
von aliena
Oneshot: Rons Liebesspiel
Nach dem Sieg ĂĽber Voldemort mussten alle erstmal mit den Verlusten, die der Krieg gebracht hatte, zurecht kommen, aber alles im allen verlief das Leben doch normaler, als zuvor.
Das Trio holte ihr letztes Jahr nach, genau wie Neville und Ginny und Luna, sie mussten nicht widerholen......
Hermine band den Brief für ihre Eltern an Rons Eule Pig fest, die mit zunächst unsicheren Flügelschlägen davon flatterte. Ihre Eltern waren wieder in England und wussten darum, was ihre Tochter mit ihnen angestellt hatte. Hermine war sich sicher, dass sie ihren Vater und ihre Mutter noch nie so empört erlebt hatte, aber sie empfand keine Schuldgefühle, sie hatte das Richtige getan.
Sie stieg die Treppen des Eulenturms hinunter und wanderte über das Gelände zurück zum Schloss. Hermine würde nur noch zwei Monate auf dieser Schule verbringen, auf der sie so viel erlebt hatte. Doch wirklich Zeit, um in Trauer zu versinken hatte sie nicht. Das siebte Schuljahr verlangte ihr eine Menge ab und dann musste sie, als Schulsprecherin, auch noch die Abschlussfeier vorbereiten.
Als sie die Schule betrat ĂĽberlegte sie, ob sie in ihre eigene Kammer gehen sollte- als Schulsprecherin war das eine Vorzugsbehandlungen- oder in den Gemeinschaftsraum der Gryffindors.
Sie entschied sich für letzteres und als sie durch das Portrait der fetten Dame stieg, viel ihr sofort Ron ins Auge, der über eine Rolle Pergament gebeugt und eine Feder in der Hand, auf dem Sofa in der Nähe des Kamins sass.
Hermine stutzte. Machte er wirklich von alleine Hausaufgaben? Vorsichtig trat sie an ihn ran, da er sehr konzentriert wirkte und sie ihn nicht stören wollte. Sie blickte ihn über die Schulter und las das Geschriebene:
-Lucy Boyle (Huffelpuff), positives: schöne Augen, negatives: zu kurze Haare
- Clara Well (Ravenclaw), positives: ist klug, negatives: ist dick
- Patricia Mackey (Ravenclaw), positives: lange Beine, negatives: nervige Stimme
Sie ließ es lieber, sich auch noch den Rest durch zu lesen, statt dessen räusperte sie sich.
Rons Kopf drehte sich schlagartig zu ihr um. Er atmete laut aus. “Man, hasst du mich erschreckt....seit wann stehst du schon da?”
“Nicht lange”, erwiderte sie steif und fixierte Ron mit ihren Augen.
“Was...?”, fragte er unsicher und schien auf seinem Platz zu schrumpfen.
Hermine öffnete den Mund, schloss ihn aber wider, weil ihr keine wirklichen Worte zu dem einfallen wollten, was sie gerade gesehen hatte, doch schließlich gelang es ihr. “Ron, du bist doch noch mit Luna zusammen, oder?”
“Jaaa, wieso?”
“Was soll dann das”, sie deutete mit einer Geste auf das beschriebene Pergament welches er immer noch in der Hand hielt.
Ron grinste breit. “Ach so! Das ist nicht für mich, das ist für Harry.”
RUMS. Hermine fühlte sich, als hätte sie einen Schlag ins Gesicht bekommen. Harry? So etwas? Sie fand es bei Ron schon schlimm...aber, das brachte den Kessel zum überkochen.
“Was will Harry damit?”, schaffte sie es schließlich zu fragen.
“Na, damit”, er hielt die Liste hoch, “ gar nichts.”
“Häh!”, rief Hermine aus, was sie sehr selten tat, denn sie fand es erniedrigend, keine Worte zu finden, aber in diesem Fall ging es nicht anders. Sie ging um das Sofa herum und setzte sich neben ihren Freund., als könnte sie ihn so besser verstehen.
“Meinst du, du könntest ein Geheimnis für dich behalten?”, fragte Ron.
“Ja.”
Er nickte und lehnte sich verschwörerisch zu ihr herüber. “Ich möchte Harry verkuppeln.”
“Das ist jetzt nicht dein ernst.”
“Warum nicht? Ich bin mit sicher, dass es Harry mal ganz gut tun würde, ne Runde zu knutschen oder so...ich glaub nach Ginny hatte er niemanden mehr.”
“Glaubst du wirklich, dass Harry Probleme hätte jemanden zu finden, der mit ihm knutscht, wenn er es denn will.”
“Es geht nicht nur ums Knutschen. Er soll auch jemanden haben, der ihn versteht, abgesehen von seinen Freunden. Er soll jemanden haben, den er lieben kann.”
“Aber Ron, findest du nicht, dass du diese Mädchen etwas zu oberflächlich betrachtest. Ich kenne einige von denen die auf der Liste stehen und die wären überhaupt nicht Harrys Typ.”
“Ach, du weißt, auf was für Mädchen er steht?”
Hermine lief leicht rosa an. “Nicht direkt, aber ich weiß auf welche Typen er nicht steht!”
“Du hast dich auch schon mal geirrt.”
“Wann?”, ertönte Harrys Stimme plötzlich. “Das muss ich verpasst haben.” er setzte sich neben die Beiden aufs Sofa.
“Da bist du nicht der einzige.” Hermine sah Ron scharf an. “Erzähl, Ronald: Wann habe ich mich schon mal geirrt?”
Ron packte seine Liste zwischen die Seiten seines Schulbuches- Harry hatte sie offenbar nicht beachtet- und schien nach Worten zu suchen. “Ja....so spontan fällt mir auch nichts ein....wie wars eigentlich bei Hagrid?” Er blickte an Hermine vorbei zu Harry.
“Gut. Er hätte sich gefreut, wenn ihr auch mitgekommen wärt”, antwortete Harry.
“Ich konnte heute wirklich nicht, aber beim nächsten mal komme ich bestimmt mit”, meinte Hermine.
“Hast du morgen Zeit?”
“Ja.”
“Dann besuchen wir Hagrid also morgen.”
“Aber ich müsste auch nach Hogsmead.”
“Dann...gehen wir erst zu Hagrid, plaudern ein wenig und gehen dann weiter nach Hogsmead, gut?”
“Mehr als das.” Hermine grinste. “Willst du auch mit, Ron?”
“Nee, ich hab morgen schon was vor...wenn ihr mich entschuldigen würdet.” Er strich über das Buch, in dem sich seine Liste befand und verließ den Gemeinschaftsraum.
“Irgendwie benimmt sich Ron seltsam...”, bemerkte Harry.
“Wirklich?”, presste sie hervor und sank mit verschränkten Armen in die Polster des Sofas zurück.
“Ja und du auch. Ist irgendetwas vorgefallen, von dem ich wissen sollte?”
Hermine mied seine grünen Augen. Natürlich hätte sie ihm sofort von Rons schwachsinnigen Idee erzählen können, doch sie tat es nicht. Statt dessen zog sie Harry neben sich und legte einen Arm von ihm um sich, damit sie sich besser an ihn lehnen konnte. Das tat sie selten, denn so ein Verhalten löste gewohnheitsgemäß großes Getuschel unter den Mitschülern aus, doch jetzt war es ihr egal.
“Hermine, du hast mir noch nicht geantwortet”, sagte Harry mit einem gespielt drohenden Unterton.
“Mir fällt nicht ein, was vorgefallen sein sollte, außerdem war es ein anstrengender Tag für mich...ich habe keine Lust darüber nach zu denken.”
“Wegen der Abschlussfeier?”, fragte er.
“Ja.”
Harry seufzte und setzte sich bequemer hin, ohne Hermine loszulassen und den restlichen Abend schwiegen sie.
Den nächsten Morgen ließ Hermine langsam angehen, obwohl sie natürlich genau so früh aufstand, wie sonst auch. Sie war erst gegen 12 Uhr Mittag mit Harry verabredet und nahm deswegen ein entspannendes Bad. Nachdem sie sich angezogen hatte setzte sie sich in ihren eigenen Gemeinschaftsraum und holte die Hausaufgaben nach, die sie am Tag zuvor versäumt hatte zu machen, da sie tatsächlich auf Harry eingeschlafen war.
Gegen 10 Uhr ging sie schlieĂźlich zur groĂźen Halle, da sie noch ein HĂĽhnchen mit Ron zu rupfen hatte.
Ihr rothaariger Freund sass, wie erwartet alleine am Tisch des Gryffindors und langte ordentlich beim Essen zu. Seine Liste lag vor ihm.
Ohne auf seinen Morgengruß ein zu gehen setzte Hermine sich böse funkelnd direkt vor ihn.
“Oh, Hermine sag doch was, ich komm mir sonst blöd vor”, meinte Ron nach einiger Zeit.
“Ja, dass sollst du auch!”, schleuderte sie ihm entgegen.
“Und warum?” Er schlang ein Toastbrot mit einem Bissen hinunter.
“Hast du Harry jemals gefragt, ob er eine feste Freundin möchte?”
“Das haben wir gestern schon besprochen: Nein. Aber darum geht es auch gar nicht. Du weißt selbst wie schüchtern er ist, da muss man ihm einfach helfen.”
“Und da bist du genau der Richtige?” Hermine zog eine Augenbraue hoch.
“Ja”, brummte er, zückte Schreibfeder und Tinte und begann etwas in seine Liste zu kritzeln.
“Vielleicht solltest du dein Beispiel von einer bescheuerten Idee nicht einfach offen auf Tisch legen, damit es alle sehen können. Nach welchen Kriterien suchst du die Mädchen überhaupt aus?”, fragte sie immer noch verstimmt.
“Ich suche sie nicht wirklich aus”, erklärte er, offenbar stolz. “Die Mädchen kommen zu mir und melden sich, ich schreibe die wichtigesten Punkte auf, die für oder gegen sie sprechen und bestimme dann später, ob ich ihnen ein Date mit Harry verschaffe.”
“Weißt du eigentlich, was du damit deinem besten Freund antust?! Du stellst ihn zur Schau, machst ihn zu einer Witzfigur! Gönne Harry doch mal ein Jahr, das er ganz normal hinter sich bringen kann!”
“Ich stelle ihn überhaupt nicht zur Schau, oder hast du hier irgendwo ein Plakat gesehen, dass damit zutun haben könnte?”
Hermine überlegte kurz. “Nein”, meinte sie schließlich.
“Siehst du!” Ron grinste triumphierend.
“Und wie stellst du es dann an?”
“Das bleibt mein Geheimniss.”
Hermine schnappte sich einen Apfel und stĂĽrmte davon, Nur weil ihr nichts mehr einfiel, was sie dagegen sagen konnte hieĂź das noch lange nicht, dass sie dafĂĽr war.
Sie setzte sich auf eine Bank im Innenhof und aß dort ihren Apfel während sie darüber grübelte, was Ron gemacht haben könnte, damit die Mädchen davon erfuhren.
Doch bevor sie zu einer Lösung kommen konnte war es auch schon Zeit sich mit Harry zu treffen.
Er wartete in der Eingangshalle auf sie. Er winkte ihr, als sie näher kam und Hermine zog ihn zur Begrüßung in eine Umarmung.
Eine Gruppe von Mädchen warf Hermine feindselige Blicke zu, dich sie ignorierte sie und ging mi Harry zu Hagrid.
Der WildhĂĽter wartete bereits vor seine HĂĽtte auf die beiden mit seinem Hund Fang.
“Find́ ich toll, dass ihr heute noch mal da seit”, meinte er und schenkte ihnen Tee ein; die Felsenkekse lieĂź er dieses mal weg.
Nach einer Stunde verabschiedeten sie sich wieder und machten sich auf den Weg ins Dorf.
Hermine wollte in den Schreibwarenladen und Harry meinte, er wĂĽrde dann in den Honigtopf gehen.
Hermine besorgte sich fünf Tintenfässchen- vier mit schwarzer und eins mit grüner Tinte- und eine Art von Pergament, die sie zum ersten mal sah. Es war nur gut 20 cm lang, aber laut der Information sollte sie das Pergament beim schreiben so weit verlängern, dass es sich dem geschrieben Text anpasste und wenn man fertig ist, würde es wieder auf 20 cm schrumpfen. Das sollte für weniger Unordnung sorgen. In Wirklichkeit war das Pergament 20 m lang.
“Das macht dann 9 Gallionen”, sagte die Verkäuferin.
Hermine kramte ihr Portmonee hervor und als sie es herausgeholt hatte blieb ihr Blick plötzlich an einem Plakat hinter der Verkäuferin hängen:
Jeder sehnt sich nach der großen Liebe, auch der Auserwählte.
Du kannst Harry Potter vielleicht die Liebe geben, die er verdient hat und ihr habt die Chance bis in alle Zeit glĂĽcklich zu werden.
Bei Interesse melde dich bitte bei Ron Weasley (siebter Jahrgang, Gryffindor).
“Neun Gallionen!”, wiederholte die Verkäuferin schon leicht genervt.
Hermine schaute zu ihr und dann wieder gleich zum Plakat, welches....verschwunden war.
Leicht verwirrt bezahlte sie und verließ dann das Geschäft.
Harry wartete bereits auf sie. “Alles in Ordnung?”, fragte er sofort, als Hermine auf ihn zukam.
“Ja, wieso fragst du?”, erwiderte sie, sich durchaus bewusst, dass ihr Stimme einige Tonlagen höher war, als gewohnt.
“Weiß nicht, ach ist auch egal. Bohne?” Er hielt ihr eine Packung von Bertie Botts Bohnen hin.
Hermine zögerte kurz griff dann aber doch rein und zog dann eine dunkel braune Bohne hervor.
“Traust du dich sie zu essen?”, fragte er und griff ebenfalls in die Verpackung, wodurch eine grünliche und durchsichtige Bohne zum Vorschein kam.
“Nur wenn du dich auch traust.”
Er grinste. “Auf drei! Eins...zwei...drei.” Sie steckten sie sich gleichzeitig in den Mund und ließen dabei nicht das Gesicht des anderen aus den Augen.
“Kakao”, verkündete Hermine erleichtert
Harry kaute etwas länger aber schließlich schien er doch zu wissen welchen Geschmack er erwischt hatte. “Es schmeckt ein wenig wie altes, abgestandenes Wasser. Nicht wirklich lecker aber ich habe schon schlimmeres gehabt.” er griff wieder in die Packung und zog eine gelb, braune Bohne raus.
Hermine musterte sie skeptisch.
“Wenn ich sie schon gekauft habe, kann ich sie auch essen”, meinte er und nahm sie in den Mund, um sie nur einige Augenblicke später in das nächst beste Gebüsch zu spucken, an dem sie vorbei kamen. “Einfach widerlich!”
Hermine lachte laut los, als sie das verzerrte Gesicht von Harry sah. “Was war es?”
“Das sage ich dir bestimmt nicht, dann würdest du nämlich wissen wollen, woher ich so einen Geschmack kenne.” Harry steckt die restlichen Bohnen in seine Tasche und sie ging langsam zurück zum Schloss, aber da es einer der schönsten Tage seit langem war setzten sie sich in den Schatten eines Baumes und genossen die warme Luft. Der Stamm war breit genug, dass sie beide nebeneinander an ihn lehnen konnten.
Harry nahm Hermines Hand in seine und drückte sie sanft, sie erwiderte den Druck, obwohl sie wusste, wie Außenstehende denken würden, könnten die sie beide so sehen.
Nach dem Sieg über Voldemort schien es fast so, als wenn Harry und Hermine sich noch vertrauter wären und deswegen war so eine Geste völlig normal.
“Hey!”, Harry wedelte mit seiner anderen Hand vor ihrem Gesicht rum.
“Was?”
“Ich habe dich mindesten viermal angesprochen, ohne das du reagiert hast. Bist du Müde?”
Hermine zögerte. “Ja”, log sie. In Wahrheit war sie hellwach, sie war mit ihren Gedanken bloß bei Ron gewesen und dabei, wie sie ihn seine bescheuerte Idee aus dem Kopf schlagen könnte. Aber das würde wohl leider nicht so einfach werden, da Ron davon überzeugt war, etwas gutes zu machen, ihr blieb also nichts anderes übrig, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Aber wie?
Einige Tage später hatte Hermine ihren Plan eigentlich schon so gut wie vergessen. Erstens hatte sie wieder genug mit der Schule zu tun und zweitens schien es fast so, als hätte Ron es aufgegeben Harry zu verkuppeln. Doch sie musste feststellen, wie falsch sie lag.
Es war Freitagabend und Hermine sass mit Harry in der Bibliothek, wo er ihr half, wie man die Abschlussfeier genau gestallten konnte.
“Man könnte irgendeine Band auftreten lassen, wie auf unserem Weihnachtsball”, schlug Harry vor.
“Das habe ich auch schon mit den Lehrern beschlossen, aber da ich mich mit der Musik von Zauberern nicht wirklich gut auskenne hatte ich gedacht vielleicht eine kleine Umfrage zu machen.”
“Hört sich ziemlich kompliziert an.”
“Hast du eine bessere Idee?”
“Nein”, antwortete er und ein belustigtest Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit, worauf hin Hermine anfing zu lachen.
Plötzlich räusperte sich jemand hinter den Beiden. Es war Ron und neben ihm stand ein Mädchen aus dem sechsten Jahrgang aus Ravenclaw; Hermine kannte sie als Laura Bennet.
“Harry, das ist Laura”, erklärte Ron, als sich die Beiden vor Harry und Hermine gesetzt hatten.
“Hallo”, meinte Harry und sah Hermine verwundert von der Seite an. Laura lächelte und klimperte mit den Wimpern. So einfach würde Hermine es ihr und vor allem Ron nicht machen. “Würdest du mir bitte helfen einige Bücher zu suchen, Harry”, fragte sie so unschuldig, wie es nur ging.
Er zog eine Augenbraue hoch. Seit wann wollte sie dabei Hilfe?
“Bitte”, drängte sie.
“Lass ihn doch, wenn er nicht möchte. Ich helf dir gerne”, meinte Ron und stand auf. “Ihr beiden könnte euch ja alleine die Zeit vertreiben.” Er winkte Hermine und sie stand wütend auf.
Verdammt!, fluchte sie in Gedanken.
Ron hatte sie am Arm gepackt und zog sie mit sich.
“Lass mich los!”, fauchte Hermine, als sie schon längst außer Hörweite waren. “Ich brauche keine Hilfe Bücher zu suchen.”
“Nein? Aber eben sagtest du noch...”
“Ich wollte Harry bloß da weg bekommen”, murmelte Hermine ohne ihn anzuschauen.
“Bist wohl eifersüchtig.” Ron grinste das dümmlichste Grinsen, welches Hermine je zu sehen geglaubt hatte.
“Ganz. Bestimmt. Nicht.” Sie steuerte ihre Schritte wieder zu Harry und Laura, doch Ron packte sie erneut.
“Jetzt warte doch mal. Lass die beiden in Ruhe, vielleicht klappt́s ja.”
“Pah. Harry braucht jemanden, mit dem er Gespräche auf seinem Niveau führen kann und da ist sie die Falsche.”
“Sie kommt aus Ravenclaw, sie ist nicht dumm.”
“Aber ihre sozialen Kompetenzen sind gleich Null.”
“Du willst sie unbedingt schlecht machen, oder?” Ron sah sie mittleidsvoll an.
“Das brauche ich gar nicht, dafür sorgt sie schon genug. Du wirst sehen: Harry fällt nicht auf so eine...”, sie verstummte, denn in diesem Moment drang das laute Lachen von Harry an ihre Ohren.
“Wie gesagt: Vielleicht klappt́s ja.” Er steckte die Hände in die Hosentasche und schlenderte weg.
Hermine blieb missmutig und mit verschränkten Armen zurück. Das gefiel ihr nicht, ganz und gar nicht.
Sie verließ kurze Zeit später auch die Bibliothek, nachdem Laura in ein hysterisches Gackern ausgebrochen war.
Hermine ging in ihren eigenes Zimmer und zog sich da schon ihren Schlafanzug an- der aus einer Jogginghose und einem T-Shirt bestand- auch, wenn es noch hell war. Sie wollte heute niemanden mehr sehen oder hören und einfach alleine sein. Eigentlich wollte sie auch etwas Hausaufgaben machen, aber darauf konnte sie sich einfach nicht konzentrieren und anstatt Notizen kritzelte sie nur kleine Bildchen auf ihr Pergament. Seufzend legte sie es bei Seite und dann blieb ihr Blick bei etwas hängen, was sie schon mal gesehen hatte; in Hogsmead.
An der Wand ihr gegenĂĽber hing ein Plakat, was sie auch schon im Schreibwarenladen gesehen hatte. Hermine kroch vom Bett runter und ging langsam darauf zu. Also hatte sie es sich doch nicht eingebildet. Na warte, Ronald. Das werde ich dir vor die Nase halten und dann sollst du noch einmal sagen, dass du Harry zu keiner Witzfigur machst, dachte sie wĂĽtend, drehte sich um, um sich ihren Zauberstab zu schnappen, damit sie das Plakat mit einem Zauber darunter holen konnte. Aber als sie sich wieder umdrehte, war es schon wieder verschwunden.
“Das gibt es doch nicht!”, sagte sie laut zu sich selbst. Plötzlich klopfte es an die Scheibe des Raumes und Hermine erschrak. Wer konnte das denn sein?
Sie schaute hinaus ins Halbdunkel und erkannte die Umrisse von Harry.
“Harry, was machst du hier?”, wollte sie wissen, als sie das Fenster geöffnet und ihren Freund fliegend, auf seinem Besen, vorgefunden hatte.
“Dich besuchen”, antwortete er knapp und mit klappernden Zähnen. Die Luft war doch recht kühl und obwohl er sich dick angezogen hatte fror er.
“Komm rein!”, sagte Hermine und trat zur Seite. Harry lachte.
“Ne. Wer weiß, was für Abwehrzauber über diesen Raum für Jungen gelegt sind.”
“Da wird...”, fing sie an, doch er unterbrach sie.
“Aber du kannst natürlich zu mir kommen.”
“Durchs Fenster?” Er nickte. “Du spinnst doch! Wir sind im siebten Stock, wer weiß ob ich nicht nach unten falle?”
“Ich würde dich auffangen.”
“Och, wie beruhigend!”, rief sie voller Ironie aus.
“Ich dachte eigentlich, dass du mir vertraust...”, meinte er mit leichten Bedauern in der Stimme.
Hermines Augen verengten sich zu Schlitzen und sie wollte ihn schon zu recht weisen, doch dann fiel ihr etwas besseres ein.: “Wenn du mir vertraust, könntest du doch ohne Probleme hier reinkommen.” Sie grinste süßlich. “Aber ich merke schon, dass du es nicht tust. Dann kann ich ja auch das Fenster wieder schließen, mir wird nämlich ziemlich kalt.”
“Warte!”, rief Harry, bevor sie das Fenster endgültig schließen konnte. “Mach mir Platz!”
Hermine trat zu Seite und Harry flog langsam durchs Fenster. Er berührte noch nicht den Boden und blickte misstrauisch auf diesen. “Wenn sich gleich ein riesiges, schwarzes Loch auftut, dann ist das DEINE Schuld.”
Hermine verzog keine Miene. Er atmete tief durch und sank zum Boden und als er ihn berĂĽhrte geschah nichts.
“Das ist ja lächerlich!”, meinte Harry. “Was ist dass denn für ein Schutzzauber, wenn man einfach durchs Fenster zu fliegen braucht!”
“Nun, vielleicht geht das ja nur bei jüngeren Schülern”, erwiderte Hermine.
“Wie Bitte?”
“Bei Volljährigen wirkt dieser Zauber nicht mehr.” Sie lachte, als sie Harrys verstörtest Gesicht sah. “ Die Lehrer gehen davon aus, dass man ab da die gewisse Reife aufbringt.”
“Und das wusstest du?”, fragte er nochmals nach.
Hermine prustete los und drehte sich um. Harry nutzte diese Gelegenheit und kniff ihr leicht in den RĂĽcken.
“Hey”, beschwerte sie sich. “Das kitzelt!”
“Hermine, ich habe dich gekniffen.”
“Trotzdem..”
“Du bist echt seltsam.” Harry schüttelte belustigt seinen Kopf.
“Das sagt gerade der Richtige.” Sie verpasste ihn einem Schlag auf den Hinterkopf und lachte.
“Warum bist du vorhin einfach verschwunden?”, fragte er ernst, als sie sich wieder beruhigt hatte.
“Nun”, sie suchte nach den richtigen Worten, “Es schien mir so, dass es besser wäre, dich alleine zu lassen.”
“Und warum bist du darauf gekommen?”
“Ich habt zusammen gelacht und da hätte ich nur gestört.” Hermine spielte mit einer Strähne ihres Haares.
“Das Lachen war gespielt... zumindest von meiner Seite aus.” Harry beobachte sie, wie sich die Locke um ihren Finger zwirbelte. “Außerdem störst du mich nie. Ich bin froh, dich in meiner Nähe zu haben.”
Hermine kicherte, verstummte aber, als sie es bemerkte. So etwas passte einfach nicht zu ihr.
Sie setzte sich auf ihr Bett.
“Ist irgendwie seltsam hier in deinem Zimmer zu sein”, meinte Harry nach einiger Zeit.
“Und warum?”, wollte sie wissen.
“Ich war noch nie in einem Raum, indem du geschlafen hast.”
“Und ist das so toll?”
“Weiß nicht, irgendwie schon.”
“Wenn es dir so gefällt, kannst du so oft kommen, wie du willst.” Sie ließ sich zurück auf ihr Bett fallen und klopfte mit der Hand neben sich, damit Harry es ihr nach tat. “Sag aber Ron bitte nichts davon, dass er in mein Zimmer kann, weil sonst ist er ständig hier und ich habe nie meine Ruhe.”
“Mmh”, machte Harry und bewegte sich unruhig auf ihrer Matratze.
“Was machst du da?!”
“Ich teste nur, wie bequem dein Bett ist...es ist eindeutig besser, als meins.” Er blieb still und schaute nach oben zur Decke.
Hermine drehte sich auf die Seite, damit sie ihn besser betrachten konnte. Ihr war nie aufgefallen, was für ein schönes und ebenmäßiges Gesicht er hatte.
“Hermine?”, begann er wieder.
“Ja?”
“Würdest du mit mir einen kleinen Tauschhandel machen? Ich schlafe in deinem und du in meinem Bett?”, fragte er mit unschuldiger Stimme.
Hermine schnaufte. “Nie im Leben!”
Harry seufzte. “Dann”, er streckte seine Arm von sich, wobei der eine auf Hermine zum liegen kam. “Bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als hier liegen zu bleiben.” Er grinste sie an, aber anstatt es zu erwidern, robbte Hermine näher an Harry ran und legte ihren Kopf auf seine Brust; er schlang die Arme um sie.
“Ehrlich gesagt: Hätte ich nichts dagegen”, nuschelte sie.
Vergessen war die Tatsache, dass dieses seltsame Plakat in ihrem Zimmer war, vergessen die Frage, wie es dort hingekommen war und vergessen, dass Ron weiterhin so stur an seine Idee glaubte.
“Wie, du wusstest davon?!” Hermine hatte sich dazu durchgedrungen, Ginny von Rons Plan zu erzählen und hatte dabei eine erschreckende Erfahrung gemacht. “Du hast es von Anfang an gewusst und nichts dagegen unternommen?”
“Ich fand es okay”, sagte Ginny.
“Okay? Jetzt nehme mir doch nicht die Hoffnung, das Gefühl zu haben mit einen normalen Menschen zu sprechen.”
“Hey!”, entrüstete sie sich.
“Tut mir leid. Es ist nur so, dass Ron irgendwo in der Schule Plakate verteilt, die nach meiner Meinung Harry zur Schau stellen.”
Ginny wurde leicht rosa im Gesicht.
“Was?”, fragte Hermine.
“Eigentlich...habe ich diese Plakate verteilt”, gestand die rothaarige. “Aber glaube mir, dass es Harry nicht zur Schau stellt”, meinte sie schnell. “Ich habe dafür gesorgt, dass nur Mädchen, die ernsthaft an ihm interessiert sind diese Plakate zu Gesicht bekommen. Alles in Ordnung?”, wollte Ginny wissen, als ihre Freundin, blass zu werden schien.
Hermine antwortete nicht.
“Weißt du eigentlich, dass du ein wirkliches Talent hast, Leuten ein schlechtes Gewissen zu machen. Ron und ich meinten es nun wirklich nicht böse, wir...”
“Und du bist dir sicher, dass dieser Zauber wirkt?”, fragte Hermine plötzlich.
Ginny nickte.
“Ist doch super!”, rief Hermine aus und begann in ein schon fast panisches Lachen auszubrechen.
“Ach, wirklich?”, fragte sie nach. “Du wirkst irgendwie gar nicht so.”
“Doch, alles ist super!” Mit diesen Worten stürmte sie davon.
Das konnte doch alles nicht wahr sein! Aber irgendwie schon. Wenn Ginny Recht hatte, dass sie diese Plakate mit einen Zauber belegte hatte, dann wĂĽrde es bedeuten, dass sie Interesse an Harry hatte, an ihren besten Freund, den sie einst versucht hatte mit ihrer besten Freundin zusammen zu bringen.
Plötzlich wurden ihr so viele Dinge bewusst. Wie sie sich benommen hatte in Harrys Gegenwart, was für ein angenehmes Gefühl sie immer bei ihm verspürt hatte und wie wohl sie sich immer gefühlt hatte, ihn einfach in ihrer Nähe zu haben.
Hatte sie sich viellicht an Harry rangeschmissen? Waren die feindseligen und vielsagenden Blicke, die andere ihrer oft zuwarfen, gerechtfertigt?
`Bist wohl eifersĂĽchtig`, vielen ihr erneut die Worte von Ron ein, als sie in der Bibliothek waren. Hatte selbst der Typ, dessen GefĂĽhlswelt mit der einer Erbse zu vergleichen war, hatte es gesehen und bloĂź sie nicht!?
Dann konnte es Harry auch bemerkt haben. Sogar ganz bestimmt.
Hermine fasste einen Entschluss, der ihr ganz und gar nicht leicht fiel. Sie warf einen Blick auf ihre Uhr. Dreizehn Uhr zehn am Samstag, da konnte Ron sich nur in der groĂźen Halle beim Mittagessen aufhalten.
Entschlossen Schrittes ging sie dort hin und als sie die Halle betrat, den Tisch absuchte und Ron mit einem Mädchen vorfand, verknotete sich etwas in ihr. Sie wäre die nächste Kandidaten.
Ja, es war Eifersucht.
“Ron, kann ich dich sprechen?”, fragte sich drängend, als sie bei ihm und dem Mädchen angekommen war.
“Gleich, Mione.”
Hermine hasste es, bei diesen Spitznamen genannt zu werden, aber jetzt war es egal.
“Also, Alicia, ich könnte dir noch heute ein Treffen mit ihm versprechen, in Ordnung.”
“Oh, ja! Das wäre toll.” Alicia hatte für Hermines Geschmack eine zu hohe Stimme.
“Gut, dann um zwei in der Eingangshalle.” Er grinste breit und verabschiedete sich mit einem Händedruck.
Hermine hatte sich inzwischen neben ihn gesetzt. “Kannst du mir einen Gefallen tun und das Treffen absagen?”
“Ich lasse mich nicht von meiner Idee abbringen, da kannst du auch noch sooft fragen, wie du möchtest”, sagte Ron mit leicht genervten Unterton.
Sie atmete tief durch. “Aber Ron...ich möchte mich mit Harry treffen.” Sie hatte es sehr leise gesprochen und doch verstand er sie.
“Du kannst dich doch ständig mit ihm treffen”, meinte er.
“Nein, du verstehst nicht. `Ich́ möchte mich mit ihm`treffeń.” Hermine schaute ihn eindringlich an. Bitte lass es ihn verstehen, damit ich nicht noch deutlicher werden muss, dachte sie verzweifelt.
“Du solltest dir echt etwas besseres einfallen lassen, damit du meinen Plan verhinderst.” Ron grinste.
Hermines Mut sank allmählich. Musste sie Ron wirklich erzählen, was ihr selbst erst eben gerade klar geworden war? Nein, sie würde es auch alleine hinbekommen. “Wo sollten die Mädchen Harry treffen?”
“Das wüsstest du wohl gerne, damit du alles versauen kannst.”
“Es ist wichtig!”, drängte sie. “Bitte Ron! Ich schwöre, dass es deine Idee in keinster Weise behindert!”
Ron schĂĽttelte den Kopf.
“Gut”, murmelte Hermine, zog einen Stift aus ihrer Tasche und schnappte sich die Liste von Ron, die er vor sich liegen hatte. So schnell wie möglich kritzelte sie etwas darauf und klatschte es Ron vor die Nase. “Kapierst du es jetzt?”
Er legte die Stirn in falten und schielte auf das Pergament:
- Hermine Granger (Gryffindor)
“Kannst du die Treffen absagen, damit ich mich mit Harry treffen kann?”, fragte sie erneut.
Er schob den Unterkiefer nach vorne und schien angestrengt nach zu denken.
Hermine wusste, dass ihr Gesicht inzwischen die gleiche Farbe wie sein Haar haben musste und sie wurde allmählich nervös. Was dachte er denn so lange nach?
“Was soll ich denn jetzt damit anfangen?”, wollte er dann wissen.
“Was?!” Hermine ballte ihre Hände zu Fäusten. “Was soll ich denn noch machen? Reicht das nicht? Hör zu: Indem ich meinen Namen darauf geschrieben habe, habe ich gleich zwei Sachen gleichzeitig zugegeben. Ersten, dass dein Plan vielleicht doch nicht so bescheuert war und zweitens, dass ich...”
“Harry liebst, schon verstanden!”, sagte Ron so laut, dass Hermine zusammen zuckte.
“Sag es doch noch lauter!”, keifte sie. “Außerdem habe ich von Liebe nicht gesprochen, nennen wir es lieber Interesse.”
Er hatte ein ernstes Gesicht aufgesetzt und kratzte sich am Kinn. “Wenn du Harry heute nicht mehr sehen solltest, dann bist du Morgen auf jeden Fall die einzige, die ihn sehen wird. Vorausgesetzt, dass mit ihm und Alicia klappt nicht.”
“Jetzt kommst du dir richtig toll vor, oder?”, pressste Hermine hervor. “Du bist so ein...ach, mir fallen nicht mal richtigen Worte dafür ein!” Sie erhob sich langsam, drohend und hoffte, dass es Ron Angst machte, dann stampfte sie aus der Halle zu ihrem eigenen Gemeinschaftsraum.
In ihrer Ekstase bemerkte sie zunächst nicht Harry, wie er anscheinend auf sie wartete.
“Hi, können wir reden?”, fragte er.
Hermine traute sich nicht wirklich in anzusehen und meinte, er solle in ihren Gemeinschaftsraum mitkommen.
Beide setzten sich auf das Sofa, welches im Raum stand.
Hermine starrte auf ihre Hände, die sie knetete. Sie fühlte sich seltsam.
“Eigentlich müsste ich mich gleich mit Ron treffen”, fing Harry an.
“Ich weiß”, sagte sie, immer noch ohne ihn anzublicken.
“Aber ich habe keine Lust. Vielleicht hört es sich seltsam an, aber ich habe das Gefühl, Ron möchte mich verkuppeln.”
Hermine biss sich auf die Unterlippe. Und öffnete schon den Mund, um etwas zu sagen, doch er bemerkte es nicht.
“In letzter Zeit ist es immer so, dass er ständig ein Mädchen mit bringt. Anfangs dachte ich noch, er hätte Streit mit Luna und er wolle sie eifersüchtig machen, doch dann fiel mir auf, dass er mich immer mit ihnen alleine ließ. Es ist furchtbar mit ihnen. Sie haben so eine aufdringliche Art und scheinen auf etwas zu hoffen und ich versuche natürlich nett zu sein. Tu so, als wären sie mir sympathisch, aber das stimmt nicht, zumindest nicht richtig.” Er sah sie an und jetzt hob auch sie den Kopf und ihre Blicke trafen sich. “Ich kann nicht ich selbst sein. Ich verstelle mich zwar ständig am Tag, aber es ist seit Kurzem zur Gewohnheit geworden und ich kann dass nicht immer.”
“Harry, du musst es auch nicht. Sag Ron, was du denkst, vielleicht kommt er dann zur Vernunft”, meinte Hermine, aber sie schien nicht sehr überzeugend geklungen zu haben.
“Das würde nichts bringen”, murmelte er und griff nach ihrer Hand.
Hermines Herz schien kurz auszusetzen, nur um dann in einem schnelleren Takt weiter zu schlagen.
“Ich weiß nur, dass du das einzige Mädchen bist, bei dem ich, ich selbst sein kann.” Harry grinste. “Obwohl du ja gar kein Mädchen mehr bist.”
Hermines Gedanken gingen plötzlich zu Ron und dieser Alicia, die auf Harry warteten, der jetzt bei ihr war und ihr gerade sogar ein Kompliment gemacht hatte.
Sie fing auch an zu grinsen und spĂĽrte Mut in sich. In den letzten Tagen gab es schon oft Situationen, die ähnlich wie diese waren, doch sie hatte es nicht gesehen. Dann blickte sie wieder zu Harry und dachte an das, was er eben gesagt hatte. “Ja, wir sind alle älter geworden.” Hermine biss sich auf die Unterlippe. Wie konnte man nur so etwas unromantisches antworten? Ein einfaches `Danké hätte es doch auch getan.
Harry ließ ihre Hand wieder los. “Nun, ich glaube ich sollte jetzt doch zu Ron gehen.”
In Hermines Kopf tauchte plötzlich eine Stimme auf, die schon fast anschrie: “Los! Jetzt mach doch was!”
“Harry, warte! Ich will nicht, dass du gehst!”, sprudelte es aus ihrem Mund hervor und sie stand ebenfalls auf, um ihn aufzuhalten. “Ron möchte dich verkuppeln”, gestand sie und wartete seine Reaktion ab, doch Harry verzog keine Miene. “Er sucht sich die Mädchen aus, wo er meint, dass sie dir gefallen würde und die auch wirklich an dir interessiert sind.”
“Und du wusstest davon?”, fragte er und sah sie mit einen undefinierbaren Blick an.
“Ich habe versucht ihn davon abzuhalten, weil ich wusste, dass niemand von diesen Mädchen deinem Typ entsprach...”
“Und, was ist mein Typ?”, unterbrach er sie.
Hermine schaute ihn mit großen Augen an. “Ich weiß es nicht genau. Um ehrlich zu sein: Ich habe absolut keine Ahnung.”
“Und, warum noch mal konntest du mir nicht sagen, was Ron vor hatte?”, fragte er.
“Ich wollte dich nicht belasten”, murmelte sie kleinlaut.
Harry schnaufte. “Hermine, das hätte mich vorgewarnt nicht belastet.”
“Außerdem hattest du doch bestimmt Spaß mit einigen.”
“Sag mal, hast du nicht zugehört: Es war furchtbar! Mit jeder!”
“Das kam oft ganz anders rüber.”
“Oh, klasse!”Harry raufte sich die Haare. “Jetzt fühle ich mich auch noch schuldig!”
“Musst du nicht. Ich muss mich schuldig fühlen”, gab sie zu und senkte ihren Blick.
“Ja, musst du.”
Hermine bemerkte, wie er näher an sie ran kam. Verwundert schaute sie auf und blickte direkt in seine leuchtend grünen Augen.
“Aber du musst dich für eine andere Sache schuldig fühlen”, flüsterte er.
“Und für was?”, fragte sie ebenso leise.
“Dafür...”, er schluckte schwer, “dass ich mich nicht auf die anderen Mädchen konzentrieren konnte. Wer weiß, vielleicht hatte Ron ja Recht und sie entsprachen meinem Geschmack, aber du gingst mir nicht mehr aus dem Kopf.” Er nahm ihre Hand in seine und wie in Trance erwiderte sie den Druck. Hermine konnte einfach nicht fassen, was gerade geschah. Sie selbst war sich doch erst vor kurzem ihren Gefühlen zu Harry bewusst geworden und zwar durch so ein blödes Plakat, doch wie lange schon wusste er, was er für sie empfand? “Hermine, ich bin nicht gut in sowas. Das weißt du, aber da ich mich sicher bin, dass du genau so denkst wie ich, sollte dies jetzt eindeutig leichter werden. Auch, wenn ich mir sicher bin, falls ich doch falsch liegen sollte, dann vergessen wir all das und...”
“Harry!”, unterbrach sie ihn energisch und er schien kurz zusammen zu zucken. “Weißt du, ich kann es nicht leiden, wenn jemand die ganze Zeit redet nur um das hinaus zu zögern, von dem jeder, dass es gleich kommen wird.” Harry schaute sie mit weit offenen Augen verwundert an. Sie lächelte ihn liebevoll an und strich mit einer Hand über seine Wange. Die andere Hand wanderte hoch zu seinem Nacken und zog ihn näher zu ihr ran. Sie spürte seinen warmen und angenehmen Atem auf ihrer Haut. “Wir können auch noch später reden”, hauchte sie. Vielleicht wirkte sie nach Außen gelassen, doch in Wirklichkeit hämmerte ihr Herz gegen die Brust und schien sich immer wieder zusammen zu ziehen.
“Ich glaube du hast Recht”, murmelte Harry, schlang seine Arme um ihre Taille und berührte sanft ihre Lippen. Für einen kurzem Moment verharrten sie bewegungslos und kosteten dieses Gefühl ganz und gar aus, doch dann löste sie sich wieder von einander und legten ihre Stirnen gegeneinander. “Hermine...”, setzte Harry erneut an, doch sie unterbrach ihn, indem sie ihn leidenschaftlich küsste.
Sie konnte nicht anders und musste zugegeben, dass Rons Plan doch funktioniert hatte, wenn auch anders als geplant
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Okay, das wars. Ich wĂĽrde mich ĂĽber ein Kommi freuen, ihr wisst ja, wie das geht;)
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