
von holiholly
Tjaaa... liebe Leser, ich danke euch herzlichst für die ach so zahlreichen Kommis im letzten Kapitel (finsterer Blick) und präsentiere hiermit das ALLERLETZTE Kapitel meiner FF. Ich hoffe sehr, dass ihr sie unterhaltsam gefunden habt und wage es, mir doch noch einige Kommis zum Abschluss zu wünschen. Dafür bekommt ihr einen dicken, fetten Knutscher. Einige Details kläre ich am Schluss des Kapitels. Bis dahin wünsche ich euch viel Spass beim Lesen!
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"Lavender? Schläfst du?", flüsterte Ron. Hinter ihm betrat Hermine die Wohnung, etwas nervös. Kein Wunder, schliesslich hatten sie vor, Lavender nun entgültig hinauszuwerfen.
"Lavender?", wiederholte Ron. Erst jetzt kam er auf die Idee, dass sie sich vielleicht etwas angetan hatte. Rasch ging er aufs Bett zu und stupste ihre abgemagerte Schulter an. Sie rührte sich schwach und drehte ihm das Gesicht zu. Der Ausdruck darauf fuhr Ron in die Glieder, und noch Jahre später vermochte er nicht mit Worten auszudrücken, was er darauf gesehen hatte. Lavender öffnete die Augen. Sie schielte erst, dann schien sie über Rons Schulter zu blicken. Ihre Pupillen waren unnatürlich klein.
"...nie aufgehört, dich zu lieben...", murmelte sie schwach. Erneut fuhr Ron der Schock in die Glieder: Wie hatte er Lavender nur alleine zuhause lassen können? Sie wussten doch alle, dass sie suchtgefährdet und obendrein noch immer seelisch angeschlagen war. Ein Blick unters Bett bestätigte seine unheilvolle Vorahnung: Eine Flasche Zitronensaft, ein nasser Wattebausch, einer seiner Gürtel und eine benutzte Spritze. Sie hatte sich wieder Heroin gespritzt. Wie war sie bloss an das Zeugs rangekommen?
Lavender war noch immer im Halbschlaf. Sie hatte grosse Probleme damit, wach zu bleiben, und war irgendwie total durch den Wind.
"Was ist los?", fragte Hermine von draussen.
"Lavender hat wieder Heroin gespritzt, komm rasch!", antwortete Ron. Er versuchte, Lavender wachzubekommen.
"Lass sie, in ein paar Stunden wird sie schon runter kommen", sagte Hermine mit überraschend kalter Stimme, welche bei der Türe stehen geblieben war.
"Und wenn sie es eine Überdosis war? Vielleicht solltest du bitte mal das St. Mungo anrufen", schrie Ron schon fast, ohne sie anzusehen. Er wusste, dass er zu Lavender halten musste. Wenn sie jetzt starb, würde ihn das sein restliches Leben lang quälen. Während Hermine langsam aus seinem Sichtfeld verschwand, nahm er seinen Zauberstab und versuchte es mit sämtlichen Aufwach-, Erfrischungs- und Notfallzaubern, die er kannte. Langsam schien Lavender in die Wirklichkeit zurückzukehren.
"Lavender, wieso hast du das gemacht?", stöhnte Ron, und er wurde sich bewusst, dass er weinte. Es waren keine nüchternen Tränchen, wie sie die schönen Frauen in den Muggelkinofilmen oder Seifenopern weinten, sondern es waren heisse, reuige Tränen.
"Ron... mach' dir keine Sorgen. Ich weiss... dass ich sterbe...", sagte Lavender langsam. Und als sie dies so aussprach, wusste Ron, dass es weder gespielt noch übertrieben war. Ihre Stimme war ruhig und fast hoffnungsvoll. "Bleib bei mir, bitte. Solange...."
Ron hatte noch nie in seinem Leben so stark geweint (abgesehen wohl von dem Erlebnis in seiner Kindheit, als die Zwillinge seinen Teddy in eine Spinne verwandelt hatten). Er griff nach ihrer weissen Hand und hielt sie fest in der Seinigen.
"Bist du sicher, dass man dir nicht helfen kann?", fragte er, inzwischen schluchzend. Die Frage war eigentlich unnötig; er spürte, dass Lavender sterben wollte. "Du weisst, Hermine kann gute Tränke brauen..."
"Ron... ich habe dich so sehr geliebt, und kein Trank der Welt kann dich dazu bringen, mich zu lieben. Das hast du mir zur Genüge bewiesen. Und lass Hermine nicht rein!"
Ron fragte sich noch Jahre später, woher Lavender gewusst hatte, dass Hermine zwei Sekunden später zur Türe hinein geschaut hatte, immer noch in abschätzigem Blick. Ron warf ihr einen verachtenden Blick zu, den er sogleich bereute, aber irgendwie konnte er seine Mimik nicht mehr richtig kontrollieren. Er verspürte grosse Angst und tiefes Mitleid mit Lavender. Hermine runzelte die Stirne und schloss sie Türe. Nun waren sie alleine.
"Ich bin so froh, dass du jetzt gekommen bist... bitte kümmere dich um unseren Sohn und um sein Wohlergehen. Erzähl ihm die Wahrheit von mir."
Rons Kopf war heiss, seine Wangen brannten. "Aber du kannst doch nicht sterben, Lavender!", schrie er. "Wir schaffen das zusammen! Wir werden eine richtige Familie werden und James aufziehen!" Er hatte keine Ahnung, wieso er plötzlich solche Dinge sagte. Ganz plötzlich rückte die Aussicht, mit Hermine zu leben, in den Hintergrund.
"Es war 'ne Überdosis, Ron", sagte sie leise. "Nicht absichtlich, aber vielleicht doch gewollt. Seit James' Tod will suche ich nach einer Gelegenheit. Ich habe die Fussgängerstreifen bei Rot und immer ganz langsam überschritten... aber irgendwie habe ich überlebt. Wenn du mich nicht geweckt hättest, wäre ich wohl schon jetzt tot. Ich habe Gott gesehen. Ron, du musst mich vergessen. Heirate Hermine."
Ron verstand nichts mehr. Er wollte gleichzeitig rausrennen um Hilfe zu holen, und andererseits so lange wie möglich bei Lavender bleiben. Er hatte noch nie jemand sterben gesehen. Nicht richtig. Seit Jahren schon malte er sich eine solche Szene aus, doch jetzt schien alles so unnatürlich. Und ehe er es sich versah, tat Lavender ihren letzten Atemzug.
Für Lavender war die Geschichte schlussendlich doch noch gut ausgegangen, sie durfte in Frieden sterben. Doch wie sollte Ron das seinem Sohn erzählen, wenn dieser alt genug war? Würde er sich schämen für seine Mutter?
Er wusste es nicht. Ron stürzte aus dem Zimmer und warf sich in Hermines Arme. Seine Tränen waren nun versiegt.
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Also, hier noch wie versprochen das Nachwort: Soviel kann ich noch erzählen, Ron und Hermine haben genau ein Jahr später geheiratet und sind gemeinsam alt geworden. James jr. wurde von Hermine adoptiert, und somit wurden sie eine richtige Familie.
Zehn Jahre später war James ein ruhiger, besonnener Junge, der äusserlich wenig seinen Eltern glich, abgesehen von Lavenders Augen. Er hatte panische Angst vor Spritzen, was Ron glücklich machte. Lucy war eine kleine, brünette Diva, die charakterlich genau der jungen Hermine glich, ausser dass sie überhaupt nicht gerne lernte.
Eine Zusammenfassung nach Stichworten / meine Chronologie der Ereignisse dieser FF findet ihr hier:
http://img404.imageshack.us/i/chronoa.png/
hier habt ihr zudem einen Stammbaum, der etwas Licht in die Verwirrung bringen soll:
http://img510.imageshack.us/img510/1007/stammbaum.jpg
Ich wollte eigentlich ankündigen, dass ich keine Fortsetzung schreiben werde, doch die Geschichte von James und Lucy hat es mir doch etwas angetan... vielleicht schreibe ich eines Tages über ihre Schulzeit in Hogwarts... :)
Beziehungsweise, wenn jetzt noch einige nette Kommis kommen, werde ich mir die Sache wohl noch ernsthaft überlegen.
Aaaaaaaaalsooo.... nun hoffe ich auf viele Kommis und auf bis bald! Lg holi <3
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