
von tini-wini84
Die Gryffindors hatten in einem spektakulären Spiel mit 360 zu 190 Punkten gewonnen, was vor allem Ginnys Verdienst gewesen war, die seit diesem Schuljahr als Sucher spielte. Außerdem war sie von Minerva zur Kapitänin ernannt worden und hatte eine sehr gute Mannschaft zusammengestellt. Das Quidditchspiel hatte etwas Leben in den sonst eher düsteren Hogwartsalltag gebracht. Noch immer wurde alles streng überwacht und für das Spiel war eigens ein Raum innerhalb des Schlosses angelegt worden, den man magisch vergrößern und als Spielfeld nutzen konnte. Diese Möglichkeit war um einiges einfacher als ein Spielfeld im Freien zu bewachen.
Als ich abends noch einmal in mein Büro gegangen war, um etwas zu holen, erreichte mich ein Patronus in Form eines Otters, den ich als Hermines erkannte. "Sind wieder in Sicherheit. Werden beobachtet. Medaillon ist zerstört. Suchen weiter." Sie hatten es also geschafft, das echte Medaillon zu finden und zu zerstören. Nun blieb nur noch der Becher von Hufflepuff und die Schlange Nagini. 'Ich hoffe nur, ihr findet ihn schnell.' "Gute Nachrichten. Jetzt müssen wir uns nur noch überlegen, wie wir an die Schlange kommen", ertönte eine mir nur allzu bekannte Stimme. Natürlich hatte Dumbledore alles mit angehört und war hellauf begeistert. "Das dürfte ja auch am einfachsten sein, oder?" Die Ironie in meiner Stimme war unverkennbar. "Naja, ich hätte da so eine Idee." Dumbledore zwinkerte und fuhr dann fort: "Severus wird sie töten." Ich glaubte schon er wäre vollkommen übergeschnappt: "Dann würde seine Tarnung auffliegen und er wäre noch mehr in Gefahr als er es jetzt schon ist. Und er wollte nicht nach Hogwarts zurück. Wo soll er hin, wenn er von Voldemort verfolgt wird?" - "Ich habe ihm bereits damals gesagt, dass es einen Moment geben wird, an dem Voldemort sehr um das Leben seiner Schlange besorgt sein wird." - "Sie meinen, wenn alle anderen Horkruxe vernichtet sind?" Er nickte. "Dann müssen wir wohl einfach abwarten. Ich kann ihn ja nicht erreichen." - "Aber ich." Wieder dachte ich, mich verhört zu haben. Der alte Mann wusste doch auf alles eine Antwort. "Severus hat ein Portrait von mir in seinem Haus hängen. Ich habe die letzten Tage schon nachgesehen, aber er ist nicht dort. Ich versuche es weiterhin. Ich weiß, dass wir uns auf Severus verlassen können. Er hat dieses Doppelspiel nun schon über 20 Jahre ausgehalten, er wird es auch weiterhin schaffen. Und vielleicht haben wir ja Glück und er weiß sogar, wo sich der Becher befindet." Er tapste aus dem Rahmen heraus und war wohl auf dem Weg zu seinem anderen Portrait in Spinner's End.
Mir war irgendwie mulmig zumute und ich ließ mich erstmal in meinen Sessel sinken, als mir plötzlich schwarz vor Augen wurde.
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Als ich die Augen wieder öffnete blickte ich zu einer weißen Decke empor. Alles um mich herum war so grell und ich musste blinzeln. "Merlin sei Dank, du bist endlich wach!" Ich erkannte Charlie, der meine Hand hielt. Neben ihm stand Arthur mit einem Arm um Molly, die sich gerade mit verweintem Gesicht in ein Taschentuch schnäuzte. Nun erkannte ich, dass ich mich wohl auf der Krankenstation befinden musste. "Was ist passiert?" - "Naja, als du nicht zum Abendessen gekommen bist, bin ich zu deinem Büro gelaufen und habe dich bewusstlos an deinem Schreibtisch gefunden. Aber keine Sorge, mit euch ist alles in Ordnung." Ein Lächeln huschte über sein Gesicht als er mich mit seinen wunderbaren, leuchtenden Augen ansah und er küsste mich auf die Stirn, während er mit einer Hand meine Wange streichelte.
Ich verstand nur noch Bahnhof und fragte mich, was ich wohl hatte. Ich konnte mich noch wage an mein Gespräch mit Dumbledore erinnern. 'Hatte es etwas damit zu tun oder war ich einfach nur überarbeitet?'
"Lassen Sie mich durch." Etwas unsanft wurde Charlie von der Schulkrankenschwester von meinem Bett gedrängt. Sie hielt mir einen orangenen Trank hin. "Trinken Sie das, Vitamine sind gut. In all den Jahren hier habe ich so etwas noch nicht erlebt." Sie wartete bis ich ausgetrunken hatte. "Am besten behalte ich Sie noch heute Nacht zur Beobachtung hier. Morgen sind Sie dann wieder auf dem Damm, aber überanstrengen Sie sich nicht! Das ist jetzt in ihrem Zustand nicht gut für Sie." Sie tribbelte wieder weg und schloss die Tür hinter sich. Ich befürchtete mittlerweile, dass es doch etwas ernsteres war und mir nur keiner sagen wollte was ich hatte. 'Warum sonst sollte Molly weinen?'
Charlie hatte sich wieder an mein Bett gesetzt und grinste mich an. "Jetzt sag schon!" Ich konnte es nicht mehr aushalten. "Du bist schwanger, mein Schatz!" Bei diesen Worten schnäuzte Molly sich wieder in ihr Taschentuch und murmelte irgendwas von Segen und Bestimmung. Immernoch sah ich Charlie mit aufgerissenen Augen an. 'Schwanger', immer wieder ertönte das Wort in meinem Kopf, bis ich es endlich begriffen hatte. Vor Freude liefen nun auch mir Tränen über die Wangen und Charlie zog mich in eine Umarmung. "Ich bin so glücklich", flüsterte er.
Plötzlich ging mit einem lauten Krachen die Tür auf und ich hörte Poppy verärgert "Das hier ist eine Krankenstation!" rufen, als zwei rote Schöpfe um den Vorhang an meinem Bett herum lugten. "Krasse Sache, wir werden Onkel!" ertönte es wie aus einem Mund von Fred und George. "Wenn ihr Glück habt, werden es Zwillinge", lachte Fred. "Dann ist ja auch klar, wer ihre Paten sind, oder?", ergänzte George. Molly hatte sich wohl wieder gefangen und machte nun ein ärgerliches Gesicht: "Sinead braucht jetzt Ruhe, ihr Banausen!" - "Ach was, Molly, ich bin doch nicht krank." Die Zwillinge kamen ums Bett herum und beglückwünschten uns. "Wusste gar nicht, dass ihrs so eilig habt. Aber wenn du dann kugelrund bist, spring ich gern für dich als Schulleiter ein. Das wäre ein Spaß!" - "Untersteh dich, George!" Molly hatte den Zeigefinger erhoben. "Keine Sorge, Mum, das war nurn Scherz. Unser Laden läuft so gut, was will ich da an der Schule?"
Einige Stunden und Gratulanten später (Ginny war zusammen mit Luna gekommen und hatte mir einen Korb Obst mitgebracht. Hagrid hatte mir ein paar seiner Felsenkekse vorbeigebracht und zum Glück Grawp in seiner Höhle unten am See gelassen. Auch meine Kollegen und einige Ordensmitglieder hatten vorbeigeschaut und gratuliert.) hatten Charlie und ich endlich ein bischen Zeit für uns. Es war mittlerweile schon zwei Uhr nachts, aber müde war ich keinesfalls. Zum Glück hatte er Poppy überreden können, dass ich in unsere Wohnung durfte. "Hoffentlich weiß es nicht bald ganz Hogwarts, es hat sich ja so schon wie ein Lauffeuer herumgesprochen", seufzte ich. "Keine Sorge, ich habe alle mit einem Schweigezauber belegt, sie wissen es zwar, können es aber nicht weiter geben." Dankbar küsste ich ihn, kuschelte mich dann in seine starken Arme und entschwand ins Reich der Träume.
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