
von tini-wini84
Es war in einer alten, kaum lesbaren Handschrift geschrieben, es musste wohl Latein und Altenglisch sein. Teilweise waren auch Runen eingefügt worden. Zum Glück hatte ich während dem Studium auch einen Schein in Mittelalterlichem Englisch und Latein gemacht, was mir jetzt zu Gute kam. Ich machte mich mit einer Lupe daran die erste Seite zu entziffern. Soweit ich auf den ersten Blick erkennen konnte, musste es sich um eine Art Familienchronik oder Tagebuch handeln. Auf der zweiten Seite tauchten die Namen Antioch, Cadmus und Ignotus in Latein auf, was mich stutzig machte. Ich kannte diese Namen, es waren die der Gebrüder Peverell, der ursprünglichen Besitzer der Heiligtümer des Todes. 'Konnte es tatsächlich möglich sein, dass ihnen dieses Buch gehört hatte? Wenn ja, würde hier sicher etwas über die Heiligtümer zu finden sein.' Gespannt laß ich weiter.
Soweit ich richtig entziffern konnte (es war meine verhasste Fremdsprache von der Uni - Altenglisch) stand dort:
Uns, den Gebrüdern Cadmus, Antioch und Ignotus Peverell ist es gelungen die drei mächtigsten magischen Dinge zu erschaffen, die je ein Zauberer besessen hat: Die Heiligtümer des Todes. Ein Tarnumhang, der mit nie versagender Kraft unsichtbar macht und dessen verhüllendes Gewebe im Gegensatz zu dem herkömmlicher Tarnumhänge weder durch Zauber noch durch Alterung je beschädigt werden kann. Ein Stein, der die Macht besitzt, Tote zu den Lebenden zurück zu holen. Und zu guter Letzt einen Zauberstab, der jedes ausgefochtene Duell gewinnt.
Ich traute meinen Augen kaum. Dies war der Beweis, dass es die Heilitümer wirklich gab und nicht nur aus der Legende von Beedle dem Baarden stammte.
Gespannt laß ich weiter: Ich, Ignotus, habe den Tarnumhang geschaffen, aus Einhornhaar und Elfenflügeln mit Hilfe einiger Desillusionierungs- und Antialterungszauber, schließlich in Drachenblut getränkt, macht ihn geschmeidig und resistent gegen scharfe Gegenstände und Zauber. Er wird seinem Besitzer immer gute Dienste leisten.
Nun wechselte die Handschrift: Ich, Antioch habe den mächtigsten Zauberstab der Welt geschaffen, aus dem Holz des Holunderbaumes, gebeizt mit Drachenblut und Drachenherzfaser im Kern. Mit diesem Stab kann man jedes Duell gewinnen und somit der mächtigste Zauberer auf Erden werden.
Erneut wechselte die Handschrift, offenbar hatte jeder Bruder seine eigene Erfindung persönlich festhalten wollen.
Ich, Cadmus, habe mit Hilfe einiger höchst anspruchsvoller Zauber einen Stein geschaffen, den Stein der Auferstehung, der Tote zurückholen kann.
Darunter hatten die drei Brüder unterzeichnet, es sollte wohl eine Art Denkmal für ihr Wirken sein. Hinter den Namen waren runenartige Symbole gemalt, die an Striche, Kreise und Dreiecke erinnerten.
Die nächsten Seiten waren zerflättert und fleckig, aber auch mit Skizzen von Strichen, Dreiecken und Kreisen in den verschiedensten Variationen geziert. Auf der darauf folgenden Seite prangte groß das Zeichen der Heiligtümer: Ein Kreis mit vertikalem Strich innerhalb eines Dreieckes. Dieses Symbol war durch die Jahrhunderte hinweg als Symbol der drei Heiligtümer verwendet worden. Offenbar hatten die Gebrüder länger gebraucht, um es zu entwerfen. Schließlich sollte es vollkommen sein.
Mit zittrigen Fingern blätterte ich die porösen Seiten weiter, offensichtlich war dieses Buch anders als die Heiligtümer nicht unzerstörbar.
Die letzten Seiten glichen nun wirklich einer Art Tagebuch; wie ich an der Handschrift (was bei Runen schwieriger ist, als bei Latein oder Altenglisch) erkennen konnte, waren diese nur noch von Ignotus geschrieben worden.
Hatte unsere Schöpfung mit den besten Absichten begonnen etwas einmaliges, noch nie dagewesendes, magievolles zu schaffen, so wurden die letzten Jahre mit den Heiligtümern doch immer bitterer. Wir wussten, dass sie nur zusammen mächtig waren und sogar den Tod würden überlisten können. Ich war mit meinem Tarnumhang durchaus zufrieden, er erfüllte seinen Zweck. Cadmus hatte sich ins Unglück gestürzt, nachdem er versucht hatte seine große Liebe nach einem qualvollen Tod wieder zum Leben zu erwecken. Er wurde wahnsinnig und hat zum Schluss selbst den Tod gewählt. Antioch war schon seit längerem verschwunden. Ich wusste, dass er untergetaucht war, da er beführchtete ich würde ihm nach dem Zauberstab trachten und töten wollen, jetzt wo mir Cadmus den Stein hinterlassen hatte. Ich hörte jahrelang nichts von ihm. Eines Tages wurde ich nach Godric's Hollow gerufen, wo mein Bruder getötet worden war. Vom Elderstab jedoch keine Spur.
Was hatten wir bloß getan? In den falschen Händen würden die Heiligtümer enormen Schaden anrichten.
Ich beschloss wenigstens dafür zu sorgen, dass der Stein und der Umhang nicht in die falschen Hände gelangten. Den Stein ließ ich in einen goldenen Ring einfassen, er war ohnehin unscheinbar und man würde seine Magie nicht bemerken. Ich schenkte ihn meiner Cousine Marvolia Suzanna Peverell zu ihrer Hochzeit mit Morfinius Silvius Gaunten, so würde er wenigstens in der Familie bleiben. Ich ließ sie in dem Glauben, es handle sich um ein Erbstück, das Slytherin selbst gehört hatte. Schließlich war unsre Familie mit ihm verwandt.
Den Tarnumhang behielt ich und würde ihn in meiner Familie weitervererben. Ich schenkte ihn meiner Enkelin Eugenia Harriette Peverell, die einen gewissen Antonius Ikarzorus Potter heiratete.
Nun bin ich sehr alt und werde in einigen Tagen sterben. Ich hoffe, dieses Buch wird niemals in schwarzmagische Hände gelangen. Es wird von mächtigen Zaubern geschützt nach Hogwarts übersandt, wo es in den Archiven meines Sohnes Rufus Ignotus Peverell, Schulleiter, für immer verborgen sein soll. Nie wieder sollen die Heiligtümer vereint und missbraucht werden.
unterzeichnet
Ignotus Luminus Peverell
'Unglaublich! Dies wurde vor hunderten von Jahren vom Schöpfer der Heiligtümer geschrieben und ich hielt es jetzt in meinen Händen. Aber wie kam es zu meinen Büchern? Es wird ja wohl kaum in der Bibliothek gestanden haben.' Immernoch sprachlos von meinem spektakulären Fund überschlugen sich die Gedanken in meinem Kopf. 'Den Umhang hat Harry geerbt. Den Ring hat Dumbledore im Schnatz versteckt. Der Elderstab ist verschollen. Das Buch lag hier bei mir. Um Himmels Willen!' Geschockt über diese Erkenntnis starrte ich ins Leere.
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