Von Nähe und Distanz - Die Pflichten eines Malfoys
von waterloo
Ich hab mich riesig über die Reviews gefreut! Vielen Dank dafür. Zum Beantworten bin ich leider noch nicht gekommen, aber darüber kann ich euch hoffentlich mit dem nächsten Teil hinweg trösten.
Das ist nun der vorletzte Teil.
Die Pflichten eines Malfoys
Draco hatte einen unruhigen Schlaf und schreckte auf, als er Blaise’ Hand auf seiner Schulter spürte. Er gab ein grollendes Knurren von sich. „Ich will nicht aufstehen.“
Spielerisch versuchte Blaise, ihm die Decke wegzuziehen.
„Lass mich!“, fauchte Draco ihn ungehalten an und trat wütend nach ihm. Seine Decke zog er sich wieder bis über den Kopf. Die dunkle Stille unter der Decke zog er definitiv der lauten, bunten Hektik in der Großen Halle vor. Sollte Blaise doch allein gehen. Draco hörte nur noch die Tür, dann war er allein im Zimmer.
~*~
Als Blaise das Zimmer wieder betrat, war viel Zeit vergangen. Draco saß mit hängenden Schultern auf seiner Bettkante und starrte den Fußboden an. Seine Aggressivität war einer Passivität gewichen, von der er nicht wusste, ob sie ein Segen oder ein Fluch war. Blaise ließ sich ihm gegenüber auf seinem eigenen Bett nieder.
Auf dem Schreibtisch lag noch immer der ungeöffnete Briefumschlag vom Vortag. „Draco Malfoy“ stand in der spitzen Schrift des Familienoberhaupts der Malfoys auf dem Pergament. Ein Brief von seinem Vater war immer ein schlechtes Zeichen, das wussten beide.
Draco tat so, als würde er die forschenden Blicke seines Freundes nicht bemerken. Doch das Gefühl der Stille, die über ihnen lag, nahm ihm fast die Luft zum Atmen. Er wollte etwas sagen, doch brachte er nur einen krächzenden Laut zustande. Verlegen räusperte er sich.
„Könntest du?“, fragte er dann bittend und deutete mit einem Kopfnicken in Richtung Briefumschlag. Er war nicht wirklich am Inhalt interessiert, doch der verschlossene Umschlag, der neben seinem Bett lag, machte ihn langsam verrückt. Blaise sah ihn lange stumm an. In dieser Zeit fühlte Draco sich seltsam nackt und hielt unbemerkt die Luft an, bis er Blaise’ Nicken sah. Erst jetzt merkte er, dass sich seine Hände an der Bettkante festgeklammert hatten.
Blaise nahm den Brief in die Hände. Das reißende Geräusch, als er den Umschlag aufriss, war beängstigend laut. Aufmerksam musterte Draco sein Gesicht und registrierte jede Regung, während Blaise las. Seine Augenbrauen zogen sich immer weiter zusammen. Es dauerte eine Weile, bis er wieder aufsah, woraus Draco schloss, das er die Zeilen mehrmals las. Ein starkes Gefühl von Unruhe machte sich in ihm breit.
Dann sah Blaise ihn wieder an. „Willst du, dass ich es dir vorlese?“ Seine Stimme verriet deutlich, dass er es für besser halten würde, den Inhalt für sich zu behalten. Zwanghaft versuchte Draco, seine Finger still zu halten, die unablässig auf die Bettkante trommelten. Unruhig huschten seine Augen durch den Raum, um dann wieder bei Blaise zu verweilen, ganz so, als suchten sie dort nach der Antwort. Diese stand Blaise wirklich ins Gesicht geschrieben und so schüttelte Draco langsam den Kopf.
„Was wichtiges?“, wollte er wissen und versuchte dabei seiner zittrigen Stimme einen gelangweilten Klang zu verleihen, was ihm jedoch kläglich misslang. Blaise überging das schlechte Schauspiel und blickte abermals auf das Pergament.
„Nichts bedeutendes“, fing er an. „Nun ja, dein Vater ist der Ansicht, dass du mal einen Zahn zulegen könntest.“
Nun sah Draco Blaise direkt in die Augen. „Das steht da nicht. So etwas würde mein Vater nie schreiben.“
Blaise nickte. Dann berichtete er leise: „Es fängt an mit ‚ du enttäuschst mich maßlos’ und dann folgen ziemlich viele Worte wie ‚Ehre’, ‚Malfoy’, ‚erkenntlich zeigen’ und ‚Pflicht’.“
Dracos Blick war starr auf den Boden gerichtet. Er hatte mit nichts anderem gerechnet und doch tat es weh, diese Worte zu hören. Sie hallten in seinem Kopf wider und sein Schädel begann zu brummen. Mit einem Mal erschien ihm das Zimmer zu eng, die Decke drohte ihm auf den Kopf zu fallen. Wie in Trance stand er auf.
„Ich werde spazieren gehen“, verabschiedete er sich steif, sein Blick war starr nach vorn gerichtet.
Blaise’ Blick im Rücken taumelte er auf die Tür zu. Er wurde nicht aufgehalten.
~*~
Kraftvolle Schritte trugen ihn durch die Gewölbegänge des Schlosses. Fast stolperte er über ein Pärchen, das sich in einen verlassenen Gang zurückgezogen hatte. Die Drittklässer fuhren panisch auseinander. Beide sahen so aus, als erwarteten sie, von ihm bestraft zu werden. Ohne sich dessen bewusst zu sein, kam Draco dieser Erwartung nach und bedachte die beiden mit einem Blick, der die Unterlippe des Mädchens bedenklich zittern ließ.
Noch immer war Draco abwesend, als er weiter durch die Gänge lief. Er wählte seinen Weg nicht bewusst. Plötzlich bemerkte er ein schmerzhaftes Brennen an seiner Hand. Verwirrt betrachtete er sie und stellte fest, dass sie blutete. Unterbewusst hatte er seine Knöchel an der rauen Mauer entlang gezogen und aufgeschürft. Der Schmerz trieb ihm Tränen in die Augen. In letzter Zeit passierte es häufiger, dass er sich verletzte, ohne es zu bemerken. Es wäre ihm ein leichtes, die Wunden zu heilen, doch irgendwie tat der brennende Schmerz gut und so ließ er es sein. Er hatte das Gefühl, es würde ihm helfen, seine Gedanken wieder auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.
So lenkte er seine Schritte heute gezielt auf Theos Zimmer zu. Wie immer trat er ein, ohne zu klopfen. Als er bemerkte, dass Theo nicht da war, machte sich ein dumpfes Gefühl in ihm breit. Kurz blieb er unschlüssig im Raum stehen. Er hatte dem Zimmer nie viel Beachtung geschenkt. Irgendwie wirkte es unpersönlich. Langsam drehte er eine Runde durch den Raum, bevor er sich bäuchlings auf das Bett fallen ließ.
Minuten, vielleicht auch Stunden später, hörte Draco das Knarren der Tür. Kurz darauf spürte er Theos warmen Körper, der sich auf ihn legt. Die fremde Körperwärme hatte etwas Tröstliches. Schwer musste Draco sich beherrschen, um nicht ein wohliges Seufzen von sich zu geben. Kurz streiften Theos Lippen sein Ohr.
Draco wäre gerne länger so liegen geblieben, doch Theos Finger hatten schon begonnen, verlangend an seinem Shirt zu ziehen. Draco ließ ihn gewähren. Mit Bedauern stellte er fest, dass Theos Körper sich von seinem gelöst hatte. Die wohlige Wärme verschwand und Draco fröstelte.
Doch schon kurz darauf spürte er Theos Hand drängend an seinem Schritt und bald war auch seine Hose verschwunden. Nach der verlorenen Wärme suchend presste Draco sich wieder an Theo. Doch der hatte andere Pläne und drehte ihn resolut an den Hüften herum.
Mit jedem Stoß, den Theo tat, wuchs der schwarze Klotz in seinem Inneren an. Draco versuchte angestrengt, das Geschehene auszublenden und konzentrierte sich auf Theos Hände, die sich auf seine Hüfte gelegt hatten. Sie waren so warm wie immer und gaben ihm das Gefühl, gehalten zu werden.
Draco hörte Theos Keuchen. Seine Hände hatten sich fest im Bettlaken verkrallt. Er war froh, dass er Theo in diesen Momenten nicht ansehen musste. Draco verspürte keinerlei Erregung. Anteilnahmslos fixierte er das Muster der Tapete. Etwas in ihm verkrampfte sich und er spürte, wie sich in seinem Hals ein Kloß bildete, der immer weiter anwuchs.
Hinter seinen Augen brannten Tränen. Zwanghaft richtete er all seine Aufmerksamkeit auf Theos warme Hände, die auf seinem Rücken lagen. Verzweifelt versuchte er, seine Tränen zurück zu halten. Er würde nicht anfangen, vor Theo zu weinen. Und erst Recht würde er nicht anfangen zu weinen, während Theo ihn nahm. Mühsam rang Draco um Beherrschung.
tbc
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Daniel ist total nett. Er ist klasse. Er spielte mir gute Musik vor. Ich hatte immer noch Beatles gehört bis ich hierher kam. Er ist sehr leidenschaftlich. Für sein Alter hat er einen guten Geschmack.
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