Von Nähe und Distanz - Was auch immer dich durch die Nacht bringt
von waterloo
Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Reviewschreibern und noch herzlicher bei Cho17 für die Beta.
Wann der nächste Teil kommt, kann ich nicht versprechen, da ich morgen für einige Tage wegfahre... Aber wie gesagt, nur einige Tage. Die Reviews beantworte ich trotzdem, wenn auch mit Verzögerung.
Viel Lesevergnügen beim 4. Teil:
Was auch immer dich durch die Nacht bringt
Das Abendessen verlangte Draco ähnlich viel ab, wie schon das Frühstück. Die scheinbar unbesorgten Mitschüler, die so fröhlich lärmten, machten ihn aggressiv. Diesmal ging ihm besonders Pansy auf die Nerven, die ihn fortwährend munter mit Nonsens zuplapperte. Nach einigen bösen Blicken fauchte er sie schließlich an:
„Verdammt Pansy. Du nervst! Hast du eigentlich noch nicht gemerkt, dass ich zu unserer ‚Konversation’ noch kein Wort beigetragen habe? Tu mir den Gefallen, und stopf weiter Pastete in dich rein, damit du so fett wirst, wie deine Mutter, oder, noch besser, verschwinde einfach! Vielleicht ist ja auch in Vincents Bett noch ein Platz für dich frei, er ist nicht wählerisch, der nimmt dich bestimmt.“
Pansy keuchte erschrocken auf und mit einem diabolischen Grinsen im Gesicht meinte Draco, Tränen in ihren Augen zu entdeckt zu haben. Doch da konnte er sich er sich auch geirrt haben. Zumindest hatte er dann seine vor ihr Ruhe.
Mit energischen Schritten ging er durch die Gänge und bog, einem inneren Impuls folgend, in einen dunkeln Seitengang ein. Das Schloss war riesig, deshalb hatte er auf seinen Streifzügen oft das Gefühl, neue Winkel zu entdecken. Er genoss die Stille, die abseits der Hauptwege herrschte, wo er nur selten jemandem begegnete.
Je weiter er ging, desto schneller wurde er. Seine kräftigen Schritte echoten in den leeren Gängen. Plötzlich befand er sich wieder in den Kerkern und stand vor Theos Zimmertür.
Früher hatte Draco gehofft, dass er in seinem letzten Schuljahr dieses Zimmer bewohnen und das Vertrauensschülerabzeichen tragen würde. Doch inzwischen war er froh, dass diese Last der Verantwortung nicht noch zusätzlich auf seinen Schultern lastete. Das, was er nur durch Fleiß und Disziplin zu leisten vermochte, schien Theo im Blut zu haben.
Ohne zu zögern riss Draco die Tür auf und trat ein. Noch an der Tür stehend zerrte er sich seine Krawatte über den Kopf. Theo blieb ungerührt sitzen und musterte ihn, als Draco mit hastigen Griffen sein Hemd aufknöpfte. Die sonst so routinierten Handgriffe wirkten fahrig.
„Alles okay?“, wollte Theo wissen.
Draco sah kurz auf. „Sicher doch“, gab er unbeteiligt zurück. Irgendwie hörte er diese Frage in letzter Zeit erschreckend oft. Ja, es waren Risse in seiner Malfoy- Maske aufgetaucht.
Theo zog kaum merklich die Augenbrauen hoch, sagte jedoch nichts. Dracos Hemd lag inzwischen auf dem Boden und der Slytherin machte sich an seinem Gürtel zu schaffen.
Theo prägte sich die Seitenzahl seines Buches ein und schlug es zu. Dann zog auch er sich sein Shirt aus. Theo war nicht schön. Er sah nicht mal besonders gut aus. Doch auf seinem schlanken Oberkörper zeichneten sich schwach Muskelstränge ab und Draco mochte seine glatte warme Haut. Seine war oft kalt. Passend zum Wesen eines Malfoys.
„Merlin, Junge, sieh zu!“ Draco war ungeduldig und Theos Trödeln machte ihn wütend. Nur noch in Shorts bekleidet ging er auf den schlanken Jungen zu und schubste ihn energisch auf die Matratze. Mit einem zornigen Funkeln in den Augen zerrte er Theo die Jeans gleich mitsamt den Boxershorts von den Beinen und warf sie über seine Schulter irgendwo ins Zimmer.
Mit starkem Griff presste er Theos Handgelenke über seinen Kopf und schob sich zwischen seine Beine. Dass er dabei so brutal vorging, dass es dem anderen die Tränen in die Augen trieb, bemerkte er nicht. Theos Haut war warm, wie immer. Unbemerkt verfestigte sich sein Druck. Er drängte seinen Körper noch näher an den unter ihm liegenden und stöhnte auf. Ihre Münder fanden sich zu einem hungrigen Kuss. Draco hatte das Gefühl, von innen heraus aufgefressen zu werden und begann seinen Unterleib an dem vom Theo zu reiben, was auch diesem ein Stöhnen entlockte.
Dracos Hände verkrallten sich in Theos Haaren. Dieser nutzte die Gelegenheit und drehte sich schwungvoll herum, sodass nun sein gesamtes Gewicht auf Draco lastete. Das Gefühl des fremden warmen Körpers auf seiner Haut ließ Draco sich ein wenig ruhiger fühlen. Fast vermittelte Theos Körper das Gefühl von Schutz, so wie eine Umarmung von Blaise. Aber nur fast.
Seine Hände noch immer mit grobem Griff in seinen Haaren, dirigierte Draco Theos Kopf tiefer. Theos Mund fand seine Brustwarzen und obwohl die Brustwarze sich versteifte und sich auf der von Theos Speichel befeuchteten Haut Gänsehaut bildete, war es nicht das, was Draco wollte. Er wollte keine Zärtlichkeiten, nicht von Theo. Was er wollte war Erleichterung. Und nichts wünschte er sich mehr, als dass das Gefühl tiefer Unbefriedigung ihn loslassen würde.
Brutal schob er Theo weiter nach unten. Erst jetzt schloss Draco seine Augen, doch seinen Griff löste er nicht. Ein kehliges Stöhnen entfuhr ihm.
Später sank Theos Kopf mit einem letzten lauten Keuchen auf Dracos Brust. Beide schwitzten und Theos Haut klebte an Dracos. Doch das Gefühl war nicht verschwunden. Für einen kurzen Moment war er in Sicherheit gewesen, doch dieser Moment war nun vorbei. Ohne eine Spur von Herzlichkeit im Blick musterte er den Kopf auf seiner Brust. Warum war ihm noch nie aufgefallen, dass Theos eine Augenbraue von einer Narbe durchzogen war? Stumm und wenig sanft schob er den fremden Kopf von sich.
Zu sagen, es wäre ihm nie in den Sinn gekommen, dass Theo vielleicht mehr wollte, wäre eine Lüge gewesen. Es war ihm schlichtweg egal. Draco entschied, wann er kam und Draco entschied, wann er ging. Er hatte noch nie eine ganze Nacht bei Theo verbracht und würde heute auch sicher nicht damit anfangen. Er stieg aus dem Bett und sammelte seine Kleidungsstücke ein. Zum Abschied nickte er Theo kurz zu, bevor er die Tür hinter sich schloss.
Diesmal hoffte Draco regelrecht, dass Blaise noch wach war. Und doch war da wieder ein Moment der Überwindung, das eigene Zimmer zu betreten. Er fand Blaise auf dem Bett liegend vor, die Hände hinter dem Kopf verschränkt. Blaise lächelte ihm freundlich zu und Draco beschlich das Gefühl, dass sein Lächeln daraufhin ein wenig missglückt wirkte. Schnell verschwand er im Badezimmer.
Blaise war so verständnisvoll. So verdammt verständnisvoll. Womit hatte er das verdient? Warum schrie Blaise ihn nicht an, machte ihm Vorwürfe, schimpfte mit ihm? Er hätte die Anschuldigungen verdient. In diesem Moment wünschte Draco sich nichts mehr, als dass Blaise ihn zusammenfaltete. Er wusste, dass dieses Denken egoistisch war. Seine Selbstvorwürfe zermarterten ihn und das war wesentlich schlimmer, als jeglicher Vorwurf von Außen.
Mit nassen Haaren betrat Draco das Zimmer wieder. Blaise hatte sich aufgesetzt und Draco ließ sich neben ihn sinken. Mit einem Aufseufzen rollte er sich zusammen und bettete seinen Kopf auf Blaise’ Schoß. Eine schwere Müdigkeit hatte sich in ihm breit gemacht. Wie selbstverständlich begannen Blaise’ Finger, durch sein Haar zu fahren.
„Das war ein scheiß Tag“, murmelte Draco.
„Ich weiß...“, antwortete Blaise leise.
tbc
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Dass die computer- und videogeprägten Kinder in 400-Seiten-Romanen versinken, reißt deren Eltern zu Jubelstürmen hin. Ganz abgesehen davon, dass auch die Erwachsenen längst mit der "Pottermania" infiziert sind.
Elisabeth Sparrer, Abendzeitung