
von Arphelia
6 Jahre später…
Rose öffnete blinzelnd ihre Augen. Es war der 2. September. Ihr 6. Jahr an Hogwarts war nun angebrochen. Sie schob die saphirblauen Vorhänge ihres Himmelbetts zur Seite und blickte sich im Schlafsaal um. Die anderen schliefen noch tief und fest. Meist war sie die erste die am Morgen aufstand.
Die Ravenclaw stand auf und zog ihre Uniform an. Nachdenklich betrachtete sie das Wappen Ravenclaws, ein bronzener Adler. Lächelnd erinnerte sie sich an ihren ersten Tag hier in Hogwarts, wie überrascht sie war nach Ravenclaw zu kommen und wie Albus, ihr Cousin und bester Freund, enttäuscht gewesen war, dass sie nicht zu ihm ins Haus gekommen war. Doch inzwischen war das kein Problem mehr für die beiden.
Rose ging ins Badezimmer und richtete dort ihre Frisur. Sie hatte nicht die typischen, roten Haare wie die anderen Weasleys, sondern die braunen Haare ihrer Mutter, jedoch mit einem leichten Rotstich. Ihre Augen hatten einen warmen Braunton. Und ansonsten glich sie ihrer Mutter auch sehr.
Zufrieden mit sich selbst verließ sie das Badezimmer und stieg leichtfüßig die Treppe hinab. Die Sonne bahnte sich mit ihren Sonnenstrahlen den Weg durch den großen, hellen Ravenclaw Gemeinschaftsraum. Hier unten war genauso wenig los, wie es in ihrem Schlafsaal war. Morgens genoss sie die Ruhe, denn sobald der Unterricht begonnen hatte, wuselten überall Schüler und man hatte kaum seine Ruhe.
Das Mädchen machte sich nach einem kurzen Blick aus dem Fenster, auf den Weg hinaus aus dem Gemeinschaftsraum.
Hier in Hogwarts fühlte sie sich wie Zuhause. Doch trotz dem, dass sie Hogwarts lieben gelernt hatte, lastete ein starker Druck auf ihr, seit sie den ersten Fuß in das Schloss gesetzt hatte. Ihre Eltern waren berühmt und nicht nur in Hogwarts, sondern in der ganzen Zauberwelt. Nicht nur, dass sie mitgeholfen hatten Voldemort für immer unter die Erde zu bringen, ihre Mutter war stets die beste Schülerin gewesen und hatte auch noch den besten Schulabschluss seit langem gemacht. Die Erwartungen an sie waren deshalb groß. Manchmal auch noch größer als die an ihren kleinen Bruder. Sie bekam oft zu hören wie gut ihre Mutter in der Schule doch gewesen war. Nicht, dass Rose eine schlechte Schülerin war, doch der Druck machte ihr zuweilen zu schaffen.
Die Große Halle war voller Schüler, die sich während des Frühstücks lautstark unterhielten. Jeder hatte dem anderen viel zu erzählen, was während der letzten Wochen in den Ferien passiert war und sie erlebt hatten. Mitten unter den Schülern saß auch Rose, die in ein Buch vertieft war, während sie langsam ihren Toast aß. Jedes Jahr lief der erste Schultag nach den Sommerferien gleich ab.
Professor Patil, die Hauslehrerin von Ravenclaw, kam am Ravenclawtisch vorbei und brachte Zettel für die 6. Klässler vorbei. Interessiert schaute das Mädchen von ihrem Buch auf und klappte es zusammen. Es waren Zettel auf denen die Fächer standen, die man im 6. Schuljahr besuchen wollte. Nach den ZAGs hatte man nun die Möglichkeit sich in eine Richtung zu spezialisieren und die Fächer zu wählen, die für den später gewählten Beruf nützlich waren.
Rose wusste noch nicht wirklich welchen Beruf sie ausüben wollte und so wählte sie die Fächer, die ihr am meisten zusagten, und die sie für nützlich hielt. Den ausgewählten Zettel brauchte sie Professor Patil.
„Danke Rose, ich hoffe du hattest einen schönen Sommer.“, lächelte die Lehrerin sie freundlich an und übergab ihr, ihren Stundenplan.
„Ja, danke.“
Professor Patil kannte Rose von ihren Eltern. Sie war in dem gleichen Jahrgang wie Ron und Hermine nach Hogwarts gegangen und hatte ihnen auch im Kampf gegen Voldemort geholfen. Nachdem Padma einige Zeit mit ihrer Zwillingsschwester und ihren Eltern in Indien gelebt hatte, kam sie wieder nach England um dort an Hogwarts zu unterrichten, denn das war immer ihr Traum gewesen.
Die junge Weasley verabschiedete sich von ihrer Lehrerin und ging an ihren Platz zurück. Dort aß sie ihren Toast auf, schnappte ihre Tasche mit dem Buch und verließ dann den Ravenclawtisch. Sie wollte noch nach ihrer Verwandschaft, die sich auf Hogwarts befand, schauen bevor sie sich auf den Weg zum Unterricht machte.
Zielstrebig ging das Mädchen auf den Gryffindortisch zu. Dort saßen James, Albus die Söhne von Harry und Ginny, und Lily die Tochter. Außerdem ihr kleinerer Bruder Hugo, Molly, Dominique und Lucy Weasley, ihre Cousinen. Fred, der Sohn von George war ebenfalls in Rose’s Jahrgang und ebenfalls in Gryffindor. Roxanne war in Ravenclaw, jedoch in der 5. Klasse wie Hugo.
Die Ravenclaw setzte sich auf einen freien Platz auf der Bank zwischen James und Albus. Grinsend sah sie die zwei an.
„Na, seid ihr auch schon aufgestanden?“, lachte sie.
James, der sein letztes Jahr an Hogwarts verbrachte, musste auch grinsen.
„Ja stell dir vor, kleine Rose.“
Auch wenn er nur ihr Cousin war, so war er für sie wie ein großer Bruder. Er war ein Jahr älter als sie und das älteste Kind von Harry und Ginny. Doch als Bruder mochte sie ihn sehr. Er nannte sie oft kleine Rose und akzeptierte sie auch als seine kleine Schwester.
Albus war so alt wie das Mädchen und auch ein Kind von Harry. Er war ihr bester Freund, den besten, den sie sich je vorstellen konnte.
„Ihr plant doch schon wieder euren nächsten Streich..!“, lachte Rose.
Seit dem letzten Schuljahr war Rose Vertrauensschülerin von Ravenclaw, zusammen mit Lorcan, dem Sohn von Luna. Dieser war ebenfalls in ihrem Jahrgang und ein guter Freund von ihr.
Unschuldig grinste James. „Wir doch nicht!“
Die Braunhaarige blickte zum Portal und erkannte wie Lorcan dort stand und zu ihr herüberwinkte. Sie lächelte und verabschiedete sich von ihren Cousinen und Cousins. Sie hatte nachher zusammen mit ihnen Unterricht. Doch jetzt in der ersten Stunde hatte sie Arithmantik, so wie auch Lorcan.
„Hey, na wie geht’s dir?“, fragte sie ihn lächelnd.
Sie hatten sich zwar am Tag davor schon gesehen, doch wirklich Zeit miteinander zu reden hatten sie nicht gehabt, denn sie mussten ja in das Vertrauensschülerabteil während der Fahrt nach Hogwarts.
„Gut und dir?“, antwortete er lächelnd.
Seine hellblonden Haare, hatte er eindeutig von seiner Mutter. Doch den Charakter musste er von seinem Vater haben. Er war sehr temperamentvoll und extrovertiert, wie auch schon sein Name verriet. Lorcan ist ein gällisch-irischer Name der „der kleine Wilde“ bedeutet, so hatte er ihr einst erklärt. Sein Vater war ein Ire, ein Vollblut Ire und deshalb hatte Lorcan auch einen irischen Namen erhalten. Ebenso wie sein Vater liebte er Irland und wohnte dort auch mit seinen Eltern.
„Auch danke, lass und losgehen, sonst kommen wir noch zu spät.“, feixte Rose und kniff ihm freundschaftlich in die Seite. Die beiden machten sich auf den Weg.
Mit strengem Blick schaute sich die Lehrerin in der Klasse um. Es war Professor Weber, eine deutsche Arithmantiklehrerin, die zuvor an einer deutschen Zauberschule unterrichtet hatte.
„Na, wer weiß die Antwort? Rose was ist mit dir?“
Das Mädchen schnaubte, wieder war sie es von der erwartet würde sie wusste die Antwort.
„Ich denke 24“, antwortete sie.
„Das ist richtig, gut schlagen Sie nun ihr Buch auf der Seite 250 auf und lesen sich den Text auf dieser Seite durch. Als Hausaufgabe lösen Sie bitte die darunter folgenden Aufgaben.“
Professor Weber war eine strenge Lehrerin mittleren Alters. Manche Schüler erzählten, sie wäre genauso streng wie McGonagall es gewesen war, als diese noch unterrichtet hatte. Doch Rose konnte sich dies auch vorstellen, denn McGonagall war immer noch sehr streng, jedoch trotzdem von herzlichem Gemüt, besonders außerhalb der Schule.
Das Mädchen aus Ravenclaw schlug ihr Buch auf und fing an zu lesen. Nur wenige Minuten später klingelte es und die Schüler machten sich auf den Weg aus dem Klassenzimmer. Die nächsten Stunde hatte Rose frei und verbrachte diese damit sofort die Hausaufgaben von Arithmantik zu erledigen.
Auf dem Weg zur Bibliothek stach ihr ein junge in ihrem Alter in die Augen. Seine Haare waren hellblond, kurz und wild durcheinander. Er hatte stechend, blaue Augen und war um einiges größer als sie. Es war Scorpius Malfoy, der Sohn von Draco Malfoy. Er ging genau in die gleiche Klassenstufe wie Rose.
Scorpuis war ein recht ruhiger, verschlossener Junge, der nicht viel Aufsehen erregte. Er hatte zwar, wie sie, einen gewissen Berühmtheitsstatus, jedoch stieg ihm das nicht zu Kopf. Auch verhielt er sich nicht so wie sein Vater, laut der Erzählungen von ihren Eltern.
In der Bibliothek angekommen traf Rose auf Shenay. Shenay war die Tochter von Cho Chang, eine ehemalige Mitschülerin ihrer Eltern, jedoch eine Klassenstufe über ihnen. Ebenso wie ihre Mutter hatte Shenay ein asiatisches Aussehen und so wurde sie ebenso oft mit dieser in Verbindung gebracht. Sie war ein sehr nettes Mädchen und die beste Freundin von Rose, außerdem war sie ebenfalls in Ravenclaw.
„Hallo Shenay“, sprach die Braunhaarige fröhlich und setzte sich zu ihrer Freundin.
„Hallo Rose, schön dich zu sehen.“
„Na wie wars in Geschichte der Zauberei?, fragte Rose.
„Naja du kennst Binns ja“, lachte die Schwarzhaarige.
Nun musste Rose ebenfalls lachen. „Ja du hast Recht.“
„Sag mal, weißt du ob James eine Freundin hat?“ Shenay schien leicht rot zu werden.
„Weiß ich nicht,.. aber ich glaube nicht.“
Das asiatische Mädchen war nicht die einzige, die sich für ihren Cousin interessierte. Viele Mädchen interessierten sich, besonders seit diesem Schuljahr, für den Sohn Harrys.
Während des Mittagessens war die Große Halle wieder voll. Sämtliche Haustische waren bis auf den letzten Platz besetzt und der Lärmpegel ziemlich hoch. Rose saß, wie so oft beim Mittagessen, bei ihren zwei Freunden und Cousins Albus und James. Doch James war gerade sehr beschäftigt mit ein paar Gryffindormädchen seines Jahrgangs zu flirten, so dass sich Rose mit Albus unterhielt.
„Hey wie waren deine ersten Stunden?“, fragte Albus sie.
„Ganz gut, aber wie immer wird von mir erwartet, dass ich alles weiß“, schnaubte sie.
Der Schwarzhaarige legte ihr den Arm um.
„Hey, mach dir nichts draus. Du kannst es doch auch, lass dir nicht so einen Druck aufwälzen.“
Ohne zu antworten nickte sie traurig. Doch diese hielt nicht lange an, denn sie mussten sich aufmachen zum nächsten Unterricht, Verteidigung gegen die dunklen Künste. Obwohl Voldemort und seine Anhänger geschlagen waren, war die dunkle Magie nicht komplett aus der Zauberwelt gegangen und so wurde dieses Fach nicht abgeschafft, sondern war immer noch fester Bestandteil in Hogwarts.
Rose saß neben ihrem besten Freund Albus. Sie hielt ausschau nach Shenay, diese saß jedoch einige Reihen weiter hinten, direkt hinter James. Die Braunhaarige konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Nachdem Professor Connor, die Lehrerin für Verteidigung gegen die dunklen Künste, nun auch das Klassenzimmer betreten hatte, war es ruhig im Raum und sie begann mit dem Unterricht.
Rose blickte auf ihre Uhr. Es war schon recht spät und sie auch müde. Zusammen mit James, Albus, Lucy und Fred war sie in der Bibliothek gewesen und sie hatten gemeinsam Hausaufgaben gemacht. Doch nun war sie zu müde dazu. Sie packte ihre Sachen zusammen und diese in ihre Tasche.
„Ich werd nun in den Schlafsaal gehen. Bis morgen.“, sprach sie zu den vieren, stand auf und verließ mit schnellen Schritten die Bibliothek.
Dies war ein langer, aber gewöhnlicher Schulanfang gewesen. Müde zog sich Rose in ihrem Schlafsaal um und legte sich dann in ihr Himmelbett. Shenay blickte zu ihr hinüber, sie war wohl kurz vor Rose in den Schlafsaal gekommen, und murmelte noch ein „Gute Nacht“, bevor beide einschliefen.
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