
von Arphelia
Hin zu meiner Liebe
Durch verbotene Gärten,
Streng man sie bewacht,
Doch bleib ich unbemerkt.
Er musste sie ein letztes Mal sehen. Er wollte nicht von dieser Welt gehen ohne sie nicht noch einmal gesehen zu haben. Niemand hatte damit gerechnet, dass er gestorben war, nicht mal er selbst. Das was er erwartet hatte waren jubelnde Menschen und ewiger Ruhm. Alles hatte er erwartet, aber nicht das. Cedric musste Cho ein letztes Mal sehen.
Hin zu ihr durch Tür und Tor,
Das Schloss versperrt der Riegel vor,
Doch schreit ich weiter vorwärts unverwehrt.
In Hogwarts war alles versperrt. Tür und Tore waren zu. Die Bedrohung durch Todesser und Voldemort war präsent. Nicht bei jedem, doch bei denen die Harry glaubten. Doch keine verschlossene Tür und kein Tor das zu war konnte ihn aufhalten.
Auf Treppen steig ich voran,
Durch dunkle Gänge schleichend,
Doch unentdeckt mein Tun,
Das Licht scheint zurückzuweichen von mir.
Ein letztes Mal durch das riesige Treppenhaus. Cedric hatte die Treppen, die die Richtung wechselten immer gemocht. Doch in dieser Nacht schienen die Gänge und das Treppenhaus dunkler als sonst. Nur vereinzelt war Kerzenschein zu erkennen. Die Treppen hinauf zum Ravenclawturm.
Noch nie war Cedric im Ravenclaw-Gemeinschaftsraum gewesen. Doch er kam ihm in diesem Moment sehr schön vor. Er ging die Treppen hinauf zum Schlafsaal.
Ich find sie schlafend in der Kammer,
So süßes Kind die holde mein,
Sie scheint zu frieren, sie zittert,
Ich schleich mich in den Traum hinein.
Da lag sie, Cho Chang, in ihrem Himmelbett mit den saphirblauen Vorhängen. Mit langsamen Schritten kam er auf sie zu. Sie schlief fest doch unruhig. Ihre Augen waren aufgeschwollen und voller Tränen, die gerade erst zu trocknen begannen. Selbst im Schlaf schien sie noch zu weinen.
Ein Fenster im Schlafsaal war offen und ein leiser Wind kam herein. Cho fing zitterte ein wenig und drehte sich dann unruhig um. Cedric legte seine Hand auf ihre Wange.
Ich muss jetzt gehen,
Nur die Erinnerung bleibt hier.
Ich verspreche Dir die Ewigkeit
Auf der andern Seite tief in mir!
Ich muss gehen,
Nur die Erinnerung bleibt hier.
Ich verspreche Dir die Ewigkeit
Auf der andern Seite tief in mir!
Durch seine Anwesenheit schien sie ruhiger zu werden. Traurig flüsterte er ihr die Worte ins Ohr. Auch wenn sie ihn nicht hören konnte, wusste sie doch, dass er da gewesen war um sich von ihr zu verabschieden. Die Erinnerung an ihn würde stets bei ihr in dieser Welt bleiben, da war er sich sicher.
Abschied nehmen ein letztes Mal,
Denn ich schied hin in Todesqual,
Ich gebe ihr den Hauch von Kuss
Und flüster dass ich gehen muss.
Langsam stand Cedric auf und beugte sich über ihr um ihr einen Kuss zu geben. Mehr als ein wenig Wärme an dieser Stelle blieb jedoch nicht übrig. „Ich muss gehen, geliebte Cho.“, flüsterte er ihr zu. Erneut löste sich eine Träne in ihren Augen. Cedric schaute sie ein letztes mal an, dann wandte er sich ab und verschwand durch die verschlossene Tür des Schlafsaals.
Sie wird es wissen, morgen,
Wenn sie dann erwacht,
Dass ich nicht mehr wiederkehr,
Dass ich gestorben diese Nacht.
Mit einem Mal schreckte Cho hoch und schaute sich im Schlafsaal um. Die anderen schliefen noch. Die Sonne schickte ihre ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster. Sie erinnerte sich was in der Nacht passiert war. Sie hatte von Cedric geträumt, geträumt, dass er hier war um sich zu verabschieden, denn er war in der Nacht davor getötet worden bei der letzten Aufgabe des Trimagischen Turniers.
Cho vermisste ihn sehr. Tränen rangen über ihr Gesicht. Sie würde ihn nie mehr sehen. Einzig allein die Erinnerung von ihm würde von ihm bleiben.
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