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Fanfiction

Von Nähe und Distanz - Schmerzen

von waterloo

Herzlich Willkommen zurück und Danke an die Reviewschreiber. Und nochmal ganz lieben Dank an meine Beta Cho17.
Ich wünsche euch viel Spaß und freue mich über eure Meinungen.





Schmerzen




Nachdem er die Schülermassen der Großen Halle hinter sich gelassen hatte, atmete Draco tief durch. Sein Körper verlangte nach frischer Luft und so schritt er eilig auf die großen Flügeltüren zu. Draußen schlug ihm die kalte Herbstluft entgegen, die er tief in seine Lungen sog.

Es war ein diesiger Tag und das Grau des Himmels sagte Draco wesentlich mehr zu, als die Schülermassen in der Großen Halle. Schnellen Schrittes ging er auf den Schwarzen See zu. Er trug keinen Umhang, doch das Gefühl der Kälte störte ihn nicht. Kein anderer Schüler hielt sich auf dem Gelände auf, vermutlich weil das Wetter nicht gerade für Spaziergänge geeignet war.

Der See lag groß und glänzend vor ihm. Die Oberfläche war glatt wie ein Spiegel, kein Windhauch wellte das Wasser. Weiße Nebelschwaden hingen über dem See. Draco dachte kurz an Blaise, der in diesem Moment wahrscheinlich alleine saß in der Bibliothek. Und ob Pansy wohl schon dabei war, auf ihren Brief zu antworten? Bei diesem Gedanken wurde Draco sich des Briefes, der in seiner Hosentasche steckte wieder schmerzlich bewusst und sein Magen krampfte sich schmerzlich zusammen. Unbewusst beschleunigte er seine Schritte. Je weiter er sich vom Schloss entfernte, desto mehr breitete sich das behagliche Gefühl von Einsamkeit in ihm aus. Eigentlich hatte er sich schon in der Großen Halle einsam gefühlt, doch erst jetzt erschien ihm dieses Gefühl begründet.

Irgendwann bemerkte Draco, dass er rannte. Doch er verlangsamte seinen Gang nicht. Nein, das Gefühl des Rennens verschaffte ihm eine seltsame Befriedigung. Und so rannte er weiter, in der Hoffnung dieses Gefühl noch verstärken zu können, achtete nicht auf das Stechen unterhalb seines Rippenbogens. Der Weg am Ufer war uneben, doch Draco beschleunigte seine Schritte immer weiter. Als er zu Boden blickte, sah er Gras und Steine nur so an sich vorbeirasen. Auch der Gedanke, dass er jede Sekunde stürzen könnte, stoppte ihn nicht. Wenn er hier mit einem gebrochenen Bein lag, wie lange würde es wohl dauern, bis sie ihn finden würden?

Draco lief und lief. Er durchlief eine Nebelbank nach der anderen. Oft sah er kaum noch den Weg, dann zeigte sich für einen Moment der spiegelglatte See, nur um kurz darauf wieder im Nebel zu versinken. Trotz der Kälte hatte er zu schwitzen begonnen. Ein schmales Rinnsal zog sich von seiner Schläfe an sein Kinn. Hauptsache, er blieb nicht stehen, das hätte seinem Gehirn die Möglichkeit gegeben, zu denken.

Seine Schritte wurden immer langsamer. Inzwischen hatte sich sein Atmen in ein heftiges Keuchen gewandelt. Bei jedem Zug, den er tat, schmerzten seine Lungen. Sein Laufen war nunmehr ein Trotten. Draco spürte, wie schwach seine Beine waren. Bei jedem Schritt hatte er Angst, dass seine Knie wegsackten.

Dann ließ er sich an Ort und Stelle ins feuchte Gras fallen. Die Nässe bemerkte er nicht einmal, der Nebel hatte auch seine Kleider klamm werden lassen. Draco hatte das Gefühl, würgen zu müssen. Heftig atmend lag er auf dem Rücken, seine Augen hielt er geschlossen. Sein Herz hämmerte in seiner Brust und die Welt um ihn herum schien still zu stehen. Er hörte nur das Rauschen seines Blutes in seinen Ohren. Draco genoss es, endlich einmal nicht mehr, als das Rasen seines Herzens in seiner Brust spüren zu müssen.

Irgendwann stand er auf. Erst jetzt stellte er fest, dass ihm kalt war. Ein Schaudern kroch über seinen Rücken und ließ ihn sich schütteln. Langsam machte er sich auf den Weg zurück zum Schloss, obwohl er bedauerte, die einsame Stille verlassen zu müssen. Wehmütig warf er einen Blick auf den See zurück.

Auf dem Weg in die Kerker begegnete er niemandem und das war ihm nur Recht. In seinem Zimmer angekommen zerrte Draco den Brief aus seiner Hosentasche. Lange behielt er den Umschlag in der Hand. Dann warf er ihn auf den Schreibtisch, drehte sich abrupt um und verschwand im Badezimmer.

Hastig stürzte er Glas für Glas kaltes Wasser in sich hinein. Sein Magen zog sich zusammen. Nun musste er sich doch noch erbrechen. Er hatte heute noch nicht viel gegessen und nachdem das Wasser seinen Körper wieder verlassen hatte, würgte er noch eine Weile Magensäure hervor. Diese hinterließ einen bitteren Geschmack in seinem Mund, den er versuchte, weg zu spülen.

Unter der heißen Dusche tauten seine kalten Muskeln wieder auf. Das heiße Wasser schmerzte, doch auf eine angenehme Weise, so dass Draco nicht kälter drehte. Als die Schmerzen immer stärker wurden, zwang er sich noch einen kurzen Moment länger unter dem Duschstrahl stehen zu bleiben, der erbarmungslos auf ihn niederdonnerte. Erst dann stieg er aus der Dusche.

Der Brief lag noch immer auf dem Tisch. Was hatte er auch erwartet? Schnell zog Draco sich wieder an und verließ beinahe fluchtartig das Zimmer. Er würde Blaise suchen gehen. Er sehnte sich nach seiner Anwesenheit.

Die Gänge waren verlassen, was Draco sehr entgegenkam. Zu Konfrontationen mit anderen fühlte er sich wirklich nicht in der Stimmung. Am wenigsten könnte er jetzt das goldene Gryffindortrio ertragen. Kaum hatte er diesen Gedanken erfasst, entdeckte er die drei Schüler, die in einiger Entfernung vor ihm schlenderten. Ein tiefes Knurren entwich Draco und erbost musterte er ihre Rücken. Er wünschte sich in diesem Moment nichts mehr, als dass ihre friedliche Eintracht aus seinen Augen verwinden möge. Er wollte nicht sehen, dass Weasley seinen Arm um Grangers Taille geschlungen hatte. Es schmerzte ihm zu sehen, wie Weasley sanft ihre Seite streichelte. Er wollte nicht sehen, wie sie ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange gab, sich dann losmachte und sich mit einem Lächeln bei Potter einharkte. Dieser wandte sich ihr freundlich zu, sagte etwas. Daraufhin begannen die anderen beiden albern zu kichern. All das wollte Draco nicht sehen. Schnell bog er Richtung Bibliothek ab.

Wie erwartet fand er Blaise in der Bibliothek, die an einem Samstag gähnend leer war. Vor Blaise auf dem Tisch türmten sich mehrere Bücher und sein Blick war konzentriert auf ein aufgeschlagenes Werk vor ihm auf dem Tisch gerichtet. Wortlos setzte Draco sich neben ihn. Blaise sah kurz auf und lächelte ihm zu. Dracos Kopf sank auf die Tischplatte. Er war erschöpft und seine Beine zitterten immer noch wie Espenlaub. Er hatte nicht das Bedürfnis zu reden, er wollte lediglich in Blaise’ Nähe sein.

Blaise’ Nähe hatte ihn schon immer beruhigt. Schon früh in seiner Hogwartszeit hatte er in Blaise eine bestätigende Konstante gefunden. Blaise war immer da und es war selbstverständlich geworden, dass sie ihre Zeit und ihre Gedanken miteinander teilten. Blaise war die einzige Person, der er einen festen Platz in seinem Leben zugedacht hatte.

Er spürte Blaise’ Hand, die sich beruhigend auf sein Knie gelegt hatte. Die Wärme, die von Blaise ausging, spürte er durch den Stoff seiner Hose. Er fürchtete sich vor dem Moment, indem Blaise seine Hand wieder wegziehen würde. Eine wohltuende Ruhe breitete sich in ihm aus.

Wie lange sie so saßen, wusste Draco nicht. Er hatte die Augen geschlossen und lauschte dem Rascheln der Seiten, wenn Blaise umblätterte. Er fühlte sich wohl, wie schon seit Tagen nicht mehr. Blaise war immer derjenige gewesen, dem es möglich war, ihm das Gefühl von etwas Geborgenheit zu vermitteln.

Irgendwann schlug Blaise sein Buch zu. Mit Bedauern stellte Draco fest, dass gleichzeitig die Hand von seinem Knie genommen wurde. Doch kurz darauf spürte er sie an seiner Schulter wieder und er schlug die Augen auf. Blaise war aufgestanden und sah ihn fragend an.

„Draco, geht’ s dir gut?“, wollte er wissen. Einerseits war Draco über Blaise’ aufrichtige Sorge gerührt und war seinem Freund dankbar, diese Frage erst jetzt zu stellen, obwohl sie ihm schon die ganze Zeit über auf der Zunge gelegen haben musste. Andererseits wollte er nicht wirklich antworten und gab nur ein unbestimmtes Brummen von sich.

„Na gut“, redete Blaise weiter, „falsche Fragestellung. Kann ich dir irgendwie helfen?“

„Nein, nein, jetzt nicht“, wimmelte Draco ihn ab.

Ja, mit Blaise konnte er über alles reden. Aber er tat es nicht immer. Manchmal hasste er sich regelrecht dafür. Doch er selbst konnte seine Gefühle nicht einmal einordnen, wie sollte er sie da artikulieren? Schnell fügte er ein entschuldigendes „Danke“ hinzu.




tbc


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