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Fanfiction

Who Needs Love? - Maskenball

von Kinditem

Zufrieden zupfte Rose an ihrem Oberteil herum. Ja, das sah doch gut aus. Endlich war Halloween und sie hatte sich schon seit einem Jahr darauf vorbereitet! Halloween war einfach fantastisch, man konnte sein, wer man wollte und hatte verdammt viel Spaß.
Rose setzte sich ihre Maske auf - immerhin war es neben Halloween noch ein Maskenball, dem Spaß zuliebe - und strich sich die Haare darĂŒber noch einmal glatt. Ihre leichten Locken waren dank eines GlĂ€tteisens nun glĂ€nzend-glatt und strahlten rot-leuchtend wie eine untergehende Sonne. Die Maske war grĂŒn und lila, mit Federn, Glitzersteinen und wunderbar zur Geltung gebrachten Augen.
Verkleidet war sie als Arielle die Meerjungfrau, allerdings mit einigen Kunstblutflecken und einem blutigen Fisch an der Seite. Und ein kleines Krönchen hatte sie auch auf dem Kopf. Ja, so gefiel sie sich, schön schaurig, blutig und trotzdem sah es echt gut aus. Auch wenn ihr vielleicht etwas kalt werden wĂŒrde, so bauchfrei, aber daran hatte Rose nicht gedacht.
Als sie endlich fertig war, hĂŒpfte sie die Treppen zum Gemeinschaftsraum runter, in dem ihre Freundinnen schon auf sie warteten. Rose war eben immer die letzte, sie brauchte eine gewisse Anlaufzeit. Nach ein paar Minuten betraten sie die hĂŒbsch geschmĂŒckte Große Halle und sahen sich um, ehe sie sich etwas zu trinken besorgten.
Rose stellte sich an die improvisierte Bar und sah den Leuten zu, die jetzt schon tanzten.
Ihr Blick blieb an einem Jungen hÀngen.
Sein Gesicht war von einer weißen Maske verdeckt und zwischen seinen Lippen blitzen zwei helle, spitze EckzĂ€hne. Er trug Sachen aus dem letzen Jahrhundert und darĂŒber einen langen, schwarzen Mantel dessen Kragen aufgestellt worden war.
Auch das Haar des Jungen war rabenschwarz. Er schien ihren Blick zu bemerken und drehte sich zu ihr um. Rose stockte kurz der Atem. Seine Haut war weiß. Weiß wie Porzellan und im Kontrast dazu standen die blutroten Augen. Ein LĂ€cheln bildete sich auf seinen Lippen und er nickte ihr sanft zu. Ja, freundlich.
Rose musterte ihn ausgiebig, ehe sich ein LĂ€cheln auf ihre Lippen schlich. Er sah wirklich zu gut aus, als dass man widerstehen könnte. Sie sammelte ihren ganzen Mut, der irgendwo tief in ihr versteckt war und ging dann auf den Unbekannten zu. In den wenigen Sekunden, die brauchte um ihn zu erreichen, schossen ihr tausende Gedanken in den Kopf. Was sollte sie denn jetzt sagen? Oder sollte sie nichts sagen? Sollte sie oder sollte sie nicht und was wenn und ĂŒberhaupt?
Letztendlich blieb sie lÀchelnd vor ihm stehen.
“Kann ich dich auf was zu trinken einladen? Wobei einladen wohl falsch wĂ€re, man zahlt schließlich nichts. Aber kann ich dir wenigstens etwas zu trinken besorgen?”
Er lachte leise.
“In Ordnung, aber nur wenn du dann nicht gleich weglĂ€ufst sondern mir ein wenig Gesellschaft dabei leistest.”
“Das versteht sich doch von selbst.” Sie drehte sich auf dem Absatz um und flitzte zur Bar zurĂŒck, ehe sie wenig spĂ€ter wieder kam.
“Ehmm.. Was möchtest du denn trinken?”
Er musste erneut lachen. “Ich begleite dich einfach?”, lĂ€chelte er dann sanft und ging mit ihr zur Bar.
“Das wĂ€re zu einfach gewesen, so was fĂ€llt mir nicht ein.” Rose zuckte die Schultern und setzte sich auf einen Barhocker neben den Unbekannten.
“Zu einfach? Hmm
” Er nickte schwach. “Also bezeichnest du dich selbst als kompliziert, Rose?”
“Nein, nur als
 Moment.” Sie zog die Stirn kraus, “Was hat mich verraten?”
“Hmm
 Die Haarfarbe, die Augen und deine Art.”
“Die Haare könnten auch gefĂ€rbt sein. Sind sie nicht, aber egal. Ach, wie unfair. Wo bleibt denn jetzt der Spaß an der ganzen Sache?”
“Der ist immer noch da, oder weißt du schon wer ich bin? Was darf es denn zu trinken sein?”
“Ich hĂ€tte gerne einen KiBa mit Sekt.” Rose strich sich ihre Haare aus den Augen und lĂ€chelte sanft, “Sofern man hier als MinderjĂ€hrige etwas bekommt. Sonst ein Butterbier mit Kirsche.”
“Okay.” Er nickte und versuchte sein GlĂŒck beim Bestellen, dann sah er wieder sie an.
“Und was glaubst du, wer ich bin?”
“Das weiß ich nicht, aber ich möchte es auch nicht wissen. Dann wĂŒrde die Maske ihren Zweck nicht mehr erfĂŒllen und das fĂ€nde ich schade. So ist es doch gleich - zumindest fĂŒr mich - etwas geheimnisvoller.”
“Ja, da hast du wohl recht.”
Er grinste und die spitzen ZĂ€hne hoben sich deutlich von den anderen ab, dann nahm er einen Zug und sah sich kurz um, ehe sein Blick doch wieder auf ihr verweilte.
“Was nicht heißt, dass ich es nicht gerne wĂŒsste, aber ich kann meine Neugier doch manchmal kontrollieren.” Rose schlug die Beine ĂŒbereinander und nahm einen Schluck von ihrem Cocktail.
“Tanzt du denn wenigstens gleich mit mir?”
“NatĂŒrlich.” Er nickte. “Aber sei doch nicht so ungeduldig. Ich wollte dich schon noch auffordern.”
Sie wurde etwas rosa um die Nase.
“Entschuldigung. Ich bin nur einfach so begeistert!”
“Ja? Von was denn?”
“Oh, von allem. Ich liebe Halloween einfach, es ist beinahe noch besser als Weihnachten, weil auch die Große Halle immer so wunderbar geschmĂŒckt ist und weil es nicht so ein superglĂŒckliches Fest ist, sondern etwas blutiger und dunkler.”
“Dann wollten wir es noch ein wenig besser werden lassen
”
Er stand auf und hielt ihr die Hand hin.
“Darf ich bitten?”
“NatĂŒrlich gerne.”, nickte sie und ergriff seine Hand, stand auf und folgte ihrem Unbekannten auf die TanzflĂ€che.
Bestimmt nahm er ihre Hand und legte seine andere dann auf ihre HĂŒfte. Tanzen schien er zu können, zumindest sah er so aus, als er begann sich langsam mit ihr im Kreis zu drehen.
Sein Blick ruhte sanft auf ihr und betrachtete jede ihrer Gesichtsregungen. Jede seiner Bewegungen passte sich an die der Musik an und Rose vergaß alles um sie herum.
“Über was denkst du so angestrengt nach, hm?”, wollte er nach einiger Zeit, ein wenig amĂŒsiert lĂ€chelnd von ihr wissen.
“Hm?” Rose blinzelte leicht und lĂ€chelte ertappt, “Ach, ĂŒber nichts, zumindest ĂŒber nichts spannendes oder relevantes.”
“So relevant kann es wohl nicht sein, wenn du so angestrengt darĂŒber nach denkst.”
“Ich war nur in Gedanken versunken. WĂŒrde ich angestrengt nachdenken, dann sĂ€he das anders aus.”, lĂ€chelte sie leicht und ließ sich einmal im Kreis wirbeln, ehe der Unbekannte Rose wieder an sich zog und erneut seine Hand auf ihre HĂŒfte legte.
“Dann bekommt meine Stirn nĂ€mlich falten und nĂ€chstes Mal wĂŒrde ich gerne gewarnt werden, wenn ich hier durch die Gegend geschmissen werde.”
“Aber dann verliert das alles doch seinen Reiz.”, lachte er, “Und du möchtest mir nicht sagen was in deinem hĂŒbschen Köpfchen vor sich geht?”
“Nope. Ich weiß ja nicht mal, wer du bist, ich weiß nur, dass die uns alle anstarren und deswegen habe ich doch die BefĂŒrchtung, dass mein Meerjungfrauenschwanzrock hinten offen ist und jeder meinen Po bewundern kann.”
Er ließ sie sich im Kreis drehen um ihren Hintern zu betrachten.
“Nein, leider nicht. Alles zu und gut gepolstert.”
“Das freut mich doch, solange es nicht heißen soll, dass mein Hintern dick ist. Dem ist nĂ€mlich nicht so.”, nickte sie ĂŒberzeugt von sich. Die beiden tanzten noch eine Weile lang weiter, ehe Rose nach etwas zu trinken verlangte. Sie war wirklich keine gute TĂ€nzerin und wollte sich nicht noch mehr blamieren als ohnehin schon, deswegen ließ sie sich wieder zur Bar fĂŒhren und bestellte fĂŒr beide etwas zu trinken.
“Bist du denn alleine hier?”, wollte Rose wissen, wĂ€hrend sie an ihrem Cocktail nippte.
“Mit ein paar Freunden und du?”
“Meine Freundinnen sind da und da und da.” Rose zeigte auf jede der Damen, die mit ihr mitgekommen waren, beziehungsweise mit denen sie eigentlich hier war.
“Aber die drei sind alle beschĂ€ftigt, weil sie natĂŒrlich mit ihren Freunden tanzen.”
“Und wieso tust du das nicht?”
“Weil ich glĂŒcklicher Single bin.”
“Ach? Das verstehe ich nicht
”
“Warum nicht? Das ist doch ganz simpel.”
“Weil MĂ€dchen wie du sonst eigentlich nicht Single sind.”, lĂ€chelte er sanft.
“Danke fĂŒr das Kompliment. Aber ich bin es und ich bin zufrieden damit. Der Richtige ist eben noch nicht gekommen und ein akzeptabler Falscher war bislang auch nur einmal dabei.”
“Und was wenn ich mich einfach mal versuche?”
Rose runzelte die Stirn und schĂŒttelte leicht den Kopf.
“Ich weiß noch nicht einmal, wer du eigentlich bist.”
“Dann musst du es heraus finden. So schwer ist das gar nicht.”
“NatĂŒrlich ist das schwer, wenn man gar keine Ahnung hat. Aber gut, wir können ein Quiz machen. Ich frage dich fĂŒnf Sachen und danach rate ich, einverstanden?”
“Hab ich verweigerungsrecht, wenn es zu offensichtlich wird?”
“Ja, du kannst drei Vetos einlegen und fĂŒr jede nicht beantwortete Frage darfst du mich etwas fragen.”
“Okay, dann schieß los.”, lĂ€chelte er.
Rose nickte und zog die Stirn kraus, ĂŒberlegte dann einen Moment.
“Bist du Einzelkind?”
“Ja bin ich.” Er nickte und nahm einen Schluck, dann ruhten wieder seine roten Augen aufmerksam auf ihr.
“Du Armer. Sowas find ich immer schade, ich hab gerne einen Bruder. Ich hĂ€tte auch gerne noch mehr, aber meine Eltern lassen sich nicht ĂŒberzeugen. Egal. Okay, zweite Frage: spielst du Quidditch?”
Erneutes nickten von seiner Seite.
“Ja, spiele ich. Frag mich nicht nach der Position. Die bleibt ein Geheimnis. Wir wollen es dir ja nicht zu leicht machen.”
“Ach, wie unfair.” Rose zog eine Schnute, nickte aber versöhnlich, “Okay. Sind beide Eltern Zauberer?”
“Ja, alle beide.”
“Das bedeutet, dass wir irgendwie um zig Ecken miteinander verwandt sind. Wobei
 nicht zwingend, nur wenn einer der beiden aus einer komplett reinblĂŒtigen Familie kommt, aber so was ist eh albern. Frage Nummer vier: Wie viele Freundinnen hattest du schon?”
Nun musste der Unbekannte doch ĂŒberlegen, ehe er zögerlich meinte:
“Uff
 Eine Menge. 11.”
“11?” Rose sah ihn etwas schockiert an und nickte dann schwach.
“Gut
 meine letzte Frage ist dann eigentlich logisch: Bist du in meinem Jahrgang oder in den zwei darĂŒber?”
“In deinem. Und? Weißt du es jetzt?”
“Ich habe eine Vermutung, die sich gegenteilig zu dem verhĂ€lt, was sich mir heute gezeigt hat und deswegen bin ich nun etwas durcheinander.” Rose lĂ€chelte leicht und schwieg eine Weile, ehe sie ihn mit einem Mal entsetzt ansah und aufstand.
“Da wĂ€ren noch ein paar Fragen: Wo ist die Kamera, wo sind deine Freunde, hat sich der Wetteinsatz wenigstens gelohnt, Malfoy? Ich hoffe es fĂŒr dich, Arschloch.” Sie kippte ihm ihren Cocktail mitten ins Gesicht, zeigte ihm den Mittelfinger und ging dann schnurstracks an ihm vorbei aus der Halle. So etwas musste sie sich nicht gefallen lassen! Als Wette herzuhalten, das war unter ihrem Niveau und es machte Rose verdammt wĂŒtend! Zugleich war sie verletzt, dass jemand nur wegen vielleicht ein oder zwei gratis Butterbier oder einer Flasche Feuerwhiskey mit ihr flirtete. Das war wirklich das Letzte.
Scorpius sah ihr wĂŒtend hinterher und nahm dann die Maske ab, um sich das Gesicht abzutrocknen.
Seine Lippen waren zu einem feinen Strich zusammen gepresst und er warf den PĂ€rchen neben sich, die alles mitbekommen hatten, einen vernichtenden Blick zu der sie verstummen ließ.
Dann trank er mit einem mal sein ganzes Glas auf Ex, als Rose schon wieder in seinem Sichtfeld erschien und sich vor ihn stellte.
“Es tut mir leid, dass ich meinen Cocktail an so was wie dich verschwendet habe.”
“Verpiss dich, Weasley.”, meinte er gereizt und bestellte sich etwas neues zum trinken.
“Ich hĂ€tte wirklich Wetten sollen.”, murmelte und schĂŒttelte schwach den Kopf, “Dann hĂ€tte ich wenigstens nicht umsonst mit dir getanzt. Und Kameras gibt es keine, SchĂ€tzchen.
Meine Freunde stehen da hinten.”
Er nickte in deren Richtung und Rose folgte seinem Blick.
Scorpius Freunde standen abseits, mit GetrĂ€nken und einigen MĂ€dchen. Sie wĂŒrdigten weder ihn noch Rose mit einem Blick.
“Und das soll ich dir glauben? Ihr seid doch alle gleich, ihr Slytherins. Da hatte mein Dad schon ganz recht, ein Pack lauter LĂŒgner und BetrĂŒger, hinterlistig ohne Ende. Und weißt du, was das Schlimmste ist? Dass sich die Vorurteile bestĂ€tigen, die ich immer dementiert habe.”
“Wieso? Weil ich mit dir getanzt habe und versucht habe nett zu sein? Tja, dir kann man es wohl auch nie Recht machen, was?
Aber mal davon abgesehen, bist du zu mir gekommen. Nicht andersrum.”
“Wusste ich, wer du bist? Denn wenn ich es gewusst hĂ€tte, dann wĂ€r ich dir lieber gleich aus dem Weg gegangen. So ein Heuchler wie du bist, so was hab ich noch nicht erlebt.”
“Hör mal, Weasley. Ich hab dich zu nichts gezwungen. Nein, im Gegenteil und du sahst zufrieden aus.
Vielleicht hörst du einfach viel zu sehr auf deinen Papi, Kleine.
Nicht alle Menschen sind gleich, das sollte dir ja wohl klar sein und wenn du keine Lust auf mich hast, dann verschwinde doch einfach und stell dich zu deinen Freundinnen und sieh ihnen beim Rummachen zu.”
Er bekam sein neues Glas serviert und nahm einen Schluck davon.
“Du tust mir wirklich leid. 11 Freundinnen gehabt, die dir ja wohl alle nicht das geben konnte, was du brauchst, Eltern, die dich nicht vernĂŒnftig lieben und Freunde, denen du nichts anvertrauen kannst. Was muss dein Leben leer sein von jeglicher Freude und Liebe.”
Er sah sie an und prustete los.
“Psychologin solltest du nicht werden, Weasley. Das liegt dir so gar nicht.”
“Ich weiß, ich kann ja sowieso nichts, eine reprĂ€sentative Galleonsfigur und das wars dann. Falls du mir das sagen wolltest muss ich dich enttĂ€uschen, das weiß ich schon lĂ€ngst.”
“Nein, das wollte ich dir nicht sagen.” Scorpius schĂŒttelte den blonden Kopf.
“Und was dann bitte?”, zischte sie ihn wĂŒtend an.
“Einzig und allein das du falsch liegst. Was ist eigentlich dein Problem, Rose? Kommst du nicht damit klar, dass jemand einfach nur mal mit dir tanzen und sich unterhalten wollte?
Ich wusste doch, dass du nie weiter mit dir reden wĂŒrdest, wenn du wĂŒsstest, wer ich bin.
Deswegen habe ich dir ja auch nicht gesagt wer ich bin. Du hĂ€ttest mir ja nicht geglaubt, dass ich dich einfach nur, ja
 mag. So, jetzt hast du es gehört und kannst einfach wieder verschwinden.”
Etwas verwirrt setzte Rose sich neben ihn auf einen Stuhl.
“Ist es schlimm, wenn ich dir nicht folgen kann? Du kennst mich nicht, du hast mich bisher nur im Unterricht erlebt, mehr nicht.”
“Ja und? Trotzdem kann ich dich sympathisch finden, oder nicht?”
“Ja aber
 also.. Verstehst du? Du bist du und ich bin ich und dann unsere Eltern!”
“LĂ€sst du dich wirklich so von deinen Eltern leiten? Mal abgesehen davon. WĂ€re meine Großmutter nicht gewesen, wĂŒrde dein Onkel nicht mehr am Leben sein.
Und deine Familie auch nicht. Wo ist also das Problem?”
“Ich bin dir nichts schuldig. Meine Familie ist deiner nichts schuldig, weil dein Vater dank meines Onkles noch lebt. Und dein Vater hat meine Eltern dermaßen drangsaliert, da seid eher ihr uns was schuldig.”
“Deine Eltern waren auch nicht besser.
Aber wollen wir uns jetzt wegen unseren Eltern streiten? DĂŒrfen wir etwa nur nicht miteinander reden, weil unsere Eltern sich nicht leiden können?”
“Nein, das ist natĂŒrlich Schwachsinn.” Sie schĂŒttelte ihren Kopf, “Aber kannst du nicht verstehen, wo mein Problem bei der ganzen Sache ist? Bisher war unsere Beziehung mehr als unterkĂŒhlt, allerdings muss ich zugeben, dass du höflicher bist als manch anderer. Zumindest manchmal.”
“Was hĂ€tte ich machen sollen? Ich habe es gerade anders versucht und du siehst ja selbst wie es geklappt hat.”
“Und wie wĂ€rs mal damit, mich nicht zu beleidigen oder auf die Palme zu bringen? Das wĂ€re schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Ich bin auch nicht besser, aber ich werde mich bemĂŒhen.”
“Darf ich dich daran erinnern, dass du mir das GetrĂ€nk ins Gesicht gekippt hast, nach dem ich dir ehrlich und freundlich auf deine Fragen geantwortet habe?”
Rose seufzte leise.
“So war das ja nicht gemeint
 Ich war nur so wĂŒtend!”
“Weil ich nicht der war den du gerne hĂ€ttest.”
“Ja
 also nein. Irgendwie schon, aber eigentlich nicht.” Sie strich sich durch die roten Haare und nahm ein Schluck von seinem GetrĂ€nk, “Es war eher
 naja, ich war und bin durcheinander.”
“Das macht nichts
” Er beugte sich vor, hob ihr Kinn ein wenig mit der Hand und kĂŒsste sie dann liebevoll.
Vor lauter Schreck kippte sie nach hinten vom Stuhl und landete auf dem Boden.
“Au, verdammt!” Rose fluchte leise und rappelte sich hoch, besah sich dann ihr Handgelenk, das in einem ziemlich verqueren Winkel abstand.
Er half ihr wieder auf die Beine.
“Das sieht
 ungesund aus. Komm, ich bring dich in den KrankenflĂŒgel.”
Er legte den Arm halb um ihre HĂŒfte und bugsierte sie durch die Menschenmenge hinaus in den Flur und dann die GĂ€nge entlang.
“Tut es sehr weh?”
“Ach, es geht. Nur wenn es gebrochen ist
 na dann Prost Mahlzeit. Dann kann ich Quidditch vergessen. Ich brauche meine Hand beim Spielen und wenn gebrochen ist, dann darf ich mich auf die Suche nach einem neuen HĂŒter machen.”
“Wenn sie gebrochen ist, kriegst du Skele-Wachs und morgen ist sie wieder ganz.”
Er schob sie ins innere des KrankenflĂŒgels und erklĂ€rte der Frau kurz und knapp was passiert war.
Rose wurde auf ein Bett bugsiert und ihr Handgelenk untersucht.
“Es ist gebrochen.”, stellte die Krankenschwester dann fest und nickte schwach, “Du wirst ĂŒber Nacht hier bleiben mĂŒssen, damit es wieder zusammen wĂ€chst.”
Damit verschwand sie auch, so schnell wie sie aufgetaucht war um Skele-Wachs zu holen.
“Na super! Ich bin begeistert! Sowas passiert ja auch immer nur mir.” Rose zog eine Schnute und betrachtete ihre Hand, “Und Skele-Wachs ist
 also nein. Musstest du das schon mal trinken?”
“Öfters.”
Er nickte und setzte sich einfach auf einen Stuhl.
“Ich finde es einfach nur schrecklich und ich muss mich deswegen immer ĂŒbergeben.” Sie zog sich die Maske vom Gesicht und schĂŒttelte ihre Haare auf.
“Und ich kann die Nacht ĂŒber nicht schlafen und höre jetzt auf zu jammern.”
Scorpius setzte an um ihr etwas zu sagen, als die Krankenschwester wieder kam.
“Okay, dann muss ich dich jetzt bitten zu gehen.”, meinte sie an ihn gewandt und goss Skele-Wachs auf einen Löffeln.
Der junge Malfoy nickte und erhob sich.
“Gute Besserung.”, meinte er an Rose gewandt, nickte schwach und verschwand anschließend.


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Im Buch wird sie als hĂ€ssliche Kröte beschrieben. Als man mir dann sagte: ,Du wĂ€rst toll in der Rolle‘, antwortete ich: ,Herzlichen Dank!‘ Aber natĂŒrlich habe ich mich gefreut, als man mich darum bat, denn die Rolle ist ein echtes Juwel, es ist einfach traumhaft, in dieser Welt mitmischen zu dĂŒrfen 
 ganz abgesehen davon, dass ich in der Achtung meiner zwölfjĂ€hrigen Tochter deutlich gestiegen bin.
Imelda Staunton