
von RoseWeasly
Untitled
Nachgedacht
Sein schockierter Gesichtsausdruck wandelte sich zu einem Lachen und seine Augen strahlten. Andy freute sich wirklich mich wieder zu sehen. Auch ich war sehr erfreut und bekam ein komisches Gefühl im Bauch.
Andy und ich hatten uns bei einem gemeinsamen Projekt in Kräuterkunde kennen gelernt. Damals mussten wir mit spukenden Zauberstab - fressenden - Pflanzen arbeiten. Beide hatten ganz schön viel Speichel ins Gesicht gekriegt. Einmal lag ich zusammen gekrümmt vor Lachen auf dem Boden, während er versuchte, seinen Zauberstab einer 1 Meter großen cantio cantaris entreißen.
Wir hatten zusammen wirklich viel Spaß. An einem sonnigen Tag, an dem eine leichte Brise wehte, da saßen wir alleine auf dem Steg am See. Unsere Füße baumelten ins Wasser. Keine Ahnung wie es dazu gekommen war. Der der leichte Wind ließ meine Haare in seine Richtung schweben. Wir hatten uns angeregt unterhalten, aber irgendwann verstummten wir schließlich.
Er wendete seinem Blick mir zu. Ich schaute in seine tiefblauen Augen und versank darin. Langsam kam sein Gesicht meinem näher. Das Kribbeln im Magenbereich, das ich die ganze Zeit schon bei ihm hatte, verstärkte sich. Kurz bevor sich unsere Lippen berührten, drehte ich meinen Kopf weg.
Ich wusste, dass dieser eine Kuss uns Kummer und Schmerz bereitet hätten, denn ich hätten nicht daran geglaubt, uns noch einmal zu sehen. Deshalb war es besser erst garnichts zuzulassen. Trotzdem war es einer meiner schönsten Tage, sodass ich mich noch an fast alles erinnerte.
In den darauffolgenden Tagen waren wir dann sehr bedrückt, aber wir blieben Freunde und schrieben uns monatlich Briefe, aus welchen ich schließen konnte, dass sich seine Gefühle für mich über das halbe Jahr kein bisschen geändert hatten.
„Hi Andy. Wie geht's dir?“
Ich spielte kurz mit dem Gedanken ihn zu umarmen, verwarf ihn aber schnell.
Wir erzählten uns von unseren Ferien und redeten über Quidditsch, was mich eigentlich garnicht interessierte. Ich war recht sportlich und hatte schon viel ausprobiert, aber noch nie diesen für mich verrückten Zauberersport. Ich besaß ja nicht mal einen Besen. Ich hatte nicht einmal fliegen gelernt, denn in Beauxbatons durften nur Jungen Fliegen und Quidditsch spielen, was ich als unerhört fand, aber ich konnte nichts dagegen unternehmen. Aber vielleicht würde ich mir irgendwann im Laufe des Jahres einen Schulbesen schnappen und ein bisschen herum experementieren.
Wir waren alle müde und so gingen Alice, Lily und ich hoch in den Mädchenschlafsaal.
In der Nacht konnte ich nicht schlafen. Stattdessen dachte ich über die Personen nach, die ich heute kennengelernt hatte. Mein größter Fehler war, dass ich gegen andere Menschen Vorurteile hatte, sobald ich sie länger als 30 Sekunden beobachtet hatte. Ich wusste es, aber ich konnte es nicht ändern. Da ich nicht einschlafen konnte, ließ sich dieser Fehler nicht unterdrücken.
Wilhelm van der Waal war eigentlich sehr nett und reif. Matt war witzig, machte aber keinen Spaß auf Kosten von anderen. Er gefiel mir sehr und konnte ein sehr guter Kumpel sein, denn er hatte als Reinblüter keine Vorurteile gegen Muggelabstämmige. Das beste an ihm war aber, dass er adelig war. Seine Mutter war die Tochter von Königin Beatrix I. Will war in der Thronfolge auf Rang 3. Er hatte mir all dies nicht erzählt. Wahrscheinlich wollte er damit nicht angeben. Das machte ihn für mich noch sympathischer. Offiziell trug er den Titel
Es gab noch einen Adeligen an Hogwarts und auch dieser war in der 7. Jahrgangstufe. Er hieß Nickolas. Sein Vater war Fürst von Belgien und er war entfernt mit Will verwandt. Genauso wie Will war er sehr reich. Die Mädchen hingen an ihm wie Kletten, aber ihn störte das garnicht, sondern machte das beste daraus. Er war im Haus Slytherin und Jahrgangsbester.
Georgina Leeds war da schon ein bisschen anders. Sie war mehr ausgeflippter. Sie musste immer was machen und war auch sehr abenteuerlustig. Sie versuchte stets dem Trend zu folgen und hat anscheinend sehr viel Geld, Matt übrigens auch, als Prinz war das ja klar. Aber im Gegensatz zu den Mädchen aus meiner alten Schule, gab sie nicht mit ihrer Kleidung an oder lachte jemanden deswegen aus, zumindest tat sie es bei mir nicht. Die Blondine mit der sie sich beim Abendessen unterhalten hatte, und anscheinend einer ihrer Freundinnen war, war eine falsche Schlange. Das wusste ich jetzt schon. Ich hatte mich vorhin im Gemeinschaftsraum nach ihr erkundigt und hatte folgendes herausgefunden: Ihr Name war Jane. Georgina und sie waren erst seit kurzem Freundinnen. Alice hatte mir geraten, ihr lieber aus dem Weg zu gehen, denn sie machte ihren Feinden das leben schwer.
Remus, Lily und Alice kannte ich ja schon besser und ich konnte nur sagen, sie ähnelten mir sehr: Sehr flichtbewusst, verantwortungsvoll und in der Schule recht gut.
James Potter war in Lilys Augen ein nerviger, arroganter, angeberischer Idiot. Er fragte jeden Tag Lily um ein Date. In der Früh und am späten Nachmittag, die Uhrzeiten variierten ein bisschen. Als Alice vorhin auf das Thema Potter zu sprechen kam, da sprudelten aus Lily Beleidigungen und Vorwürfe, wie nervig ein Mensch sein konnte. Alice verdrehte nur die Augen und warf mir einen Das - Hört - In - Genau - 347 Sekunden - Wieder - Auf - Blick zu. Also war Lily nicht gut auf James Potter zu sprechen.
Auf jeden Fall war James Potter im Gegensatz zu seinem Freund Sirius Black garnichts. Dieser war eindeutig frech und erlaubte sich ganz schön viel. Er war zwar extrem hübsch, aber das machte ihn noch arroganter. Seine Familie war eines der ältesten und reichesten Reinblüterfamilien. Er hatte jede Woche eine neue Freundin. Gerüchte kursierten über eine Strichliste, die er führe.
Ich drehte mich auf die andere Seite und versuchte an was schönes zu denken um endlich einschlafen zu können. Meine Gedanken schweiften zu Andy. Er hatte sich vorhin ganz ungezwungen mit mir gesprochen und hatte sich nichts anmerken lassen.
Mal schauen wie alles kommen würde! Auf jeden Fall freute ich mich auf meinen allerersten Schultag in Hogwarts!
Irgendwann ging ich dann in einen leichten Schlaf über, der mich in den neuen Tag hinentrug.
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