
von tini-wini84
Zum Glück war mein Kurs sehr verständnisvoll, auch wenn mir die bösen Mienen zweier Slytherinmädchen nicht entgingen. Ginny saß neben Luna Lovegood, die wie immer sehr blass und verträumt aussah. Die beiden waren mir die liebsten Schüler im Kurs. Des weiteren waren drei Jungen aus Hufflepuff, Eli Rumspin, Hugo McMinor und Allan O'Brian, anwesend, die alle sehr gute Ergebnisse in Alte Runen erzielt hatten und deshalb zusätzlich meinen Kurs besuchten. Magische Smybole und deren Bedeutung war natürlich kein Pflichtfach, das die Schüler für ihre UTZs brauchen würden, aber es war ein nützliches und interessantes Fach - jedenfalls wenn es nach mir ging - um sich als Zauberer fortzubilden und Kenntnisse zu vertiefen. Wie im letzten Jahr so hielt ich es auch diesmal so, dass wir viel aus Geschichte der Zauberei aufgriffen und an den Stellen wieder holten, wo bei Binns alle geschlafen hatten. Mit nur sieben Schülern war mein Kurs natürlich sehr klein, aber so ließ es sich auch besser arbeiten. Warum allerdings die beiden Mädchen aus Slytherin, Hannah Slynth und Abigail Parkinson, in meinem Kurs waren, war mir durchaus schleierhaft, da sie nur wenig Begeisterung zeigten, obwohl sie in Alte Runen und Geschichte der Zauberei erstaunlich gute Ergebnisse erzielt hatten. Vielleicht lag es auch nur daran, dass Slytherin gerade bei den Schülern so wenig beliebt wie noch nie war. Viele waren gar nicht mehr in Hogwarts erschienen, so wie Crabbe und Goyle aus dem Abschlussjahrgang. Wahrscheinlich waren sie schon vor den Sommerferien ihrem Freund Draco Malfoy gefolgt und hatten sich Voldemortangeschlossen. Die Familien von Parkinson und Slynth waren jedoch ausgiebig überprüft worden, ihnen konnte keine Verbindung zu Deatheatern oder Voldemort selbst nachgewiesen werden. Vielleicht war Abigail auch nur so durch den Wind, weil ihre Schwester Pansy nach der Schlacht im Astronomieturm auf die geschlossene Abteilung des St. Mungo gekommen war. Berichten zufolge hatte sie es nicht ausgehalten, dass ihr geliebter Draco sich tatsächlich gegen sie und für den dunklen Lord entschieden hatte.
'Nun, was kümmert mich das? Schließlich habe ich eigene Sorgen.' Ich hatte die Klasse bereits begrüßt, mich für meine Verspätung entschuldigt und sie gebeten die Symbolik der alten Ägypter in meinen Büchern zu recherchieren. Dazwischen hatte ich genug Zeit gehabt, die Aufsätze der letzten Woche über die Symbolik in Germanischen und keltischen Sagen durch zu lesen, was ich durch den Trubel der letzten Tage noch nicht geschafft hatte. Ich erhob mich: "Meine Damen und Herren, sie haben wirklich exzellente Aufsätze verfasst. Sehr gut recherchiert, McMinor!" Ich gab ihm seinen Aufsatz, den er freudestrahlend entgegen nahm. "Miss Parkinson und Miss Slynth, auch bei ihnen gut erarbeitet, allerdings hätten Sie besser daran getan, nicht alles Wort für Wort aus Germanische und Keltische Symbole zu übernehmen ohne dies entsprechend zu kennzeichnen." Mit einem giftigen Blick nahmen Hannah und Abigail ihren Aufsatz entgegen. "Miss Lovegoog und Miss Weasley, ihre Zusammenarbeit hat offensichtlich erneut Früchte getragen, sehr gut. Mr. Rumspin und Mr. O'Brian, auch bei ihnen war alles in Ordnung. Nun packen Sie bitte ihre Pergamente ein. Wir wollen uns heute den Ägyptischen Kulten und Smybolen zuwenden. Was haben Sie bis jetzt herausgefunden?" Luna Lovegood meldete sich schüchtern und ich nickte ihr ermutigend zu. "Nun ja, mein Dad sagt immer, dass die Ägypter die ersten Zauberer hatten, die sehr bewandert in Heiltränken aller Art waren und einige wichtige magische Gegenstände, wie zum Beispiel Löwensprenkel oder Slupherine hervorgebracht haben." Nachdem Lunas Beitrag sehr vielversprechend und auch richtig begonnen hatte, waren abermals einige von Xenophilius Lovegoods 'Entdeckungen' erwähnt worden. Ich hatte den Zauberer auf Bills und Fleurs Hochzeit kennengelernt. Er war zwar ein netter Mann, hatte aber auch einige verquere Ansichten, die Luna oft voller Überzeugung zum Besten gab. Ich versuchte mir ein Lachen zu verkneifen, bemerkte aber wie Parkinson und Slynth losprusteten. Auch die drei Hufflepuffs konnten sich ein Lachen nicht verkneifen. Das Gute an Luna war, dass sie solche Reaktionen nicht im Geringsten zu beeindrucken schienen. Sie war eine durchaus begabte und schlaue Hexe. Ich beeilte mich fortzufahren, damit die Situation nicht noch aus dem Ruder lief. "Ganz recht, vor allem die Heiltränke von Hyperathon sind heute immer noch auf der ganzen Welt bei Hexen und Zauberen für ihre exzellente Wirkung bekannt. Sicherlich haben Sie bei Professor Slughorn schon den Wundheiltrank und den Pertussis Major durchgenommen. Sehr nützliche Tränke. Was haben Sie noch herausgefunden?" Einer der Hufflepuffs meldete sich: "Also, hier in dem einen Buch steht", er hob ein alte mit Hieroglyphen verziertes Buch mit Ledereinband hoch, das mir mein Großvater von einer Reise in den Orient mitgebracht hatte, "dass die Ägypter im Stand waren die Toten wieder zu erwecken." Alle sahen ihn gebannt an, dann schnellte Ginnys Hand nach oben. "Miss Weasley?" - "Naja, also was Eli da sagt, stimmt nicht ganz. Sie haben nicht die Toten wieder zum Leben erweckt, sondern dafür gesorgt, dass sie für immer tot bleiben." Ich nickte und Ginny fuhr fort. "Sie glaubten, dass die Seele nur frei sein kann, wenn dem Körper alle Organe entnommen werden und diese getrennt von der menschlichen Hülle bestattet werden. Außerdem wurden den Toten Schätze mitgegeben, damit sie es im Jenseits gut haben. Es gab so eine Art Totenpriester, der angäblich ein Zauberer gewesen sein soll. Er hat die Seelen vom Körper getrennt und den Toten somit ermöglicht ins Himmelsreich zu gelangen." - "Genau. Es ist zwar nicht eindeutig erwiesen, aber die Ägypter glauben noch heute daran. Wie ihr wisst, gibt es auf der ganzen Welt Totenkulte, die viel mit Magie und Symbolik zu tun haben. Der Totenpriester rizte ein Zeichen in die Särge der Toten, somit waren sie gekennzeichnet, um unbeschadet in die andere Welt übertreten zu können." Ich drehte mich um und malte das Zeichen per Wink mit meinem Zauberstab an die Tafel. Es war ein Quadrat, in dessen Mitte sich ein Kreis mit einer horizontalen Linie befand. "Dieses Zeichen nennt man Quahydrion, es steht dafür, dass die Seele vom Köper getrennt wurde und somit unbeschadet ins Jenseits gelangen kann." Hugo McMinor meldete sich zu Wort: "Und wie heißt dann der entsprechende Zauber dazu?" Mit einem kurzen Blick auf die Uhr entschied ich mich: "Das, Mr. McMinor wird ihre Hausaufgabe bis zur nächsten Stunde sein. Finden Sie heraus, wie der Zauber heißt. Sie können selbstverständlich meine Bücher verwenden, werden aber sicher auch in der Bibliothek fündig."
Die Schüler machten sich auf den Weg nach draußen, da heute das erste Quidditchspiel des Jahres stattfinden würde. Gryffindor gegen Slytherin versprach eine interessante Partie zu werden. Gerade als ich den Raum verlassen wollte, kam Ginny auf mich zu. "Ich dachte, du bist schon unten beim Spiel." - "Naja, ich wollte dich, ähh, Sie" - "Das du ist außerhalb des Unterrichts schon in Ordnung, schließlich bin ich die Frau deines Bruders", unterbrach ich sie lächelnd. "Ok. Hast du etwas von Harry, Ron und Hermine gehört?" Sie blickte mich erwartungsvoll an und ich glaubte in ihrem linken Auge eine Träne aufblitzen zu sehen. "Nein, leider nicht. Ich habe ihnen einen Patronus geschickt, aber es wird wohl zu gefährlich für sie sein zu antworten. Wenn ihnen etwas passiert wäre, hätten wir es aber schon erfahren." Ich legte ihr einen Arm um die Schulter und zog sie dann doch in eine Umarmung. Es erschien mir in diesem Moment angebracht, da sie einen hilflosen Eindruck machte. Ginny war sonst immer so stark gewesen. Ich wusste, dass sie Harry immer noch liebte. Sie hatte alles tapfer ertragen, weil sie wusste, dass er derjenige war, der es zu Ende bringen konnte und musste. "Er wird es schaffen, da bin ich mir sicher. Und er ist nicht allein. Außerdem tut der Orden alles erdenkliche, um ihn zu unterstützen und Voldemort zu schwächen." Sie nickte dankbar und wandte sich zum Gehen. "Und jetzt ab nach draußen, macht sie fertig!"
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