
von tini-wini84
Charlie und ich waren so glücklich. Wir hatten eine sehr schöne Hochzeit mit Dora und Remus gehabt. Alle Familienmitgleider waren da um mit uns diesen schönen Tag zu erleben. Nur Dumbledore hatte gefehlt. Noch immer beschäftigte mich der Tod des Schulleiters. Er war ein so intelligenter, mutiger, warmherziger Mensch und einer der größten Zauberer aller Zeiten gewesen. Wie sollte es nun in Hogwarts ohne ihn weitergehen? Immerhin hatte er ein Testament hinterlassen, was vielleicht etwas Klarheit bringen würde. Er hatte es mir zur Aufbewahrung gegeben und mir das Versprechen abgenommen, es nach seinem Tod an das Ministerium zu übergeben. So wollte es das Gesetz.
Gedankenverloren saß ich auf der Fensterbank im Fuchsbau, wo wir uns seit der Hochzeit aufhielten. Eigentlich sollte man nach der Hochzeit seine Zweisamkeit genießen und in die Flitterwochen fahren. Doch nicht in diesen Zeiten. Alle waren verängstigt, die Zaubererwelt wappnete sich für die dunkelsten Zeiten seit Grindelwald. Noch war alles ruhig, aber das konnte nur die Ruhe vor dem Sturm sein. Ich dachte an Dumbledore und dass er wohl gewusst hätte, was zu tun sei.
Plötzlich rumpelte es und ich schrak hoch. Errol hatte mal wieder nicht bemerkt, dass das Fenster geschlossen war und war direkt dagegen geflogen. Ich öffnete es und half der alten Eule wieder auf die Beine. Dankbar streckte er mir sein Bein entgegen, damit ich den Brief entgegennehmen konnte. Er hatte das Siegel von Hogwarts. Schnell öffnete ich es und entrollte das Pergament.
Liebe Sinead,
hiermit bitte ich Sie sich am nächsten Donnerstag um 11 Uhr im Schulleiterbüro einzufinden. Wir werden in einer außerordentlichen Lehrerkonferenz über den Fortbestand von Hogwarts und die Personalfrage sprechen. Bitte bringen Sie auch Charlie mit zu diesem Treffen.
Mit freundlichen Grüßen
Minerva McGonagall
stellvertretende Schulleiterin von Hogwarts
Mir war ja klar, dass die Situation seit Dumbledores Tod und der ständigen Bedrohung durch Voldemort nicht einfach war, aber das hörte sich so an, als sollte die Schule geschlossen werden. "Charlie?" rief ich. Wenig später stand er im Zimmer und sah mich neugierig an: "Was gibt es, meine Schöne?" Lächelnd berührte ich seinen Arm. "Errol kam gerade mit diesem Brief von Minerva." Er laß ihn und sah mich verblüfft an: "Warum soll ich mitkommen?" - "Ich weiß es nicht, vielleicht weil du im Orden bist?". Mit einem lauten Plopp erschienen Fred und George neben uns. "Na, ihr zwei Turteltauben. Wie läufts?", grinste Fred mich unverholen an. Die Zwillinge konnten es einfach nicht lassen. Zum Glück waren sie meist in der Winkelgasse um ihren Scherzartikelladen auf Vordermann zu bringen. Charlie warf seinem Bruder einen entnervten Blick zu. "Wir sollen übermorgen nach Hogwarts kommen", erklärte ich. "Ohhh, vielleicht hat Dumbledore euch ja etwas hinterlassen", mutmaßte George. "Wie kommst du denn darauf?", wollte ich wissen. "Na ja, Harry hat doch diesen Brief vom Ministerium bekommen. Dumbledores Testament. Der alte Zaster hat sich noch so einige Leichen im Keller. Vielleicht ist da auch die Wunderwaffe gegen Voldi dabei." Fred grinste seinem Zwillingsbruder zu. Molly kam ärgerlich aus der Küche, sie schien alles gehört zu haben. "Ich glaube ihr zwei solltet euch mal besser um eure Angelegenheiten kümmern!" Um der Ohrfeige ihrer Mutter zu entgehen, disapparierten die Zwillinge vorsichtshalber. "Mum, wir sollen übermorgen nach Hogwarts kommen. Weißt du irgendwas?", fragte Charlie seine Mutter, die schließlich auch im Phönixorden war. Molly schüttelte den Kopf. "Nach Dumbledores Tod hat es nur ein Treffen gegeben, aber über Hogwarts wurde dabei nicht gesprochen. Da Snape nun wohl vollends zu dunklen Seite übergelaufen ist, ist der Grimmauldplatz nicht mehr sicher. Wir werden uns ein neues Hauptquartier suchen müssen."
In dieser Nacht konnte ich nicht schlafen. Mir spukten allerlei Gedanken durch den Kopf. Würde Hogwarts weiter bestehen? Was hatte es mit Dumbledores Testament auf sich? Und warum sollte auch Charlie an der Lehrerkonferenz teilnehmen?
Er schnarchte neben mir. Ich ging zum Fenster und sah hinaus in die klare Sternennacht. Langsam wurde auch ich müde. Ich legte mich wieder ins Bett, schloss die Augen und fiel in einen unruhigen Schlaf.
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