Pain you never forget - Es war einmal ...
von GinnyFan94
Die Liebe ist das einzige Märchen das nicht mit “Es war einmal” anfängt, sondern damit endet!
“Ach Mine. Wir wissen doch beide dass es keinen Sinn mehr hat. Als wir uns das letzte Mal gestritten und wieder versöhnt haben war es danach doch nur noch schlimmer, was glaubst du wird jetzt passieren? Glaubst du es wird besser. Wir wissen es beide Hermine. Ich verstehe was du meinst. Aber der einzige Grund warum ich jetzt so ruhig bin, ist das ich einfach keine Kraft mehr habe zu kämpfen, ich habe resigniert.” “Du hast aufgegeben. Weißt du nicht mehr was du mal übers aufgeben gesagt hast? Ist noch gar nicht so lange her, war es nicht sogar bei unserem letzten Streit, vor einem Monat?” Die Tränen rollten wieder über ihr Gesicht und vertropften an Rons Pulli, den sie auf einmal umklammert hatte.
F L A S H B A C K
“Ron. Hey. Wo warst du denn so lange?” Ron betrat das Schlafzimmer, indem Hermine schon im Bett lag und auf ihn wartete. Es war Mitternacht vorbei, Rosie schlief schon, und er hatte erwartet das Hermine es auch schon tat, und wollte sich eigentlich ins Gästezimmer schleichen. Das war dann ja wohl fürchterlich schief gelaufen. “Ähmm ja. Hmm .. Ja. Ich war, im Laden, haben halt noch so ein bisschen, ja ähh … rumexperimentiert.” Hermine lächelte. “Es läuft also inzwischen wieder ganz gut im Laden?” Ron nickte knapp. “Das ist doch toll. Komm ins Bett, dir ist doch bestimmt kalt.” “Du hättest aber nicht extra wegen mir aufbleiben müssen, Mine.” “Ich wollte aber.” Ron fummelte an seinem Kragen rum und lächelte, obwohl er so müde war. “Ich liebe dich.” “Ich dich auch. Komm ich mach das schon. Kurzerhand kniete sie sich aufs Bett und half Ron sein Hemd ganz aufzuknöpfen, und zog es dann aus. Sie behielt es in den Händen während Ron zum Schrank ging um sich seinen Schlafanzug anzuziehen. Er versuchte gerade an ein hohes Regal zu kommen als er hinter sich einen leisen Schrei, gefolgt von einen Keuchen hörte. Rasch drehte er sich um. Hermines Blick richtete sich starr auf sein Hemd. Er hatte so eine Art Ahnung was sie entdeckt haben könnte. “Hermine bitte. Es ist nicht so wie du de … “ “DIESER SATZ IST So TYPISCH FÜR DICH. IST DIR DAS KLAR? DIESER SATZ SAGT DER ALTE EHEMANN WENN ER MIT SEINER GELIEBTEN ERWISCHT WIRD, DIESER SATZ WIRD VERWENDET WENN DER NACHBARSJUNGEN DIE TOCHTER KÜSST. Weißt du was? Ich hab es schon ewig vermutet, aber jetzt ist es bewiesen. Du bist so blöd und bringst es auch noch in unser Ehebett. Okay wie du willst, du hast geschafft was du erreicht hast, ich gebe auf. Ich will nicht mehr. Ich bin nun mal einfach nicht so aufregend wie Ginny, oder so verrückt wie Luna. Oder so wild wie Lavender. Ist es Lavender? Ron, sag es mir. Ist dieser Lippenstiftabdruck von ihr??” “Hermine wirklich. Lass es mich erklären.” “NEIN RON. ICH GEBE AUF. KEINEN BOCK MEHR. VERSTEHST DU! DEINE AFFÄRE IST DER LETZTE STEIN.” Ron schritt auf das Bett zu und wollte sich neben Hermine setzten, streckte die Hand aus um ihr übers Haar zu streichen. “RAUS AUS MEINEN BETT.” Sie schubste ihn deftig auf den Boden. “HERMINE JEAN GRANGER. JETZT HÖR MIR ZUM TEUFEL MAL ZU. Dieser Lippenstift ist ein neuer Artikel im Laden. Bei Merlins roter Herzchen Unterhose, der Scherz besteht darin, genau solche Missverständnisse zu erzeugen. Mir muss ein Missgeschick passiert sein, als ich sie testete. Mensch Hermine, ich hab Lavender vor einen Monat wieder getroffen, glaubst du nicht dass ich sie nicht genug verletzt habe als das sie gleich wieder mit mir in die Kiste springt. Ich kann froh sein dass sie mich nicht umbringt. ALSO HÖR AUF MIR SOLCHE SACHEN ZU UNTERSTELLEN!” Hermines und formte sich zu einem Oh. Die Tränen die sich auf ihr Gesicht geschlichen hatten, vermehrten sich. “Ach ja? Wirklich witzig dieser Scherzartikel. Lahme Ausrede Ronnie. Gib es doch einfach zu. Wie gesagt, ich will nicht mehr.” Hermine weigerte sich einzusehen dass sie im Unrecht war. “Ist es denn so schwer einzusehen dass du Falsch gelegen hast? Und ich will nie mehr von dir hören, dass du aufgegeben hast, dass das klar ist. Aufgeben ist Feige, wer aufgibt hat verloren bevor er angefangen hat. Du warst doch immer mutig Hermine. Kämpfe! Egal was passiert unsere Liebe lohnt zu kämpfen oder nicht?” Bevor Hermine wieder protestieren konnte, beugte er sich über sie und verschloss ihren Mund mit einem Kuss. Dann murmelte er, während er neben Hermine aufs Bett sank: “Wenn du mir wegen dem Scherzartikel nicht glaubst frag George. Ich werde ihm sagen, dass der Scherz durchaus nicht lustig ist, und dass er Ehen zerstört. Keine Liebe lohnt, aufgegeben zu werden, und schon gar nicht wegen so etwas. ”
F L A S H B A C K E N D S
Out of my head, Out of my bed
Out of the dreams we had, they're bad
Beide lächelten bei dieser Erinnerung. Aber dann löste sich Ron von Hermine und blickte auf sie herunter. “Es tut mir Leid Hermine.” “ Ich hoffe du willst jetzt nicht sagen, dass das was du gesagt hast der Vergangenheit entspricht. Das ist nämlich erst einen Monat her verdammt.” Ron trag ein paar Schritte zurück. “Nein sicher nicht. Aber du hast es vorhin selber gesagt Hermine. Vielleicht war unsere Hochzeit von Anfang an ein Fehler. Wir wussten immer dass wir Grundverschieden sind. Es mag sein, dass du jetzt wo dir klar geworden ist wie endgültig diese Entscheidung sein wird, kalte Füße bekommen hast, dass du Angst hast. Mir ging es genauso, Mine. Aber was glaubst du passiert wenn wir uns jetzt wieder zusammenraufen? Es würde wieder von vorne Anfangen und …. “ “ …. und in einem Monat würden wir uns wieder streiten.” “Ich weiß. Ich dachte nur … Ach ich weiß auch nicht. Wir hatten doch so viele Träume, so viele Pläne. Das kann doch jetzt nicht alles einfach vorbei sein. Alles Lüge, alles falsch.” “Unsere Träume waren richtig. Aber wir beide waren die Falschen um sie zu verwirklichen.” “Nein, nein, nein. Das kann einfach nicht stimmen. Es lag nicht an uns Ron. Aber unsere Liebe hat unseren hohen Vorstellungen nicht standgehalten. Wir haben uns so oft nur wegen unseren Plänen gestritten.” Sanft lächelte sie. Er auch. “So kann es auch gewesen sein, aber wie auch immer. Es ist das Ende.” Sie schluchzte auf. Soviel zum Thema vor ihm nicht mehr weinen. “Dann hatte mein Dad am Ende doch Recht. Nur das du es nicht warst der mich Unglücklich gemacht hat, sondern ich dich.” Hermines Dad war von Anfang an gegen die Hochzeit, gegen die ganze Beziehung gewesen. Er hatte es kommen sehen, aber damals hatten sie nicht auf ihn hören wollen. Waren viel zu verliebt gewesen. Hermine hatte nichts anderes gewollt als Ron zu heiraten, es war ihr größter Wunsch gewesen. Es war der absolute Krach geworden, aber am Ende hatte Herr Granger einlenken müssen. Hätte er es nicht getan, wäre ihnen viel Leid erspart worden. “Wir haben uns beide Unglücklich gemacht, Wir beide hätten es besser machen müssen, aber jetzt ist es zu spät.” “Es ist meine Schuld Ron. Ich habe immer nur an dir rumgemäkelt. Immer ich. Das werde ich auch meinem Vater sagen.” “Hermine, das stimmt nicht. Ich bin genauso daran Schuld wir du. Ich … “ “Du warst einfach nur du. Das habe ich gewusst als ich dich geheiratet habe. Ich habe gewusst dass du dich so verhältst. Ich kannte deine Fehler, aber ich habe mich verändert ich …..” “NEIN. Wir haben beide Fehler gemacht, wir haben unsere Liebe gemeinsam zerstört. Mensch … begreif doch, wir haben es beide gemeinsam verschuldet. Wir sind einfach nicht miteinander klar gekommen, der Alltag hat uns zerbrochen. Nicht du bist Schuld. Nicht mehr als ich.” “Ron …” “Hermine wirklich, ich meine einfach das die andern denken können was sie wollen, aber es ist nicht die Schuld von einem von uns, sondern von uns beiden.” “Rohoon …” “Es ist doch unsere Sache, warum wir uns trennen. Es kann uns doch egal sein.” “Ist dir klar dass wir kurz davor stehen uns darüber zu streiten wer schuld daran ist, dass wir immer streiten? Ich habe es ja verstanden. Du hast ja Recht. Es sollte vielleicht einfach nicht sein. Sagen wir den einfach unsere Geschichte ist zu Ende. Das willst du sagen, oder nicht?” Ron der sich immer mehr in Rage geredet hatte, erschlaffte wieder. “Ja genau das.”
Tell them it's me who made you sad
Tell them the fairytale gone bad
“Ich sollte jetzt gehen Hermine. Und melde dich bitte nicht mehr, sonst kann ich bald nicht mehr von aufgeben reden. Okay?” “Ja. Ja. Ist wahrscheinlich das Beste. Es ist Gut das wir nicht im Streit auseinander gehen. Meinst du nicht auch?” “Ja. Vielleicht. Ich bin jetzt weg. Tschau.” Er gab ihr einen kleinen Kuss auf den Mund, dann apparierte er und ließ Hermine ein weiteres Mal zurück. Ihre Tränen rollten immer noch über ihr Gesicht. Sie berührte mit der Hand ihre Lippen, um das Gefühl seines Mundes auf dem ihrem noch ein wenig zu behalten. Es verschwand viel zu schnell.
“Das ist noch schlimmer als wenn wir uns anschreien. Wenn wir uns anschreien, weiß ich dass es immer noch eine Versöhnung gibt. Aber dieses reden über das Ende … das halt ich einfach nicht aus.” Mühsam schleppte sie sich nach oben. Die alte Uhr oben schlug Mitternacht. Hermine öffnete die Schlafzimmertür und ließ sich aufs Bett fallen. All die schönen Erinnerungen, all die wunderbaren Stunden die sie hier verbracht hatte, stürmten auf sie ein. Es war unerträglich. Sie schluchzte. So Schlecht war ihre Ehe doch gar nicht gewesen, konnte sie nicht gewesen sein. Nie hatte sie sich in ihre Ehe so schlecht gefühlt, und wenn sie Falsch gewesen war, warum fühlte sie sich dann so verletzlich, so schwach, so halb. Wenn es dumm gewesen war zu heiraten, warum fühlte sie sich dann nicht befreit. Der Schmerz ließ sie innerlich Bluten, wie konnte das denn nur passieren? Leises Schluchzen begleiteten Hermine in den Schlaf.
Am nächsten Morgen wachte sie auf. Wusste nicht wo sie war, was passiert war. Schwankend stand sie auf, machte ein paar Schritte vom Bett weg. Sie fühlte sich als hätte sie mindestens 50 Gläser Wein getrunken, aber das konnte doch nicht sein, oder? Sie erreichte die Tür, und stieß sie auf. In Rosies Zimmer war noch alles still, es musste sehr früh sein. Ihr Blick fiel auf die zerbrochene Vase am unteren Ende der Treppe, und alles fiel ihr wieder ein. Ron, der Streit, die Dinge die sie sich an den Kopf geworfen hatten. Wie konnte sie das nur vergessen haben. All das was gesagt wurde, all das was danach passiert war. Wie sehr sie sich Gegenseitig gedemütigt hatten. Die Sachen die umhergeflogen waren, und das Schweigen. Das Schweigen, das sie so fertig gemacht hatte, dass sie nicht mehr wusste was sie machen sollte. Sie musste ausziehen. Sie sollte gehen. Bis heute Abend. Aber wohin sollte sie? Erstmal eins nachdem andern. Erst packen, später konnte sie dann darüber nachdenken. Aber nicht jetzt. Später. Sie schleppte sich auch den Dachboden und holte ihren alten Schrankkoffer. Sie zog ihn mit sich, und wollte ihn die Treppe runterschleppen. Hermine ging rückwärts auf die Treppe zu, unterschätze den Abstand und fiel Rücklings runter. “AUTSCH Verdammter. Wozu kann ich eigentlich zaubern? Ich hätte das doofe Ding doch einfach runterzaubern können. Das ist doch so bescheuert.” Wütend auf sich selber stand Hermine auf, und zückte ihren Zauberstab. Der Koffer flog vor ihr her, ins Schlafzimmer. Der einzige Vorteil, dieses Sturzes war, das er sie kurz von ihren anderen Schmerzen abgelenkt hatte. Mit einem Schlenker ihres Zauberstabes öffnete sie die Schranktüren und ließ ihre Pullover, Jacken, Hosen und Kleider herausschweben. Bei einem rot goldenen Kleid das direkt auf sie zu flog, brach sie wieder in Tränen raus. Das hatte sie getragen als Ron ihr den Antrag gemacht hatte. Wie glücklich sie gewesen war, wie froh, endlich für immer mit ihm zusammen sein zu können. Es kam ihr wie ein Wunder gleich, dass der Unstete Ron sich dazu durchgerungen hatte, einen solchen Schritt zu wagen. Sie griff nach dem Stoff und drückte es sich an die Wange. Die Tränen tropften auf das Rot, und verdunkelten die Farbe, dass sie fast wie Blut aussah. Das Blut ihres Herzens. Gott, jetzt wurde sie auch noch dramatisch.
Sie weinte, nie hätte sie gedacht, dass ein Mensch so viel, in so wenig Tagen, so viele Tränen weinen konnte. Sie musste ziemlich lange so gesessen haben, auf einmal hörte sie ein Geräusch hinter sich. Es war Ginny die sich bereits ein paar Schritte in den mit Kleidungsstücken gefüllten Raum hinein gemacht hatte und gegen einen Schuh getreten war. “Oh Hermine was ist denn los?” Ginny beschleunigte ihre Schritte und kniete neben ihrer Freundin nieder, als sie das Tränenverschmierte Gesicht ihrer Freundin sah. “Was tust du denn? Verreist du? Warum weinst du denn?” So viele Fragen. Geduldiger war Ginny nicht geworden mit der Zeit. Die Tränen rollten einfach weiter. “Rede mit mir.” Ginny reichte ihr ein Taschentuch, das jetzt unberührt in ihrem Schoß lag, zusammen, mit dem völlig durchnässten Kleid. Hermine schüttelte nur den Kopf. “Komm, steh auf. Wir gehen jetzt erstmal nach unten und ich mach dir einen Tee. Mum sagt das hilft immer.” Langsam zog Ginny Hermine auf die Beine und führte sie ins Wohnzimmer. Verschwand in der Küche, und Hermine hörte wie der Wasserkocher anging. Sie lief sich ins Sofakissen sinken und versuchte ihre Selbstkontrolle wiederherzustellen. Ohne Erfolg. Ihre Freundin erschien wieder im Wohnzimmer und setzte sich neben Hermine. “Geht’s wieder?” Sie versuchte zu Antworten, es kam aber nur ein unterdrücktes Schluchzen. “Hier trink. Das wird dir helfen.” Hermine nahm die Tasse und trank ein paar Schlucke. Das warme Getränk half ein wenig, die Kälte in ihrem Inneren zu vertreiben, wenn auch nur Kurzfristig. “Es ist … Ron. Er … Wir … Ich ….” “Habt ihr euch wieder gestritten? Aber Mine, das ist doch gar nicht schlimm. Bestimmt werdet ihr euch wieder versöhnen, dass war doch bisher immer so, oder nicht? Du kennst ihn doch, spätestens morgen wird er wieder ankommen und sich entschuldigen. Er ist eben immer ungestüm und unbedacht. Das ist er einfach. Das wird sich einrenken. Das ist es doch nicht Wert so unglücklich zu sein.” “Du hast doch keine Ahnung. Es ist aus, endgültig.” “Das sagt ihr doch jedes Mal, dass ….” “Ginny, wir haben uns getrennt. Wir werden uns Scheiden lassen.” schluchzte Hermine. Die Rothaarige schwieg. “Es, wir haben uns gestritten. Es war so, so unglaublich schrecklich. Erst ging es um Kleinigkeiten, dann um das Übliche. Lavender und Viktor, du weißt schon. Und dann …” Hermine presste die Hand vor den Mund. Sanft legte Ginny ihrer Freundin den Arm um die Schultern. Stille breitete sich aus. “Rede darüber. Vielleicht kann ich dir auch einen Tipp geben, schließlich ist Ron mein Bruder. Und ich könnte ihm mal gehörig den Marsch blasen, wenn du willst.” “Nein! Es ist meine Schuld. Ich, ich habe ihm an den Kopf geworfen, dass ich hier wegen ihm versauere. Das ich kein eigenes Leben mehr hätte, und das ich alles für ihn aufgegeben hätte. Und das er das ausnutzen würde.” “Oh Hermine.” Sie vergrub das Gesicht in den Händen. “Das, das ist nicht alles. Er ha-hat sich natürlichh verteidigt, hat mir nur die Wa-Wahreit gesagt, aber das hat mich so wütend gemacht. Ich habe ihm gesagt dass er nie irgendetwas erreichen würde, dass er immer von George Abhängig bleiben würde. Und, das-das er ein ver-Versager ist. Ich war so unglaublich gemein. Weil ich so enttäuscht war, so fertig. Dann ist er so wütend geworden, dass ….” Plötzlich griff Ginny nach Hermines Hand. Sie hatte einen blauen Fleck am Arm, er musste beim Sturz entstanden sein. Sie schaute ihre Freundin entsetzt an. “Er hat dich doch nicht … geschlagen?” Ginny Stimme klang unsicher? “WAS? Nein natürlich nicht. Ich bin vorhin gefallen, den Dachboden herunter.” Skeptisch schaute Ginny sie an sagte aber nichts. “Er hat auch Dinge gesagt, die er nicht so gemeint hat. Oder wahrscheinlich doch. Das ich ihn einengen und kontrollieren würde. Das er Angst hatte zu spät zu kommen, das er spontan keine Freunde mitbringen durfte, weil ich dann ja gar nicht vorbereitet wäre. Mit vielen hatte er Recht und es ging immer weiter, wir sagten Dinge. Und irgendwann Schwiegen wir uns einfach nur noch an. Es war so schrecklich.” “Jede Beziehung hat ihre Höhen und Tiefen. Jedes Paar macht Fehler.” “Es ist das Ende, Ginny. Die Dinge die wir gesagt haben lassen sich nicht mehr Rückgängig machen. Und das Schlimmste ist, dass das meiste was wir gesagt haben sogar der Wahrheit entspricht. Wir haben uns gegenseitig kaputt gemacht Ginny.” Hermine schüttelte den Arm ab und richtete sich auf. Ging wie ein verwundetes Tier auf und ab. “Auf die Gefahr hin, dass ich wie eine übersensible Therapeutin klinge: Das lässt sich bestimmt wieder gerade biegen. Ihr seid doch jetzt alles losgeworden was euch bedrückt. Vielleicht könntet ihr jetzt neu Anfangen?”
“Das können wir nicht mehr gerade biegen. Vorbei. Wir haben es beschlossen. Wir waren nie wie andere Paare, wir haben uns schon immer gestritten. Wir haben nie zusammengepasst, haben es nur nie war haben wollen.”
“Hermine …” sagte Ginny, aber die schien sie gar nicht zu hören.
Another night and I bleed
They all make mistakes and so did we
But we did something we can never
turn back right
“Er hat mit gesagt, dass ich verschwinden soll. Aus seinen Leben. Ich sollte jemand anderen so benutzen und an jemand andern rumnörgeln und motzen. Viktor hätte von Anfang an zwischen uns gestanden. Lächerlich. Aber Ron meint ich hätte ihn von Anfang an nur verarscht. Wäre die ganze Zeit nur noch darauf aus gewesen Viktor eifersüchtig zu machen.”
Ginny stand auf und nahm Hermine in den Arm. “Das tut mir alles so Leid, Mine. Wenn ich irgendetwas tun kann …” Hermine legte den Kopf auf Ginnys Schultern. “Es reicht schon dass du da bist:” “Und weißt du was? Er hat auch noch gesagt, dass ich ihn nur aus Langeweile geheiratet hätte. Das ich eine motzende, nörgelnde, Besitzergreifende Tussi geworden wäre. Ich weiß einfach nicht was aus uns geworden ist, wie konnte das alles denn nur passieren? Warum ist das passiert?”
Schluchzte Hermine, und Tränen tropften auf Ginny Oberteil. “Ich weiß es nicht, Hermine. Aber eins weiß ich bestimmt: Ihr beide habt zusammen gepasst, und ihr habt euch geliebt.” “Neeein. Ron meinte das er mich nie geliebt hätte, dass ich ihn verhext hätte, und das ich doch zu Viktor gehen sollte, und meine nervende Anwesenheit Viktor schenken sollte.” “Das hat er nicht so gemeint, Hermine. Alles, aber das nicht. Ron liebt dich, hat dich mehr geliebt als alles andere. Wirklich. Egal was jetzt passiert, was passiert ist. Diese Liebe war da, das darfst du nicht vergessen.” “Du klingst so weise, ich wünschte du hättest Recht.” “Ich habe Recht.”
Lange standen sie einfach nur so da. Hermine war dankbar für Ginnys Anwesenheit. Irgendwann begann Hermine wieder zu schwanken und Ginny half ihr aufs Sofa zurück. Sie trank den Tee, obwohl ihre Hand zitterte, wie die einer alten Frau. Dann schloss sie die Augen, nur für ein paar Minuten. Als sie sie wieder öffnete, lag etwas darin, das Ginny nicht deuten konnte. Aber es kamen keine Tränen mehr, und das schien ihr ein positives Zeichen.
Ihre Freundin erhob sich. “Danke dass du da warst, Ginny. Aber ich muss jetzt weiter zusammen packen, ich muss hier raus sein, bevor Ron heute Abend wieder kommt.” Kein zittern mehr, kein Schwanken, Hermine stand kerzengerade da, wie sie immer gestanden hatte. Stark, als weiser Fels in der Brandung. Nichts deutete darauf hin, dass das Meer um sie rum zu einem Sturm geworden war, und sie dabei zerstört wurde. Nichts. Nur ihre verquollenen Augen, und das wimmern des Babys oben, das nun wieder einsetzte, hilflos. Hermine ging nun schnellen Schrittes nach oben, Ginny folgte ihr, etwas atemlos. Man sah ihr die Schwangerschaft noch nicht wirklich an, aber zu schaffen machte sie ihr trotzdem, “Wohin wirst du gehen?” fragte sie, während sie hinter Hermine her hechtete, die auf einmal eine unglaubliche Schnelligkeit entwickelt hatte. “Ich weiß es nicht.” Sie hatten den oberen Treppenrand erreicht, Hermine rannte zum Kinderzimmer. “Eins nach dem anderen. Eins nach dem anderen” Hörte Ginny sie sagen, immer wieder. Es schien ihr Mantra zu sein. “Komm mit zu uns. Zu Harry und mir. Wir haben ein leeres Kinderzimmer, und der Grimmauld Place ist groß.” “Nein. Nein. Ron, er wird zu euch kommen. Wenn ich da bin nicht, ich will nicht.. Ich will nicht eure Freundschaft nicht zerstören, ich weiß nicht. Nicht jetzt. Rosie.” Hermine konnte nicht klar reden, ging aber immer noch zielstrebig. Ginny nickte kurz. “Ich packe deine Sachen.” Erklärte sie, und bevor Hermine protestieren konnte, war Ginny im Schlafzimmer verschwunden. Während Hermine sich um Rosie kümmerte, ließ Ginny alles in den Koffer schweben, das im Schlafzimmer war und den Anschein erweckte das es Hermine gehörte. Das Schlafzimmer war nach einer viertel Stunde fast komplett ausgeräumt, bis ein kleiner Briefumschlag, auf Ginny zuflog. Sie griff nach ihm, bevor er in den Koffer verschwinden konnte und schaute auf den Absender. . Unbemerkt war Hermine hinter sie getreten und schaute ihr über die Schulter. Die Schwangere zuckte betroffen zurück und wollte den Brief fallenlassen, doch Hermine zeigte keine Regung, ihr Gesicht war starr und sie presste Rosie einfach nur an sich. “Der gehört offensichtlich nicht mir. Leg ihn Ron aufs Bett, bitte. Ich denke ich werde erstmal zu meinen Eltern zurück gehen. Eigentlich wollte ich meinem Vater den Triumph nicht gönnen, aber es gibt keinen anderen Ort wo ich spontan mit Rosie hin könnte … Keinen Ort, der Ron und mich nicht noch weiter belasten würde, bis ich eine eigene Wohnung gefunden habe.” Nachdenklich streichelte sie Rose über s Haar. “Ich kann schon seine Worte hören. Ich weiß, dass er sagen wird, ob ich mich jetzt lange genug zum Narren hab halten lassen. Und er hat verdammt Recht.” Sie blickte auf die Koffer. Zückte ihren Zauberstab, mit der freien Hand, klappte die Koffer zu und ließ sie an Ginny vorbei schweben. Trat zusammen mit ihnen aus der Tür. “Kommst du, Ginny?” Wie auch Ron, immer wieder, staunte nun auch seine Schwester über die unglaubliche Wandlungskunst ihrer Freundin. Hätte sie, Hermine nicht noch vor einer halben Stunde bitterlich weinen sehen, hätte sie es für absolute Gleichgültigkeit halten können, die ihre Schwägerin jetzt so aufrecht und nebensächlich durch die Tür ihres einstigen Schlafzimmers gehen ließ. Nicht einmal blickte sie sich um. Ginny blieb noch einige Minuten im Zimmer stehen, weil sie es nicht ganz fassen konnte, was gerade geschah, was gerade geschehen musste. Es schien das Endgültige Ende der Ehe zu sein. Die Ehe, die so glücklich schien, wie ihre eigene. Nicht immer. Aber meistens. Es wirkte, als würde Hermine nichts zurück lassen, nichts das ihr etwas bedeutete. Ginny konnte sich nicht vorstellen das es wirklich so war, denn dann würde sie an allem zweifeln müssen was ihr bisher so klar erschienen war. Als sie erkannte das Hermine schon längst unten sein musste, folgte sie ihr traurig nach unten. Ihre rennenden Schritte ließen die an der Tür wartende herumfahren, und für einen Moment schien so etwas wie Hoffnung in ihrem Blick aufzuleuchten. Es erlosch wieder, als sie sah dass es Ginny war. Ein müdes Lächeln wurde auf ihrem Mund sichtbar und ein kaum hörbares: “Er wird dir nie wieder hinterher gerannt kommen, du dumme Kuh.” Ginny tat als habe sie es nicht gehört. “Was ist mit Rosie? Hast du für sie auch Sachen?” “Ja sie waren schon im Koffer. Hermine hatte wieder die Kalte Geschäfthaltung angenommen. “Den Rest, kann er mir sehr gut hinterherschicken.”
Sie Schritt zielstrebig aus der Tür. Ginny folgte ihr. “Danke Ginny. Ich denke es wäre jetzt ganz gut, wenn du zurück nach Hause gehst, es ist bestimmt nicht gut für das Baby wenn du dich jetzt so um mich sorgst, und dich so aufregst. Ich werde jetzt mit Rosie zu meinen Eltern apparieren, sie werden mir helfen. Tschau.” Ginny konnte nur nicken. Reden war nun nicht mehr nötig, wo Hermine sie nicht mehr brauchte, oder vielleicht auch gerade deshalb. “Und Ginny?” Sie drehte sich wieder um. “Ich hab dich lieb. Danke, danke dass du da warst.” Für einen Moment schimmerte die alte Hermine wieder durch. Sie lächelte, aber ihr altes Lächeln. Ginny lächelte zurück. Und fast war es wie früher. Aber nur fast. “Ich dich auch, Mine. Ich dich auch. Du wirst immer meine beste Freundin sein. Immer, egal was zwischen dir und Ron noch passieren wird, ich bin immer für dich da.” Diesmal nickte nur Hermine. Dann trennte sie sich, apparierten fast zur selben Zeit, Hermine zurück zu ihren Eltern, sie ließ alles zurück, es war das Ende ihres alten Lebens, Ginny zurück zu ihrem glücklichen geborgenen, mit baldigem Beginn eines neuen. Ginny ging zurück zu Harry, Hermine ging zurück zu niemanden. Sie hatte nun niemanden mehr der auf sie warten würde, niemanden der ihr die Lasten abnehmen würde. Keiner der einfach nur da war, denn ihre Eltern waren alt geworden, sie waren keine Stütze mehr. Ron, und ihre gemeinsame Zeit war zerstört, wenn sie ihr gemeinsames Haus nun verließ. Sie drückte Rosie an sich, drehte sich einmal und verschwand. Die Frau, die Hermine Weasley gewesen war, blieb dort, vor dem einsamen Haus zurück, und Hermine Granger, kehrte zurück in das Haus ihrer Eltern. Hermine Granger’s Ehe war gescheitert. Es war einmal eine schöne Zeit gewesen, zusammen mit Ron, aber jetzt, jetzt war es zu spät.
Find a new one, to fool
Leave and don't look back, I won't follow
We have nothing left, It's the end of our time
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht
Samstag, 01.07.
Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
Schon als mir zum ersten Mal klar wurde, dass Bücher von Menschen geschrieben werden und nicht einfach so auf Bäumen wachsen, stand für mich fest, dass ich genau das machen wollte.
Joanne K. Rowling