
von tini-wini84
Seit Snapes Rückkehr waren einige Tage dergangen, Silvester stand vor der Tür. Er hatte wieder seine Gemächer in den Kerkern bezogen, auch hatte es bis dato keine Zwischenfäle gegeben, Voldemort schien ihn also nicht hier zu vermuten. Dennoch hielt vor allem Moody die Augen offen. Mittlerweile hatten sich alle damit abgefunden, dass Snape unschuldig war und auf der richtigen Seite stand.
Charlie lag neben mir und schlief noch. Ich betrachtete sein Gesicht, er sah so friedlich aus. Dann öffnete er die Augen, blinzelte und lächelte mich an. "Guten Morgen, du Murmeltier", begrüßte ich ihn mit einem Grinsen. "Guten Morgen. Bist du schon lange wach?" - "Och, etwa ne halbe Stunde. Aber es ist so gemütlich hier im Bett."
Während Charlie ins Bad ging und duschte, zog ich mir meinen Morgenmantel über und setzte mich auf die große Fensterbank. Es war der letzte Tag des Jahres, das Schloss und die Ländereien waren unter einer dicken Schneedecke begraben. Alles sah so schön und friedlich aus. Hoffentlich würde es das auch bald wieder in der Zaubererwelt sein.
Eine halbe Stunde später saßen wir beim Frühstück in der großen Halle. Fred und George tuschelten aufgeregt miteinander und ich war mir ziemlich sicher, dass es etwas mit dem abendlichen Feuerwerk zu tun hatte. Man konnte nur hoffen, dass sie dabei nicht das ganze Schloss zerlegten.
Abends gegen 20 Uhr fanden sich alle wieder in der großen Halle ein, die von den Elfen erneut festlich dekoriert worden war. Auch das Buffet ließ keine Wünsche offen. Schon bald lehnten sich alle mit vollen Bäuchen und zufriedener Miene zurück. Plötzlich räusperte sich jemand: "Darf ich nun um eure Aufmerksamkeit bitten." Es war George, der seinen roten Drachenlederumhang trug. "Wir haben uns erlaubt etwas vorzubereiten, was den Abend etwas auflockern und uns die Zeit bis Mitternacht versüßen soll", verkündete Fred. "Na, das kann ja heiter werden", flüsterte Charlie in mein Ohr, wobei er nicht so ganz unrecht haben sollte.
Tatsächlich hatten sich die Zwillinge ein Spiel ausgedacht, bei dem man einen Zettel ziehen und dann sämtliche Scherzartikel aus dem Sortiment von WWW ausprobieren musste. Glücklicherweise hatten sie die Kotzpastillen weggelassen. Flitwick hatte soeben ein Nasblutnougat gegessen und wahre Fontainen sprühten aus seiner Nase. Für seine Größe war die Menge wohl zu viel gewesen und er wurde schnell von Minerva erlöst. Nach einem Feuerwhiskey hatte er jedoch wieder Farbe im Gesicht und lachte über das nächste Opfer. Ausgerechnet der biedere Tränkeprofessor hatte sich breit schlagen lassen, auch mitzuspielen und prompt ein Ohrensaustoffee erwischt, was dazu führte dass er erstens niemanden mehr verstand und sich ständig den Kopf hielt. Auch er wurde von Remus erlöst, worauf sie mit einem Butterbier anstießen. Zum Glück gab es auch einige Joker, so dass man verschont blieb; alles in allem war es aber eine lustige Aktion.
Kurz vor Mitternacht schenkten wir uns Elfensekt ein und traten in den Innenhof, um das Feuerwerk zu bewundern. Auch hier hatten Fred und George wieder ganze Arbeit geleistet. Außerdem hatten sie Grawp engagiert um die Feuerwerkskörper auf dem Dach zu platzieren, was wesentlich schneller ging, als sie alle mühsame hinaufzuzaubern. Punkt 12 Uhr knallte es und es ergoss sich ein wahrer Feuerregen in bunten Farben und in vielen verschiedenen Gebilden über den Winterhimmel. Groteskerweise war gerade in diesem Moment Tom Riddles Geburtstag. Der Gedanke huschte durch meinen Kopf, doch ich verdrängte ihn schnell wieder. Moodys rechtes Auge sah mich für einen Moment lang prüfend an, als hätte er meine Gedanken gelesen.
Alle waren begeistert vom Feuerwerk und ließen sich auf die gemütlichen Polstersessel fallen, die das Kollegium heraufbeschwor.
"Ich liebe dich, mein Schatz!", hörte ich Charlie in mein Ohr flüstern. Ich drehte mich um und sah in seine wundervollen Augen. Ich vergaß alles um uns herum und alles worum ich mir in den letzten Tagen Sorgen gemacht hatte. Es gab nur uns beide. Wir lagen uns in den Armen und küssten uns innig.
Plötzlich zuckte ein Schmerz durch meine Brust und mir wurde schwarz vor Augen.
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