
von Arphelia
@Rose_Weasley:
Danke fĂĽr deinen Kommentar, ich werde auf jeden Fall weiter schreiben. Und danke an all die anonymen Mitleser.
Hier ist das neue Kapitel, etwas kürzer, aber ich denke das nächste wird wieder länger werden :)
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Nachdenklich blickte Rose aus dem Fenster. Die Sonne kündigte sich mit einem Sonnenaufgang hinter den grasbedeckten Hügeln an. Von dem Feuer im Gemeinschaftsraum von dem vorherigen Tag war nur noch die Glut übrig. Da ihr etwas kalt war kuschelte sie sich noch mehr an ihre Katze, die auf ihrem Schoß saß und vor sich hinschnurrte. Ihr Katze hieß Luna. Sie war eine ägyptische Mau mit silbernem, gestreiften Fell und stechend grünen Augen. Rose hatte Luna seit ihrem ersten Schuljahr und mochte sie sehr. Luna war jemand, dem sie alles erzählen konnte ohne, dass diese sie auslachte oder ihr irgendwelche Ratschläge gab. Nein, sie hörte einfach nur zu und war für sie da.
Während sie gedankenverloren ihre Katze streichelte hörte sie Schritte, die Treppe hinab kamen. Es war selten, dass sich jemand schon um diese Uhrzeit aus dem Bett und zusätzlich noch aus dem Schlafsaal wagte. Der, dem die Schritte gehörten stand nun am Fuße der Treppe. Rose, die sich beobachtet fühlte, schaute sich um und entdeckte dort Lorcan stehen. Seine kinnlangen, glatten Haare waren leicht verstrubbelt und besonders wach sah er zudem auch nicht aus.
„Hey, guten Morgen Lorcan.“, lächelte Rose freundlich.
„Guten Morgen.“
Mit langsamen Schritten kam er auf sie zu und setzte sich neben sie auf das marineblaue Sofa. Ohne weitere Worte beobachtete sie ihn eine Weile. Er schien nervös zu sein, denn er spielte mit seinem Hemd und das tat er nur wenn er nervös war, das hatte sie schon ein paar Mal beobachtet.
„Hey was ist los Lorcan?“, fragte sie mit besorgter Stimme.
„Weißt du…ich, … ich muss dir etwas sagen.“ Der Ire machte eine kurze Pause. „Ich glaube ich habe mich in dich verknallt.“
Verwirrt blickte Rose in seine hellblauen Augen. Sie wusste nicht was sie sagen sollte, denn das war das letzte was sie von ihm erwartet hatte. Er war fĂĽr sie immer ein guter Kumpel gewesen und sie war gerne VertrauensschĂĽlerin mit ihm zusammen. Doch so etwas? Das konnte nicht sein, ein schlechter Scherz.
„Meinst du das ernst?“, kam es aus ihr heraus ohne, dass sie es verhindern konnte.
„Ja“, antwortete er tonlos.
Seine Hände waren inzwischen zum Stillstand gekommen, die Spannung und die Nervosität schienen von ihm gewichen zu sein, als er ihr es gestanden hatte.
„Ich…ich muss gehen.“
Mit einem Ruck stand Rose auf und ließ Lorcan dort alleine sitzen. Luna hatte sich fauchend beschwert, dass sie einfach so von dem gemütlichen Schoß vertrieben worden war und setzte sich auf die Stelle wo Rose zuvor gesessen war. Rose schnappte ihren Umhang, zog ihn an und rannte aus dem Gemeinschaftsraum. Als der Eingang zum Gemeinschaftsraum verschlossen war atmete sie erst einmal durch. So wirklich verarbeitet hatte sie noch nicht was Lorcan zu ihr gesagt hatte, doch das wollte sie auch nicht. Sie wollte es so schnell wie möglich vergessen.
Die Ravenclaw rannte die Treppen hinab zur Eingangshalle. Es war noch zu frĂĽh um FrĂĽhstĂĽcken zu gehen und wenn sie ehrlich war, war ihr der Hunger ziemlich vergangen. Um nicht weiter darĂĽber nachdenken zu mĂĽssen machte sie sich in die Bibliothek auf, nahm sich ein Buch und begann dieses zu lesen.
„Da bist du ja Rose, ich hab dich schon gesucht.“, hallte es von hinten, während das Ravenclawmädchen auf Rose zu kam.
Aus ihren Gedanken gerissen blickte diese auf und schaute zu Shenay.
„Ja, warum hast du mich denn gesucht?“, ihre Antwort klang nüchtern.
„Weil ich dir unbedingt was erzählen muss.“, platze es aufgeregt aus ihr heraus, während sie grinste wie ein Honigkuchenpferd. Sie schien so auf ihre Neuigkeiten konzentriert zu sein, dass sie nicht einmal bemerkte, wie schlecht es Rose ging.
„Na los erzähl…“, sprach Rose emotionslos.
„Also…ich habe mich doch gestern mit James getroffen,…draußen auf den Ländereien beim See. Wir waren spazieren und es war einfach wundervoll. Und dann sind wir und näher gekommen, und du wirst es nicht glauben…wir haben uns geküsst.“
Shenay konnte nicht mehr aufhören zu grinsen, wie Rose nüchtern bemerkte, so sehr schien sie in James verknallt zu sein. Die Braunhaarige seufzte.
„Schön…das freut mich.“
Ohne ein weiteres Wort räumte Rose ihre Sachen zusammen, packte sie in ihre Tasche und verschwand. Sie hielt es nicht länger aus. Als sie die Bibliothek schon fast verlassen hatte, hörte sie die Schwarzhaarige noch rufen, doch sie reagierte nicht darauf. Sie konnte es einfach nicht ertragen wo sie doch selbst nicht wusste wie sie mit ihren Gefühlen stand.
In der GroĂźen Halle war inzwischen viel los, es war auch nicht mehr viel Zeit bevor die erste Stunde begann. Rose blickte sich um und erkannte Albus am Gryffindortisch sitzen. Sie freute sich ihn zu sehen und ging nun freudiger auf ihn zu.
„Hallo Albus.“, begrüßte sie ihn und setzte sich neben ihn.
„Hi Rose, was ist los mit dir?“
Seufzend begann sie ihm zu erzählen was mit Lorcan und danach mit Shenay passiert war. Als sie geendet hatte schien der Schwarzhaarige abwesend zu sein.
„Hey, hast du mir überhaupt zugehört?“
„Was…? Ja, weißt du ich musste gerade an Shenay denken.“ Er lächelte süffisant.
„Oh nein…nicht du auch noch.“ Wütend stand sie auf und verließ ohne etwas gegessen zu haben die Große Halle.
„Rose, hey Rose bleib da…!“, rief er noch hinter ihr her, doch sie wollte es nicht mehr hören.
Zielstrebig trat sie die Stockwerke über die Treppen hinauf zum Klassenzimmer für Verwandlungen, ihre erste Stunde. Sie wollte heute weder Lorcan, noch Shenay, noch Albus sehen. Sie waren allesamt verrückt geworden. Als wäre die Liebe eine Seuche, die sich durch die ganze Schule zog und jeden mit ihrer Macht erfasste und sämtlichen Verstand raubte. Rose wollte einfach nicht darüber nachdenken in wen sie vielleicht verknallt war und in wen nicht. Sie war doch hier an der Schule um zu lernen.
Der Klassenraum fĂĽllte sich, doch Rose blieb alleine sitzen auf der Bank und das war ihr auch recht so. Die Ravenclaw vertiefte sich so in den Unterricht, dass sie nicht mehr daran denken musste, was morgens geschehen war.
Der Nachmittagsunterricht war zu Ende und Rose hatte ihre Aufgaben schon erledigt, also wusste sie nicht, was sie tun sollte. Normalerweise wäre sie in den Gemeinschaftsraum gegangen um mit jemandem Zauberschach zu spielen, doch darauf hatte sie keine Lust. Sie wollte ein Buch lesen, draußen auf den Ländereien und zwar alleine. Nachdem sie diesen Entschluss gefasst hatte ging sie nach oben in den Westflügel zum Ravenclawturm. Dem Raben hatte sie die Antwort gesagt und durfte eintreten. Im Gemeinschaftsraum war einiges los, doch sie versuchte ohne groß entdeckt zu werden kurz durch zu huschen um dann vom Schlafsaal ihr Buch holen zu können. Natürlich hätte sie es auch ohne Probleme mit einem Zauber holen können, doch sie wollte nach Lorcan schauen, wie es ihm geht. Irgendwie hatte sie doch ein schlechtes Gewissen, dass sie einfach so abgehauen war.
Als sie auf dem Rückweg durch den vollen Raum ging erkannte sie Lorcan wie er mit trauriger Miene auf einem der Sofas saß und mit dem Kopf auf den Händen aufgestützt ins Feuer starrte. Um ihn herum war Trubel, doch er schien all das nicht zu bemerken.
Das stimmte Rose ebenfalls traurig, doch sie traute sich nicht zu ihm hin.
Die Liebe ist wie eine Seuche, sie raubt den Verstand und nimmt einem all das Schöne weg.
Mit dem Buch in der Hand schlenderte Rose durch die Ländereien. Sie war schon fast am See angekommen. Dort wollte sie sich auf eine Bank setzen, doch die Bank war schon besetzt. Scorpius Malfoy saß auf der Bank. Er war alleine und sah traurig aus. Vielleicht, so dachte Rose, war die Seuche ebenfalls bei ihm angekommen. Ohne lange darüber nachzudenken setzte sich das Mädchen neben ihn und schaute ihn an.
„Hallo Scorpius.“, begrüßte sie ihn freundlich.
Erst jetzt schien er wohl zu bemerken, dass er nicht mehr allein war. Trotzdem hatte er einen ĂĽberraschten Ausdruck auf dem Gesicht. Rose war wohl nicht der Mensch, den er neben sich erwartet hatte.
„Hallo Rose“, antwortete er.
In den ganzen Jahren hatten die beiden nie ein Wort miteinander gewechselt. Jeder hatte seine eigenen Freunde, war in einem anderen Haus, warum also sollten sie miteinander reden?
„Du siehst traurig aus.“, stellte sie fest, doch sie war nicht davon überzeugt, dass er nun anfangen würde zu erzählen warum er traurig war. Die beiden hatten nie miteinander zu tun gehabt und nun sollte er ihr plötzlich das erzählen, was man sonst nur seinen engsten Freunden erzählt.
„Ja du hast Recht.“
Nachdem er mit diesem Satz geendet hatte, schien es ihm egal zu sein, wer neben ihm saß. Er erzählte ihr was ihn bedrückte und als er geendet hatte, tat sie dasselbe. Es war ein Gefühl, als ob sie sich schon jahrelang kannten und sich alles erzählen konnten. Rose genoss dieses Gefühl, denn ihr kam es vor, als könnte sie ihm alles erzählen.
Die Sonne war längst unter gegangen und die Temperatur hatte ziemlich abgenommen.
„Es ist kalt geworden, ich werde nun in den Ravenclawturm hochgehen. Es war schön mit dir zu reden, Scorpius.“, lächelte sie.
„Gute Nacht.“
Im Gemeinschaftsraum angekommen war es schon ziemlich leer, die meisten waren schon im Schlafsaal, genau wie Lorcan.
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