenutzbar, da das schwarzmagische Feuer alles zerstört hatte, und so konnte er auch kein Zufluchtsort mehr für Ginny und Tonks sein, die auf Geheiß ihrer Lieben dort hätten warten sollen.
Als Harry und Draco keuchend auf dem Boden im siebten Stock lagen, merkte Harry, dass die anderen nicht mehr da waren, wo er sie zurückgelassen hatte. Draco machte sich ohne ein Dankeschön schleunigst aus dem Staub und Harry lief den Gang entlang, um nach seinen Freunden zu suchen. Verrußt und mit dem zerstörten Diadem in der Hand stieß er an der nächsten Ecke mit Ron und Hermine zusammen, die mit einem Berg gelber Zähne bepackt waren. „Wo beim Barte des Propheten seid ihr gewesen?“ Sie erzählten ihm kurz was passiert war und seine Miene hellte sich schlagartig auf. „Hermine hat sogar schon den Kelch damit zerstört“, sagte Ian stolz. „Und ich das Diadem. Goyle hat ein Dämonenfeuer auf mich gehetzt“, erklärte Harry kurz. „Dann bleiben ja nur noch Nagini und Tom Riddle persönlich.“
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