
von RoseWeasly
Danke für eure lieben Kommentare. Sie bedeuten mir sehr viel bzw sind sie manchmal die einzige Motivation zum Weiterschreiben. Für alle die es noch nicht gemerkt haben: Die Titel haben immer eine Bedeutung --> Vorwort. Meistens steht sogar der Titel des nächsten Kapitel drin.
Loose yourself
In der Luft fühlte ich mich frei. Doch meine Gedanken zogen mich förmlich herunter.
Warum können wir uns nicht alle vertragen? Muss Black die Zeitung so ernst nehmen? Es kann ja nicht sein, dass er mich als seine zukünftige aussucht, nur weil es von irgendso einem blöden Reporter auf Papier geschrieben wurde. Morgen ist Hogsmead mit Andy angesagt. Was soll ich anziehen? Die blaue Bluse, oder das weiße Top… Warum hasst Lily diesen Potter so sehr, im Gegensatz zu manchen anderen ist er noch erträglich.
Nach meinem angenehmen Flug war eine anstrengende Verwandlungsstunde angesagt. Die Stunde machte mich völlig fertig. Wir wurden wie Tiere zur Arbeit angetrieben und ich fand keine Möglichkeit ein kleines Pläuschchen mit Andy zu halten.
In der nächsten Freistunde und in Zauberkunst war dann Zeit zum ausruhen. Ich entspannte mich und ließ mich gehen. Das einzige was mich in dieser Zeit störte, waren zwei Mädchen aus meiner Jahrgangstufe, die mich nach Black und den Gerüchten fragten.
Seit den zwei Stunden, in denen ich in der Zeitung stand, wurde ich richtig berühmt und meine Sympathie für die weiblichen Schüler in Hogwarts änderte sich drastisch. Obwohl sie mich kaum kannten, wurde ich bereits gehasst oder bewundert und verehrt.
Beim Mittagessen ließ ich mich auf einen willkürlichen Platz plumpsen und hatte schon angefangen mein Essen in mich hineinzuschaufeln als Lily sich neben mich setze. Nach meiner halben Suppenschüssel stieß Alice mit Frank zu uns.
„Hey Ladies. Hélène, so wie ich das mitgekriegt habe, hast du jetzt einen neuen charmanten Verehrer.“ , begrüßte uns Frank. Ich lachte auf und meinte: „ Oh ja, aber Black wird mich nicht bekommen, denn in weniger als in 24 Stunden werde ich vergeben sein.“
Das war sehr zuversichtlich. Aber schließlich konnte ich das auch sein. Andy und ich passten so gut zu einander. Morgen würde uns keine Angst vor einer Fernbeziehung im Weg stehen wie vor einem halben Jahr. Ich freute mich tierisch auf den nächsten Tag.
Nachdem ich meine Suppe zu Ende gelöffelt hatte, sagte ich „Mes filles, ich verzieh mich nach oben, ich bin so müde, muss mich vor dem nächsten Unterricht kurz ausruhen.“ und trottete dann gemächlich nach oben.
Ich stieg durch das Portraitloch und entdeckte zu meinem Staunen Andy im verlassenen Gemeinschaftsraum, mit Ausnahme einige Erstklässler die in der Ecke Hausaufgaben machten, auf einem großen Sofa sitzen, ein Buch lesend. Sein Anblick ließ Schmetterlinge in meinem Bauch fliegen. Es ist ein blöder und unrealer Ausdruck, aber in dem Moment war dieses Kribbeln und das warme Gefühl in meinem Magen nicht anders zu beschreiben. Augenblicklich verschwand meine Müdigkeit, ich wurde putzmunter.
Durch mein Eintreten schaute er auf. Er lächelte mich an und legte sein Buch nieder.
Er hat so strahlende Augen.
Ich überquerte den halben Gemeinschaftsraum und setzte mich dann an seine Seite.
„Warum sitzt du hier alleine?“ - „Ich hatte keinen Hunger, Matt ist bei Georgina, Frank bei Alice, Nick im Krankenflügel. Ich hab einfach mal kurz Ruhe gebraucht. Wieso bist du nicht beim Mittagessen?“
Ich zuckte mit den Schultern, hätte ich die Wahrheit gesagt, hätte er mich gedrängt in den Mädchenschlafsaal zu gehen und mich hinzulegen, so wie ich ihn kannte.
Wir unterhielten uns eine Weile über die erste Woche, bis ich auf sein Buch neugierig wurde.
„Hey, was hast du den gerade gelesen?“ Er gab mir keine Antwort, lächelte nur unwiderstehlich und gab mir das Buch. Ich drehte das Buch um und las den Titel Französische Sprache und Gesten.
„Na dann lass mal hören, was du jetzt so über französische Sprache weißt.“
„Salut ma joli. Ca va?“ , fragte er mich verlegend grinsend mit einem leichten englischen Akkzent.
Oh mein Gott, er hat „meine Hübsche“ zu mir gesagt. Ob er wegen mir dieses Buch studiert, oder interessiert ihn das einfach so?
Ich lächelte ihn an, bei dem was er gesagt hatte konnte man einfach nicht anders. „Und was weißt du über französische Gesten?“ Es war etwas herausforderndes in meiner Stimme.
Nach kurzem Überlegen antwortete er: „Nun ja, im Buch steht, dass sich Franzosen zur Begrüßung auf die Wange küssen, aber ich kann mir nicht vorstellen wie so was ablaufen soll.“
Soll ich den Schritt wagen? Ich glaube meine Herzfrequenz ist nicht normal.
„Also gut, ich zeige es dir.“ Auf diese Antwort hatte er wahrscheinlich gewartet, er rückte ein Stück zu mir auf, sodass wir nur noch eine handbreit auseinander saßen. Ich beugte mich vor und gab ihm auf jeder seiner Backen, die sich so schön anfühlten, ein Küsschen.
Normalerweise drückte man nur Wange an Wange, aber das musste er ja nicht wissen. Bevor ich meinen Kopf wieder zurückbewegte, verharrte ich kurz. Er schaute mir tief in die Augen und ich verlor mich fast in seinen. Mein Herz pumpte viel zu schnell und zu viel Blut in meinen Kopf. Ich konnte kaum denken, hörte nur das Pochen in meinen Ohren.
Langsam beugte er sich zu mir vor und verkleinerte den Abstand zwischen uns auf eine Fingerbreite. Schließlich kam er noch näher und legte seine Lippen sanft auf meine. Ich schloss meine Augen erwiderte den Kuss. Nach gefühlten 10 Minuten unterbrach er den Kuss. Er schaute mir wieder mit seinen leuchtenden Augen in meine und flüsterte: „Auf den Moment, habe ich so lange gewartet.“
Nach dem Satz, presste er wieder seine Lippen auf meine. Die Schmetterlinge in meinem Bauch tobten. Mein erster Kuss fühlte sich wundervoll an. Er legte einen Arm um meine Taille und zog mich so nah wie es ging zu sich. Ich legte beide Arme um seinen Hals. Ich glaube einen Lichtblitz rechts neben mir zu bemerken, kümmerte mich aber nicht weiter darum, nichts sollte diesen einzigartigen Moment beschreiben.
Mein Zeitgefühl schaltete völlig aus. Nach einer gefühlten Ewigkeit, klappte das Portraitloch plötzlich auf, und das hässlichste Lebewesen auf Erden kam herein. Andy und ich schauten beide auf und erschraken bei ihrem Anblick.
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