
von tini-wini84
"Es ist Percy", verkündete Moody. Mit einem Schlenker meines Zauberstabs öffnete ich die Tür und ein zerzaust wirkender Percy kam herein gestolpert.
Er blickte suchend in die Menge. Ich sah, wie Fred und George augenblicklich ihre Zauberstäbe zückten und mit grimmigen Gesichtern auf ihn zugingen. "Was haben wir zu dir gesagt, als du Schulsprecher wurdest?", fragte Fred forsch.
Indess wollte Molly auf ihren Drittältesten zurennen und ihren verlorenen Sohn in die Arme schließen, doch Arthur hielt sie zurück. Ich sah, wie ihr die Tränen über die Wangen liefen und sie immer wieder "mein Percy Schatz" wimmerte.
Percy blickte seine Zwillingsbrüder zunächst zornig an, antwortete dann jedoch leise: "Oh, Mamis Liebling ist Schulsprecher. Führ dich bloß nicht noch affiger auf, als du es schon als Vertrauensschüler getan hast". Fred nickte, lies seinen Zauberstab jedoch nicht sinken. Er und George wechselten vielsagende Blicke. "Accio, Imperius-Aufspür-Toffee". Sofort kamen dunkelblau eingewickelte, runde Bonbons herangeflogen, die sie wohl in ihrem WWWs-Schrank in ihrem Hogwartszimmer aufbewahrten. "Und die wirken?", fragte ich ungläubig. "Ja, klar! Haben wir jemals was erfunden, was nicht gewirkt hat?", gab Fred strahlend zurück. Die beiden waren einfach genial in ihren Erfindungen. Natürlich auch zum Leidwesen der ganzen Familie Weasley und sämtlicher Schüler, die die Zwillinge vor zwei Jahren als Probanden für ihre Nasch- und Schwänzleckereien gewonnen hatten. Da ich wusste, dass Veritaserum bei einem vom Imperius verzauberten nichts nutzen würde, lies ich sie gewähren. Wenn Percy jedoch unter dem Imperius im Auftrag Voldemorts handelte, hätte er uns bereits töten können, wenn er gewollt hätte.
Bereitwillig ließ Percy sich eine der Pillen, die ausgewickelt ein dunkles Grün hatten, von George in den Mund schieben. Alle starrten gebannt auf das, was hier vor sich ging.
Percy verdrehte zunächst die Augen, hielt sich dann den Bauch, als hätte er Krämpfe. Dann sprach er mit zitternder Stimme: "Mein Name ist Percy Ignatius Weasley und ich wurde am 22. August 1976 geboren. Ich unterstehe nicht dem Imperiusfluch, sondern bin aus freien Stücken zurückgekehrt, um dem Orden von den Vorkommnissen im Ministerium zu berichten. Ich habe gemerkt, dass ihr die ganze Zeit Recht hattet", dabei sah er seine Familie an, die nun alle in der ersten Reihe zusammenstanden. "Voldemort hat sich zum Imperator des Ministeriums und der Zaubererwelt ernannt und Umbridge hilft ihm dabei mit Leibeskräften. Der Zaubereiminister untersteht dem Imperius und ist nur eine Marionette. Ich wollte schon lange zurückkommen, musste aber den richtigen Moment abwarten. Außerdem wollte ich noch die wichtigen Informationen abwarten, die euch helfen können." Er machte eine kurze Pause. Moody und ich tauschten Blicke und ich verstand. Er war mit seinem Auge auch in der Lage zu erkennen, ob jemand dem Imperius unterstand oder nicht. Lächelnd gab er Entwarnung: "Lass gut sein, Fred. Er ist sauber. Sprich weiter, Percy." Doch dazu kam er erstmal nicht, da Molly auf ihn zugestürmt kam und ihren Sohn schluchzend in die Arme schloss. "Mum, Dad, es tut mir alles so leid.", stammelte Percy, nachdem er sich etwas aus Mollys Umarmung gelöst und Luft geholt hatte.
Nun sprach er an den kompletten Orden gewandt mit fester, entschlossener Stimme: "Voldemort wird Hogwarts am 31.3. angreifen. Er hat sich diesen Tag erwählt, weil er für ihn eine ganz besondere Bedeutung hat. An diesem Tag hat er seinen ersten Mord begangen und seine neue Identität geschaffen." 'Und seinen ersten Horkrux' ergänzte ich in Gedanken.
"Nun gut, jetzt wissen wir also, wann es soweit sein wird. Seid trotzdem immer auf der Hut. Wenn ihr die kleinste Veränderung, was die Barriere angeht, spürt oder ähnliches, gebt mir Bescheid." Moody hatte dabei vor allem Severus angesehen und ich wusste warum. Da Snape nach wie vor das dunkle Mal auf seinem Unterarm trug, konnte er spüren, wenn Voldemort seine Deatheater um sich scharte, um anzugreifen. Moody fuhr fort: "Die ersten beziehen bitte sofort ihre nächtlichen Wachposten." Hierbei nickte er in die Richtung von Neville, Remus und einem kleinen Zauberer mit großem Spitzhut namens Eddie Stone, der ein Auror war. Die drei waren für den siebten Stock eingeteilt worden, von wo aus man einen guten Blick über Hogwarts und die kompletten Ländereien hatte.
Nachdem die Ordensmitglieder mein Büro verlassen hatten, waren nur noch die Weasleys anwesend. Molly schluchzte noch immer und wollte Percys Hand am Liebsten nie mehr loslassen. "Was haltet ihr von einem Familienessen?", schlug Charlie vor, um die Situation zu entschärfen. Fred und George sahen nämlich immer noch so aus, als würden sie Percy kein bisschen über den Weg trauen. "Gute Idee. Dobby?" Mit einem Plopp erschien der kleine Hauself. "Die ehrwürdige Schulleiterin hat Dobby zu sich gerufen? Was kann Dobby für die Herrschaften tun?" "Bring uns doch bitte das Abendessen hierher, Dobby." Mit einer Verbeugung und einem weiteren Plopp verschwand der kleine Diener, um kurzes danach mit den besten Speisen, die die Küche von Hogwarts zu bieten hatte, wieder zu erscheinen.
Währenddessen hatte Arthur eine Tafel und Stühle herbeigezaubert, an der die ganze Familie Platz fand. Nun ja, leider nicht die ganze Familie. Ron fehlte, und auch Hermine und Harry gehörten schließlich so gut wie zur Familie. Das konnte ich vor allem in Ginnys Augen lesen, die traurig drein blickten. Ich setzte mich neben sie: "Es geht ihnen gut, glaub mir. Außerdem werden sie, so schnell es geht zu uns stoßen." Ich strich ihr sanft über die Haare und sie lächelte zum ersten Mal seit mehreren Wochen. Charlie kam von hinten an mich herangetreten, umarmte mich liebevoll, in dem er seine Arme vorsichtig um meinen Bauch legte und flüsterte in mein Ohr: "Ich liebe euch!" "Oh Mann, jetzt geht diese Gefühlsduselei weiter! Fred, sind wir die einzig normalen hier?" George sah seinen Zwillingsbruder gespannt an, der grinsend nickte. "Ihr seid ja nur neidisch, weil ihr niemanden habt!", rief Ginny halb belustigt, halb verärgert. "Kinder, müsst ihr euch gerade jetzt streiten?", ging Arthur mit seiner ruhigen Stimme dazwischen, "Warten wir mal ab, bis ihr eine Freundin habt, dann reden wir weiter." Fred begann zu grinsen: "Du glaubst ja wohl nicht ernsthaft, dass wir uns in liebeskranke Trottel verwandeln?"
Während dem Essen gingen die Kabelleien wie gewohnt weiter. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie Dumbledore uns aus seinem Portrait heraus beobachtete und dabei sehr zufrieden aussah.
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