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Fanfiction

Nachts im Gryffindorschlafsaal - Nachts im Gryffindorschlafsaal Teil 2

von waterloo

Vielen Dank an die Reviewschreiber Larri94, Little Angel, Vampirella, Ginny14Weasly und Cho17, bei der ich mich besonders für die nette Betaarbeit bedanke!
Es freut mich sehr, dass euch die Geschichte gefällt.



Nachts im Gryffindorschlafsaal Teil 2


Er liebte dieses vertraute Gefühl, als sich ein Arm um seine Taille schlang und er spürte, wie ein Paar Lippen ihm kurz und beruhigend sanft den Nacken streifte.

Es gab Harry das wunderbare Gefühl, nicht alleine zu sein.

Er fühlte sich oft allein gelassen mit seinem Schicksal, welches er sich nicht ausgesucht hatte. Er kam sich hilflos und überfordert vor. Dennoch würde er sich hüten, dieses Thema bei Dumbeldore anzusprechen. Dumbeldore, der in ihn die Hoffnung setzte, die Welt zu retten. Die Worte des Schulleiters waren deutlich gewesen: Entweder du, oder ER.

Harry spürte, wie sich eine Hand vorsichtig unter sein Schlafshirt schob und begann, über seinen Bauch zu streicheln.

Der Gryffindor lebte auf Distanz. Die anderen akzeptierten dies.

Doch Ron hatte gespürt, dass Harry wohl nicht wieder einschlafen würde und hatte die Verzweiflung in seinem Blick gesehen. Es schmerzte ihn jedes mal aufs neue, wenn Harry niemanden an sich ran lassen wollte.

In solch harten Nächten ließ Harry wenigstens physische Nähe zu. Und Ron nutzte dankbar die Chance, seinem besten Freund zu helfen.

Nur langsam schloss Harry die Augen. Nach Albträumen oder Visionen hatte er immer Angst davor, denn mit geschlossenen Augen fühlte er sich ausgeliefert. Ausgeliefert Voldemort gegenüber und auch die Bilder der Visionen erschienen wieder so erschreckend real.

Doch in Rons Armen fühlte Harry sich geborgen.

Ron spürte, wie Harry sich unter seiner Hand entspannte und unwillkürlich näher an ihn heran rückte. Sacht strich er immer weiter, bis seine Fingerkuppen Harrys Brustwarzen streiften.

Leise murmelte er einen „Silencio“ über Harrys Himmelbett. Sollte Harry noch einmal schreiend erwachen, so würden wenigstens die anderen nicht gestört werden.

Den gleichen Gedanken hatte Harry vor einiger Zeit auch gehabt, und sich jeden Abend mit einem Silencio belegt. Als Ron dies bemerkt hatte, war er fuchsteufelswild geworden. Ruhig weiter zu schlafen, während Harry sich neben ihm quälte, war eine unerträgliche Vorstellung für ihn. Wütend hatte er Harry angefahren.

Rons heftige Reaktion hatte Harry erschreckt. Verunsichert hatte er kleinlaut versprochen, sich nicht mehr durch Zauber abzugrenzen. Und dieses Versprechen hatte er gehalten, auch wenn dies bedeutete, dass er seine Freunde immer öfter aus dem Schlaf riss.

Doch in den Nächten, die sie gemeinsam in Harrys Bett verbrachten, war der Zauber ein Schutzwall gegen den Rest der Welt und das Bett ein Ort der Ruhe.

Beide schwiegen. Sie hätten auch nicht gewusst, was sie sagen sollten. Sie genossen einfach die Nähe zueinander.

Harry tastete nach hinten. Zögerlich schob er seine Finger unter den Stoff von Rons Boxershorts und verharkte seinen Daumen im Bündchen. Seine Hand lag auf Rons Hüfte, so als habe er Angst, dass sein Freund verschwinden könnte.

Traurig fragte sich Ron, wann Harry wohl verstehen würde, dass er nicht alleine war.

Tief seufzte er auf, woraufhin sich Harry noch enger an ihn schmiegte.

Schlaf bedeutete Risiko für Harry. Die Bilder, die er in seinen Visionen nur einmal gesehen hatte, ließen ihn nicht mehr los. Die schlimmsten Szenarien hatten sich in seinem Kopf eingebrannt. Er hatte seine besten Freunde auf unzählige Arten sterben sehen. Nie würde er vergessen, wie Hermine besinnungslos auf den kalten Steinplatten lag und aus einer großen Wunde in ihrem Kopf unerlässlich Blut strömte, das den Boden der großen Halle flutete. Er hatte tatenlos zusehen müssen, während Voldemorts Stimme in seinem Kopf höhnte.

Allein Rons Nähe gab ihm die Sicherheit, die er brauchte, um sich wieder in den Schlaf fallen zu lassen.

Und während Harry sanft auf die andere Seite glitt, wuchs in Ron weiter das Gefühl, Harry beschützen zu müssen. Doch es dauerte nur wenige Minuten, bis auch er einschlief.

Jedoch wachte er kurze Zeit später schon wieder auf. Ein Gefühl der Unruhe breitete sich in ihm aus.

Sofort setzte Ron sich auf und sprach einen Lumos. Im gedämmten Licht blickte er nun auf Harry herab, der mit geschlossenen Augen auf dem Rücken lag. In schneller Abfolge liefen ihm Tränen aus den Augenwinkeln.

Betroffen strich Ron ihm zärtlich die Tränen vom Gesicht.

„Schhh... Harry“, versuchte Ron ihn zu beruhigen. Die Worte klangen weich. Doch Ron fühlte sich unsicher. Er konnte nicht mit Worten trösten, dafür war Hermine da. Immer wieder strich er Harry über die Wange.

Dieser nahm die Berührungen kaum wahr. Er spürte nur den unheimlich starken Druck auf der Brust, der ihm die Luft abschnürte. Er weinte lautlos weiter, bis sich der Druck abgebaut hatte und sich stattdessen ein Gefühl der Leere in ihm ausbreitete.

Als sein Tränenstrom versiegt war, öffnete er seine Augen und blickte geradewegs in das besorgte Gesicht von Ron.

„Harry?“, fragte dieser nun erneut.

Harry presste die Lippen aufeinander und drehte den Kopf auf die andere Seite. Er hatte Angst vor Rons Frage nach dem Warum. Doch diese Frage wollte Ron gar nicht stellen.

„Harry, wollen wir weiter schlafen?“ fragte er stattdessen leise.

„Danke“, murmelte Harry mit belegter Stimme.

Ron löschte das Licht, legte sich neben Harry auf den Rücken und zog ihn in seine Arme. Harry presste dankbar sein Gesicht in Rons Halsbeuge und schlang seinem Arm fest um den Oberkörper des anderen.

Tief zog Harry den vertrauten Geruch seines besten Freundes ein.

So eng umschlungen blieben sie liegen, bis beide in einen tiefen traumlosen Schlaf fielen.

Der nächste Morgen kam viel zu früh. Als Harry aufwachte, lag er alleine in seinem Bett. Er setzte sich auf und zog die Vorhänge zurück. Alle Betten waren leer, doch aus dem angrenzenden Waschraum drangen leise die Stimmen seiner Freunde.

Sein Blick fiel auf einen der Wecker und seine Vermutung bestätigte sich: Sie hatten ihn weiterschlafen lassen.

Dean verließ das Badezimmer.

„Hey Harry, Guten Morgen. Ich wollte dich gerade wecken kommen.“

„Zu spät“, lächelte Harry und machte sich auf den Weg in den Waschraum.

In der Tür traf er auf Ron.

Dieser musterte ihn besorgt und nickte ihm freundlich zu.

Bevor Harry den Waschraum betrat, legte er seine Hand auf Rons Schulter.

„Danke, Ron“, und diese Worte kamen aus tiefster Seele.




Ende



Über abschließende Reviews freue ich mich sehr!


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

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