Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Unbreakable Truth - Kapitel 1. Die Frage nach der Wahrheit

von Sisilia D.S.

The unbrakeable Truth



1. Die Frage nach der Wahrheit



Es ist geschehen!
Es war geschehen... wie hatte es nur soweit kommen können? Das Schicksal scheint unbarmherzig zu sein.
Warum? Nur wegen diesem einem Fehler? Hab nicht schon genug dafür gebüßt?
Die letzten Tage waren schlimmer, wie der schlimmste Alptraum. Nie hätte ich erwartet, dass man sich so fühlen kann. Es ist, als würde ich die ganze Pein von vorn erleben.
Ich hasse ihn dafür! Ist das wirklich nur Hass oder ist das mehr. Jede Phase meines Körpers schmerzt, wenn ich daran denke. Kann ich so überhaupt weitermachen?
Ich muss weitermachen, denn es ist das Einzige was ich noch tun kann, es gibt kein Zurück mehr, jedenfalls nicht mehr für mich.
Ich fühle mich so schwach, so zerrissen. Doch vielleicht sind es nur die Nachwirkungen…?
Ich weiß es nicht, ich will am liebsten nur noch schlafen…, doch ich kann nicht. Der Hunger quält mich, doch ich kann nichts bei mir behalten… aber den Schmerz der Schuld, den ich immer noch empfinde, ist schlimmer, als das alles hier…
Ich wünschte es wäre vorbei… es wäre alles endlich vorbei…


Der Mann, der diese Zeilen in ein kleines in schwarzes ledergebundenes Büchlein schrieb, schüttelte den Kopf. Er war nicht mehr fähig einen vernünftigen Gedanken zu fassen, alles drehte sich in seinem Kopf. Seine Schrift war krakelig und kaum lesbar. Sein Gesicht wirkte sehr müde und eingefallen. Es hatten sich tiefe Furchen gebildet, die ihn um Jahre älter aussehen ließen, als er in Wirklichkeit war. Um seine schwarzen Augen, die traurig und irgendwie leer wirkten, hatten sich dunkle Ringe gebildet.
Langsam, so als würde ihm jede seiner Bewegungen schwer fallen, lies er die Feder wieder in die dafür vorgesehene Halterung gleiten, stützte seine Ellenbogen auf dem Tisch auf und vergrub das Gesicht für einen hoffnungslosen Moment in seinen Händen.
Er seufzte kaum hörbar, fuhr sich mit seinen Händen durch seine langen schwarzen Haare und presste schließlich fest die Handballen gegen seine pochenden Schläfen.
Das Knurren seines Magens ignorierte er, er wollte nicht versuchen etwas zu essen und schlafen wollte er auch nicht, denn wenn er in einen leichten Schlaf versank, dann hatte er immer wieder dieselben schrecklichen Alpträume.
Jedes Mal wachte er schweißgebadet auf und immer wieder aufs Neue wurde ihm mehr als Bewusst, dass das Unvermeidliche eingetroffen, war. Das, was sein Leben erneut total veränderte, alte Wunden wieder aufgerissen hatte und ihm war nur zu gut bewusst, dass er nun auf seinem letzten Weg war, dem alles entscheidenden Weg, der das Schicksal so vieler bestimmen würde.
Doch nicht seines, sein Schicksal war schon geschrieben, seit langer Zeit schon. Er musste es nur noch erfüllen.
Konnte er es zu Ende führen?


*****

Leer und schmutzig lag die dunkle Straße vor ihr, welche sie langsam und aufmerksam entlang schritt. Die meisten Häuser waren verlassen und in einem sehr schlechten Zustand und die wenigen, in denen noch Menschen lebten, sahen kaum viel besser aus. Auch an ihnen wäre es dringend notwendig gewesen, wichtige Reparaturen vorzunehmen oder sie sogar abzureisen.
Die Straße genau im Auge behaltend schritt die Gestallt weiter an den besagten, sich optisch immer wiederholenden Häuserfronten entlang.
Ihr ängstlicher und doch entschlossener Blick fiel kurz in den wolkenverhangenen Himmel und der auffrischende kühle Wind, der den Geruch von baldigen Regen mitbrachte und immer unangenehmer in ihr Gesicht und durch ihre Haare strich, hatte eine größere Strähne aus ihren nur notdürftig zusammengebunden, langen, rotblond gesträhnten Haarpracht gelöst, die sie nun unwirsch versuchte aus dem Gesicht zu wischen. Doch nach dem dritten Mal gab sie schließlich auf und ließ die Haare einfach Haare sein.
Leicht fröstelnd zog sie den Umhang enger um sich, auch wenn sie sich nicht ganz sicher war, ob es die feuchte Kühle oder aber die Aufregung, vielleicht sogar verbunden mit der Angst die sie hatte, war, was ihren Körper zum Zittern brachte.
Auch die düstere Gegend und die unangenehme Atmosphäre, welche diese Straße hatte, in der sich Abfall und Dreck in den Vorgärten der Häuser sammelte, trugen bestimmt zu ihrer Stimmung bei. Wie konnte ein Mensch nur so leben? Wie konnten die Menschen hier nur so leben, das war doch kein Leben, sondern wohl eher ein dahinvegetieren. Die Frau schüttelte den Kopf und spürte ein tiefes Bedauern für diese Leute hier.
Doch deshalb war sie nicht hier, sie wollte etwas herausfinden, etwas was für sie persönlich sehr wichtig war, auch wenn sie wusste, dass dies sehr gefährlich, ja sogar tödlich für sie enden konnte. Keinem hatte sie erzählt was sie vorhatte. Wozu auch. Kaum einer wusste von ihrer Existenz. Ihr Onkel und Ihre Tante in Deutschland, bei denen sie aufgewachsen war und bei denen sie Jahre lang gelebt hatte, erklärte sie nur, dass sie wieder zurück nach England gehen wollte, um dort zu arbeiten und zu leben. Sie hatten keinen Verdacht geschöpft und warum auch, sie war mit ende Zwanzig doch alt genug selber zu entscheiden, wo sie leben und arbeiten wollte, außerdem war das hier ihre Heimat.
Und hier in England, hatte sie sich noch niemanden zuerkennen gegeben. Ihre Eltern waren seit vielen Jahren Tod und nur noch ihr Großvater war am Leben, doch diesen hatte sie seit über fünfzehn Jahren nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich würde er sie nicht mal erkennen, wenn sie vor ihm stehen würde.
Leicht mürbe schüttelte sie die trüben Gedanken ab, schritt nun etwas schneller die Straße entlang und überquerte dann diese, um genau auf das letzte Haus am Ende dieses Ortes zuzusteuern, über dem ein hoher alter Schornstein einer stillgelegten Fabrik ragte. Noch einmal warf sie einen Blick in die Gegend, sah zu dem dunklen Fluss, von dem man nicht das leiseste Geräusch hören konnte und an dem sich die Nebelbänke wie unheimliche Wesen entlang schlängelten. Auch von dem kaum erkennbaren Fischerboot, welches langsam den Fluss aufwärts fuhr, konnte man keinen Ton hören. Es war fast so, als würde der Nebel alle Geräusche verschlucken und in sich aufsaugen.
Mit klopfenden Herzen betrachtete sie nun das dunkle Haus, vor dem sie stehen geblieben war und ihr Blick fiel nachdenklich auf die halb im Schatten liegende Türe.
Inzwischen war die Nacht hereingebrochen und es war dunkel geworden. Hin und wieder brannte noch eine Straßenlaterne, doch die meisten waren kaputt, so auch diese, die direkt vor dem Haus stand.
Noch einmal tat sie einen tiefen Atemzug und klopfte dann gegen die alte schäbige Holztüre, auch wenn sie nicht wirklich eine Antwort erwartete, denn sie glaubte nicht, dass er sich noch hier in seinem Haus aufhalten würde. Dennoch lauschte sie in das Innere des Gebäudes und ihr war, als hätte sie ein leises Kratzen oder Scharren vernommen. Als sie noch einmal genauer hinhörte, war es wieder verschwunden. Sie zögerte noch eine Sekunde, doch dann versuchte sie durch drehen am Knauf die Türe zu öffnen.
Verschlossen!
Das hatte sie sich gedacht, aber mit eine kurz aufflammenden Grinsen strich sie mit der Hand über das Türschloss, murmelte fast unhörbar etwas und als sie ein leises Knacken vernahm, wusste sie, dass die Türe jetzt für sie offen war. Erneut legte sie ihre Hand auf den Griff und diesmal lies sie sich ohne Probleme öffnen.
Wütend fluchte sie lautlos, als die Türe in ihren Angeln leise zu quietschen begann. So drückte sie diese nur soweit auf, dass sie sich hindurch schieben konnte und schloss sie dann sofort wieder hinter sich.
Es war dunkel hier drinnen und man konnte nur schwache die Umrisse von ein paar Möbeln erkennen, doch erkannte sie, dass sie wohl in einem kleinen Wohnraum gelandet war.
Im Dunkeln ging sie vorsichtig weiter und versuchte nirgendwo dagegen zu stoßen, als ihr in einem Regal neben ihr ein kleiner einfacher Kerzenständer mit einer Kerze auffiel. Kurz hob sie ihre Hand, strich kaum merklich über den Docht der Kerze, die sich daraufhin sofort entflammte und begann ihr Licht auszubreiten, zwar mehr als spärlich, doch es reichte, dass sie nun wenigstens etwas erkennen konnte.
Der Raum in dem sie gelandet war, sah aus wie ein viel zu voll gestopfter Keller. An allen Wänden befanden sich Regale, die über und über mit Büchern voll gestellt waren, hauptsächlich in braunes und schwarzes Leder gebunden. Auch wirkte der Raum nicht so, als hätte es sich hier jemand gemütlich eingerichtet, um hier zu leben. Sie hatte eher den Eindruck, es war hier mehr eine Notunterkunft oder so was in der Art.
Als sie noch ein paar Schritte weiter in den Raum hinein trat und das alte abgenutzte Sofa und den ebenso alten Sessel, die beide einen zerbrechlich wirkenden Tisch einrahmten, betrachtete, war sie sich nun nicht mehr ganz so sicher, ob sie hier auch richtig war.
Plötzlich hörte sie ein scharrendes Geräusch hinter sich und wirbelte herum. Wie aus dem Nichts hatte sie auf einmal einen knapp dreißig Zentimeter langen Stab in der Hand und richtete ihn sofort in die Richtung, aus der das Geräusch aufgeklungen war. Sie konnte im letzen Moment erkennen, dass es sich eine große braune und hässliche Ratte handelte, die sich durch einen kleinen Spalt neben der Türe quetschte und so schnell wie möglich auf und davon machte.
Mit schnellen Schritten ging die Frau auf das Fenster zu, schob die Vorhänge ein Stück beiseite und blickte hinaus auf die dunkle Straße vor sich. Zum Glück hatte sie gute Augen und konnte im schwachen Schein der Laterne, die weiter weg stand, noch sehen, wie selbige Ratte über die Straße huschte und hinter der nächsten Häuserecke verschwand.
Ein Grinsen huschte über ihr Gesicht und zufrieden beschloss sie, sich noch etwas umzusehen, in der Hoffnung, dass der Hausherr vielleicht doch bald eintreffen würde, gewarnt von der Ratte.
Kurzentschlossen richtete sie ihren Zauberstab, den sie immer noch in der Hand hielt auf die Lampe, die mitten im Wohnzimmer unter der Decke hing und in der sofort ein warmes, aber dennoch nicht besonders helles Licht entflammte.
Zufrieden ließ sie den Zauberstab in ihrem Umhang verschwind, stellte die Kerze auf den Tisch und begann sich genauer umzusehen. Sie schritt die Regalreihen entlang und betrachtete die Buchrücken. Immer wieder mal las sie einen der Titel auf den Büchern und verzog das Gesicht. Wenn es sich nicht um ein Buch handelte, das sich mit der Zaubertränkebrauerei beschäftigte, dann ging es weitgehend um Schwarze Magie. Mit einem unguten Gefühl in der Magengegend ging sie langsam weiter, ihr Lippen hatte sie aufeinander gepresst und stöberte nun auf dem kleinen Schreibtisch, der wohl so eine Art Sekretär war, herum. Doch dort lag nichts wirklich Interessantes. Ein paar alte Rechnungen, Zeitungen, Ausgaben vom Tagespropheten, hauptsächlich Berichte über Todesser und ihre Gräueltaten in den letzen Monaten. Sie schob die Zeitungen beiseite, als ihr Blick auf eine Ausgabe fiel, welche unter den Tisch gefallen war. Sie hob sie auf und sah auf das Datum. Diese Zeitung war erst ein paar Tage alt. Ihre Augen füllten sich mit Tränen, als sie die Überschrift las und ihr Blick dann auf das Bild darunter fiel.


Albus Dumbledore,
Schulleiter von Hogwarts kaltblütig von seinem Lehrer ermordet.



Sie betrachtete das Gesicht des Mannes, dessen Blick so etwas Gütiges in sich hatte, der auch auf dem Bild immer noch sehr freundlich lächelnd, eine besondere Ausstrahlung auf sie hatte.

Die Frau strich mit den Fingern über das Bild, auf dem sich Albus Dumbledore bewegte und ihr kurz zu zwinkerte, bevor er seinen Arm hob und sanft winkte.
„Warum?“, hauchte die Frau nun und wischte sich mit dem Handrücken über die Augen. Doch dann atmete sie erneut tief durch und legte die Zeitung einfach bei Seite.
„Um das herauszubekommen bin ich hier, nicht wahr?“, sagte sie nun leise zu sich selber und begann einen Schublade nach der anderen aufzumachen und sie zu durchsuchen. Doch sie fand nichts, was ihr auch nur einen kleinen Hinweis, darauf hätte geben können, warum er es getan hatte.
Immer weiter suchte sie und nachdem sie den Schreibtisch durch hatte, inklusive einem leeren Geheimfach, ging sie weiter die Regale entlang. Nahm das eine oder andere Buch heraus, in der Hoffnung, darin eine Antwort zu finden, doch da war nichts, absolut nichts. Sie suchte überall, wo sie sich vorstellen konnte, dass er vielleicht etwas versteckt haben könnte, schob sogar das Sofa zur Seite, räumt eine große alte Truhe aus, die unter dem Fenster an der Wand stand. Doch nichts, rein gar nichts.
Sie war gerade dabei, die Sachen wieder in die Truhe zu legen, als ohne Vorwarnung hinter ihr eine Stimme erklang. Sie hatte niemanden den Raum betreten hören und zuckte furchtbar erschrocken zusammen. Es war die Stimme eines Mannes, die einen angenehmen tiefen Klang hatte, auch wenn sie im Moment wütend knurrte und sogar bedrohlich wirkte.
„Darf ich Sie fragen, was Sie hier machen?“, waren seine langsam gesprochenen Worte, die ihr durch und durch gingen und einen eiskalten Schauer über ihren Rücken jagten.
Langsam, ohne eine hastige Bewegung zu machen, kam sie wieder aus der gebückten Haltung nach oben, hob vorsichtig ihre Hände auf Schulterhöhe neben sich, um ihm zu zeigen, dass sie nicht vor hatte, etwas unüberlegtes zu tun, denn sie war sich ganz sicher, dass er seinen Zauberstab auf sie gerichtet hatte.
„Ich wollte mit Ihnen sprechen, Professor Snape“, sagte sie und versuchte so ruhig wie möglich zu klingen, während sie sich langsam zu ihm umdrehte.
Sie blickte in ein überraschtes Gesicht, welches fahl und eingefallen wirkte, so als hätte er in letzter Zeit nicht viel geschlafen. Sein schwarzes Haar, welches sein immer noch markantes Gesicht mit der ebenso markanten Hakennase einrahmte, hing schlaff und ungepflegt auf seinem Kopf. Das Einzige, was noch sehr lebendig wirkte, waren seine dunklen stechenden Augen, welche sie aufmerksam fixierten.
„Mich sprechen? Ich kenne Sie doch gar nicht und ich wüsste nicht, was wir zu besprechen hätten“, gab er schroff zurück.
„Entschuldigen Sie. Ich würde Ihnen das gerne erklären. Wenn Sie so freundlich wären, mir die Möglichkeit dazu zu geben. Als erstes würde ich mich gern vorstellen. Mein Name ist Sisilia Dumbledore“, begann sie und wartete nun auf seine Reaktion, die auch prompt kam.
Sein ganzer Körper versteifte sich noch mehr, als er es sowieso da gestanden hatte und seine Augen verengten sich zu Schlitzen. Misstrauisch hob er seinen Zauberstab noch etwas mehr an und richtete dessen Spitze nun auf die Brust von Sisilia.
„Professor Snape, bitte geben Sie mir eine Chance, ich würde Ihnen nur gerne ein paar Fragen stellen, das ist alles“, versuchte sie die Situation nun etwas zu entschärfen.
„Ich kann mir denken, was das für Fragen sein werden, und vergessen Sie das Professor, ich bin kein Lehrer mehr“, zischte er ihr nun entgegen. „Sind Sie vom Ministerium? Hat man Sie geschickt, um nach mir zu suchen?“, fragte er immer noch sehr misstrauisch, ohne seinen Zauberstab zu senken.
„Nein Prof... Mr. Snape. Ich bin nur meinetwegen hier. Weil ich wissen will, was wirklich passiert ist“, versuchte sie ihm klar zu machen.
Snape lachte bitter und kalt auf, so dass es ihr erneut einkalt über den Rücken lief und nur mit Mühe, konnte sie sich zusammennehmen, um nicht vor ihm zurückzuweichen.
„Was passiert ist? Lesen sie keine Zeitung? Da steht doch alles drin!“, lachte er nun fast schrill. „Ich habe Albus Dumbledore getötet, eiskalt umgebracht, einfach so“, er schnippte kurz mit den Fingern seiner linken Hand, als er das sagte, doch dann wurde sein Blick wieder ernst. „Gut sagen Sie mir, was Sie von mir wollen? Warum haben Sie mich hier her gelockt, denn das haben Sie doch, nicht wahr?“, fragte er sie direkt und seine Augen funkelten im Lichtschein der Lampe bedrohlich.
„Mr. Snape, könnten wir uns nicht setzen und dann in Ruhe reden?“, bat sie ihn mit einem ängstlichen Blick auf seinen Zauberstab.
„Ich wüsste nicht, warum“, gab er kalt zurück.
„Vielleicht, weil Sie es mir schuldig sind?“
Nachdenklich musterte er sie, als sie das gesagt hatte, doch dann nickte er nur schwach und deutete mit der linken Hand zu dem Sofa.
„Hören Sie, als Beweiß, dass ich wirklich nur ein paar Antworten von Ihnen möchte, bin ich bereit Ihnen meinen Zauberstab auszuhändigen“, bot Sisilia ihm nun an und schlug ihren Umhang etwas zur Seite, so dass er ihren Zauberstab sehen konnte, der dort, in einer eigens dafür angenähten Halterung steckte.
„Sie haben Mut, Miss Dumbledore“, sagte Snape knapp mit einem kurzen Schmunzeln um seine Lippen, und noch ehe Sisilia antworten oder sonst etwas tun konnte, hatte Snape seine Zauberstab auf sie gerichtet und ihr Stab flog im hohen Bogen in Snapes ausgestreckte linke Hand, mit der ihn geschickt auffing.
„Bitte seien Sie vorsichtig, es ist ein einmaliges Stück. Ich wäre sehr traurig, wenn er kaputt gehen würde“, bat sie ihn zu seiner Überraschung. Er verzog mussmutig das Gesicht und betrachtete ihren Zauberstab kurz genauer.
„Er ist in der Tat etwas Besonderes. Ich habe noch nie so einen Stab gesehen. Hat es eine Bedeutung, dass er an der Spitze einen Kristall besitzt?“, wollte er nun wissen.
„Ja, das hat es in der Tat. Doch wenn es Ihnen jetzt recht ist, würde ich lieber über das reden, weshalb ich gekommen bin“, fuhr sie fort und setzte sich nun auf das Sofa, welches sehr weich war und sie sank ein wenig tiefer in die Polster hinein, als es ihr eigentlich lieb war.
Snape sah ihr hinterher und setzte sich dann aber ihr gegenüber in den Sessel und musterte sie, während er immer noch ihren Zauberstab in der linken Hand hielt.
Da er nichts sagte, sprach sie einfach weiter.
„In Ordnung, ich werde Ihnen jetzt einige Dinge über mich erzählen, auch wenn ich weiß, dass, wenn ich Unrecht haben sollte, es nicht gerade, sagen wir mal gut für mich ist. Aber ich vertraue meinem Großonkel und ich vertraue meinem Gespür.
Auch bitte ich Sie, mich nicht zu unterbrechen bis ich fertig bin, danach können Sie mich alles Fragen, was Sie wollen“, erklärte sie und nahm ihre Augen nicht von ihm. Kurz öffnete er den Mund, so als wollte er etwas sagen, doch dann schloss er ihn wieder und nickte nur. Er legte ihren Zauberstab nun auf den Tisch vor sich, lehnte sich dann in seinen Sessel zurück, verschränkte die Arme vor der Brust, ohne dabei allerdings seinen Zauberstab aus der Hand zu legen und musterte sie abwartend.
Etwas irritiert von seiner Art, musste sie erst wieder ihre Gedanken ordnen, bevor sie zu reden begann.
„Gut, wo fange ich an. Ich denke am besten am Anfang. Meinen Namen kennen Sie ja bereits. Ich wurde vor gut 29 Jahren in England geboren. Der Name meiner Mutter war Kassandra, sie war eine Muggelstämmige, und mein Vater war der Neffe von Albus und der Sohn von Aberforth Dumbledore.“
Sie beobachtete jeden seiner Gesichtszüge, während sie sprach und war sehr verwundert, dass er kaum eine Gefühlsregung zeigte, obwohl er ihr jedoch sehr aufmerksam lauschte.
„Vor 17 Jahren tötete jedoch Voldemort meine Eltern, zuerst meinen Vater, direkt vor meinen Augen und verschleppte meine Mutter. Er wollte sie zwingen, für ihn zu arbeiten. Sie war eine Seherin, ich denke sie verstehen. Er hatte wohl gehofft, über sie an Informationen zu kommen, speziell was die Sache mit Harry Potter anging und vor allem die Prophezeiung. Er hatte geglaubt, sie könnte ihm mehr darüber verraten. Jedenfalls hat sie sich geweigert, was zur Folge hatte, dass er sie ebenso eiskalt getötet hat, wie meinen Dad.
Ich selbst war gerade zwölf und das zweite Jahr in Hogwarts. Mein Großonkel hat mich daraufhin nach Deutschland verfrachtet, zu meinen Verwandten. Ich hab zwar die Zaubererschule dort besucht, doch hatte ich so gut wie keinen Kontakt zu der Zauberer Welt in der Zeit, außer in der Schule natürlich. Mein einziger wirklicher Kontakt nach der Schulzeit, war der zu meinem Großonkel. Albus und ich hatten sehr regen Briefkontakt und auch so haben wir sehr viel miteinander gesprochen, auf die verschiedensten Weisen. Was ich damit sagen will, er hat mir, denke ich, fast alles erzählt, was in den letzten Jahren hier geschehen ist. Ich weiß um Harry Potter, und aus seinen Briefen und Gesprächen, kenne ich auch Sie. Albus hat mir immer und immer wieder versichert, dass er ihnen vollkommen vertraut, was ich persönlich gesagt, nie wirklich verstanden habe. Aber er meinte es gebe etwas, was er auch nicht mal mir sagen könnte, denn er hätte versprochen es niemanden zu erzählen. Somit bleib mir nichts anderes übrig, als ihm zu glauben.“
Immer noch blieb sein Gesichtsaudruck derselbe und sie wusste absolut nicht, was er wohl gerade dachte oder empfand, bei dem, was sie ihm gerade erzählte. Nach einer ganz kurzen Pause, in der sich beide musterten fuhr sie dann fort.
„Wir hatten Briefkontakt bis ungefähr drei Monate bevor.... Nun Sie wissen schon. Alle Ordensmitglieder können nicht verstehen, warum Sie das getan haben. Warum Sie Albus getötet haben, obwohl er Ihnen, mehr als allen andern um sich, vertraut hat. Und ganz ehrlich gesagt, ich kann es auch nicht. Und genau deshalb bin ich hier. Ich möchte gerne von Ihnen hören, warum Sie meinen Großonkel getötet haben?“, ihre Worte verhallten leise in dem Raum und Snape sah sie lange an. Seine dunklen Augen musterten sie ausgiebig und zögernd begann er zu sprechen.
„Sie haben sehr viel von Ihrem Großonkel“, war das Erste was er leise von sich gab und Sisilia sah ihn überrascht an. Sie hätte eher erwartet, dass er vielleicht wütend werden oder sie auslachen würde oder was auch immer. Aber nicht, dass er sie mit ihrem Onkel verglich.
„Ich hatte eigentlich eher die Frage erwartet, auf welcher Seite ich wirklich stehe oder mein Leben lang gestanden habe. Jeder andere wäre auf mich losgegangen, hätte entweder gleich versucht mich zu töten oder an das Ministerium auszuliefern, damit ich meine gerechte Strafe erhalte. Doch Sie kommen hier her, riskieren Ihr Leben, um mich nur zu fragen, warum ich Albus Dumbledore, einen der mächtigsten Zauberer unserer Zeit und den Mann, der mir so sehr vertraute, umgebracht habe? So etwas kann nur eine wahre Dumbledore“, erklärte er mit einem Ausdruck im Gesicht, den sie überhaupt nicht deuten konnte.
„Mir ist nie aufgefallen, dass ich Ähnlichkeiten mit Albus hätte. Doch wenn Sie es sagen ... .
Ich war sehr offen zu Ihnen und ich hoffe Sie werden es auch sein“, forderte sie ihn jetzt noch einmal auf.
„Wie sollte ich sicher sein, dass ich Ihnen vertrauen kann? Was sollte mich dazu bringen, gerade Ihnen meine Gründe dazulegen? Ich kenne Sie nicht. Sie haben mir hier eine, wie ich zugeben muss, nette Geschichte erzählt. Doch was sollte mich glauben machen, dass diese auch wahr ist?“ Seine Worte klangen fast verhöhnend.
„Ganz einfach, ich habe Ihnen meinen Zauberstab gegeben, ich bin Ihnen ausgeliefert und ich habe die Wahrheit gesagt. Sie sagten doch gerade selber, dass ich viel von meinem Onkel hätte. Was für einen Beweiß wollen Sie noch?“, fragte sie nun etwas ungehalten.
Er sah sie einen Moment nachdenklich an, erhob sich dann von seinem Sessel und ging ohne ein Wort zu sagen, zu einem der Regale, zog an einem Buch und eine der Buchreihen begann sich zur Seite zu schieben, so dass dahinter ein weiteres Regal zu sehen war, in dem sich viele kleine Fläschchen befanden. Sisilia war sofort klar, dass es sich um Zaubertränke handeln musste.
„Was würden Sie … von einem Veritasserum halten?“, fragte er und hielt ein kleines durchsichtiges Fläschchen, welches er aus dem Regal genommen hatte, vor sich in die Höhe.
Sisilia schluckte und sah auf die ebenso durchsichtige Flüssigkeit, die sich darin befand.
„Nun? Hat Sie Ihr Mut verlassen?“, fragte Snape nun mit gekräuselten Lippen.
„Nein...“, begann sie stockend und dann nickte sie. „Gut, wenn es das ist, was Sie wollen, dann testen Sie mich mit dem Veritasserum. Sie werden sehen, dass ich die Wahrheit gesagt habe“, erklärte sie sich nun bereit.
„Schön, sehr schön“, er musterte sie noch einen weiteren Moment und stellte dann, zu Sisilias Verwunderung, das Fläschchen zurück zu den andern.
„Aber ich dachte...?“ Sisilia konnte ihre Verwirrung nicht verbergen und blickte in das sehr müde wirkende Gesicht des ehemaligen Zaubertränkelehrers.
„Es dürfte nicht nötig sein. Ich glaube Ihnen. Ich bewundere im Übrigen auch Ihre guten Fähigkeiten in Okklumentik Miss Dumbledore. Ich nehme an Albus hat es Ihnen beigebracht? Ich konnte nur einen kleinen Gedanken von Ihnen aufschnappen, bevor Sie es durchaus effektiv geschafft haben, die weiteren vor mir zu verschließen.“ Sie wunderte sich, wie freimütig er zugab, versucht zu haben, in ihrem Kopf zu lesen. Natürlich hatte sie es gespürt, dass er dies versucht hatte, doch nie hätte sie erwartet, dass er es ihr erzählen würde.
Der Mann vor ihr, kam ihr mehr als seltsam vor. Er war total undurchschaubar, unberechenbar. Obwohl sie so viel über ihn von ihrem Onkel erfahren hatte, war es ihr aber dennoch, als wäre er ihr total fremd.
„Sie verwirren mich, Mr. Snape“, sagte sie ihm nun offen, woraufhin er eine Augenbraue anhob und sie amüsiert ansah.
„Ach, tut ich das?“ Sein Blick wurde sehr schnell wieder ernst. „Hören Sie Miss Dumbledore…“, sie merkte, wie es ihm nicht gerade leicht fiel ihren Namen auszusprechen. Es schien so, als habe er ein schlechtes Gewissen dabei. „ Sie haben mir eine Frage gestellt, die ich Ihnen nicht so einfach beantworten kann. Ich fürchte auch, egal was ich Ihnen sagen würde, Sie würden mir nicht glauben. Niemand tut es, warum sollten also ausgerechnet Sie es tun. Es ist einfach mein Schicksal, denke ich und es ist meine Angelegenheit damit fertig zu werden. Deshalb erlaube ich mir, die Antwort auf Ihre Frage zu verweigern“, erklärte er ihr nun und seine Worte klangen so, dass sie sicher sein konnte, dass er seine Meinung nicht ändern würde.
„Ich verstehe. Ich hatte es befürchtet. Und es gibt nichts, mit dem ich Sie umstimmen könnte?“, machte sie noch einmal einen letzten Versuch.
„Nein“, erklärte er fast tonlos. Dennoch spürte sie so etwas wie Bedauern in seiner Stimme, auch wenn er gut verstand, es zu verbergen.
„Ich muss das wohl akzeptieren“, erwiderte sie mit trauriger Stimme und senkte den Kopf. So sah sie nicht, wie Snape kaum merklich nickte, sich wieder mit dem Rücken zu ihr drehend und in sein Regal mit den Zaubertränken blickte.
Ihr Blick fiel auf ihren Zauberstab, der vor ihr auf den Tisch lag. Sie hätte jetzt jede Möglichkeit, ihn einfach zu nehmen und ihren Gegenüber auszuschalten. Dieser hatte seinen Stab inzwischen wieder in seinen Umhang gesteckt und sie wäre ohne Zweifel schneller als er.
Doch wollte sie das? So schnell der Gedanke gekommen war, so schnell verwarf sie ihn auch wieder. Irgendwas sagte ihr, sie würde sich nicht täuschen, genauso wenig wie sich ihr Onkel getäuscht hatte. Leise stand sie auf und ging auf dem Mann zu, der sich müde mit beiden Händen an dem Regal abgestützt hatte und auf ein kleines blaues Fläschchen vor sich starrte. Er nahm auch den Blick nicht davon, als sie sich hinter ihn stellte.
„Warum haben Sie es nicht getan?“, fragte er in die entstandene Stille hinein und Sisilia starrte ihn überrascht an.
„Aber wieso...?“
„Sie haben vergessen Ihren Schutz aufrecht zu erhalten. Das könnte gefährlich werden, wenn Sie in falscher Gesellschaft sind“, erklärte er ihr und drehte sich nun wieder zu ihr um. Sie waren nun nur noch eine Armlänge voneinander entfernt und blickten sich in die Augen.
‚Ich vertraue Ihnen, deshalb hab ich meinen Schutz gegen Sie fallen lassen. Und ich muss zugeben, Ihre Fähigkeiten in Legilimentik sind wirklich beachtlich’, diese Worte dachte sie aber nur, ohne sie auszusprechen und auf dem Gesicht ihres Gegenüber erschien kurz ein leiser Anflug eines Lächelns.
„Danke, Sie sind aber auch gut“, gab er zurück. Anscheinend hatte er ihre Gedanken aufgefangen oder aber auch nur gut geraten. Langsam, fast verlegen wanderte ihre rechte Hand zu ihrem Hals und nahm das Amulett zwischen ihre Finger, welches sie trug und begann daran herumzuspielen. Fragend blickte sie in seine Augen und versuchte nun ihrerseits etwas von seinen Gedanken aufzufangen. Doch er verhinderte dies nach wie vor.
„Nicht so gut wie Sie, Mr. Snape“, gab sie nun zurück und ließ ihre Hand fast enttäuscht wieder sinken.
„Nun, ich gebe zu, ohne diese Fähigkeit, würde ich wohl nicht mehr hier vor Ihnen stehen“, seufzte er nun.
„Es tut mir leid, dass Sie sie sich die Mühe umsonst gemacht haben, mich zu finden. Was haben Sie nun vor? Werden Sie es melden, dass Sie mich gesehen haben?“, fragte er. Doch es klang so, als wäre es ihm egal, wenn sie es tun würde.
„Nein, Sie brauchen nichts zu befürchten. Ich habe Sie weder gesehen noch gesprochen, Mr. Snape“, erklärte sie leise, drehte sich um und wollte zum Tisch gehen, um ihren Zauberstab zu holen und dann zu verschwinden. Doch noch bevor sie einen Schritt gemacht hatte, ergriff er ihren Arm und drehte sie wieder zu sich herum.
„Ich fürchte Sie nicht und ich hatte nicht vor Sie zu Beleidigen, falls Sie das so aufgefasst haben. Es ist nur... nein vergessen es Sie es, und danke dass Sie es nicht melden werden“, sagte leise, ließ ihren Arm gleich wieder los und wandte sich erneut zu dem Regal, aus dem er nun das blaue kleine Fläschchen herausnahm und es in seinen Umhang steckte. Sisilia sah das aus den Augenwinkeln und fragte sich, was wohl darin war. Doch sie hielt sich zurück und stellte die Frage nicht, denn eigentlich ging es sie auch gar nichts an. Sie nahm ihren Zauberstab vom Tisch steckte ihn wieder in ihren Umhang zurück und wandte sich schon der Türe zu.
„Leben Sie wohl, Mr. Snape“, sagte sie leise und dreht noch einmal ihren Kopf zu ihm. Er stand immer noch mit dem Rücken zu ihr und schien weiterhin in das Regal zu starren. Er sagte kein Wort, vielleicht wollte er nicht....
Zerknirscht, weil sie nichts erreicht hatte, trat sie auf die Tür zu und streckte ihre Hand nach dem Knauf aus, als sie einen dumpfen Aufschlag hörte. Erschrocken wirbelte sie herum und zu ihrer Verwunderung sah sie Snape regungslos vor sich auf dem Boden liegen. Ohne zu zögern, lief sie zu ihm zurück und kniete sich neben ihn. Was war passiert? Hatte er einen seiner Tränke genommen? Wollte er sich umbringen?
Sie sah kein Fläschchen oder etwas was darauf hindeutete, dass er etwas eingenommen hätte.
So drehte sie ihn erst einmal vorsichtig auf den Rücken und tastete nach seinem Puls, der nur sehr schwach zu spüren war. Sie blickte in sein Gesicht, das nun noch eingefallener wirkte, als vorher schon und sie bekam Angst. Was, wenn er Hilfe brauchte, sie konnte sich doch an niemanden wenden, man würde ihn entweder gleich umbringen oder ihn sofort nach Askaban sperren. Doch sie hatte nicht viel Ahnung in Dingen, die das Heilen betrafen. Jedenfalls konnte sie ihn nicht hier auf dem Boden liegen lassen. Sie zog ihren Zauberstab aus dem Umhang und wollte ihn mit einem Schwebezauber auf das Sofa hinüber bringen, als die Eingangstüre mit einem lauten Knall aufgestoßen wurde und ein kleiner rundlicher Mann, mit mausgrauem Haar und kleinen runden, wässrigen Augen, sie wütend musterte.
„Zauberstab weg, Lady“, fauchte er sie an, wobei seine Stimme selbst so wütend noch fiepend klang.
Im ersten Moment erschrak Sisilia fürchterlich, doch sie fing sich schnell wieder. Ihr war klar, was er denken musste, bei dem Bild welches sich ihm hier bot.
„Hören Sie Mr. Pettigrew, es ist nicht so wie es aussieht. Professor Snape ist zusammengebrochen, einfach so. Ich wollt ihn nur auf das Sofa da drüben legen. Ich denke er braucht dringend Hilfe“, versuchte sie zu erklären.
Verdutzt blickte der angesprochene auf Sisilia, die seinen Namen genannt hatte, doch dann fiel sein Blick wieder auf Snape.
„Was haben Sie mit ihm gemacht?“, fauchte er erneut und deutet auf den Mann am Boden
„Verdammt, haben Sie nicht zugehört? Ich sagte, ich habe nichts getan. Wir haben geredet und als ich gehen wollte ist er zusammengebrochen. Ich dachte zuerst er hätte von seinen Tränken etwas genommen, weil er immerzu die Flaschen angestarrt hat, doch ich konnte keine leere Flasche entdecken, also muss es etwas anderes sein. Wir sollten ihm jetzt wirklich versuchen zu helfen“, sagte sie nun wütend.
Pettigrew zögert kurz, doch dann nickt er und Sisilia ließ den Körper von Snape auf das Sofa schweben. Als er dort lag, trug sie dem kleinen Mann auf, etwas Wasser in einer Schüssel zu besorgen. Sie wusste zwar nicht warum sie das brauchen könnte, aber sie suchte nach einer Ausrede, um ihn kurz aus dem Zimmer zu schicken. So konnte sie das Fläschchen überprüfen, welches der Zaubertränkemeister in seine Jacke gesteckt hatte. Doch dieses war noch immer bis obenhin voll. Also war es kein Gift, dass ihn hatte ohnmächtig werden lassen.
Mit geschickten Fingern knöpfte sie ihm die oberen Knöpfe der Jacke und des Hemdes auf, um dafür zu sorgen, dass er auch genug Luft bekam. Sie betrachtete seine fahle Haut im Licht der schwachen Lampe und hatte das Gefühl, dass er wohl schon sehr lange auf den Beinen gewesen sein musste. Sein ganzer Körper wirkte ausgemergelt, so als hätte schon Tage nichts mehr gegessen und vielleicht sogar nichts mehr getrunken. Aber er hatte auch auf sie gewirkt, als hätte er nicht viel oder vielleicht sogar gar nicht geschlafen, in den letzten 48 Stunden. Sie griff in ihre Tasche und holte eine kleine Dose hervor in der sich ein von ihr selber hergestellte Pillen befanden, welche sie nach Feierabend in der Apotheke ihres Onkels erfunden hatte. Es war ein Mittel, dass unter anderem auch gegen Schwäche und Kreislaufprobleme half und es war sehr wirksam, ähnlich einem Aufpeppeltrank nur viel effektiver. Sie nahm zwei davon heraus und legte sie Snape auf die Zunge, dann steckte sie schnell das Döschen wieder in ihre Tasche zurück.
In dem Moment trat Pettigrew mit einer Schale Wasser und einem Tuch wieder in den Raum. Sisilia trug ihm auf, das feuchte Tuch auf Snapes Stirn zu legen, stand selber auf und trat an den Schrank mit den Fläschchen. Sie hörte Pettigrew noch maulen, dass er doch nicht der Dienstbote hier sei, doch ignorierte sie ihn einfach.
Mit den Fingern strich sie die Reihen entlang und hoffte so etwas wie einen Aufpäppeltrank zu finden, doch die wenigsten Flaschen waren beschriftet. Aber sie hatte Glück, in der obersten linken Ecke fand sie eine flache, durchsichtige Flasche, auf welcher der Vermerk „Stärkungstrank“ angebracht war. Sie nahm das Fläschchen heraus und ging zurück zu Snape, der immer noch ohne Bewusstsein auf dem Sofa lag, flankiert von Pettigrew, der genau beobachtete, was sie tat.
„Sind Sie eine Bekannte von Snape?“, fragte dieser sie neugierig und sein Blick blieb auf dem kleinen Glasfläschchen hängen.
„Was ist das?“, zischte er wütend und riss es ihr aus der Hand. Er las murmelnd das Etikett und starrte dann wieder zu ihr.
„Wer sagt denn, dass da auch das drin ist was drauf steht“, fragte er nun misstrauisch.
„Nun ich hoffe, der Zaubertränkemeister, etikettiert seine Flaschen immer richtig“, gab Sisilia als Antwort und wollte dem kleinen Kerl, der sie mit funkelnden Augen ansah die Flasche wieder abnehmen. Doch dieser zog seine Hand zurück und schüttelte den Kopf.
„Sie werden ihm nichts einflößen von dem wir nicht wissen was es ist!“
„Jetzt hören Sie aber auf. Wenn ich ihn hätte töten wollen, hätte ich es längst tun können. Und jetzt geben Sie schon die verdammte Flasche her“, faucht sie und griff erneut danach. Sie bekam sie zwar zu fassen, doch Pettigrew ließ sie nicht los.
„Sie können sie ja an sich testen. Wenn es Ihnen nichts schadet, dürfen Sie es Snape geben, vorher nicht“, bestimmte er jetzt und stöhnend erklärte sich Sisilia einverstanden. Sie öffnete die kleine Flasche und setzte sie an ihre Lippen, nahm einen kleinen Schluck und sah dann wieder zu Pettigrew.
„Nun zufrieden? Darf ich ihm das jetzt geben?“, fragte sie leicht wütend. Peter musterte sie noch einen Moment und dann nickte er und gab den Weg zu Snape frei. Sofort machte sie einen Schritt auf ihn zu, legte eine Hand unter seinen Kopf, den sie anhob und ihm dann einen Schluck von dem Trank in seinen Mund träufelte. Er schluckte automatisch uns sie hoffte, dass er die Pillen auch mitgeschluckt hatte, doch weiter reagiert er nicht. Sie stellte die Flasche auf dem zerbrechlich wirkenden Tisch neben sich ab und nahm das Tuch von seiner Stirn.
„Was wollten Sie denn überhaupt von Snape? Warum sind Sie hier eingebrochen?“, fragte Pettigrew sie nun neugierig. Sein Blick ging immer wieder zwischen Sisilia und Snape hin und her. Er schien sich nicht ganz Sicher zu sein, was er von der ganzen Situation halten sollte.
„Ich hatte ein paar Fragen an ihn, die er mir aber nicht beantworten konnte. Ich wollte gerade gehen, da ist er einfach umgekippt. Mehr kann ich Ihnen auch nicht sagen“, erklärte sie knapp. Sie wusste von Pettigrew und zu wem er stand und war deshalb doppelt vorsichtig, mit dem was sie sagte.
„Sagen Sie, können wir den Professor nicht auf sein Zimmer bringen oder ihm wenigstens eine Decke oder so etwas besorgen?“, fragte Sisilia nach einiger Zeit des Schweigens.
„Sicher, sein Schlafzimmer ist gleich hinter dieser Türe“, erklärte er und deutete auf eine kleine unscheinbare Türe zwischen den Regalen.
Als Pettigrew sich nicht bewegte, zog Sisilia wieder ihren Zauberstab und ließ den immer noch ohnmächtigen Severus in sein Schlafzimmer schweben, wo sie ihn auf sein Bett legte.
Anscheinend hatte der kleine misstrauische Mann, keine Lust ihr zu helfen, denn er blieb im Wohnzimmer zurück. Zerknirscht, machte Sisilia sich daran Snape die Jacke und sein Hemd auszuziehen, denn so konnte sie ihn ja unmöglich in sein Bett stecken.
Doch nachdem Wurmschwanz, auch nach dem sie Snape seine Schlafanzugjacke, die sie im Schrank gefunden hatte, angezogen hatte, nicht aufgetaucht war, begann sie ihm nun einfach auch seine Hose auszuziehen und ihn dann in seine Schlafanzughose zu stecken. Erst als sie im die Decke über den Körper legte, warf Wurmschwanz einen Blick ins Schlafzimmer, aber nur um kurz darauf hin wieder ohne ein Wort zu verschwinden.
„Hey, vielleicht wären Sie ja so freundlich und würden ihrem Freund noch ein Glas Wasser bringen“, rief sie ihm noch hinterher.
„Gläser und Wasser gibt es in der Küche, die Türe gleich rechts neben dem Schlafzimmer. Und er ist nicht mein Freund, wir sind nur ... notwendigerweise hier zusammen“, rief er zurück und sie hörte nur noch, wie eine Türe ins Schloss fiel und Pettigrew verschwunden war.
„Ja, wunderbar. Er ist genau so, wie er mir beschrieben wurde“, brummte sie auf, „wie eine kleine egoistische Ratte eben.“ Ein Seufzer kam aus ihrem Mund und sie machte sich auf, die Küche zu suchen.
Sie fand auch einen Raum, den manche vielleicht als Küche bezeichnen würden, doch sie hatte eher das Gefühl in einer Art Laboratorium gelandet zu sein. Überall standen Reagenzgläser herum und kleine Aufbauten von Apparaturen, so als hätte er hier einige Zaubertränke hergestellt. Auch Kessel stand herum oder hingen unter der Decke. Ein paar ältere standen noch aufgestapelt in einer Ecke. Sie warf nur einen flüchtigen Blick auf das alles und begann dann nach einem sauberen Glas zu suchen, welches sie in einem der Hängeschränke dann fand.
Sie füllte es mit etwas Wasser und ging dann zurück ins Schlafzimmer.
Snape war immer noch ohne Bewusstsein. Doch wenn er wirklich auf Grund von Mangel und Erschöpfung zusammengebrochen war, dann war es wichtig, dass er zumindest etwas trank. Deshalb setzte sie sich auf den Rand seines Bettes, hob seinen Kopf etwas an und versuchte ihm von dem Wasser einiges einzuflößen. Mit viel Mühe und Geduld schaffte sie es, nach einigen Minuten ihm das ganze Wasser zu geben und stellte daraufhin etwas beruhigter das Glas neben sich auf das Nachttischchen.
Sie überlegte kurz, ob sie gehen sollte. Doch sie konnte ihn doch nicht einfach hier seinem Schicksal überlassen, nicht nachdem sie Pettigrew kennen gelernt hatte und sicher war, dass dieser Snape nicht helfen würde. So beschloss sie hier zubleiben, bis sie sicher sein konnte, dass er außer Gefahr war. Mehr konnte sie nicht tun im Moment, denn jeder Heiler, den sie holen würde, würde garantiert mit einer zwanzigköpfigen Aurormannschaft hier erscheinen, da war sie sich sicher. Und das wollte sie noch weniger.
Langsam ging sie zurück ins Wohnzimmer, die Türe zum Schlafzimmer ließ sie nur angelehnt und setze sich auf das Sofa. Für einen Moment schloss sie Augen und lehnte den Kopf an die hohe Rückenlehne des Sofas. Ihre Gedanken kreisten um die letzten Tage.

Nachdem sie lange nichts mehr von ihrem Onkel gehört hatte und sie nur noch eine kurze Notiz von ihm erhalten hatte, dass er sich bald bei ihr melden würde, hatte sie kurz entschlossen ihre Zelte in Deutschland abgebrochen und war nach England gekommen. Sie hatte das Schloss in dem Moment erreicht, als die Feierlichkeiten für Albus Beerdigung angefangen hatten.
Die vielen Menschen, die zum See hinunter geströmt waren, hatten alle dunkle feierliche Kleidung an und ihre Gesichter sprachen Bände. Auf einigen waren Tränen zu sehen, andere hatten zu Boden geschaut und sagten kein Wort. Wieder andere wisperten leise, denn irgendwie hatte sich keiner getraut ein lautes Wort zu sagen.
Sisilia verspürte immer noch dieses Gefühl, als sich ihr die Kehle zu schnürte, mit dem Wissen, dass etwas Furchtbares geschehen sein musste. Tief in ihrem Inneren hatte sie auch schon geahnte, was es war. Doch noch immer voller Hoffnung, dass sie sich getäuscht hätte, war sie der großen Anzahl von Menschen in Richtung See gefolgt, sie sich immer im Hintergrund haltend. In der letzten Reihe hatte sie dann noch einen Platz gefunden und sich dann vorsichtig umgesehen. Es hatte dort nicht viele Menschen gegeben, die sie eventuell wieder erkannt hätten, so hatte sie keine Angst zu haben brauchen von jemandem angesprochen zu werden.
Ihr Herz verkrampfte sich, als sie an den Moment dachte, in dem Hagrid mit ihrem toten Großonkel auf dem Arm an ihr vorbei gegangen war und diesen auf den weißen Tisch ganz vorn gelegt hatte.
Sie hatte das Gefühl gehabt, selber in dem Moment zu sterben. Ihre Hand griff erneut an ihr Herz und ihre Augen füllten sich wieder mit Tränen. Ihr Verstand weigerte sich immer noch diese schreckliche Tatsache aufzunehmen. Das konnte nicht sein, das dufte nicht sein...
Alles war so irreal. Die Sonne hatte prächtig vom Himmel gestrahlt und dort vor ihr, hatte ihr Großonkel gelegen.
Tod!
Sie war noch einige Zeit sitzen geblieben, als die andern schon längst gegangen waren. Ihr Blick blieb die ganze Zeit auf dem weißen marmornen Grabmal hängen, das sie lange fassungslos anstarrte.

Dann hatte sie einen Entschluss gefasst: Sie musste herausfinden was geschehen war!
Gesagt getan ... unerkannt war sie wieder verschwunden und hatte versucht, soviel Informationen wie möglich zu sammeln. Zusammen mit den Hinweisen aus den Briefen von Albus, hatte sie dann den Entschluss gefasst, eigenhändig nach Snape zu suchen und ihn zur Rede zu stellen.

Über die ganze Grübelei, war Sisilia irgendwann eingeschlafen.
Sie schreckte aus dem Schlaf, als sie hörte, wie in einiger Entfernung ein Glas entzwei brach. Eine Sekunde brauchte sie, um zu realisieren, wo sie sich befand. Doch sehr schnell wusste sie wieder, was letzte Nacht vorgefallen war. Als sie aufstand und zum Schlafzimmer eilte, sah sie aus den Augenwinkeln, dass es draußen bereits hell wurde. Ohne aber weiter darauf zu achten, ging sie schnurstracks auf die angelehnte Türe zu, zu dem Zimmer, aus dem das Geräusch aufgeklungen war. Sie stieß die Türe ganz auf und stellte sich in den Türrahmen.
Sofort fiel ihr Blick auf das Bett, wo Snape sich auf die Kante gesetzt hatte und nach seiner Tageskleidung griff, die über dem Stuhl aufgehängt war, der direkt daneben stand.
Auf dem Boden vor ihm lagen die Scherben des Glases, welches er wohl ausversehen hinunter gestoßen hatte.
„Was glauben Sie eigentlich, was Sie hier tun?“, fragte sie ihn vorwurfsvoll und stemmte die Hände in ihre Hüften. Er sah zu ihr hoch und betrachtete sie unwirsch.
„Wonach denken Sie sieht es denn aus?“ fragte er mürrisch und begann sich sein Schlafanzugoberteil aufzuknöpfen.
„Ich denke nicht, dass Sie schon aufstehen sollten!“, ermahnte sie ihn und blieb direkt vor ihm stehen.
„Das ist meine Angelegenheit“, knurrte er erneut und machte einfach ungeniert weiter. Die Schlafanzugjacke warf er neben sich auf das Bett und schlüpfte sogleich in sein Hemd. Während er sich dieses zuzuknöpfen begann, hob er seinen Kopf und sah sie an.
„Was machen Sie eigentlich noch hier?“, fragte er nach einer Weile, während er sie einige Zeit gemustert hatte.
„Ganz einfach, Mr. Snape ich hatte mir Sorgen um Sie gemacht. Ich konnte Sie doch nicht einfach so auf dem Boden liegen lassen, nachdem Sie das Bewusstsein verloren hatten“, sagte sie und in ihrer Stimme klang Sorge mit, so dass er sie noch verwunderter anblickte.
„Wurmschwanz hätte sich schon gekümmert“, gab er knapp zurück und griff nach seiner Hose.
„Das habe ich gemerkt“, brummte Sisilia, die immer noch vor Augen hatte, wie schnell Pettigrew wieder das Weite gesucht hatte.
„Ihr Freund scheint nicht sehr vertrauenswürdig zu sein“, hängte sie an, als nur ein murren von Snape kam.
„Er ist nicht mein Freund, höchstens ein lästiges Anhängsel und wenn Sie jetzt so freundlich wären und draußen warten würden. Ich würde mich gerne fertig anziehen. Danke!“ sagte er und stand auf und griff ohne abzuwarten an den Bund seiner Schlafanzughose. Doch dann, als er sah, dass sie keine Anstallten machte sich bewegen, hielt er inne und sein Gesichtsaudruck wurde fast gequält.
„Was noch?“, frage er knurrend.
„Was glauben Sie, wer Ihnen den Schlafanzug angezogen hat. Und keine Sorge, ich habe Ihnen nichts weggeschaut, es ist noch alles dran“, sagte sie spitz, drehte sich dann um und verschwand im Wohnzimmer. Schon alleine sein Blick waren ihre Worte wert gewesen und mit einem Grinsen auf den Lippen, ließ sie sich auf dem Sofa nieder und wartete, bis er aus dem Schlafzimmer kam.
Er war noch immer sehr blass und die Ringe unter seinen Augen waren nicht minder tief, als schon am Tag zuvor. Seine Wangen wirkten eingefallen und sie glaubte, sicher zu sein, dass er schon sehr lange nichts mehr gegessen hatte.
„Sie sind ja immer noch da.“
„Wie Sie sehen. Sie sollten sich nicht so gehen lassen. Sie sind ein großartiger Zauberer und ich muss zugeben, dass ich von Ihnen als allerletztes erwartet hätte, dass Sie sich hängen lassen.“ Ihre Worte klangen ruhig, aber dennoch musste er ihre Enttäuschung herausgehört haben.
„Warum machen Sie sich eigentlich sorgen? Ich bin nur ein Mörder. Oder haben Sie Angst, dass ich nicht mehr stark genug sein könnte, um meine Strafe in Askaban abzusitzen, wenn man mich aufgreift?“ Er wirkte sehr verbittert und irgendwie tat Sisilia der Mann leid. Sie hatte schon ihren Mund geöffnet, als er mit einem wütenden Gesicht auf die Türe zeigte.
„Wieso verschwinden Sie nicht einfach dahin, wo Sie her gekommen sind“, zischte er scharf.
„Bis jetzt bin ich immer gut alleine zurecht gekommen und ich wüsste nicht, warum ich das nicht auch weiterhin schaffen sollte“, seine Worte hallten in ihrem Kopf wieder und nun auch wütend über sein rüde Art stand sie auf, ging auf ihn zu und blieb erst knapp vor ihm stehen, so dass ihre Gesichter nur noch zwei Handbreit voneinander entfernt waren.
„Ja gut, Mr. Snape ich gehe. Machen Sie sich doch selber kaputt und bemitleiden Sie sich selber, wie arm Sie doch dran sind. Doch glauben Sie nicht, dass es das war, was mein Großonkel wollte. Denn wenn es so ist, dann war sein Tod völlig umsonst und dann sind Sie auch einfach nur der Mörder, für den sie alle halten!“, sagte sie ihm ins direkt mit lauter Stimme ins Gesicht, drehte sich um und ließ nun einen total verdutzten Snape zurück. Dann trat sie auf die menschenleere Straße hinaus, wo sie auch augenblicklich disapparierte.



******


Im halbdunkel saß er an seinem Sekretär. Den ganzen restlichen Tag hatte noch er in Spinners’ End verbracht, wartend, wenn er auch nicht gewusst hatte auf was. Vielleicht darauf, dass die Auroren auftauchen würden, um ihn zu verhaften? Doch es kam niemand, er war die ganze Zeit alleine.
Die Worte der Frau, die ihn überraschenderweise aufgesucht hatte, gingen ihm einfach nicht aus dem Kopf. Was erlaubte sie sich überhaupt, sie hatte doch gar keine Ahnung. Glaubte aus Briefen und Erzählungen ihn zu kennen. Er lachte leise und schrill auf und schüttelte fast wirr den Kopf. So viele glaubten ihn zu kennen, doch keiner hatte eine Ahnung was tatsächlich in ihm vorging, wie er sich wirklich fühlte....
Vor ihm lag wieder dieses in schwarze in Leder gebundene Büchlein, in welches er abermals ein paar nicht zusammenhängende Sätze geschrieben hatte.

Merkwürdiger Besuch. Angebliche Großnichte von AD. Neugierige Fragen.
Was wollte sie wirklich?
Impertinentes Auftreten. Vorsicht! Ich muss mit „Ihm“ darüber reden.


Er starrte auf das, was er geschrieben hatte, ohne es tatsächlich wahr zu nehmen. Er war immer noch müde, auch wenn er einige Stunden geschlafen hatte und langsam verwandelte sich das bloße Knurren seines Magens in leichte Magenkrämpfe und er krümmte seinen Oberkörper zusammen, während er seine Hand leicht gegen seinen Bauch presste, so als könnte er damit erreichen, dass der Hunger verschwand.
Es schien auch so, dass Wurmschwanz wohl nicht daran dachte, hier noch mal aufzutauchen, also hatte er auch keinen Grund mehr hier zu warten und es zu riskieren von den Auroren aufgegriffen zu werden.
Langsam erhob er sich, klappte das Büchlein zusammen und steckte es in die Tasche seiner dunklen Jacke. Kurz sah er sich noch einmal um, griff nach seinem Umhang, welcher über der Sessellehne hing und warf ihn sich über die Schultern. Dieser sah ziemlich ramponiert aus und war an einigen Stellen stark verschmutzt. Doch das interessierte ihn im Moment überhaupt nicht, was eigentlich überhaupt nicht zu ihm passte, den normalerweise achtete er immer sehr auf seine Kleider, doch inzwischen … war ihm das vollkommen egal geworden.
Noch einmal atmete er tief durch, straffte seinen Körper und ging dann mit großen Schritten aus der Türe hinaus, wobei sich sein Umhang im Gehen aufbauschte.
Inzwischen war es wieder dunkel geworden und als er auf die Straße trat verschmolz seine dunkle hagere Gestalt sofort mit der Finsternis.

********************************************

Jetzt bin ich gespannt, wie euch der Anfang gefällt. Hoffe ihr werdet mir das auch mitteilen.

Liebe Grüße Sisilia


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Sie kämmt sich ihr Haar offensichtlich schon sehr, sehr lange nicht mehr.
Jamy Temime, Kostümbildnerin, über Prof. Trelawney